
Im Club der Zweifler, Träumer und Schwerenöter – Teil 2
Es ist Halloween. Die Nacht der Horrorgestalten, als der Barkeeper Fabian eine ungewöhnliche Bekanntschaft macht. Anscheinend liefen nicht nur Horrorgestalten diesen Abend durch den Club.
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»Thriller«
Da war sie wieder. Diese eine Nacht im Jahr, auf die ich mich am meisten freute – Halloween. Endlich stand wieder die Nacht der Horrorgestalten und der hemmungslosen Partymeute an. Auch wenn es für mich im Club hinter der Bar eine anstrengende Nacht bedeutete, liebte ich die riesige Party. Mit neunzehn hatte ich mich hier als Aushilfe beworben und bin irgendwie hängengeblieben. Tja und nun, fünf Jahre später, schmiss ich die Bar im Handumdrehen. Viel zu gut verschmolzen hier meine zwei großen Hobbys – Musik und Flirten. Als Barkeeper konnte ich beides wunderbar vereinen, ohne dass ich aufdringlich wirkte, denn ja, auch Flirten konnte ein Hobby sein. Über die Jahre bin ich sogar ein Meister darin geworden.
Ich wusste genau, wie ich jemanden um den Finger wickeln konnte, um den Umsatz zu steigern. Natürlich lag es nicht nur an meiner charmanten Art, sondern auch an meinem perfekten Aussehen. Mag eingebildet klingen, aber es war nun mal so. Mit meinen vierundzwanzig Jahren, einem schönen schlanken Körper und meinem knackigen Hintern konnte ich vielen Männern den Kopf verdrehen. Außerdem wusste ich, meine Reize gut zu präsentieren. Je knapper und enger das Outfit, umso besser. Abgerundet wurde das Ganze durch meine kurzen hellbraunen Haare, die hellbraunen Augen und mein verschmitztes Lächeln.
Selbst wenn der Typ nicht mein Fall war, legte ich mich ins Zeug. Meine Aufgabe bestand schließlich darin, den Gästen ein gutes Gefühl zu bescheren. Auch ein nettes Trinkgeld konnte nicht schaden. So tranken manche sogar noch schneller, damit sie wieder einen Grund hatten, zu mir an die Bar zu kommen, oder blieben direkt sitzen. Sicher waren auch einige dabei, die mir persönlich sehr gut gefielen. Gerade bei den Kerlen mit markanten Gesichtszügen, schönen Augen und Bart wurde ich selbst schwach. Keinen Vollbart, sondern eher so in die Richtung Orlando Bloom »Fluch der Karibik«-Style. Nicht umsonst war das einer meiner Lieblingsfilme.
Jetzt wollten natürlich einige von ihnen gern mal eine Runde mit mir im Darkroom drehen und ich muss zugeben, einmal wäre ich fast schwach geworden. Ich bevorzugte dennoch, meinen Gegenüber zu kennen, bevor ich mit ihm in die Kiste stieg. Außerdem war unser Darkroom dafür berühmt, dass die Leute es dort gerne bare trieben. Laut Gerüchten kam es dabei schon einige Male zu bösen Überraschungen. Deshalb machte ich darum gern einen so großen Bogen wie möglich. Auch der Drogenkonsum ist in den letzten zwei Jahren drastisch angestiegen, wovon ich absolut nichts hielt. Selbst Alkohol trank ich nur selten. Wenn mir einer ausgegeben wurde, stand meine präparierte Wodkaflasche zur Stelle, damit ich mir meinen »Theater-Schnaps« einschenken konnte.
Angst brauchte ich auch keine zu haben, denn es stand immer jemand von der Security mit an der Bar. Sollte also ein Gast mal zu aufdringlich werden, standen sie Sekunden später neben mir. Seit Kurzem arbeitete auch Erik bei mir an der Bar. Er war der neue Lover von Toni, unserem Türsteher. Um ehrlich zu sein, war ich ein bisschen eifersüchtig auf ihn. Als Antonio hier anfing, hatte er mir vom ersten Moment an gefallen. Wir verstanden uns prima, aber leider gab er mir sehr schnell zu verstehen, dass zwischen uns nie etwas laufen würde. Seitdem waren wir nur gute Kollegen. Aber Erik schien ihm gut zu tun, denn so glücklich hatte ich unseren Miesepeter noch nie erlebt.
Warum konnte ich nicht auch so jemanden finden? Meine letzten Beziehungen hielten nie länger als ein Jahr. Die letzte sogar nur zwei Monate. Auch wenn ich gerne flirtete, war ich immer treu. Es gehörte teilweise auch zu meinem Job dazu, aber der Trennungsgrund war immer derselbe – Eifersucht. Ich konnte machen, was ich wollte. Ich nahm sie sogar mit her, damit sie sahen, dass nichts weiter passierte. Nur verschlimmerte es die Lage umso mehr, bis mir am Ende wieder das Herz gebrochen wurde. Ich bin zwar kein frustrierter Single, nur manchmal wünschte ich mir einfach, dass jemand auf mich daheim wartete. Einer, der mich in den Arm nahm, oder zu dem ich mich ins Bett kuscheln konnte. Die Hoffnung darauf gab ich nie auf. Immerhin arbeitete ich in der größten Singlebörse der Stadt, auch wenn viele Nieten darunter waren.
Damit wieder zurück zu besagter Halloweenparty. Dieses Jahr war sie verdammt gut besucht. Der Club platzte aus allen Nähten. Auch die Kostüme wurden von Jahr zu Jahr kreativer und freizügiger. Ein paar der Gäste hatten sogar diese knallengen Superheldeneinteiler an. Sie saßen wie eine zweite Haut und dank der womöglich fehlenden Unterwäsche konnte man wirklich alles gut erkennen. Ich für meinen Teil machte, wie jedes Jahr, einen auf sexy Werwolf, wobei das bisschen Fell nur das Nötigste bedeckte. Vor zwei Jahren hatte ich im Internet einen Analplug mit Plüschschwanz gefunden. Mich machte die Idee an, die ganze Nacht über das Teil im Hintern zu haben. Außerdem passte es zum Kostüm. Das Teil sorgte bereits letztes Jahr für ein recht peinlichen Überraschungsmoment.
»Schaut mal, was Fabi heute für einen schönen Schwanz hat«, sagte mein lieber Kollege Mirko zu den restlichen Verbliebenen an der Bar.
Erst spielte er nur ein wenig mit ihm in seiner Hand, aber als er spaßhalber etwas fester daran zog, musste ich mir ein Stöhnen unterdrücken. Er hatte dafür das Teil in der Hand. Da bekamen nicht nur die Gäste große Augen, auch Mirko schaute mich verdutzt an. Es war ihm unangenehm, das vor den Gästen getan zu haben, aber anstatt mich selbst das Teil wieder einführen zu lassen, steckte er es persönlich an seinen Platz zurück. Die blöden Anmachsprüche der Gäste waren danach vorprogrammiert. Dieses Jahr bekam ich von ihm nur ein dreckiges Grinsen, als er mich mit dem Schwanz sah.
