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Von der Muse geküsst

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Wenn eine deiner Geschichten plötzlich Wirklichkeit wird

Andi schreibt in seiner Freizeit heiße Gay Romance für seine Community. Gerade hat er seine neue Geschichte veröffentlich und ihm kam eine grandiose Idee. Diese sollte, aber sein Leben auf den Kopf stellen.

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49–74 Minuten
Wie eine Idee mein Leben veränderte

Endlich hatte ich es geschafft und meine neue heiße Lovestory wurde pünktlich fertig. Einen ganzen Monat dauerte es, sie auf Papier zu bringen und zu überarbeiten. Sie sollte perfekt werden und meine Leser mitreißen. Den Teaser hatte ich vor einer Woche auf meinem Instagram-Profil gepostet und um Mitternacht sollte es endlich so weit sein, dass sie auf meinem Blog online ging. Die Kommentare unter dem Post häuften sich und alle meine Leser waren gespannt, in welche Welt sie diesmal abtauchen durften.

Es war schon nach zehn, als ich alle nötigen Einstellungen getroffen und die Geschichte ordentlich formatiert hatte. Nun brauchte ich nur noch den Button betätigen und die Story ging automatisch eine Sekunde nach Mitternacht online. Für mich bedeutete es wieder eine schlaflose Nacht, denn ich kannte meine Fans. Viele von ihnen würden direkt draufloslesen und die ersten Kommentare ließen nicht lange auf sich warten. An Schlaf war sowieso nicht zu denken, denn ich war noch viel zu aufgeheizt. Mich machten meine Geschichten selbst heiß beim Schreiben, so detailliert ich die Männer und Sexszenen beschrieb. Ich hatte den ganzen Tag damit verbracht, die Geschichte wieder und wieder zu lesen und zu korrigieren, bis ich zufrieden war.

Außerdem war die Zeit vor den Veröffentlichungen immer die aufregendste. Man fragte sich, wie gut die Geschichte ankam. Hatte man vielleicht doch etwas übersehen? Zu meinen eigenen Fragen bekam ich zusätzlich vereinzelte Privatnachrichten von den Nachteulen, die es nicht abwarten konnten. Sie versuchten, mir vorab schon Details aus der Nase zu ziehen, aber ohne Erfolg. Es war praktisch, denn so konnte ich mir die Zeit bis zum Start gut vertreiben. Manche von ihnen fragten mich sogar, ob ich sie nicht als Protagonisten mit in meine Geschichten einbauen könnte.

Der Gedanke gefiel mir gut und brachte mich auf die Idee, daraus eine kleine Ausschreibung zu machen. Am Ende meiner neuen Geschichte gab es nun einen kleinen Zusatz. Ich hatte extra eine Mailadresse angelegt und jeder, der mochte, konnte an der Ausschreibung teilnehmen. Die Bedingungen waren einfach: Ein kurzes Statement, wieso sie gerne in einer meiner Storys auftauchen wollten, und eine detaillierte Beschreibung ihres Aussehens. Ich war schon echt gespannt, wie es ankommen würde und ob sich überhaupt jemand melden würde, der in meine Geschichten passte.

Wenn man mir auf der Straße begegnete, würde man nie vermuten, dass ich in meiner Freizeit schwule, kitschige, versaute Romantikschnulzen schrieb. Eher dass ich eine bildhübsche Frau an meiner Seite hätte und der letzte Macho wäre. Aber wie so oft trügt der Schein. In Wirklichkeit bin ich ein lieber Kerl und stehe auf Männer. Sicher liebe ich heißen, versauten Sex, aber noch mehr die romantischen Aspekte. Die Nähe, die dazugehörigen Zärtlichkeiten oder das lange Kuscheln davor und danach. Ich bin über die Jahre mehr der Beziehungstyp geworden. Meine Hörner hatte ich mir in meiner Jugend schon reichlich abgestoßen und hielt nun nach meinem „Mr. Perfect“ Ausschau. Die Prioritäten ändern sich halt mal im Alter und jetzt steht schon bald die Dreißig vor der Tür.

So lange genieße ich meine Freiheiten und verliere mich in meinen Geschichten. In jeder von ihnen steckt ein kleiner Teil von mir. Sei es etwas, was ich genauso erlebt hatte, worauf ich beim Sex abfuhr, was mich nervte oder total um den Verstand brachte. Es steckte die Wahrheit in den kleinsten Details. Ein Profiler könnte sicher aus allen Teilen das Puzzle zusammensetzen und hätte ein genaues Bild von mir.

Mir tat schon der Hintern weh vom ganzen Sitzen und ich verzog mich mit meinem Laptop ins Bett. Nackt lag ich nun da und beantwortete die Nachrichten meiner ungeduldigen Leser. Es waren schon ein paar sehr hübsche Kerle darunter, wenn man ihren Profilbildern Glauben schenkte. Nachdem ich jetzt entspannt auf dem Bett lag, machte sich die gesamte angestaute Lust des Tages bemerkbar. Eigentlich befriedigte ich mich meist selbst, wenn ich beim Schreiben scharf wurde und mich nicht mehr richtig konzentrieren konnte. Aber heute musste ich die Deadline einhalten und hatte keine Zeit dafür gefunden, nachdem ich wieder später als gedacht von der Arbeit kam. Zwar spielte ich an mir herum, wenn die Szenen heiß wurden, aber bis zur Erlösung schaffte ich es nicht. Dafür konnte die Jogginghose in die Wäsche, denn an ihr klebte eine Menge meines Vorsaftes. Davon produzierte ich immer reichlich.

Aber auch jetzt hielten mich meine Leser auf Trab und lenkten meine Aufmerksamkeit in ihre Richtung, bis es plötzlich still wurde. Ich bekam keine neuen Nachrichten mehr und war die ganze Zeit über so vertieft gewesen, dass ich nicht bemerkte, dass es schon nach Mitternacht war. Klar, sie waren jetzt alle damit beschäftigt, zu lesen. Endlich hatte ich eine gute Stunde für mich und es war an der Zeit, mich um mein Verlangen zu kümmern. Ich schloss den Laptop und rief mir die Bilder meiner Protagonisten vor Augen, wie sie sich in der heißesten Szene gegenseitig verwöhnten, sich anschließend nacheinander bestiegen und eine gewaltige Sauerei anrichteten. Ich explodierte regelrecht, als ich kam, und es wollte nicht aufhören. Mein gesamter Oberkörper war eingesaut und sogar mein Kopfkissen hatte ich erwischt. Mit ausgebreiteten Gliedmaßen lag ich vollkommen fertig auf dem Bett und es war ein Fehler, kein Licht angeschaltet zu haben. Vollkommen fertig und befriedigt, mit den Gedanken an die heißen Kerle meiner Geschichte, fielen mir die Augen zu.

Als ich wach wurde, der Schock. Es war schon hell und nach zehn Uhr.
»Fuck! Ich bin echt weggepennt«, dachte ich mir und klappte den Laptop auf.
Schnell meine Seite aktualisieren und schauen, was ich verpasst hatte. Es waren schon über achtzig Kommentare eingegangen und ich überflog sie schnell. Es kam viel positives Feedback und ein paar Fragen waren darunter. Es entstand sogar eine kleine Diskussion über meine Protagonisten und es bildeten sich Seiten, wer zu wem stand. Die Story musste wohl gut angekommen sein. Ich fand es anregend, zu lesen, was sie darüber dachten, und bekam dadurch nur noch mehr Ideen für weitere neue Geschichten oder eine Fortsetzung. Als jemand von ihnen die Ausschreibung erwähnte, wurde ich neugierig, ob dafür schon Mails eingegangen waren, und öffnete das Postfach.

Tatsächlich hatten auch einige dort etwas hinterlassen und ich klickte mich durch die Mails. Leider war aber bisher niemand Interessantes dabei gewesen. Die Beschreibungen mancher Kerle waren nicht übel und sie hätten gut in meine Geschichten gepasst, aber die Begründungen, wieso sie in einer Story auftauchen wollten, waren dieselbe. Sie mochten meine Geschichten und wollten sich darin wiederfinden. Ok, klar, dass sie meine Storys lasen, denn sonst hätten sie niemals die Ausschreibung entdeckt. Meine Storys handelten von Kerlen in den Zwanzigern und Dreißigern, also schied alles darunter oder darüber schon einmal aus. Dann war der Körpertyp entscheidend. Sie sollten schon etwas sportlich sein. Am liebsten athletisch oder muskulös, aber auch mit einem hübschen schlanken Typen konnte ich etwas anfangen. Somit wurde die Auswahl schon wieder geringer und am Ende hatte ich gerade mal einen, der in Frage käme, aber die Ausschreibung lief noch eine Woche. Bis dahin sollte sich doch sicher jemand Interessantes melden.

So beantwortete ich ein paar Kommentare und Nachrichten. Nachdem dies erledigt war, wurde es Zeit für eine Dusche, um meine eingetrockneten Spuren von letzter Nacht zu beseitigen. Ich kannte mich und würde den ganzen Samstag vor dem Rechner verbringen. Damit ich dies umgehen und mich ablenken konnte, nahm ich mir vor, eine große Runde laufen zu gehen. Im Anschluss verabredete ich mich noch mit einer meiner guten Freundinnen auf einen Kaffee. Es war eine effektivere Beschäftigung, als ständig auf Aktualisieren zu klicken und darauf zu hoffen, dass neue Kommentare aufleuchteten.

Es war die richtige Entscheidung und nach einem angenehmen Nachmittag saß ich erst gegen achtzehn Uhr wieder vor dem Rechner. Nun war mein Kopf wieder frei, damit ich allen Fragen und Anregungen meine Aufmerksamkeit schenken konnte. Über den Tag gingen einige neue Nachrichten ein und nach zwei Stunden war es geschafft. Die letzte Nachricht war abgeschickt und nun trieb mich erneut die Neugier in mein Mailpostfach.