Mirko war mein absoluter Lieblingskollege im Club. Nicht nur, dass er verdammt gut aussah, er besaß auch ein Herz aus Gold. Wir sind sogar ein paarmal miteinander ausgegangen, haben aber leider feststellen müssen das wir absolut nicht zusammenpassten. Freundschaftlich ja, aber für die große Liebe reichte es nicht aus. Unsere Interessen gingen zu weit auseinander und außerdem war er beim Analverkehr genau wie ich fast ausschließlich passiv. Damit fehlte uns beiden etwas, aber ein Dritter kam für uns nicht in Frage. Daher blieben wir lieber Freunde.
Selbst zu dritt hinter der Bar hatten wir den Abend gut zu tun. An eine kurze Pause war gar nicht zu denken. Die lauten Beats aus den Boxen trieben uns an. Im gleichen Takt sprangen wir hinter der Bar umher wie die Wiesel, damit die Gäste schnell ihre Getränke bekamen. Ich war gerade dabei, drei Zombies zu mixen, als Erik an meine Seite trat und mir ins Ohr schrie.
»Hey Fabi, der Pirat da drüber möchte nur von dem sexy Werwolf bedient werden. Kennst du den Kerl?«
Ich folgte seinem Blick und konnte ihm keine Antwort darauf geben. Der Typ trug eine goldene Totenkopf-Halbmaske. Beim besten Willen hätte ich nicht sagen können, wer sich darunter verbarg.
»Puh, keine Ahnung, aber das werde ich sicher gleich herausfinden.«
So machte ich schnell die Drinks fertig, kassierte, ehe ich mich dem sexy Piraten zuwandte.
»Hey, du hast einmal sexy Werwolf bestellt? Was darf es denn sonst noch für dich sein?«, fragte ich ihn.
Schweigend musterte er meinen gesamten Körper, bevor er mir in die Augen sah und mich mit seinem Blick fixierte. Dennoch gab er keinen Ton von sich, sondern biss sich nur leicht auf die Lippe.
»Jemand daheim? Glaub mir, die Rückansicht ist noch besser. Also, wenn du mir sagst, was du gern möchtest, gehe ich es extra langsam für dich holen«, versuchte ich es erneut, weil ich für diese Spielchen absolut keine Zeit hatte.
»Nur ein Mineralwasser, bitte«, brachte er mit Mühe und Not heraus.
»Alles klar, kommt sofort.«
Wie versprochen ging ich ihm langsam ein Wasser holen und kassierte es ab, bevor ich mich weiter um die anderen Gäste kümmerte. Doch der Kerl blieb eiskalt an der Bar sitzen. Er behielt mich die ganze Zeit über im Blick. Mein Problem dabei war, dass es mich nervös machte. Ich fing sogar selbst an, seinen Blick zu suchen.
Bei jedem anderen Gast wäre es mir egal gewesen, aber etwas an ihm machte mich neugierig. Unauffällig versuchte ich, ihn mir genauer anzusehen, wenn ich in seiner Ecke der Bar beschäftigt war. Die enganliegende Weste betonte seinen Oberkörper. Sein breites Kreuz ging in eine schmale Taille über. Seine blau-grauen Augen schienen durch die Maske zu leuchten. Darunter diese markante Kieferpartie, mit einem Goatee gepaart mit einem dünnen Schnurrbart.
»Orlando Bloom zweipunktnull«, ging es mir durch den Kopf.
Sobald sich unsere Blicke trafen, verzogen sich seine Lippen zu einem schüchternen Lächeln. Zweimal bestellte er sich nonverbal noch ein Wasser nach. Meine Highlights dabei waren unsere kleinen Berührungen, als er bezahlte.
»Mir kommt vor, du hast einen Verehrer. Der Kerl lässt dich keine Sekunde aus dem Blick«, kicherte Erik.
»Möglich, aber sollte man dann nicht versuchen ins Gespräch zu kommen? Der Typ bringt kaum ein »Danke« über seine Lippen.«
»Wundert es dich, wenn du in dem Outfit vor ihm rumturnst? Vielleicht ist er nur schüchtern?«
»Kein Plan, aber wenn er noch was bestellt, spreche ich ihn an.«
Tatsächlich wollte er noch etwas bestellen, weshalb ich einen Moment abpasste, in dem ich etwas mehr Zeit für ihn erübrigen konnte.
»Lass mich raten. Ein weiteres Mineralwasser?«, fragte ich ihn, worauf er nur zustimmend nickte.
»Sag mal, durchbohrst du jeden mit deinen Blicken oder habe ich irgendwo etwas kleben?«, fragte ich ihn und drehte mich einmal um die eigene Achse.
»Nein«, gab er kurz von sich, woraufhin ich weiter bohrte.
»Nein, du blickst nicht jeden so an, oder nein, ich habe nichts an mir?«
Ich lehnte mich dabei extra weit auf den Tresen, um ihm direkt in die Augen zu blicken. Er musste definitiv sehr schüchtern gewesen sein, denn er konnte meinem Blick kaum standhalten.
»Nein… Du siehst so verdammt sexy aus«, platzte es aus ihm heraus.
»Danke, wobei du dich aber auch nicht verstecken brauchst. Das, was ich sehe, gefällt mir sehr. Jetzt musst du nur noch etwas lockerer werden. Keine Sorge, ich beiße nicht. Bleibt es bei einem Wasser?«, sagte ich mit meinem charmantesten Lächeln.
»Ja, bitte.«
Als das raus war, wurde er etwas entspannter und ich fing an, etwas mit ihm zu flirten. Er gab wenigstens bei jedem Wasser immer ein gutes Trinkgeld. Beim Flirten konnte ich ihn mir noch genauer ansehen und musste mir eingestehen, dass ich ihn tatsächlich sehr sexy fand. Sein Hemd war so tief ausgeschnitten, dass man seine leicht behaarte Brust erkennen konnte. Sogar den Ansatz von seinen Bauchmuskeln. Ich musste mich nicht mal anstrengen, mit ihm zu flirten, denn meine Aussagen ihm gegenüber waren alle ernst gemeint.
Aus den kurzen Flirts im Vorbeigehen entwickelte sich ein Smalltalk. Sobald ich etwas Luft oder eine kurze Pause hatte, unterhielten wir uns. Einmal zupfte er sogar an meinem mit Fell besetzten Harness herum, wobei er auch meine Brust sanft berührte.
»Belästigt er dich?«, wollte sofort einer der Security von mir wissen.
»Nein, Tobi, alles gut. Bis jetzt ist unser Piratenfreund noch ganz brav«, versicherte ich ihm, aber zwinkerte meinem grinsenden Piraten zu.
»Gut, sonst bekommt er es mit mir zu tun«, gab Tobi noch von sich, ehe er weiter den Blick über die Menge schweifen ließ.
Keine Ahnung warum, aber ich verzehrte mich nach seinen kleinen Berührungen. Es war bereits weit nach ein Uhr, aber seinen Platz an der Bar hatte er gut verteidigt. Der Club fing an leerer zu werden, weshalb es auch weniger Stress für uns drei hinter der Bar bedeutete.
»Dein heißer Pirat will glaube ich irgendwas von dir. Du sollst mal zu ihm herüberkommen. Mich lässt er leider links liegen«, sagte Mirko mit einem schiefen Grinsen.
Sein Grinsen wurde umso breiter, je näher ich kam.
»Na, was brauchst du? Dein Wasser ist noch halb voll. Darf es jetzt doch was anderes sein?«
»Nein, aber du hast irgendwas in deinen Haaren hängen«, meinte er, woraufhin ich mir mit den Händen durch meine Haare fuhr.