Wahnsinn, ich hatte über fünfzig neue Bewerbungen auf die Ausschreibung erhalten. Zur besseren Übersicht legte ich mir Ordner nach Altersgruppen an, in welche ich die Mails nach dem Lesen einordnete. Auch hier waren auf den ersten Blick wieder viele passende Typen dabei. Einer klang heißer als der nächste, aber auch hier störte mich die Begründung. Ich schrieb Liebesgeschichten, aber alle waren nur an dem sexuellen Teil interessiert und gaben mir sogar Beispiele, mit welcher Art von Kerl sie gerne interagieren wollten. Alles war dabei, ob komplett schwul, bisexuell oder hetero, doch irgendetwas fehlte mir dabei. Es war einfach zu oberflächlich und regte in mir keine Gefühle an. Bis ich eine Mail von einem gewissen Raphael öffnete und mich ein gewaltiger Text erschlug.

Schon der Betreff seiner Mail machte mich neugierig. »Sechsundzwanzigjähriger Träumer und Romantiker, auf der Suche nach seinem großen Glück.« Er schrieb mir in sehr süßen und persönlichen Worten, wie ich ihm über eine schwere Zeit half. Meine Geschichten ließen ihn hoffen, dass auch irgendwo jemand auf ihn wartete, welcher seine Liebe wertschätzte und erwiderte. Er zitierte viele meiner Geschichten, sogar die älteren, welche ich schon lange von meiner Seite nahm. Ich war der Grund, wieso er damals neugierig auf das eigene Geschlecht wurde und sich traute, es auszuprobieren. Wie er daran Gefallen fand und sich schließlich sogar in jemanden verliebte. Daraus entstand sogar etwas Festes, was leider nicht gut ausging, aber dennoch gab er die Hoffnung nicht auf. Er wünschte sich, genau in einer solchen Romanze aufzutauchen, damit er davon träumen konnte, dass sie einmal wahr werden würde. Seine einzige Bitte war es, dass die Story in Berlin spielte, und das wäre absolut kein Problem, denn in meiner Heimatstadt kannte ich mich besonders gut aus.

Sein Text berührte mich und ich war von ihm begeistert. Jetzt hoffte ich nur, dass auch sein Aussehen in mein Raster passen würde, aber als ich weiter nach unten scrollte, kam nichts mehr. Die Mail war zu Ende und er hatte keine Beschreibung von sich angehängt. In dem Moment war ich sehr enttäuscht, aber markierte mir seine Mail. Vielleicht würde ich nachfragen, wenn ich keinen anderen Kandidaten finden sollte, und ging wieder zurück auf die Übersicht. Ein paar weitere Mails später stand erneut sein Name mit der gleichen Mailadresse. Ich öffnete sie, aber auch hier war keine direkte Beschreibung zu finden. Lediglich der Text »Ich möchte, dass du mich mit deinen Worten beschreibst.« Ich war verwirrt und sah jetzt erst am unteren Ende der Mail seinen Anhang. Damit hätte ich niemals gerechnet und öffnete ihn.

Mein Kiefer klappte nach unten, da ein wahnsinnig hübscher Kerl auf meinem Monitor erschien. Mir schaute ein blonder Schönling mit mittellangen zerzausten Haaren entgegen. Sein strahlendes Lächeln wurde von seinen leuchtend blauen Augen perfekt unterstrichen und seine markanten Gesichtszüge rundeten das Ganze noch ab. Den Körperbau konnte ich nur erahnen. Auf dem Bild trug er eine Jacke, welche er gut ausfüllte, und sie ließ die eindeutige V-Form seines Oberkörpers erkennen. Nun stand es für mich fest. Ich hatte meinen eindeutigen Favoriten gefunden, auch wenn ich mir einiges dazu fantasieren musste.

Auch wenn ich mir schon in Gedanken eine Geschichte ausmalte, wollte ich dem Rest noch eine kleine Chance lassen und sah weiter die Mails durch. Weit kam ich nicht, denn dort war noch eine Mail von ihm und auch wieder mit Anhang. Bevor ich diese jedoch öffnete, las ich erst seinen Text. 

»Die Bilder sind nur für dich und deine Beschreibung bestimmt. Versprich mir, dass du sie allein dafür verwendest! P. S. Ich bin sowohl aktiv als auch passiv. Ich weiß, dass es eine heiße Sexszene geben wird, aber mir ist es dabei egal, welche Position du für mich bestimmst.« Was kommt denn bitte jetzt, dachte ich mir, als ich auf das erste der drei Bilder klickte und viel vom Glauben ab. Derselbe atemberaubende Kerl wie auf dem letzten Foto, aber dieses Mal nackt posierend vor dem Badezimmerspiegel. Sein Körper war definiert von oben bis unten. Bis auf den kleinen Streifen blonder Haare, welcher von seinem Bauchnabel nach unten verlief, sah seine Haut glatt aus.

Seine Schamhaare waren perfekt gestutzt und sein Schwanz machte schlaff schon eine gute Figur. Nach dem, was ich bisher von ihm gelesen hatte, war es mir unangenehm, dass ich bei diesem Anblick eine Erektion bekam, aber er war einfach verdammt heiß. Das zweite Bild zeigte seine Rückansicht. Er zog sogar mit einer Hand seinen knackigen, runden Hintern auseinander, sodass man seine rasierte Lustgrotte sehen konnte. Mehr noch faszinierte mich aber das gewaltige Tattoo, welches sich über seine Schultern und den halben Rücken erstreckte. Es zeigte einen schönen chinesischen Drachen und ich war davon fasziniert. Es fiel mir schwer, meinen Blick davon abzuwenden, aber ich fragte mich, was noch folgen würde.

Also schloss ich sein Foto und öffnete das letzte und musste schlucken. Vor mir auf dem Bildschirm erschien sein Schwanz. Hart wie ein Brett und er hielt sogar zwei Lineale an ihn. Er wusste also genau, dass ich auch die Penisse detailliert beschrieb, damit sich meine Leser ein perfektes Bild machen konnten. Sein Gerät war tatsächlich neunzehn Zentimeter lang und fast fünf Zentimeter dick. Das toppte sogar meine eigenen achtzehn mal vier Zentimeter und es war wirklich ein heißes Exemplar. Schön gerade, nicht beschnitten, mit einer dicken Eichel, aus der ein Tropfen Vorsaft herausfloss. Dazu zog sich eine dicke Ader fast von der Wurzel bis ganz nach oben.

Mit allem hatte ich bei meiner Ausschreibung gerechnet und sicher auch, dass mich die Beschreibungen einiger Kerle heiß machten, aber sein Text und diese Bilder dazu. Meine Gedanken rasten und dieser Kerl sah wie mein eigener wahrgewordener Traum aus. Damit stand es endgültig fest – den wollte ich definitiv in meiner Geschichte haben. Doch vorher musste ich mich absichern, wie detailliert ich ihn beschreiben durfte. Also wurde es Zeit für eine Antwort auf seine Mails.

»Hallo Raphael, erst einmal vielen lieben Dank für deine Teilnahme und dein starkes Vertrauen bezüglich deiner Bilder. Ich versichere dir, dass ich sie nur zum Schreiben der Geschichte verwenden werde, falls ich mich für dich entscheiden sollte. Niemand sonst wird sie je zu Gesicht bekommen. Wie detailliert dürfte ich dich denn beschreiben, gerade in Bezug auf deine atemberaubende Tätowierung? Sie ist schon recht markant und könnte dazu führen, dass du mit meiner Story in Verbindung gebracht wirst. Ich freue mich auf deine Antwort«, schrieb ich ihm.

Noch während ich die Mail schrieb, setzte sich eine Geschichte in meinem Kopf zusammen und ich wusste schon grob, wie die Story anfangen könnte. An diesem Punkt schenkte ich den anderen Mails keine Beachtung mehr, sondern öffnete all seine Bilder, schob sie auf meinen zweiten Monitor und öffnete Word. Die Geschichte schrieb sich wie von allein. Ich war wie im Rausch und schrieb die ganze Nacht hindurch, bis am Morgen die Rohfassung stand. Sie entwickelte sich zu meiner bisher persönlichsten Geschichte, denn als Protagonisten für Raphael schrieb ich mich selbst hinein. Bevor ich schlafen ging, las ich noch einmal drüber.

Die Geschichte begann in einem kleinen Café, welches es ein paar Blocks von mir entfernt wirklich gab. Ich hatte es sehr detailliert beschrieben, aber den Namen geändert. Zur Sicherheit auch die Straße. Doch jeder, der es kannte, wusste genau, wo es zu finden war. Tatsächlich holte ich mir dort ab und zu mal einen Kaffee, bevor ich zur Arbeit ging. Nur leider steht dort hinter der Theke kein gutaussehender Raphael, aber ich fand es einen schönen Einstieg in die Lovestory von Raphael, dem neuen Barista, und Andi, welcher zum kaffeesüchtigen IT-Spezialisten mutierte, nur um so oft wie möglich einen sehnsüchtigen Blick auf ihn zu werfen.

Ich nutzte sogar meinen richtigen Vornamen, um die Geschichte für mich noch realer zu gestalten. Das Alter mit neunundzwanzig stimmte und auch mein Aussehen beschrieb ich genauso detailgetreu wie das von Raphael. Die halbitalienischen Wurzeln. Mein modischer Kurzhaarschnitt, die dunkelbraunen Augen. Meinen eher 7-Tage-Bart. Der athletische Körperbau mit der akribisch gestutzten Körperbehaarung bis hin zu meiner Ausstattung und meinem knackigen Hintern. Auch meine Tätowierungen an Armen und Beinen beschrieb ich. Diese beschrieb ich nicht so detailgetreu wie bei ihm, da man mich an ihnen sofort erkennen konnte, wenn man genau hinsah. Anonym wollte ich ja dennoch bleiben.

Wie in meinen Geschichten üblich fanden sie nach unzähligen heimlichen Blicken, kleinen Berührungen, kitschigen Botschaften auf Kaffe-to-go-Bechern und einem zerstörten Notebook, weil ein nervöser, tollpatschiger Barista ein Wasserglas darüber ausleerte, zueinander. Sogar mein absolutes Traumdate schrieb ich nieder. Ein langer Spaziergang händchenhaltend am Flussufer. Ein schönes gemeinsames Abendessen und anschließend den Sonnenuntergang bei einem Drink in einer Bar über den Dächern Berlins genießen. Es war ein Tag, um sich kennenzulernen, und der mit einem atemberaubenden Kuss endete. Dazu ließ ich auch meinen Fetisch mit einfließen, dass ich gern Jocks oder nichts darunter trug. Am Ende der Geschichte lagen beide glücklich mit Sperma in und auf ihnen eng umschlungen im Bett und beteuerten sich ihre Liebe zueinander. Nachdem ich es noch einmal gelesen hatte, fühlte es sich plötzlich so an, als wäre es mir im realen Leben passiert.