»Ist es weg?«
»Ne, aber komm mal her, dann hole ich es für dich raus.«
Ich beugte mich, soweit es ging, über den Tresen. Auch er kam mir ein Stück entgegen. Unsere Gesichter waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt, als er den Kopf schief legte, seine Hand hob und anfing, an meinen Haaren zu zupfen. Dann fand sein Blick meinen, worauf plötzlich alles sehr schnell ging. Seine Hand glitt in meinen Nacken, ehe er seine Lippen auf meine presste. Nur kurz konnte ich den Kuss erwidern, bis wir von Tobi unterbrochen wurden.
»Pfoten weg von unserem Personal«, schnauzte er, während mein Pirat ruckartig auf seinen Hocker zurückverfrachtet wurde.
Ich war froh, dass er sich solche Sorgen um mich machte, aber in dem Moment war ich echt sauer. Der Kuss war gut und ich wollte mehr.
»Tobi! Sah ich aus, als würde ich den Kuss nicht wollen?«, beschwerte ich mich.
»Warte bitte. Ich frage kurz, ob ich Pause machen kann«, wand ich mich an den Fremden, bevor ich schnell zu Mirko und Erik herüberging.
»Jungs, kommt ihr hier kurz allein zurecht?«, wollte ich wissen.
»Sicher. Geh schon, aber treib es nicht zu wild«, meinte Mirko versaut grinsend.
»Call Me Maybe«
Die Pause war genehmigt, aber als ich mich wieder umdrehte, war der Hocker an der Bar leer. Ich sah mich um, aber konnte niemanden sehen, der ein Kopftuch trug. Egal, wo ich suchte, er war nirgends zu finden. So ging ich ohne Erfolg deprimiert zur Bar zurück.
»Na, das war aber eine schnelle Nummer. So wie du aussiehst, hat es sich nicht gelohnt«, sagte Mirko lachend.
»Es gab keine Nummer. Er ist verschwunden«, meinte ich niedergeschlagen.
Meine Laune hatte diese Aktion gewaltig verhagelt. Endlich gefiel mir seit langem einer der Gäste nicht nur optisch, sondern er schien auch ein vernünftiger Kerl zu sein und dann lief er einfach davon. Was mir nur blieb, war die Erinnerung an einen fantastischen Kuss samt dem Bild eines wahnsinnig hübschen Kerls. Der Abend hatte sich damit für mich erledigt. Kein Flirten mehr, sondern ich nahm die Bestellungen auf, machte die Drinks fertig, ehe ich wortlos abkassierte. Auch wenn er mir indirekt einen Korb gab, ging mir dieser Typ einfach nicht aus dem Kopf.
Drei Wochen später hatte ich ihn schon wieder so gut wie vergessen. Es half nichts, einem Phantom hinterherzujagen. Ich kannte weder seinen Namen noch wusste ich, wie er ohne diese Maske aussah. Vielleicht war er sogar vergeben und das Ganze wäre sowieso zum Scheitern verurteilt gewesen. Ich war gerade dabei, die Theke abzuräumen, als ich unter einem vollen Glas Wasser einen Zettel fand.
»An das sexy Wölfchen: Danke für diesen fantastischen Kuss an Halloween. Er bleibt unvergessen«, stand darauf.
»War er etwa hier? Hatte ich ihn ohne Verkleidung nicht erkannt? Aber seine Augen wären mir doch sicher aufgefallen. Wieso erst jetzt?«, gingen mir die Fragen durch den Kopf.
»Hey Mirko, hast du gesehen, wer das Wasser bestellt hat, oder hast du ihn sogar bedient?«
»Boah, kann sein, aber du weißt selbst, was heute los war. Da präge ich mir nicht jedes Gesicht ein.«
Shit, aber damit verwirrte er mich umso mehr und hatte es wieder geschafft, in meinen Gedanken zu landen.
So ging es mindestens einmal im Monat weiter. Entweder ich fand den Zettel selbst oder einer meiner Kollegen. Es waren liebe Botschaften gewesen, wie großartig ich den Abend aussah, wie gern er den Mut gehabt hätte, mich anzusprechen, oder wie gern er mich wieder küssen würde. Ich setzte sogar meine Kollegen darauf an mit ein Auge darauf zu werfen, aber niemand konnte mir weiterhelfen. Es hätte jeder sein können. Wir konnten uns nicht einmal sicher sein, dass er überhaupt etwas zu trinken bestellte. Die Zettel häuften sich in meinem Spind. In mir entstand jedoch die Frage, ob er nun ein toller Typ oder ein Stalker war. Es ging sogar so weit, dass ich mich verfolgt fühlte, obwohl niemand zu sehen war. Nach dem vierten Zettel vertraute ich mich Antonio an. Seitdem brachte er mich mit Erik nach der Schicht meistens nach Hause.
Wie schnell doch ein Jahr vergangen war und die neue Halloweenparty vor der Tür stand. Insgeheim hoffte ich, dass mein heimlicher Verehrer erneut sich als Pirat zeigen würde, aber Fehlanzeige. Er tauchte nicht auf. Kein neuer Zettel mit einer lieben Botschaft. Ich hatte nach der Schicht sogar die ganze Bar auf den Kopf gestellt, nur damit ich nicht aus Versehen etwas übersehen hatte. Dementsprechend war ich allein im Club und ging mich nach der vergeblichen Suche umziehen. Toni und Erik waren den Tag schon früher verschwunden. Sie hatten mir zwar angeboten auf mich zu warten, aber ich wollte ihnen nicht jeden Abend versauen. Außerdem war seit einem Jahr nichts passiert und ich war schon öfter wieder ohne die beiden gut heimgekommen.
»Hey Süßer, du hast dir ja viel Zeit gelassen bis du dich endlich mal blicken lässt. Wo hast du denn dein sexy Kostüm gelassen?«, sagte jemand aus dem Schatten, als ich zur Hintertür herauskam.
Die schäbige Clownsvisage erkannte ich sofort, als er ins schwache Licht der Straßenbeleuchtung trat. Der Kerl hatte mich den ganzen Abend über bereits an der Bar belästigt.
»Komm, lass gut sein. Geh heim und schlaf deinen Rausch aus. Ich habe kein Interesse«, wiegelte ich ihn ab.
Ich wollte gerade zur Straße gehen, da packte er mich am Arm und stellte sich mir in den Weg. Der Kerl war bestimmt um die fünfzig, zwei Köpfe größer als ich, mit einem ordentlichen Kampfgewicht.
»Alter, pack mich nicht an«, motzte ich, während ich versuchte, mich aus seinem Griff zu befreien.
»Wo ist dein Problem? Vorhin hast du dich noch vor mir an der Bar geräkelt und mir deinen geilen Arsch präsentiert. Jetzt hab dich nicht so.«
Das hatte ich nun von meiner Flirterei. Seine Fahne schlug mir dabei schwer ins Gesicht, ehe er mich am Arsch packte. Für einen Moment lief es mir kalt den Rücken runter. Doch mit einem gezielten Schlag in den Magen und meinem Knie, welches sich in seinen Eiern verewigte, gelang es mir, dass sich sein Griff lockerte. Sobald ich mich befreien konnte, rannte ich los. Ich hatte Panik und als ich aus der Gasse kam, drehte ich mich nochmal um, ob er mir folgte. Fataler Fehler. Licht. Ein Hupen. Dann der Aufprall, bevor ich auf die Straße geschleudert wurde.
»Junge, Junge, geht es dir gut? Lebst du? Es tut mir so leid, ich habe dich nicht gesehen. Bitte…«, redete eine Dame auf mich ein, aber ich konnte nur vor Schmerzen schreien. Ich hatte üble Schmerzen im linken Bein und der Schulter. Allgemein brannte meine linke Seite wie Feuer. Gefühlt dauerte es eine Ewigkeit, bis der Krankenwagen endlich vor Ort war. Ich war nicht in der Lage, auch nur eine Frage der Sanitäter zu beantworten. Erst als ich im Krankenwagen lag und mit Schmerzmitteln vollgepumpt wurde, konnte ich ihnen halbwegs brauchbare Informationen über mich liefern. Der Schwebezustand dank der Medikamente war besser als die unerträglichen Schmerzen. Im Krankenhaus stellte sich anschließend heraus, dass ich einen komplizierten Oberschenkelbruch hatte und dieser sofort operiert werden musste. Die Schulter war nur ausgerenkt und konnte neben den unzähligen Schürfwunden schnell versorgt werden. Nach einem Haufen Untersuchungen wurde ich sofort für die OP vorbereitet.
Als ich aufwachte, war alles um mich herum dunkel. Insgeheim hoffte ich, dass es nur ein blöder Albtraum gewesen war, doch leider war dem nicht so. Mein gesamter Körper fühlte sich schlapp an. Mein Kopf dröhnte, als ich versuchte, mich aufzusetzen. Gleichzeitig schoss ein Schmerz durch meine Schulter, der mich aufstöhnen ließ. Endlich ging ein Licht an, bevor ein Pfleger an mein Bett kam.
»Bleiben Sie bitte liegen. Ist Ihnen übel? Geht es mit den Schmerzen?«, fragte er mich ruhig.
»Könnte besser sein, aber nein, schlecht ist mir nicht.«
»Gut, dann bringen wir sie mal auf ihr Zimmer.«
Anscheinend war ich noch immer im Aufwachraum gewesen, doch als ich auf dem Weg eine Uhr sah, wurde mir bewusst, dass es bereits der nächste Abend war. Ich musste den ganzen Tag durchgepennt haben.
»Wo sind meine Sachen?«, fragte ich den Pfleger, als er mich in einem der Zimmer abgestellt hatte.
»Noch unten. Brauchen Sie etwas Bestimmtes?«
»Ja, mein Handy wäre nicht schlecht.«
»Okay, ich gehe ihre Sachen holen. Brauchen sie sonst noch etwas?«
»Wasser wäre nett.«
Damit verschwand er aus dem Zimmer, bevor er mit meiner Tasche und einer Karaffe Wasser wiederkam. Als ich mein Handy herauskramte, dann der nächste Jackpot. Es hatte den Sturz nicht überlebt. Das Display hatte es komplett zerlegt.
»Soll ich morgen früh jemanden informieren?«, wollte der Pfleger wissen.
Das war zwar sehr nett von ihm, doch meine gesamten Kontakte waren in meinem Handy gespeichert. Nummern konnte ich mir noch nie merken, daher war ich fürs Erste auf mich allein gestellt. Wenigstens unterhielt mich der Fernseher ein wenig, denn außer mir lag noch niemand hier im Zimmer. Am Morgen döste ich noch etwas vor mich hin, als es an der Zimmertür klopfte. Meine Augen waren noch schwer und an dem Gebrabbel konnte ich ausmachen, dass es sich um die morgendliche Visite handelte.
»So was haben wir denn da, Autounfall. Oberschenkelbruch. Ausgekugelte Schulter. Schürfwunden. OP verlief problemlos. Guten Morgen, Herr…“, kam der Arzt ins Stocken.
Bereits nach den ersten Worten hatte ich meine Augen weit aufgerissen, denn diese Stimme begleitete mich nun bereits ein Jahr in meinen Gedanken. Diese weit aufgerissenen Augen, welche mich anblickten, nachdem er vom Klemmbrett aufsah, waren auch unverkennbar. Doch die dunkelblonde, stylische Kurzhaarfrisur stand ihm besser als das Kopftuch.
»Du?«, platzte ich überrascht heraus.
Für einen Moment starrten wir uns beide an, aber er war es definitiv. Es passte alles. Der Bart, die Statur, die Augen, seine Stimme. Nur trug er diesmal kein Piratenkostüm, sondern einen Arztkittel. Ich war noch mit meinen Gedanken überfordert, weshalb er als Erster von uns seine Sprache wiederfand.
»Was zur Hölle machst du hier?«, fragte er.
Gut, die Frage war auch nicht die hellste, aber damit, dass wir uns so wiedersehen, hatte er sicher auch nicht gerechnet.
»Ach, ich wollte mal schauen, wie die Zimmer so bei euch sind. Ich wurde gestern Nacht von einem Auto erwischt, du Idiot. Du hast es doch eben selbst vorgelesen«, sagte ich etwas schnippisch.
Bevor er antworten konnte, betrat eine Schwester das Zimmer, wodurch sich sein Blick augenblicklich änderte. Statt mich anzusehen, trug er etwas in die Akte ein.
»Haben Sie Schmerzen?«
»Was sollte das jetzt bitte? Nun sprach er mich auch noch mit »Sie« an?«, ging es mir durch den Kopf, weshalb ich nur ein »Nein« knurrte.
»Gut, falls doch, klingeln Sie einfach, dann wird sich jemand um Sie kümmern«, waren seine letzten Worte, ehe er aus der Tür verschwand. Dabei hatte er das »Sie« noch extra stark betont.
»Der hat aber schlechte Laune«, gab die Schwester noch ihren Senf dazu, ehe sie an seiner Seite hinausging.
»Schlechte Laune? Werde du Trulla mal von einem Auto angefahren und blick in die Augen des Kerls, der dir seit einem Jahr Liebesbriefchen schreibt. Noch dazu, wenn er dann so tut, als würde er dich nicht kennen«, grummelte ich vor mich hin.
Hätte ich gekonnt, wäre ich am liebsten hinter ihm hergerannt, damit ich ihn zur Rede stellen konnte. Mit dem eingegipsten Bein ging dies leider schlecht. Damit war mir nicht nur stinklangweilig, sondern nun ärgerte ich mich darüber, wie der Kerl mit mir umsprang. Bis auf die Mahlzeiten oder Schwestern, die mir halfen, wenn ich mal aufs Klo musste, passierte den Tag über nichts Aufregendes. Demnach verbrachte ich die Zeit mit Nachdenken oder Schlafen. Das Resultat davon war, dass ich in der Nacht hellwach auf die Uhr starrte. Irgendwann mitten in der Nacht ging plötzlich meine Zimmertür auf. Ohne das Licht anzuschalten, schlich sich jemand ins Zimmer. Ich stellte mich schlafend, konnte aber die Schritte wahrnehmen und das leise Atemgeräusch signalisierte mir, dass die Person direkt an meinem Bett stand. Seltsamerweise passierte dann erst einmal nichts, bis sich eine Hand auf meine Schulter legte.
»Hey Fabian, bist du wach?«, fragte mich mein Piratenarzt leise.
»Ja, bin ich. Pack mich nicht an!«, bekam er schroff als Antwort von mir.
Augenblicklich zog er seine Hand weg, aber machte keine Anstalten, einfach zu verschwinden.