Gerade das Ende der Geschichte hatte mich mal wieder unendlich heiß gemacht und nachdem ich den Laptop geschlossen hatte und endlich im Bett lag, erschienen die Bilder von Raphael hinter meinen geschlossenen Augen. Ich kümmerte mich um mein Verlangen und dachte an ihn. Es wunderte mich nicht, dass mein Orgasmus den Tag um so vieles heftiger war als letzte Nacht zuvor. Nun musste ich unbedingt die Bettwäsche wechseln, aber das hatte Zeit bis zum nächsten Tag. Mit dem Gedanken, Raphael in den Armen zu halten, schlief ich ein.

Ich hatte den gesamten Sonntag verpennt und wachte erst kurz vor 17 Uhr auf. Na prima. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt schon, dass ich morgen übermüdet auf Arbeit erscheinen würde. Doch nun war ich wach und neugierig, ob Raphael geantwortet hatte, und tatsächlich gab es eine Mail von ihm.
»Du darfst so detailgetreu sein, wie du willst. Auch das Tattoo darfst du ruhig bildlich beschreiben«, schrieb er.
Bestens, dann bräuchte ich seine Beschreibung wenigstens nicht mehr überarbeiten. Es wäre ein Leichtes, die neue Geschichte bis zum Wochenende fertigzustellen und direkt zu veröffentlichen. Oder war es zu früh? Aber ich war so neugierig darauf, wie er auf diese Geschichte reagieren würde.

Ich hielt es tatsächlich nicht aus und verkündete am Mittwoch, dass ich durch die ganzen Bewerbungen so inspiriert war, dass ich die neue Kurzgeschichte schon am Freitag um Mitternacht veröffentlichen werde. Mit der Korrektur und dem Feinschliff wurde ich schon sonntagnacht fertig. Jeden Morgen vor der Arbeit holte ich mir schnell noch einen Kaffee und musste lächeln. Nicht nur, weil ich dabei an meine Geschichte dachte, sondern weil ich mir auch die Frage stellte, ob es tatsächlich jemand erkennen würde. Meine Aufregung wuchs von Tag zu Tag mehr und endlich war es Freitag. Die Woche zog sich wie Kaugummi und ich bin nach Feierabend so schnell wie möglich heimgefahren. Den Laptop vor meiner Nase stellte ich alles für den Release ein und konnte mich damit ablenken. Den letzten Knopfdruck später hieß es dann aber warten.

Der Andrang an Nachrichten war dieses Mal noch schlimmer, denn nun wollte jeder wissen, ob er derjenige war, welcher es in meine Geschichte schaffte. Zu meiner Überraschung war auch ein bekanntes Gesicht dabei. Am Donnerstag habe ich von Instagram eine Benachrichtigung über einen neuen Follower bekommen und schon auf dem kleinen Bildchen strahlte mir Raphael entgegen. Mein Profil dort gab es noch nicht so lange und anscheinend hatte er mich dort nun auch gefunden. Wie ein Stalker verbrachte ich den ganzen Abend damit, mich durch seine Story zu wühlen. Ein Fake konnte er bei der gewaltigen Anzahl an Bildern und Posts nicht sein und er gefiel mir immer mehr. Ich bekam ein schlechtes Gewissen und hoffte, es störte ihn nicht, dass ich ihn als Barista in die Geschichte schrieb, denn in Wirklichkeit arbeitete er in der Pharmazie. Der Punkt faszinierte mich umso mehr, denn anscheinend steckte hinter diesem hübschen Gesicht ein kluger Geist. So gern ich ihm gesagt hätte, dass er die Person in meiner Geschichte war, bekam er die gleiche Antwort wie alle andern. Lasst euch überraschen!

Endlich war es Mitternacht und ich extrem nervös. Diesmal war nicht an Schlaf zu denken. Ich las selbst mit, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann Raphael ungefähr durch sein musste. Bevor ich fertig war, kamen schon die ersten Nachrichten und Kommentare, aber seiner war noch nicht darunter. Es gab viele enttäuschte Smileys, weil sie es nicht in die Story geschafft hatten, aber dennoch gab es ein positives Feedback. Viele fanden die Beschreibungen meiner Protagonisten sogar so heiß, dass sie sogar öffentlich Werbung für sich selbst machten, damit sich derjenige bei ihnen meldete. Gerade war ich dabei, auf eine Nachricht zu antworten, als sein Bild aufpoppte.

»Wow.«, schrieb er nur.
»Gefällt sie dir?«, fragte ich ihn und sah, dass er tippte.
Ich dachte, es kommt wieder ein Roman, wie in seiner Mail, da es so ewig dauerte. »Ist Andi eine reale Person oder erfunden?«, bekam ich seine Reaktion.
»Ja, ist er.« Es entstand eine gewisse Anspannung, da er wieder ewig brauchte für seine Nachricht.
»Wer ist er?«, kam sofort hinterher.
Ich überlegte nun etwas, ob ich es ihm einfach sagen sollte, aber insgeheim wollte ich ja, dass er es wusste.

»Der Autor der Geschichte, aber verrat es bitte keinem«, schrieb ich ihm ehrlich und danach war er offline. Danach nichts mehr. Er schrieb nicht mehr und ging kurz darauf offline. Warum machte es mich traurig? Fand er die Geschichte schlecht, oder lag es an mir? Ich starrte auf mein Handy, aber er kam weder online, noch bekam ich eine andere Reaktion. Die Diskussion unter meiner Geschichte war rege im Gange, aber es interessierte mich nicht. Es frustrierte mich sogar, dass Raphael mich so stehen ließ. Ich klappte den Laptop zu, legte mich hin und starrte in die Dunkelheit. Ich verlor mich in Gedanken und musste irgendwann eingeschlafen sein. Draußen war es bereits hell, als ich aufwachte, und der Blick aufs Handy zeigte, dass es schon halb zehn war.

Ich öffnete Instagram und hatte eine Flut von Nachrichten. Keiner davon schenkte ich Beachtung, denn mich interessierte nur, ob er noch etwas geschrieben hatte. Ich scrollte weiter bis zu seinem Profilbild und tatsächlich hatte er mir eine Nachricht geschickt.
»Ich bin um zehn in dem Café aus deiner Geschichte. Ich habe Fragen. Kommst du?«
Aus meiner Vita wusste er, dass ich in Berlin wohnte, aber ich freute mich sehr über seine Nachricht und dass er mich sehen wollte. Doch war es klug, dort direkt nach der Veröffentlichung aufzutauchen? Aber der Reiz war zu groß, ihn real zu treffen.
»Ok, ich beeile mich.«, schrieb ich zurück und verschwand schnell im Bad. In Rekordzeit war ich fertig mit Duschen und stand angezogen im Flur. Mein Herz schlug aufgeregt in meiner Brust. Gleich würde ich diesem wunderschönen Kerl gegenüberstehen. Ich schnappte mir auch noch eine Sonnenbrille und meine rote Cap, bevor ich mich auf den Weg machte. Obwohl ich schnell lief, war es fünf Minuten nach zehn, als das Café in Sichtweite kam, und ich konnte schon von Weitem erkennen, dass der Andrang dort um einiges größer war als sonst.

Konnte das wirklich mit meiner Geschichte zusammenhängen, oder bildete ich mir das nur ein? Irgendwas sagte mir, dass ich den Ort lieber meiden sollte. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und wollte Raphael schreiben, doch er war bereits schneller.
»Das Café ist keine gute Idee, da wimmelt es von deinen Fans, die nach Raphael hinter der Theke suchen. Find mich!«
Darunter ein Selfie von ihm mit dem Logo des Eissalons zwei Querstraßen weiter.
»Warte dort, ich bin gleich da», schrieb ich und setzte mich in Bewegung.
Vor mir lag der Eissalon und tatsächlich saß Raphael davor auf einem Stuhl. Er sah sich in alle Richtungen um und unsere Blicke trafen sich kurz, aber er schaute gleich wieder weg. Ich war nervös, was passieren würde, wenn ich mich zu erkennen gab, aber aus diesem Grund war ich ja hier. Also überquerte ich die Straße, bis ich es unbemerkt schaffte, hinter ihm zu stehen. Er suchte weiterhin die Straße nach mir ab.

»Hey«, brachte ich nur heraus und er drehte ruckartig seinen Kopf zu mir herum.
Seine schönen blauen Augen musterten mich von unten bis oben und als er bei meinem Gesicht ankam, strahlte er plötzlich.
»Wow, du bist wirklich der Andi aus der Geschichte«, sagte er nur erstaunt und ich setzte mich ihm gegenüber.
Sofort war eine Bedienung bei uns und ich bestellte mir einen Kaffee.

Sein Blick fixierte mich genauso wie meiner ihn, nur konnte er meinen wegen der Sonnenbrille nicht wahrnehmen. Er war sogar noch hübscher als auf seinen Fotos und musste nicht weniger aufgeregt sein. Die Situation muss für uns beide seltsam gewesen sein. Zumindest war es sie für mich. In meinem Kopf spielte sich der Film unserer Geschichte ab. Wir beobachteten uns still und erst der Kellner riss uns aus unseren Gedanken, als er den Kaffee vor mir abstellte. Ich musste mich sogar räuspern, als ich versuchte, mich zu bedanken. Ich nahm einen Schluck und seine Augen hingen an den Tätowierungen an meinen Armen, die ihn zum Schmunzeln brachten.

»Deine „Verkleidung“ ist mal richtig mies, deine Fans hätten dich sofort erkannt. Sie wollten sogar von mir, dass ich mein Shirt ausziehe, nur damit sie meinen Rücken sehen konnten. Ich musste so tun, als würde ich keine Ahnung haben, wovon sie sprachen, sonst hätten sie es mir wahrscheinlich eigenhändig vom Körper gerissen aus Neugier.«

»Der Andrang war tatsächlich wegen meiner Story?«, war das Erste, was mir durch den Kopf schoss, und er nickte nur.
»Shit, ich hoffe, sie haben dich meinetwegen nicht zu sehr belästigt. Und was wird wohl der Cafébesitzer dazu sagen? Ich hätte es nicht so detailliert beschreiben sollen.«
Ich bekam ein schlechtes Gewissen Raphael gegenüber, aber ihn schien das ganz und gar nicht zu interessieren. Er hingegen biss sich nur auf die Lippe und man sah ihm an, dass vieles in seinem Kopf vorging.
»Warst du schockiert, als ich dir gestern geschrieben habe, dass ich der Autor bin? Du warst plötzlich offline und hat dir die Geschichte überhaupt gefallen?«, durchbrach ich seine Gedanken. 

»Oh nein, absolut nicht. Ich hatte nur auf einmal so viele Fragen. Ich wusste ja, dass du auch aus Berlin bist, und ich wusste auch sofort, welchen Laden du beschrieben hattest. Am liebsten hätte ich dich sofort mit Fragen bombardiert, als du mir dann sagtest, dass du der Andi in der Story bist. Doch ich habe sie mir noch einmal durchgelesen und mich dazu entschlossen, dass ich dich kennenlernen möchte. Daher das Angebot mit dem Treffen, aber als ich fertig war, warst du schon offline und nun sitzt du wirklich vor mir und siehst noch atemberaubender aus, als ich dich mir vorgestellt hatte«, sprudelte es wie ein Wasserfall aus ihm heraus, was mich beruhigte. Seine Nervosität war fast greifbar und er sah so verdammt niedlich aus, wie er mich dabei verlegen ansah.

»Gut, Vorschlag: Ich kenne hier in der Nähe ein sehr kleines, verstecktes Lokal. Wenn du magst, können wir dort zusammen frühstücken und du kannst mich gern mit all deinen Fragen löchern.«
Mir knurrte tatsächlich mein Magen, da meine letzte Mahlzeit fast vierundzwanzig Stunden her war. Ich konnte gar nicht so schnell schauen, wie er seinen Kaffee austrank, aufsprang und im Laden verschwand. Ich trank auch aus und wollte bezahlen gehen, da kam er aber schon raus.
»Alles erledigt. Also, wo geht’s lang?«
Der Weg dauerte nur ein paar Minuten und Raphael verfiel wieder in seine Gedanken. Boah, was würde ich gerade dafür geben, in seinen Kopf sehen zu können.

Wir konnten sogar noch einen Tisch ergattern. Ich mochte es hier sehr, denn man saß nicht wie sonst dicht beieinander mit den anderen Gästen, sondern hatte hier wie kleine ruhige Nischen, in denen man sich zurückziehen konnte und seine Ruhe hatte. Zudem war das Frühstück hier allererster Klasse. Bis auf die Kellner hatte man hier seine Privatsphäre. Nachdem wir uns jeder etwas bestellt hatten, nahm ich auch meine Cap und die Sonnenbrille ab und platzte langsam vor Neugier.
»So, jetzt schieß mal los«, sagte ich und schenkte ihm ein Lächeln.
»Wie bist du auf diese Geschichte gekommen?«
Gut, das war noch leicht zu erklären.
»Ich habe dabei einfach drauflosgeschrieben und mir überlegt, wie ich mir das perfekte Date vorstellen würde. So flogen die Zeilen nur vor sich hin.«

Die Antwort schien ihm zu gefallen.
»Bist du genauso, wie du dich beschrieben hast? Also beim Aussehen hast du meiner Meinung nach gewaltig untertrieben, aber der Rest. Dein Verhalten und diese ganzen tiefen Gefühle. Ist das echt?«
Als ich ihm das bejahte, strahlte er regelrecht und ich war sehr geschmeichelt, dass er mich anscheinend auch attraktiv fand.
»Warum hast du dich selbst hineingeschrieben?«, platzte er heraus.

Ok, bisher waren seine Fragen einfach zu beantworten, doch jetzt wurde es persönlicher. Es kam mir dämlich vor, ihn über die Geschichte anzumachen. Sicher fand ich ihn verdammt heiß und er wäre optisch mein absoluter Traumtyp gewesen. Doch das wäre zu plump, also versuchte ich es anders.
»Ich war von deinem Statement so fasziniert und auch von deinem Vertrauen mir gegenüber, dass du mir die Bilder von dir geschickt hattest.«
Bei der Erwähnung wurde er sehr verlegen.
»Mir war klar, dass es auch für dich eine sehr persönliche Geschichte werden würde, und wollte dieses Gefühl mit dir teilen.«

Es war wohl nicht die Antwort, welche er gerne hören wollte, denn sein hübsches Lächeln verschwand.
»Ok, verstehe. Dann kann ich mir die Frage sicher sparen, ob du Single bist«, sagte er etwas resigniert.
»Wie kommst du darauf? „Nein, ich bin seit zwei Jahren Single«, meinte ich, aber selbst das beeindruckte ihn nicht wirklich.
»Ist das jetzt gut oder schlecht?«, fragte ich ihn etwas verwirrt, weil ich seinen Gesichtsausdruck nicht wirklich deuten konnte.
»Naja, ich dachte, du hättest dich mit hineingeschrieben, weil du mich attraktiv finden würdest.«
Unfassbar, da will man mal ein Gentleman sein und es geht nach hinten los. Es war schon witzig und brachte mich zum Lachen. Gut, wenn er unbedingt die Wahrheit wollte, dann bitte.
»Attraktiv? Glaub mir, ich finde dich mehr als nur attraktiv und ja, es war mit einer der Hauptgründe, wieso ich als Gegenpart mitspiele. Dennoch hattest du mich schon mit deiner emotionalen Begründung von dir überzeugt«, erklärte ich ihm und schon war wieder dieses umwerfende Tausend-Watt-Lächeln in seinem Gesicht. Er freute sich riesig, griff direkt nach meiner Hand und sah mich mit strahlenden Augen an.
»Würdest du mit mir auf dieses Date gehen?«, fragte er mich und drückte meine Hand.

Seine Berührung sendete ein angenehmes Kribbeln durch meinen Körper und ich verschränkte meine Finger mit seinen.
»Nein, denn den Ausgang kenne ich bereits. Aber was hältst du davon, wenn du mir zeigst, wie für dich das perfekte Date aussehen würde, und mich überraschst?«
Da kam auch der Kellner mit unserem Frühstück. Er schenkte uns ein nettes Lächeln, als er unsere verschränkten Hände sah, wünschte uns einen guten Appetit und verschwand wieder. Ich war froh, dass ich nur einen Toast und ein Rührei bestellte, denn so brauchte ich unseren Kontakt nicht zu unterbrechen. Raphael war wieder in seinen Gedanken versunken, aber sah mich dabei verliebt an, während er sein Frühstück genoss. Immer wieder drückte er ab und an fester meine Hand. Es herrschte zwischen uns eine angenehme nonverbale Kommunikation. Ein Blick, ein Lächeln und die Wärme von unserer kleinen, unscheinbaren Berührung, welche sich aber wunderbar anfühlte.  

»Worüber zerbrichst du dir die ganze Zeit deinen hübschen Kopf?«, holte ich ihn nach dem Essen aus seinen Gedanken zurück.
»Ich plane unser Date. Hättest du morgen Zeit?«, wollte er wissen und war Feuer und Flamme.
»Also, ich habe nichts vor und stehe zur Verfügung.«
Selbst wenn ich etwas vorgehabt hätte, das ließ ich mir sicher nicht entgehen.
»Ok, dann muss ich dich gleich, so schwer es mir fällt, allein lassen und ein paar Vorbereitungen treffen«, erklärte er mir.

Ein wenig enttäuscht war ich schon, als wir händchenhaltend das Lokal verließen, nachdem ich bezahlt hatte. Am liebsten würde ich den restlichen Tag mit ihm verbringen. Unentschlossen standen wir auf der Straße vor dem Lokal und keiner von uns wollte sich verabschieden.
»Komm, ich bring dich noch zur Bahn«, schlug ich vor, denn so konnte ich seine Nähe noch etwas genießen.

Auf dem Weg dorthin kamen wir wieder an dem Café vorbei und darin war noch immer die Hölle los.
»Du scheinst echt viele Fans aus Berlin zu haben. Jetzt könntest du dich auch zu erkennen geben. Die wollen sicher ein Autogramm. Den Weg zur Bahn finde ich auch allein.«, meinte Raphael.
»Oh nein Wenn ich den Trubel wollte, könnte ich ein Foto von mir online stellen. Mir reicht, dass du weißt, wer ich bin«, erklärte ich und zog ihn an der Hand einfach weiter Richtung Haltestelle, bis wir dort auf seine Bahn warteten.
»Zählt das heute eigentlich schon als Date?«, wollte er von mir wissen, als er direkt vor mir stand und mir in die Augen sah.

»Meinetwegen sehr gerne«, gestand ich verlegen und sofort schlang er seine Arme um meinen Nacken. Nur um direkt danach seine Lippen mit meinen zu verschließen. Ich war mit meinen 1,93 m etwas größer als er und konnte ihn dabei komplett an mich pressen, um ihn so nah wie möglich bei mir zu haben. Es schoss das gleiche Verlangen durch meinen Körper, welches ich beim Schreiben gefühlt hatte. Nur war dieser Kuss um so vieles besser und realer. Die ganzen zehn Minuten Wartezeit standen wir nun an der Haltestelle küssend und eng aneinandergepresst. Am liebsten hätte ich ihn nicht mehr losgelassen, aber da kam seine Bahn zum Stehen und die Leute stiegen aus.

»Bis morgen, Andi, du bekommst nachher alle Details. Ich freue mich sehr auf morgen«, sagte er, gab mir einen letzten Kuss und löste sich von mir.
Wie ein Verlorener stand ich nun an der Haltestelle und sah seiner Bahn nach, bis sie außer Sichtweite war. Mein ganzer Körper kribbelte und schon jetzt kam die Aufregung auf morgen in mir hoch, bis ich Raphael wieder sah. Es war seltsam, denn obwohl wir uns kaum kannten, fühlte es sich besonders an, als wären wir wirklich das Paar aus meiner Geschichte. Hier weiterzustehen und zu philosophieren, machte keinen Sinn und so begab ich mich auf den Heimweg.