»Es tut mir leid wegen heut Morgen. Ich war einfach so überrascht, dich hier liegen zu sehen. Dann kam auch noch eine Kollegin mit ins Zimmer«, versuchte er sich zu erklären.
»Sicher, weil es so schrecklich ist mich wiederzusehen, tust du so, als würdest du mich nicht kennen. Lass es einfach gut sein und verschwinde«, sagte ich bissig, da ich mir den ganzen Tag über eingeredet hatte, dass er wahrscheinlich doch nur ein dämlicher Stalker gewesen war.
»Kann ich nicht irgendwas für dich tun? Die Schwester meinte, du hattest noch keinen Besuch und dein Handy ist bei dem Unfall zerbrochen. Soll ich jemandem Bescheid geben?«, fragte er, wobei er sich bemühte, wirklich nett zu mir zu sein.
Mich hingegen machte seine plötzliche Sorge um mich nur noch wütender. Erst küsste er mich, dann schrieb er mir Zettelchen, aber wenn er mich sah, rannte er davon.
»Nein, danke! Mach dir wegen mir keine Mühe. Verzieh dich einfach und lass mich schlafen«, blaffte ich ihn an.
Er wollte noch etwas sagen, doch verzog sich dann rasch aus meinem Zimmer. Ich verstand nicht, was er mit seinem Besuch bezwecken wollte. Irgendwie wäre es mir lieber gewesen, dass er mich geghostet hätte, wie manch andere Typen vor ihm.
Ich lag noch so lange wach, dass mich die nächste Visite unsanft aus dem Schlaf riss. Diesmal war es aber ein anderer Arzt. Er war um einiges älter, viel strenger und besaß das Feingefühl eines Elefanten. Spaß verstand er auch keinen, weshalb er mich nicht nur einmal unfreundlich anblaffte. Kurzum, der Typ war gruselig. Da wäre mir mein Pirat um einiges lieber gewesen. Immerhin gab es danach Frühstück, aber noch während ich aß, klopfte es erneut an der Zimmertür, doch niemand betrat das Zimmer.
»Herein«, sagte ich stattdessen, worauf sich die Tür öffnete.
Zu meiner Überraschung waren es Antonio und Erik, die mein Zimmer betraten. Wobei Erik eher auf mich zugerannt kam, ehe er mich umständlich zu umarmen versuchte.
»Oh mein Gott, Fabi, was ist passiert? Wir haben uns riesige Sorgen gemacht, als du gestern nicht aufgetaucht bist. Wir wollten sogar schon die Polizei informieren, weil wir dich nicht erreichen konnten«, brabbelte er ohne Punkt und Komma drauf los.
»Hey, mir geht’s den Umständen entsprechend. Ich hatte Glück im Unglück. Mich hat leider dieser notgeile, gruselige Clown abgefangen. Er wollte mir an die Wäsche, aber ich konnte mich losreißen, bin weggerannt und leider von einer Dame angefahren worden. Irgendwie war ich daran selbst schuld, dass ich aus Panik, ohne zu schauen, auf die Straße gerannt bin. Bis auf das Bein ist alles heil geblieben, aber ich werde wohl ein paar Wochen ausfallen«, erklärte ich ihnen.
Sofort bekamen beide ein schlechtes Gewissen, dass sie nicht auf mich gewartet hatten, aber sie konnten nun wirklich am wenigsten etwas dafür. Mein eigenes Verhalten war daran schuld gewesen. Erik kamen sogar die Tränen, während er mir wieder um den Hals fiel.
»Schon gut, ich komme ja wieder auf die Beine, aber mal etwas anderes. Woher wisst ihr, dass ich hier bin? Ich wollte doch heute Abend erst im Club anrufen, damit ich Bescheid geben konnte.«
»Wir wollten heute früh zusperren, als plötzlich ein gutaussehender Typ angerannt kam. Er wollte von uns wissen, ob wir zufällig die Telefonnummer deiner Eltern hätten, aber da konnten wir ihm leider nicht weiterhelfen. Er wirkte darüber sehr betrübt, weshalb Erik ihn fragte, wieso er diese so dringend brauchte. Da erzählte er uns, dass du hier im Krankenhaus liegen würdest. Warum hast du uns nicht einfach angerufen?«, erklärte mir Toni, woraufhin ich mein kaputtes Handy aus der Schublade holte.
»Hätte ich sehr gern, aber das Teil ist im Arsch. Eure Nummern kenne ich nicht auswendig. Ach ja, der gutaussehende Typ ist der Pirat vom letzten Jahr.«
»Nicht dein Ernst? Der Kerl, von dem die ganzen Nachrichten stammen?«, fragte Erik verwundert.
»Genau der, aber er war weniger froh, mich hier wiederzusehen.«
»Dafür scheint er sich aber große Sorgen um dich zu machen, wenn er zu uns in den Club kommt«, meinte Toni.
»Kein Plan, aber könntet ihr mir einen Gefallen tun und mir ein paar Sachen aus meiner Wohnung holen? Ich drehe hier noch durch vor Langeweile. Außerdem würde ich gerne aus diesen Krankenhausklamotten raus.«
Auf die beiden konnte man sich immer verlassen. Natürlich kamen sie meiner Bitte nach und machten sich samt meinem Wohnungsschlüssel direkt auf den Weg.
Jetzt muss ich mich bei ihm auch noch dafür bedanken, doch ich war froh, dass die beiden hier waren. Bereits drei Stunden später standen sie mit einer großen Tasche wieder bei mir im Zimmer.
»Echt, Fabi, besitzt du nur solche Unterwäsche? Erik ist sofort die Röte ins Gesicht geschossen, als er deine Schublade geöffnet hat«, meinte Toni und Erik bekam direkt wieder rote Wangen.
»Was hast du gegen Jocks? Außerdem komme ich mit dem Gipsbein eh nicht in normale Boxer, da sind die praktischer.«
»Ja, aber was sollen die Leute hier denken?«, fragte Erik schüchtern.
»Das ist mir doch egal. Sollen sie mir ruhig auf den Arsch glotzen, das bekomme ich nicht mit, aber wenigstens sind meine Kronjuwelen sicher verpackt. Du kannst dir gerne einen ausborgen. Ich denke, Toni würde es auch sehr gefallen, wenn du damit vor ihm umherturnst.«
»Meinst du wirklich?«, wollte Erik frech grinsend zu seinem Freund wissen.
Toni sagte zwar kein Wort, aber sein Blick sprach tausend Worte. Wenn ihn der schon nicht verraten hatte, dann spätestens die gewaltige Beule in seinem Schritt. Sie blieben noch ein wenig bei mir, wodurch der Nachmittag erträglicher wurde. Neben meinen Klamotten hatten sie mir auch ein Buch und mein altes Handy mitgebracht.
»Melde dich einfach, falls du noch etwas brauchst«, meinten die beiden, bevor sie sich verabschiedeten.