In Gedanken versunken ging ich durch die Straßen. Diese Situation war neu für mich, denn er kannte viel von meiner Persönlichkeit und über mein gesamtes Leben. Doch er war für mich noch wie ein unbeschriebenes Blatt. Ich selbst hatte noch so viele Fragen an ihn, doch die wollte ich mir für unser Date aufheben. Bis dahin musste ich mich ablenken, damit ich nicht derjenige war, welcher ihn mit Fragen bei Instagram bombardierte oder ihn am liebsten noch überredete, sofort wieder umzudrehen. Also ging es wieder an den Rechner und mit einem grenzdebilen Grinsen auf den Lippen nahm ich mir jetzt die Zeit, auf alle Kommentare der neuen Story einzugehen. Es waren wirklich eine Menge und sie raubten mir den gesamten Nachmittag bis in den Abend hinein. Sogar das Café hatte sich bei mir gemeldet und bedankte sich für die kostenlose Werbung. Eine Vorwarnung wäre nett gewesen, aber der Umsatz war wohl für einen Sonntag grandios. Ich sollte mich das nächste Mal gerne zu erkennen geben, damit sie sich mit einem Kaffee aufs Haus revanchieren konnten.

Jedes Mal, wenn mein Handy vibrierte, schaute ich sofort drauf, ob Raphael mir geschrieben hatte, aber bisher noch keine Reaktion von ihm. Es war schon nach zehn und ich machte für Schluss und schaltete den Rechner aus. Nach einer ausgiebigen Dusche lag ich entspannt auf dem Bett und schnappte mir wieder mein Handy. Endlich kam meine ersehnte Nachricht von ihm.

»Danke, dass du dich mit mir getroffen hast und auch für diesen grandiosen Kuss. Morgen zwölf Uhr am Botanischen Garten. Bring Appetit mit!«, schrieb er mit einem Kuss- und Herzsmiley.

»Ich kann es kaum erwarten«, antwortete ich ihm und setzte die gleichen Smileys dahinter.

Mein Herz klopfte wild und ich wünschte, er würde jetzt hier bei mir liegen. Küssend und so eng umschlungen wie an der Haltestelle. Ich schloss die Augen und versetzte mich wieder in genau diesen Moment und knüllte meine Decke so zurecht, dass ich dachte, es wäre er. Solch eine Sehnsucht hatte ich lange nicht mehr nach einem Menschen und fiel in einen tiefen und erholsamen Schlaf. Mein Traum hingegen war alles andere als jugendfreundlich und fühlte sich so extrem real an. Bei meinem Höhepunkt wachte ich plötzlich auf und war geschockt, als ich realisierte, dass ich tatsächlich gekommen war. Nun musste ich das Bett definitiv abziehen und hatte bis zu unserem Treffen auch noch genügend Zeit. So erledigte ich es direkt, schmiss sie in die Waschmaschine und zog gleich frische auf.

Diesmal hatte ich auch mehr Zeit, um mich selbst fertig zu machen. Ich nahm sie mir auch und putzte mich richtig heraus. Beim Outfit entschied ich mich für eine kurze beige Leinenhose und musste dort auf jeden Fall etwas darunter tragen. Ich wusste, was er für eine Wirkung auf mich hatte, und das würde in der Öffentlichkeit sehr peinlich werden. Darüber ein kurzes dunkelblaues Hemd, welches meinem Körper schmeichelte. Auch wenn ich noch reichlich Zeit hatte, zog ich mir die passenden Sneaker an und machte mich auf den Weg zum Botanischen Garten. Es wunderte mich nicht, dass ich zwanzig Minuten zu früh dort ankam, doch ich hätte es in meiner Wohnung nicht mehr ausgehalten. Mit meinem Handy in der Hand und auf Instagram starrend warte ich nervös auf einer Bank neben dem Eingang. Seit gestern kam keine neue Nachricht von ihm und obwohl er offline war, schrieb ich ihm, wo genau ich auf ihn warten würde.

Ein paar Minuten später erschreckte er mich, als sich seine Arme von hinten um meinen Oberkörper schlangen und er mir einen Kuss auf die Wange gab.      
»Hey, hast du gut geschlafen?«, fragte er und strahlte mich fröhlich an, als er um die Bank herumging.
»Ja, so gut wie seit langem nicht mehr. Und du?«, meinte ich und stand auf.
Sofort fand ich mich in seinen Armen wieder, gefolgt von einem umwerfenden Kuss.
»Ich auch. Ich habe sogar von dir geträumt«, sagte er.
»Wirklich? Und worüber handelte der Traum?«, fragte ich ihn neugierig.
»Das verrate ich dir nicht. Jetzt komm, lass uns reingehen«, sagte er verlegen und wurde dabei sogar rot.

Damit brachte er mich zum Schmunzeln, denn ich konnte mir denken, worum es gegangen ist. Meine Bettdecke konnte davon ein Lied singen. Wie selbstverständlich nahm er sofort wieder meine Hand und wir gingen zum Eingang. Er sah wie gestern wahnsinnig gut aus in den kurzen Jeans, nur trug er heute ein rotes Poloshirt, welches wie eine zweite Haut über seinem stark definierten Oberkörper spannte.

»Was hast du denn heute mit mir vor?«, frage ich ihn neugierig und deutete auf seinen großen, prall gefüllten Rucksack.
»Du wolltest, dass ich dich überrasche, also schweige ich wie ein Grab.«

Der Tag hätte vom Wetter her nicht schöner sein können. Die Sonne schien und immer wieder kam ein leichter Windzug auf, der einen etwas abkühlte. Mein letzter Besuch im Botanischen Garten war schon ein paar Jahre her und es hatte sich viel verändert. Ich fühlte mich prächtig, was zum größten Teil an meiner Begleitung lag, die meine Hand hielt. Es war süß, wie er mich manchmal an sich zog und ein Selfie von uns machte. Schon nach einer halben Stunde gab es mehrere Bilder von uns, wie wir in die Kamera strahlten oder uns gegenseitig einen Kuss auf die Wange gaben. Bei einem Foto hatten wir beide die gleiche Idee und mussten lachen, als wir gleichzeitig unsere Köpfe zueinander drehten. Dafür gab es nun ein Bild, auf dem wir beide uns küssten, und zu meiner Überraschung richtete er genau dieses Bild direkt als seinen Bildschirmhintergrund ein, da er so begeistert davon war.

Ein paar oberflächliche Dinge kannte ich nun bereits von ihm und wunderte mich ernsthaft, wieso jemand wie er überhaupt Single war. Er sah verdammt gut aus und war bisher ein sehr herzlicher, sympathischer Kerl. Also war es an der Zeit, einmal tiefer zu graben und auch meine Fragen loszuwerden. Als wir wieder Hand in Hand eine lichtdurchflutete Allee entlanggingen, sprach ich ihn darauf an.

»Sag mal, Raphael, wieso hast du mir eigentlich all diese Bilder von dir geschickt?«, fragte ich und er wurde sofort verlegen.
»Ich meine, das erste hätte schon gereicht, dass du zusammen mit diesem wunderbaren Text gewonnen hättest. Ich hätte doch genauso gut irgendein notgeiler Idiot sein können, der sonst was mit deinen Bildern anstellt.«, vertiefte ich meine Frage.
Raphael sah zu Boden und drückte meine Hand umso fester.

»Ich weiß selbst, wie dumm es war, und eigentlich wollte ich auch nur das erste schicken. Glaub mir bitte, dass ich so etwas normal nicht mache, aber ich weiß auch nicht. Ich wollte deine Ausschreibung unbedingt gewinnen und irgendwie wusste ich, dass ich dir in dem Punkt vertrauen konnte. Ich meine, sicher sind die Sexszenen sehr heiß, aber der Großteil ist so gefühlvoll und ehrlich, dass du niemals notgeil sein könntest. Außerdem hoffte ich einfach, dass deine Vita mit deinem Alter und der vagen Beschreibung von dir genauso wahr ist. Du hast mir mit deinen Geschichten einfach so viel Kraft gegeben und mich damit indirekt aus einer unschönen toxischen Beziehung gerettet. Ich wollte einfach einmal direkt diese Gefühle erleben, von denen du immer schreibst.«, gestand er und ich war davon überwältigt.

Ganz so leicht fiel es ihm auch nicht, denn ich konnte ein Zittern spüren.
»Wow, danke, das klingt wunderbar, bis auf den letzten Teil. Magst du mir davon erzählen?«, fragte ich ihn vorsichtig.
Der Anfang war verständlich, aber wie ich ihm dabei helfen konnte, interessierte mich sehr.
»Komm, lass uns einen schönen Platz suchen und dann erkläre ich es dir in Ruhe«, meinte er und wir gingen noch ein Stück weiter. Am Ende der Allee zog er mich an der Hand auf die große Wiese und im hintersten Bereich suchten wir uns eine abgelegene, schattige Ecke. Er kramte eine Decke aus seinem Rucksack und breitete sie aus. Wir setzten uns im Schneidersitz gegenüber, sodass sich unsere Knie berührten, und nachdem er wieder meine Hand nahm, fing er an zu erzählen.

»Ich war bis vor einem halben Jahr mit jemandem zusammen. Er erinnerte mich damals an eine Figur aus deinen Geschichten. Anfangs war er auch supernett und lieb, aber je länger wir zusammen waren, veränderte er sich immer mehr. Er war nicht gewalttätig, aber ich war zum Schluss nur noch sein Objekt der Lust. Er schlief mit mir und wenn er befriedigt war, ließ er mich links liegen und tat, worauf er Lust hatte. Danach gings mir emotional meist sehr schlecht und ich versank in einer deiner Storys. Insgeheim hoffte ich darauf, dass er irgendwann wieder der Alte werden würde. Eines Abends ließ ich mein Tablet auf dem Bett liegen und ging ins Badezimmer. Nachdem ich zurück war, hielt er es in den Händen und las ein paar Zeilen aus deiner Geschichte. Er sprach mich darauf an und als ich ihm sagte, dass ich mir wünschte, er wäre nur ein wenig so wie deine Protagonisten, lachte er mich aus. Nach seiner Aussage sollte ich froh sein, einen Kerl zu haben, der es mir ordentlich und hart besorgte und nicht so eine gefühlsduselige Pussy wie diese Typen. Doch das ist genau das, was ich insgeheim wollte – diese Liebe. Nicht nur den heißen Sex, sondern auch das Kuscheln danach. Die Verbundenheit und Nähe. Du hast mir immer gezeigt, dass es auch anders ging, und mir bei meinem Entschluss geholfen, ihn zu verlassen.«

»Wenn es dich beruhigt, solche Machokerle hatte ich auch schon. Sie waren sogar der Grund, wieso ich mit dem Schreiben anfing. Ich habe zwar niemals damit gerechnet, darüber jemanden kennenzulernen oder durch eine schwierige Beziehung zu helfen, aber es war die richtige Entscheidung, ihn in den Wind zu schießen«, versuchte ich, ihn aufzubauen, und hatte damit Erfolg.