Damit konnte ich mich beschäftigen und die Zeit zog sich nicht mehr wie Kaugummi. Wenn ich nicht las, daddelte ich an meinem Handy rum, schaute Fernsehen oder schlief. Die nächsten drei Tage wurde ich jeden Morgen von diesem alten Arzt gequält. Für ihn war es eine wahre Freude, mich so lange zu quälen, bis ich vor Schmerzen mein Gesicht verzog. Doch von meinem Piraten fehlte jede Spur. Womöglich hatte er freiwillig meinen Fall abgegeben, damit er ja nicht mehr mit mir in Berührung kam. Doch am vierten Tag stand er erneut mit einer Schwester an meinem Bett. Aber statt mich abzutasten, starrte er nur auf meine Akte und stellte mir eine Frage nach der nächsten. Keinen Blick würdigte er mich, während ich seine Fragen beantwortete. Kurz bevor er fertig war, ging die Krankenschwester aus dem Zimmer. Auch er wollte ihr gerade folgen, als ich sein Handgelenk ergriff, um ihn zurückzuhalten.
»Danke, dass du meinen Freunden Bescheid gegeben hast«, bedankte ich mich ehrlich bei ihm.
Ich bekam ein kurzes Nicken als Antwort, ehe er sich aus meinem Griff entzog und das Zimmer verließ. Wenigstens dabei hatte er mich kurz angesehen, doch mir kam es eher so vor, als wäre ihm meine Berührung sehr unangenehm gewesen.
Das Spiel ging die nächsten Tage so weiter. Manchmal stellte er nur seine Fragen, aber kam nicht drumherum, mich auch berühren zu müssen. Auch wenn er sich vor seiner Kollegin nichts anmerken lassen wollte, konnte ich seinen Blick dabei sehen. Etwas arbeitete in ihm, während er mich berührte oder sich unsere Blicke trafen. Dazu zeigte mein Körper auch klar und deutlich eine Reaktion auf seine Berührungen. Bei dem älteren Arzt war es mir nie passiert, doch bei ihm bekam ich automatisch einen Ständer. Er schirmte mich aber mit seinem Körper so weit ab, dass er vor den Blicken der Schwester verborgen blieb. Er stand dabei so nah an meinem Bett, dass ich ihn dabei auch, natürlich ganz unabsichtlich, am Bein berühren konnte. Meine Feindseligkeit ihm gegenüber war verflogen. Wie gern hätte ich ihn einfach offen auf alles angesprochen, aber nicht im Beisein von weiteren Personen.
Mein Schlafrhythmus war über die Tage vollkommen aus dem Gleichgewicht geraten. Manchmal schlief ich tagsüber so viel, dass ich dafür die ganze Nacht wach lag. Genau wie in jener Nacht, als ich gerade an meinem Handy in einen Artikel über neue Cocktailrezepte vertieft war, öffnete sich lautlos meine Zimmertür. Es war bereits nach drei Uhr, als sich mein hübscher Arzt wieder in mein Zimmer schlich. Allein durch das Licht des Handydisplays konnte ich erkennen, wie müde er aussah, als er an mein Bett trat.
»Hey Fabian, können wir uns bitte einmal in Ruhe unterhalten? Ich werde sonst noch wahnsinnig.«
»Gerne, aber nur, wenn du mir auch deinen Namen verrätst, oder soll ich dich weiter Piratenarzt nennen?«
»Nein, bitte nicht. Ich bin Konstantin«, sagte er und zog sich einen Stuhl zu meinem Bett, ehe er sich setzte.
»Mmh, der Name ist schön und passt zu so einem hübschen Kerl wie dir«, fing ich leicht an mit ihm zu flirten.
»Du flirtest noch immer mit mir? Ich dachte, du wärst nach den ganzen Aktionen stocksauer auf mich«, meinte er, wobei sich zum ersten Mal seit unserem Wiedersehen seine Lippen zu einem kurzen Lächeln verzogen.
»Oh, das war ich auch. Ich verstehe auch deine Handlungen nicht, aber bin dir dankbar, dass du zu meinen Freunden gegangen bist.«
»Ich würde dir gerne alles erklären, aber darf ich dich davor noch etwas fragen und dich bitten, es mir ehrlich zu beantworten?«
Er bekam von mir nur ein kurzes Nicken, wobei er plötzlich nicht mehr so selbstbewusst wirkte wie damals im Club, bevor er mich küsste.
»War das alles, was du den Abend gesagt hast, ernst gemeint oder nur dein Job?«
»Normal ist das mein Job. Ich flirte gerne mit den Gästen, aber Ehrenwort, ich war ehrlich, als wir miteinander gesprochen haben. Ich war sogar deprimiert, als du einfach verschwunden warst.«
Als er das hörte, leuchteten seine Augen kurz auf, sogar ein süßes, schüchternes Lächeln schenkte er mir, aber es verschwand schnell, ehe er wieder ernster wurde.
»Es tut mir wirklich leid. Auch ich hätte gerne mehr Zeit mit dir verbracht. Du sahst in dem Outfit so heiß aus. Dann kamen wir ins Gespräch und ich fand dich sehr interessant. Dazu dann noch dieser umwerfende Kuss. Leider hatten mich danach sofort meine Zweifel eingeholt, weswegen ich verschwunden bin. Immer wenn ich samstags einmal frei hatte, wollte ich über meinen Schatten springen und mit dir reden. Sobald ich aber in den Club kam und dich sah, verließ mich der Mut. Wie ein Trottel blieb ich im Verborgenen und sah dir bei der Arbeit zu. Die Zettel waren eine Art Verzweiflungstat, damit du mich nicht vergisst. Glaub mir, es machte mich fertig. Ich denke seit unserem Kuss jeden Tag an dich. Für mich war es ein Schock, dich hier in diesem Zustand liegen zu sehen. Ich bekam einfach Panik.«
Er sah jetzt nicht nur müde, sondern auch traurig aus. Am liebsten hätte ich ihn in den Arm genommen, aber das ging nicht, also hielt ich ihm meine Hand hin. Tatsächlich nahm er sie und ich drückte fest zu.
»Verrätst du mir, warum du Zweifel hattest oder Panik, mich zu sehen?«, fragte ich ruhig nach, da es ihm schwerfiel, weiterzureden.
Nach einem tiefen Seufzer fing er an seine Erklärung weiterzuführen.
»Ich war an dem Abend mit Freunden unterwegs auf einer Kneipentour. Dabei sind wir am Club vorbeigekommen. Einer meiner Leute meinte, dass darin immer voll die Party abgehen würde, weshalb wir reingingen. Ich ging sofort an die Bar, um mir etwas zu trinken zu bestellen und bekam bereits mein Wasser von dir, als die anderen feststellten, dass es sich um einen reinen Gay-Club handelte, weshalb sie schnell verschwinden wollten. Am besten wäre ich mit ihnen verschwunden, aber du hast mich fasziniert. Deine Art, dein Lächeln, einfach alles. Deshalb sagte ich ihnen, dass ich nur austrinken würde und mich anschließend auf den Heimweg machen wollte, weil ich müde war. Den Rest kennst du selbst, aber zu meiner Verteidigung hattest du wirklich etwas im Haar. Der Kuss hingegen war ein Reflex. Ich weiß selbst nicht, was dort in mich gefahren ist. Bisher dachte ich immer, ich wäre hetero und bin sogar in einer Beziehung. Das war auch der Grund, wieso ich einfach verschwunden bin.«
War mal wieder klar. Das Schicksal meinte es gut mit mir. So langsam fragte ich mich, was ich verbrochen hatte, dass ich nur in die Scheiße griff. Aber dennoch wollte ich die Hoffnung nicht ganz aufgeben. Immerhin kam er ein Jahr in den Club, um mich zu sehen. Außerdem schien er ein sehr netter Kerl zu sein. Dazu noch ein verdammt hübscher. Die Tatsache, dass er mich so süß und unsicher ansah, während er sich noch immer an meine Hand klammerte, ließ mich eine dumme Entscheidung treffen.