Raphaels niedergeschlagener Gesichtsausdruck wich einem Strahlen und er sprang mir entgegen, sodass ich gemeinsam mit ihm nach hinten auf die Decke fiel. Wir küssten uns und hielten uns fest in den Armen, als mein Magen anfing, laut zu knurren, und er mich wegen des lauten Geräusches verwundert ansah. 

»Uff, sorry, unser Frühstück gestern war meine letzte Mahlzeit und du hattest mich ja gebeten, hungrig zu erscheinen», meinte ich und wie auf Stichwort knurrte er erneut. »Mensch Andi, kein Wunder, dass du so eine Figur hast, wenn du so wenig isst. Doch zum Glück bin ich darauf bestens vorbereitet«, sagte er etwas vorwurfsvoll, aber mit einem Lächeln auf den Lippen.

Er stieg von mir herunter und holte aus seinem Rucksack etliche Dosen hervor. Er fing an, sie zu öffnen, und vor mir standen plötzlich viele Leckereien. Eine sah besser aus als die andere und ich war überwältigt.
»Ich hoffe, du magst etwas davon, denn deinen Geschmack kenne ich ja noch nicht. Deswegen habe ich einfach von allem etwas gemacht«, sagte er schüchtern und schaute mich zuckersüß an.

Bei dem Anblick der Köstlichkeiten knurrte mein Magen noch lauter und mir lief schon das Wasser im Mund zusammen.
»Bediene dich ruhig. Es ist schließlich deine Überraschung«, meinte er und wir fingen an, uns über sein Picknick herzumachen.
Wirklich alles durch die Bank weg war köstlich. Jetzt wusste ich auch, wieso er gestern so früh loswollte, denn es hatte sicher Stunden gedauert, das alles vorzubereiten.
»Das hast alles du selbst gemacht? Das schmeckt alles so gut«, fragte ich ihn zwischendurch und er nickte glücklich, dass es mir schmeckte.

Meine Kochkünste waren selbst nicht schlecht, aber für mich allein war ich meist zu faul zum Kochen.
»Bei Italienern geht das Herz doch meist durch den Magen und ich dachte, damit schaffe ich es, dich zu beeindrucken.«
»Das hast du absolut geschafft. Vielen Dank für die schöne Überraschung«, bedankte ich mich bei ihm und wir putzten noch den letzten Rest weg.

Bevor er die Dosen wieder in seinem Rucksack verstaute, zog ich ihn an mich, um mich mit einer festen Umarmung und einem langen Kuss richtig zu bedanken. Danach ließ ich mich auf den Rücken fallen, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und schaute ihm zu, wie er alles verstaute. Als er fertig war, sah er mich verträumt an und ich streckte meinen einen Arm in seine Richtung aus. Wahnsinn, wie glücklich er mich anlächelte, denn er verstand genau, was ich ihm damit sagen wollte. Schon lag er in meinem Arm und kuschelte sich an meine Seite. Ich legte meinen Kopf an seine Stirn und seine Haare kitzelten mich leicht an der Nase. Ganz unsicher legte er seine Hand auf meinen flachen Bauch und kraulte ihn mir durch das Hemd. Das liebte ich sehr und seine Nähe dazu ließ mein Herz schneller schlagen.

Natürlich ließen mich seine Berührungen und seine Nähe nicht kalt. Ich musste meine Beine anwinkeln, sonst könnte jeder offensichtlich sehen, was er bei mir anrichtete. Sein Schritt war immerhin vor Blicken geschützt, denn dieser presste sich fest an meine Seite. Wieso kam ich auf die dämliche Idee, mich für diese hauchdünne Leinenhose entschieden zu haben? Ging es gerade durch meinen Kopf, als Raphael anfing, amüsiert zu lachen.

»Na, anscheinend verzichtest du aber doch nicht so oft auf Unterwäsche«, meinte er, weil die Beule natürlich deutlich sichtbar war, und ohne hätte man die Konturen deutlich gesehen.
»Dir entgeht auch nichts, aber bei dir und dieser Hose war es einfach unmöglich«, erklärte ich ihm ebenso belustigt.
Ohne jegliche Scham hob er den Bund meiner Shorts an und schaute auf meinen Jock.
»Nicht schlecht. Den gleichen habe ich sogar in Rot«, kam nur aus seinem Mund und augenblicklich hatte ich sein Bild in genau diesem vor Augen. 
Ich hasste mein Kopfkino, denn es ließ nur noch mehr Blut in südliche Regionen fließen und das Zucken war unübersehbar. Ungeniert schaute er dabei zu, denn er hatte bisher meine Hose noch immer nach oben gezogen.

»Du weißt schon, dass wir hier auf einer öffentlichen Wiese liegen und du mir auf den Schwanz starrst, auch wenn er noch eingepackt ist?», fragte ich vorsichtshalber einmal nach.
»Jup, ich bin halt auch neugierig. Du kennst mich nackt und ich alles nur aus deiner Beschreibung.«
»Ach so, und jetzt willst du mich hier ausziehen?«, scherzte ich und er ließ den Bund meiner Hose los.

Dafür fuhr seine Hand unter mein Hemd und lag nun direkt auf meinem Bauch.
»Echt? Darf ich?«, fragte er mich schelmisch grinsend und er brachte mich damit zum Lachen.
»Du darfst mir maximal das Hemd aufknöpfen und dich noch ein wenig ankuscheln, aber die Hose bleibt in der Öffentlichkeit definitiv oben«, brachte ich lachend hervor.
Uff, auch das meinte ich wirklich nur aus Spaß, aber wie geschickt er die Knöpfe öffnete und mit seinem Gesicht nun direkt auf meiner Brust lag, überraschte mich. Aber ebenso schön war der direkte Hautkontakt.

Er streichelte jeden Zentimeter meines Oberkörpers und plötzlich fing er auch noch an, mir an den Nippeln zu spielen, und das, obwohl er doch genau wusste, wie empfindlich ich dort war.
»Bitte hör auf damit, du verschlimmerst meine Situation gerade nur noch», knurrte ich, aber er machte sich daraus einen gewaltigen Spaß, mich zu quälen.
»Ich muss doch testen, ob wirklich alles stimmt, was du geschrieben hast«, kicherte er. Als er unauffällig anfing, an meinem Nippel zu lecken und zu saugen, musste ich mir ein Stöhnen unterdrücken.
»Verdammt, du machst mich wahnsinnig. Es ist alles wahr und mag sein, dass ich dich nackt kenne, dafür weißt du genau, worauf ich stehe. Damit würde ich sagen, bist du hier klar von uns beiden im Vorteil.«

Er verteilte noch ein paar kleine Küsse auf meiner Brust, bevor er sich neben mir abstützte und sein Gesicht nur Zentimeter von meinem entfernt war. Er biss sich leicht auf die Lippe und schaute mich aus seinen hübschen blauen Augen an.
»Sorry Andi, aber bei dir fällt es mir verdammt schwer, meine Finger bei mir zu behalten. Bereit für deine zweite Überraschung des Tages? Vertraust du mir?«, fragte er mich mit funkelnden Augen.
»Was hast du vor?«, wollte ich wissen, denn irgendwas an seinem Blick machte mich noch heißer.
»Bleib einfach genauso liegen, entspann dich und versuch nicht, laut zu sein«, waren seine Anweisungen und er legte seinen Kopf auf meinen Bauch und drehte sich so, dass er im rechten Winkel zu mir auf dem Rücken lag. Trotz seiner engen Jeans konnte man seine gewaltige Beule erkennen. Da spürte ich seine Hand in meinem Jock, wie er mein hartes Teil umschloss und nach oben legte, bis nur meine Eichel aus dem Hosenbund schaute.

Von weitem sah es jetzt wahrscheinlich so aus, als würde er mit dem Kopf nur auf meinem Bauch liegen, aber in Wirklichkeit hatte er schon seine Lippen um meine Eichel geschlossen und bearbeitete sie mit seiner Zunge. Scheiße, war das heiß. Natürlich wusste er, dass ich auch outdoor gerne Spaß hatte, aber eigentlich nicht mitten in einem gut besuchten Park. Ich legte meine Hand unter sein Shirt, auf seinen Bauch, und je mehr er anfing zu saugen, desto fester krallte ich mich in seine Bauchmuskeln. Ich versuchte, nur durch die Nase zu atmen, und musste mich dermaßen zusammenreißen, nicht laut aufzustöhnen. Es fühlte sich so wahnsinnig gut an, dass ich nicht lange brauchte. Um ihn zu warnen, wollte ich an seiner Seite rütteln, doch er drehte sich plötzlich und statt seiner Seite erwischte ich seinen Schritt. Er war selbst so extrem hart und als er unter meiner Hand zuckte, konnte ich es nicht mehr halten. Meine Hand drückte fester zu und mir entwich ein leises, tiefes Stöhnen, als ich kam.  

Da krampfte auch sein Körper und ich konnte spüren, wie er unter meiner Hand pulsierte. Raphael saugte den letzten Tropfen aus mir heraus und verstaute anschließend alles wieder an seinem Platz. Danach drehte er sich zu mir und küsste mich. Er hatte meine komplette Ladung gesammelt und teilte sie mit mir. Als wir uns beruhigt hatten, schauten wir beide wie ertappt zum Weg herüber, aber es schien niemanden zu interessieren, was wir hier getrieben hatten.

»Hast du?«, fragte ich nur und zeigte auf seinen Schritt.
»Die Situation hat mich selbst so heiß gemacht und als du mir in den Schritt gepackt hast, konnte ich es nicht mehr halten. Ich glaube, ich verstehe, wieso du es outdoor so reizvoll findest.«, meinte er und wurde dabei sogar verlegen.
»Hat es dir wenigstens gefallen?«, hakte er nach.
»Gefallen? Das war mehr als heiß, aber schade um die Ladung. Die wäre woanders besser aufgehoben gewesen.«
Diesmal war ich derjenige, der dreckig grinste.
»Glaub mir, wo die herkam, gibt es noch viel mehr. Aber jetzt müssen wir warten, bis meine Hose trocken ist«, sagte er und drehte sich wieder auf den Rücken.