»Also, wenn du magst, können wir, sobald ich hier raus bin, uns ja mal treffen. Kein Date! Einfach nur quatschen und vielleicht bekommst du dann etwas mehr Klarheit. Vielleicht bist du am Ende wirklich eine Hete«, machte ich ihm als Vorschlag.
Sicher war es eine grandios blöde Idee, zu hoffen, dass mehr daraus entstehen könnte, aber wer hätte das nach dem Kuss nicht gemacht?
Überraschenderweise war er sehr schnell damit einverstanden, was auch seine Laune bereits hob. Der Kuss auf meinen Handrücken, als er mir eine gute Nacht wünschte, ließ wiederrum mein Herz hüpfen.
Wozu auf meine Entlassung warten, wenn er doch jede Nacht nach seiner Schicht noch eine Stunde an meinem Bett sitzen konnte? Lieb fand ich, dass er uns bei seinen Besuchen etwas Süßes aus der Küche mitbrachte.
»Wenn du so weiter machst, werde ich wegen dir noch fett. Du hast deine Bewegung, aber ich kann hier nur rumliegen«, meinte ich spaßeshalber einmal zu ihm.
»Warte ab, bis deine Physio richtig losgeht, dann bist du froh über die zusätzliche Energie«, bekam ich nur als Gegenargument.
Unsere Lebensgeschichten hatten wir bereits am ersten Abend durch, aber dadurch erfuhr ich, dass er erst siebenundzwanzig war. Ich fand es beeindruckend, wie viel Wissen er über die kurzen Jahre angesammelt hatte. Auch als er mir detailliert erklärte, was für Dinge er bisher zu Gesicht bekam, fand ich es eklig, witzig und spannend zugleich. Er erklärte alles so bildlich, dass mich dabei eher seine Gesichtszüge zum Lachen brachten. Genauso interessiert hörte er auch mir bei meinen Geschichten über den Club zu. Auch wie ich dort meinen Job machte.
»Also flirtest du doch mit jedem. Kommt es häufiger vor, dass du einen der Gäste küsst oder sogar mit ihnen nach Hause gehst?«, kam natürlich die Frage von ihm.
»Ja, ich flirte gerne, aber es gehört auch dazu, den Gästen Honig ums Maul zu schmieren, egal wer dort vor dir steht. Küssen oder abschleppen lasse ich mich jedoch nicht. Sicher gibt es genug Angebote, aber mich turnen die betrunkenen Kerle eher ab. In meiner Anfangszeit kam es selten vor, dass ich was mit einem Gast hatte. Meist blieb es bei einem flüchtigen Kuss. Dafür sind an meinem Job all meine Beziehungen gescheitert«, erklärte ich ihm.
»Warum? Bist du fremdgegangen?«
»Den Grund hätte ich wenigstens verstanden, aber nein, ich war immer treu, nur das Vertrauen wurde mir nicht geschenkt. Gepaart mit Eifersucht ging alles schnell in die Brüche.«
»Dann waren es Idioten. Ich fand es spannend, dir zuzusehen, mit was für einer Leidenschaft du dort hinter der Bar mit den Gästen umgehst. Obwohl ich mich immer frage, warum ich für dich eine Ausnahme war.«
»Komm, du willst nur von mir hören, wie sexy und nett ich dich fand«, sagte ich darauf, wobei wir beide grinsen mussten.
»Every Breath you Take«
Kurz gesagt, verging so meine Zeit im Krankenhaus wie im Flug. Jeden Tag freute ich mich erneut auf Konstantins Besuch in der Nacht. Bis auf eine kurze Berührung meiner Schulter, wenn er mir eine gute Nacht wünschte, passierte zwischen uns nichts weiter, obwohl ich mich über einen erneuten Kuss mehr als gefreut hätte. Dementsprechend niedergeschlagen war ich am Tag meiner Entlassung. Zwar hatte er mir versprochen, drei Tage später nach mir zu sehen, aber ich wusste jetzt schon, dass er mir fehlen würde.
Weil ich im vierten Stock ohne Aufzug wohnte, versorgten mich Toni und Erik mit allem, was ich brauchte. Ich kam mit dem Gips zwar gut zurecht, aber die Treppen waren verdammt anstrengend. Selbst mit Toni, der mich stützte, war ich nach der Physiotherapie froh, wieder auf meiner Couch zu liegen. Duschen war mit dem Gips ein gewaltiger Kraftakt. Selbst da hatten mir die beiden angeboten, mir zu helfen, aber dies lehnte ich doch dankend ab. Konstantin hatte sein Versprechen gehalten und kam mich wie angekündigt besuchen. Sofort als er an meiner Wohnungstür ankam, legte er wie selbstverständlich seinen Arm um meine Hüfte, damit er mich auf dem Weg zur Couch stützen konnte. Meinetwegen hätte er mich so die ganze Zeit über durch die Wohnung führen können, denn ich für meinen Teil wollte ihn am liebsten nicht loslassen. Zu sehr genoss ich seine Nähe und die Wärme, welche von seinem starken Körper ausging. Falls ich einmal aufstehen wollte, um etwas zu holen, drückte er mich mit seiner Hand auf meiner Brust zurück in die Polster. Ich brauchte nur sagen, was ich wollte und schon holte er es mir. Selbst bis aufs Klo begleitete er mich, aber wartete vor der Tür, bis ich fertig war, damit er mich sicher zur Couch bringen konnte.
Was in den nächsten Wochen zwischen uns entstand, konnte man nicht in Worte fassen. Zweimal die Woche kam er mich besuchen. Es war bereits wie eine sehr gute Freundschaft zwischen uns entstanden, wobei meine Gefühle sehr stark in eine andere Richtung tendierten. Wenn wir nicht gerade quatschten, zockten wir etwas, oder er fing sogar an, für uns beide zu kochen. Sicher habe ich auch seine Blicke bemerkt, die über Freundschaft weit hinausgingen, aber ich war zu feige, einen Schritt auf ihn zuzugehen. Dann kam auch noch mein Gips ab und es dauerte nicht lange, bis ich auch wieder arbeiten konnte. Einerseits freute ich mich darauf, wieder etwas Produktives zu tun, da mir langsam die Decke auf den Kopf fiel. Andererseits trat ich wegen des Vorfalls hinter dem Club mit gemischten Gefühlen meinen ersten Arbeitstag an. Ich versuchte wie sonst auch, meine unbeschwerte frohe Art mit den blöden Sprüchen beizubehalten. Doch mein Outfit war für meine Verhältnisse recht unscheinbar. Dazu erinnerte mich diese dämliche Bandage, welche aus meiner kurzen Shorts herausschaute, immer wieder unangenehm an diesen dämlichen Wichser. Das, was mir passierte, machte natürlich schnell die Runde, weshalb mich sogar unsere Stammgäste bemitleideten. Dazu behandelte mich Mirko wie ein rohes Ei. Alle zehn Minuten fragte er mich, ob ich Schmerzen hätte oder eine Pause brauchte. Klar, meinten sie es alle nur gut, aber mich nervte es tierisch. So machte die Arbeit keinen Spaß und der Abend wollte einfach nicht vorübergehen.