Ich kraulte ihm gleichzeitig den Kopf und seinen Bauch.
»Ich muss echt einen schlechten Einfluss auf dich haben, wenn du so eine Aktion, ohne mit der Wimper zu zucken, durchziehst«, meinte ich und wir mussten beide lachen.
»Tja, mir gefallen deine Geschichten nicht nur wegen der ganzen Zärtlichkeiten. Auch mit dem Rest triffst du ganz meinen Geschmack. So, und jetzt Themenwechsel. Ich habe für uns noch etwas anderes geplant und sonst kommen wir ohne Ständer hier definitiv nicht raus.«

Wir lagen fast drei Stunden so da und erzählten. Alles kannte er auch noch nicht von mir und ich erfuhr viele neue, interessante Dinge über ihn. Auch dass er nach dem Auszug bei seinem Ex wieder übergangsweise bei seinen Eltern eingezogen war. Wenigstens wussten sie darüber Bescheid, dass er auf Männer stand, und hatten kein Problem damit. Nur seine Mutter war neugierig geworden, für wen er ihre Küche in ein Schlachtfeld verwandelte. Ich fand es schade, als er aufstand, aber bekam noch einen langen Kuss. Meinetwegen hätten wir auch hier liegenbleiben können.

»So, auf geht’s, wir müssen langsam los.«

Er verpackte die Decke und ich knöpfte mein Hemd wieder zu, bevor wir uns Hand in Hand auf den Weg machten.
Zwar wollte er mir unser Ziel nicht verraten, aber je länger wir unterwegs waren, desto mehr wusste ich schon, dass wir zum Mauerpark-Hügel unterwegs waren. Ich lag sogar richtig und wir konnten einen fantastischen Platz ergattern. Wir setzten uns dicht nebeneinander auf die Decke und kuschelten uns aneinander. Raphael hatte uns eine Flasche Rotwein mitgebracht. Sogar ein paar Weintrauben und Käse hatte er noch in seiner Kühltasche. Es war der perfekte Ausklang des Tages. Die untergehende Sonne. Wie wir uns gegenseitig fütterten und uns küssten. Seine wunderschönen Augen und dieses herzerwärmende süße Lächeln. Schon da konnte ich nicht genug von ihm bekommen.

Selbst als die Sonne untergegangen war, saßen wir noch lange da und hielten uns in den Armen.
»Danke für diesen wundervollen Tag mit dir«, sagte ich ehrlich und gab ihm einen langen Kuss.
»Ach komm, du hast doch bestimmt schon viel schönere Dates gehabt, aber es freut mich sehr, dass es dir gefiel.«
Es wäre schön gewesen, wenn er damit recht gehabt hätte.
»Nicht wirklich, denn für mich war es eine Premiere. Sicher schreibe ich viel darüber, wie die Dates in meinen Geschichten ablaufen. Eins schöner als das andere. Aber bisher hat sich für mich nie jemand so eine Mühe gemacht wie du heute.«
An meinem Tonfall konnte er erkennen, dass ich es ernst meinte, und er freute sich darüber so sehr, dass er mir die Luft nahm, als er mich fest umarmte.
»Ich würde es jederzeit wieder für dich machen«, sagte er und gab mir einen atemberaubenden Kuss.

So schön es auch mit ihm war, wurde es allmählich doch etwas frisch. Zwar haben wir die Decke schon so gut es ging um uns gewickelt, aber es half nicht viel.
»Wir sollten uns doch langsam auf den Weg machen. Du fängst schon an zu zittern«, meinte ich, doch er hinderte mich sofort am Aufstehen.
Er setzte sich auf meine Beine und schlang seine Arme um mich.
»Nein, bitte, nur noch ein bisschen. Ich möchte dich noch nicht gehen lassen«, sagte er und schmiegte sich ganz dicht an mich.
»Ich dich auch nicht, aber schau, wie du zitterst.«
»Darf ich mit zu dir kommen?«, fragte er mich schüchtern.

Ich hatte schon vermutet, dass diese Frage kommen würde, und hatte mir darüber auch bereits Gedanken gemacht. Ich überlegte noch, wie ich es am besten formulierte, und zögerte deshalb.
»Sorry, ich wollte nicht aufdringlich sein. Ist schon ok, wenn du es noch nicht magst«, sagte er und versuchte dabei zu lächeln, aber es erreichte nicht seine Augen.
»Ach Süßer, ich würde dich liebend gern mit zu mir nehmen, aber nachdem du mir das heute mit deinem Ex erzählt hast, weiß ich nicht, ob es richtig wäre. Du weißt ganz genau, dass wir es niemals schaffen werden, die Hände voneinander zu lassen. Außerdem muss ich morgen früh schon um sieben das Haus verlassen«, erklärte ich ihm.
»Früh aufstehen ist für mich kein Problem und solange du mich danach die ganze Nacht in deinen Armen hältst, kann ich gar nicht abwarten, mit dir zu schlafen«, meinte er und presste sich gegen meinen Schritt.
»Dann lass uns schnell zusammenpacken«, knurrte ich und kurze Zeit später waren wir auf dem Weg zur Bahn.   

Als wir auf die Bahn warteten, meldete er sich bei seinen Eltern, dass es ihm gut ginge und er nicht nach Hause kommen würde. Nur damit sie Bescheid wussten und sich keine Sorgen machten. In der Bahn standen wir eng aneinandergepresst, damit niemand sehen konnte, wie hart wir jetzt schon waren. Auch unser Thema drehte sich die ganze Zeit um Sex. Sicher wusste er, dass ich es am liebsten blank trieb, und unsere Tests lagen auch nicht weit zurück. Auch sein letzter Sexualkontakt lag wie bei mir schon viel zu lange zurück. Damit war das Thema vom Tisch. Noch interessanter war der Fakt, dass er wie ich beide Positionen mochte, was noch mehr Spaß bedeutete. Eine Station lang waren wir sogar allein im Waggon und da ist meine Hand aus Versehen hinten in seine Hose gerutscht.

»Nicht dein Ernst?«, platzte es mir heraus.
Ich dachte, er trug etwas drunter, aber ich hielt seinen blanken Hintern in der Hand. Ich konnte nicht anders, als mit dem Finger über sein Loch zu fahren.
»Nimm sofort die Hand da raus, sonst spritz ich mir gleich noch mal in die Hose«, knurrte diesmal er. Ich zog mich lieber zurück, denn die Ladung sollte diesmal woanders landen.

Bis zu meiner Haltestelle hatten wir uns halbwegs wieder beruhigt, aber gingen doch etwas schneller als normal und kamen endlich vor meinem Wohnhaus an. Meine Wohnung war ganz oben und eher ein Loft. Nur das Badezimmer wurde durch Wände von dem Rest abgetrennt.
»Ich geh mich fix mal abduschen«, meinte ich und dachte, er würde mir ganz von allein folgen, aber er stand wie angewurzelt da und sah mir nach.
»Kommst du nicht mit? Ich dachte, du kannst es nicht erwarten, mich endlich nackt zu sehen?«, lockte ich ihn zu mir und endlich kam wieder Leben in ihn.
Im Badezimmer gab ich ihm noch einen Kuss und begann, mich vor seinen Augen auszuziehen.

Vor seinen gierigen Augen schob ich mir meine Hose samt Jock von den Hüften und stand nun zum ersten Mal auch nackt mit ausgefahrener Latte vor ihm. Ich grinste ihn an und drehte mich langsam.
»Na, sind wir jetzt quitt?«, fragte ich spaßeshalber, als ich in die große offene Dusche ging und das Wasser anstellte. Wieder stand er wie angewurzelt da und bewegte sich keinen Zentimeter.
»Sag mal, ist alles ok bei dir?», fragte ich verunsichert und ging zu ihm herüber.
»Wo ist der Haken, Andi? Du bist der heißeste Kerl, den ich je live gesehen habe, und dann diese wahnsinnige Wohnung. Es kommt mir vor, als würde jeden Moment dein Partner hier reinkommen und uns erwischen. Niemand kann sich so eine Bude hier allein leisten.«

»Es gibt keinen Haken. Die Wohnung haben meine Eltern damals bei einer Auktion billig ersteigert. Ich verdiene nicht schlecht und habe sie renoviert, beziehungsweise renovieren lassen. Sonst könnte ich sie mir auch nicht leisten. Ich bin Single, weil ich nach niemandem gesucht habe. In meinen Geschichten habe ich mich verirrt und du hast mich gefunden. Hier gibt es nur dich und mich. Wenn du es auch möchtest, ein uns, aber bitte kommt jetzt mit unter die warme Dusche. Deine Haut ist eiskalt.«

Als ich uns sagte, leuchteten seine schönen Augen wieder und er stürmte regelrecht auf mich zu, um mich in seine Arme zu nehmen und zu küssen.
»Definitiv uns«, murmelte er gegen meine Lippen und riss sich selbst seine Klamotten vom Leib.

Endlich konnte ich seinen Körper mit meinen eigenen Händen erkunden und auch er hielt sich nicht zurück. Während ich ihn küsste, presste ich ihn gegen die Badezimmerfliesen und mich fest gegen ihn. Ich wollte ihn endlich schmecken. Seinen Saft auf meiner Zunge und in meinem Rachen. Auf dem Weg nach unten küsste ich seinen Hals, seine Brust. Das herrliche Sixpack entlang, bis ich an seinem Schwanz angelangt war. Ich zog ihm die Vorhaut zurück und stülpte gierig meine Lippen über seine Eichel. Ich schob mich auf ihn und versuchte, jeden Zentimeter dieses Prachtschwanzes zu schlucken. Er keuchte über mir und vergrub seine Hände in meinen nassen Haaren. Ich meine an seinen knackigen Hintern, um ihn zu massieren und dabei über sein Loch zu streichen.

Ich fing an, ihn intensiver zu blasen, und als ich mit meinem Finger in ihn eindrang, fingen seine Beine an zu zittern. Sein Stöhnen wurde intensiver. Ich wusste, dass er kurz vorm Höhepunkt stand, so wie er sich in meinen Nacken krallte. Noch ein zweiter Finger und eine gezielte Massage seiner Prostata brachten ihn über den Punkt. Er krampfte und schoss mir seinen heißen Saft Schub um Schub in den Rachen. Auch für ihn sammelte ich etwas und sog noch den Rest aus ihm heraus, damit ich es in einem heißen Kuss mit ihm teilen konnte. Noch unter der Dusche brachten wir uns gegenseitig weiter auf Touren, denn auch seine Finger fanden den Weg in mein Loch.

Am liebsten hätte ich ihn direkt noch unter der Dusche genommen, aber ich stellte schnell das Wasser ab und zog ihn zu den Handtüchern. Während ich uns abtrocknete, spielte er mit unseren Latten und wichste sie aneinander. Ich beeilte mich, denn noch ein wenig länger und ich hätte meine Ladung zwischen uns verteilt. Das wäre zwar auch geil gewesen, aber ich wollte ihn markieren. Küssend bahnten wir uns einen Weg herüber zu meinem Bett und ließen uns darauf fallen. Wir wälzten uns darauf herum und mit einer schnellen Bewegung landete ich auf dem Rücken. Raphael drängte sich zwischen meine Beine und hob sie an.

»Darf ich dich ficken und zusehen, wie du dir deine erste Ladung über deinen Body verteilst?«, fragte er mit der puren Gier in seinem Blick.
Dies war keine Bitte, sondern pures Verlangen. Seine Eichel stieß schon gegen mein Loch und statt des Gleitgels spuckte er sich einfach auf seinen Schwanz. Mir war es so auch recht und statt einer Antwort drückte ich mich einfach auf seine Eichel. Das Gefühl war unbeschreiblich geil, nach so langer Zeit endlich wieder einen echten Schwanz in mir zu spüren und dann noch von so einem verdammt heißen Kerl. Das Gefühl, als er mich komplett ausfüllte, war der Wahnsinn.

Ich zog ihn zu mir herunter und küsste ihn.
»Und jetzt nimm mich ordentlich«, stöhnte ich in sein Ohr und fing dabei schon an, mich selbst tiefer auf ihn zu schieben.
Auch er schien genauso ausgehungert zu sein, so wie er in mich stieß und mich nahm. Er bearbeitete meinen Schwanz und trieb sich im gleichen Takt in mich.
»Fuck, ich komme«, schrie ich fast und mich überkam ein gewaltiger Orgasmus.
Als ich kam, krallte ich mich ins Bettlaken und Raphael zog meine Vorhaut so weit zurück, dass meine Sahne nur so aus mir herausschoss.

Nachdem ich mich beruhigt hatte, leckte er mir meine Sahne vom Kinn und küsste mich.
»Du bist einfach so heiß und jetzt bekommst du meine Ladung«, kündigte er an.
Er ließ mir kurz Zeit und vögelte dann drauflos. Er brachte mich dabei vor Lust zum Schreien und bescherte mir noch einen analen Orgasmus, bevor er sich tief in mir entlud. Zu sehen, wie sich seine Muskeln dabei anspannten, sein tiefes Stöhnen war einfach geil und dazu noch das Gefühl seines zuckenden Schwanzes in mir. Er ließ sich danach einfach auf mich fallen und verteilte meinen Saft zwischen uns, als wir uns wieder mit einem Kuss vereinten. Obwohl sein Schwanz noch immer hart in mir steckte, zog er sich aus mir zurück und wir gönnten uns eine kleine Pause. Eng umschlungen rieben wir uns aneinander.

Irgendwann richtete er seinen Oberkörper ein Stück auf und sah mir in die Augen. Ich strich mit den Fingern ein paar Haarsträhnen aus seinem Gesicht und er lächelte mich umwerfend an. Er legte stattdessen eine Hand an meine Wange und streichelte mit seinem Daumen meinen Kiefer.
»Das eben kam echt unerwartet«, meinte ich und sein Lächeln wurde breiter.
»Ich weiß, dass du mich vögeln wolltest, aber jetzt habe ich dich markiert und du gehörst nur mir.«
Warum wunderte mich diese Aussage nicht, denn dasselbe schrieb ich immer, wenn sich ein Paar in meinen Geschichten fand. Jetzt rutschte er ein Stück hoch und nahm meinen eingesauten Schwanz in die Hand, um meine Eichel an seinem Loch zu platzieren. »Außerdem kannst du mich jetzt viel länger nehmen und ich kann es kaum abwarten, dass auch du mich markierst«, sagte er und drückte sich dabei auf meinen Schwanz.

Diesmal war es keine einfache Befriedigung, sondern unsere Verbindung war tiefer, viel leidenschaftlicher. Wir ließen uns Zeit und genossen es, miteinander zu schlafen. Sicher war es heiß, zu sehen, wie dieser Wahnsinnskerl auf mir ritt und seinen Schwanz massierte. Solange, bis er auf mich spritzte, nur um danach in meine Arme zu fallen und mich zu küssen, während ich ihn weiter nahm. Er konnte wirklich nicht genug davon bekommen und war erst zufrieden, als ich endlich tief in ihm kam. Wir lagen noch eine Zeit lang beieinander, bis wir uns dazu entschlossen, duschen zu gehen. Genau wie er es sich wünschte, nahm ich ihn danach fest in meine Arme.

Raphael murmelte noch etwas, bevor er einschlief. Wir lagen in Löffelchenstellung und er passte perfekt hinein und so fiel auch ich schnell in einen tiefen, erholsamen Schlaf. Am Morgen riss uns mein Wecker aus unseren Träumen. Ich wollte ihn eigentlich eine halbe Stunde eher stellen, damit ich noch etwas Zeit mit meinen Süßen hatte, aber hab es leider vergessen. So kuschelten wir nur noch ein kleines bisschen, bis wir uns anzogen und uns auf den Weg zur Bahn machten. Wir kamen dabei auch wieder am Café vorbei und es war noch nichts los um die Uhrzeit.

»Hast du Lust auf einen Gratiskaffee?«, fragte ich ihn und grinste.
Ich hatte ihn noch gar nicht davon erzählt, also zog ich ihn einfach mit hinein. Der Barista hinter der Theke hatte mich sogar schon ein paarmal bedient und er war auch ein hübscher Kerl. Anscheinend musste er aber auf Männer stehen und die Geschichte gelesen haben. Nachdem er uns genauer angesehen hatte, bekam er große Augen und wurde nervös, als wir auf den Tresen zugingen.
»Euch gibt es also wirklich?«, fragte er verblüfft.
»Sieht so aus. Steht der Deal mit dem Kaffee noch und können wir zwei draus machen?«
Ohne ein Wort zu sagen verschwand er nach hinten und wir schauten uns verdutzt an. Er hatte seinen Chef im Schlepptau und auch dieser sah uns beide wie ein Auto an.

Nach dem ersten Schock bekamen wir sogar beide einen Kaffee und er bedankte sich noch einmal für die kostenlose Werbung mit der Bitte, ihn das nächste Mal vorzuwarnen. Danach wollte wirklich ein Autogramm auf einen Kaffeebecher. Von mir! So ein großes Licht war ich nun auch wieder nicht. Aber er war wohl auch ein heimlicher Fan meiner Geschichten. Der süße Barista erzählte auch, dass er viele Nummern von interessanten Kerlen zugesteckt bekommen hatte. Ich würde sagen, das war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Raphael fuhr noch ein Stück mit meiner Bahn und musste dann leider bei der nächsten Station umsteigen.
»Darf ich heut Abend wieder zu dir kommen?«, fragte er mich schüchtern.
»Ab 17 Uhr bin ich daheim. Du kannst jederzeit vorbeikommen«, sagte ich nach einem langen Abschiedskuss.

Er freute sich und sprang aus der Bahn.
»Bis heute Abend«, rief er mir noch zu.
Meine Zeit als Single war definitiv vorüber und damit hätte ich nie gerechnet, dass eine meiner Geschichten dafür der Auslöser sein würde.

Nach diesem Wochenende verbrachten wir jede freie Minute zusammen. Jeden Tag klingelte es kurz nach sechs an meiner Tür und Raphael sprang mir in die Arme. Jeden Morgen verließen wir gemeinsam das Haus und die Wochenenden verbrachten wir entweder allein oder trafen uns mit meinen oder seinen Freunden. Seine Eltern lernte ich schon nach zwei Wochen kennen, denn seine Mutter lud uns zum Essen ein. Sie war neugierig, wen ihr Sohn nun an seiner Seite hatte. Ich mochte seine Eltern sehr. Sie waren furchtbar nett und natürlich stellte ich Raphi auch meinen Eltern vor.

An Ideen für neue Geschichten fehlte es mir ab sofort nicht mehr. Ich wurde von ihm regelrecht damit überschüttet und wir fingen auch an, gemeinsam zu schreiben. Meine Geschichte über uns führten wir nun gemeinsam fort. Für uns war es mehr wie ein Tagebuch, aber die Leser waren begeistert. Sicher machte es uns beide beim Schreiben heiß, wenn wir gerade bei einer heißen Szene waren. Nun kostete es noch mehr Konzentration, wenn jemand dabei die ganze Zeit an deinem Ständer spielte oder ihn sogar blies. Es kam sogar vor, dass wir ganz unterbrechen mussten und die gesamte angestaute Lust lautstark in und auf uns spritzten.

Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, meinen Traummann so zu finden. Nur durch seinen Mut und meine Idee sind wir dieses glückliche Paar geworden und liebten uns mit jeder Faser unseres Körpers.

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4 Gedanken zu „Von der Muse geküsst“

  1. Lieber Wilder.
    Ich hatte mich gefreut wieder eine Geschichte von Dir zu lesen. Allerdings habe ich nicht erwartet, das diese Geschichte noch einmal ein i Tüpfelchen ist. Diesmal hast du die Geschichte wirklich bis aufs letzte ausgereitzt. Erstmal die ganze Beschreibung vorher war schon mehr als geil. Aber als du dann zu dem Teil des kennenlernens übergegangen bist Wahnsinn. So echt beschrieben von schüchtern bis pures Verlangen. Und wie üblich auf dieser Seite, sex vom feinsten liebevoll verlangend fordernd und trotzdem zärtlich und schüchtern. Ein Rausch der Gefühle mit gänsehaut und Tränen. Ich frage mich jedesmal wieder wie du diese wunderschönen Geschichten hinbekommst. Danke für deine wunderschöne Geschichte. Tim

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