»Alter Mirko, es ist lieb, dass du dir solche Sorgen um mich machst, aber es geht mir gut. Ich melde mich schon, wenn es nicht mehr gehen sollte, aber bitte lass mich meine Arbeit erledigen«, platzte mir der Kragen, als er mich nach Hause schicken wollte, weil ich mich einmal auf einen Hocker gesetzt hatte.
»Sorry Fabi, aber du darfst dich noch nicht überanstrengen. Außerdem warst du zu manchen Gästen für deine Verhältnisse recht schnippisch. Sicher, dass du keine Schmerzen hast?«
»Ja, bin ich. Es nervt, dass mich alle wie einen Hundewelpen in Not behandeln und mir am liebsten den Kopf tätscheln wollen. Ja, der Vorfall war scheiße, genau wie der Unfall, aber das Leben geht weiter. Schlimmer ist es jedoch, wenn dich jeder den ganzen Abend über daran erinnert. Ich versichere dir, dass es mir gut geht. Jetzt lass uns die Bar auf Vordermann bringen, damit wir danach verschwinden können.«
Ich hatte zwar keine Schmerzen, aber nach dem ganzen Herumliegen war der erste Arbeitstag tatsächlich anstrengend, doch ich ließ mir nichts anmerken.
»Schau mal, Fabi, wer oben vor dem Club herumgeschlichen ist«, meldete sich plötzlich Toni, ehe er mit Konstantin vor der Theke erschien.
»Was machst du denn hier?«, fragte ich verblüfft, aber freute mich natürlich sehr, ihn zu sehen.
»Ich habe gerade Feierabend und dachte, wenn ich eh unterwegs bin, schaue ich mal, ob du eine Mitfahrgelegenheit brauchst.«
Toni wusste bereits, wie gut ich mich mittlerweile mit Konstantin verstand, aber Mirko hingegen schaute mich nur sprachlos an.
»Ist es ok, wenn ich für heute Feierabend mache?«, fragte ich Mirko grinsend.
»Ja… ähm… klar, geh nur. Wir sind eh so gut wie fertig«, brachte er heraus, weshalb ich meine Tasche schnappte.
»Danke. Bis Montag, Leute«, verabschiedete ich mich in die Runde, ehe ich mit Konstantin den Club verließ.
Dieser Typ war der perfekte Gentleman. Nicht nur, dass er mir die Tür aufmachte, als ich ein- oder ausstieg, sondern er brachte mich noch bis nach oben zu meiner Wohnung.
»Kann ich dir wenigstens etwas zu trinken anbieten, wenn du schon so nett warst und mich abgeholt hast?«
Ich bekam nur ein kurzes Nicken, aber sein bohrender Blick hatte mich schon im Club gewundert. Da bemerkte ich genau, wie er an meinem Körper herab und wieder hinaufging. Klar, die letzte Zeit kannte er mich nur in weiten Jogginghosen mit labbrigen T-Shirts bekleidet. An dem Tag saß wieder alles wie eine zweite Haut an mir.
»Setz dich ins Wohnzimmer. Ich ziehe mir nur eben was Bequemeres an«, meinte ich, da ich ihn nicht zu sehr verunsichern wollte.
Im Schlafzimmer angekommen, streifte ich mir die kurze Shorts von den Beinen. Sie war kein Problem, aber dafür das Shirt. Für meine Schulter war der erste Arbeitstag doch zu viel gewesen. Sie schmerzte tierisch. Dazu klebte mein Shirt so an meinem Körper, dass ich Probleme hatte, es auszuziehen.
»Fuck«, rutschte es mir aus Verzweiflung und Schmerz heraus, weil ich das blöde Teil einfach nicht ausbekam.
»Fabi, ist alles in Ordnung?«, kam es von Konstantin.
Sekunden später stand er im Türrahmen. Ich vor ihm im Jock, das Shirt bis zur Brust hochgezogen und halb über dem Kopf. Durch den Kragen blickend konnte ich sehen, wie er mit offenem Mund meinen Körper scannte, bis seine Augen meinen hilflosen Blick fanden. Ich hingegen kam mir nur komplett dämlich vor.
»Warte, komm her, ich helfe dir«, sagte er, nachdem er selbst auf die Situation klarkam.
Gemeinsam schafften wir es, etwas umständlich, mir das Shirt auszuziehen. Der Schmerz in meiner Schulter war vergessen, sobald seine warmen, weichen Hände meinen Körper berührten. Das gleiche Schaudern wie im Krankenhaus erfasste meinen Körper, hinterließ eine Gänsehaut. Das Shirt war aus, aber seine Hand ruhte weiterhin auf meiner Brust. Sein Daumen streichelte sanft dort meine Haut. Nur sein Blick hing an etwas anderem. In der weiten Jogginghose blieb mein Ständer vor seinen Blicken verborgen, aber nicht diesmal. Hart schaute er an der rechten Seite aus meinem Jock heraus, zuckte freudig, als er erneut mit seinem Daumen über meine Brust strich.
»Danke, dass du mir geholfen hast, aber wenn du mir nicht einen runterholen willst, würde ich dich bitten, deine Hand von mir zu nehmen, denn das turnt mich ganz schön an«, sagte ich vorsichtig, obwohl ich wusste, damit einen Schritt zu weit zu gehen.
»Du meinst, ich darf…«, fing er an, wobei sein Blick Neugier, Zurückhaltung und Verlangen zugleich ausdrückte.
Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass er mich sofort loslassen würde, bevor er panisch aus meiner Wohnung verschwand.
»Wenn du willst. Ist wie in der Schulzeit, wenn man sich mit den anderen Jungs einen von der Palme gewedelt hat.«
»Sowas habe ich leider nie erlebt.«
»Würdest du es gerne?«, fragte ich neugierig und bekam ein schüchternes Nicken als Antwort.
Das war mein Stichwort, auch ihn berühren zu dürfen. Wobei ich meine Hände anfangs nur vorne unter sein Shirt schob. Sanft streichelte ich über seinen Bauch, was ihm einen kleinen Seufzer entlockte. Mit geschlossenen Augen stand er vor mir und genoss meine Berührungen auf seinem Oberkörper. Sogar sein Shirt ließ er sich ausziehen. Sein Oberkörper wirkte wie aus Marmor geschlagen. Stark und definiert. Die Brust mit feinen Haaren überzogen. Ich saugte das Bild in mir auf, während meine Hände darüber tanzten. Er kopierte jede meiner Bewegungen, auch als meine Hände zu seinem Schritt wanderten. Er war genauso erregt wie ich, nur war sein Schwanz noch komplett in der Jeans verpackt, wobei er meinen bereits fest in seiner Hand hielt. Langsam öffnete ich seine Jeans. Mitsamt seiner Shorts zog ich sie ihm über seinen Hintern. Wobei die Jeans an seinen Beinen hinabglitt, blieb seine enge Boxershorts knapp unter seinen Eiern hängen. Sobald ich seinen Schaft fest umgriff, entkam ihm ein tiefes Stöhnen. Konstantin war so erregt, dass ich ihn nicht lang massieren brauchte, bis sich sein Körper verkrampfte. Zitternd spritzte er mir seine gewaltige Ladung gegen den Bauch, bis hoch zur Brust.
Ich dachte schon, mit seinem Abgang hatte es sich erledigt, aber er schubste mich nur ein Stück zurück, bis ich auf dem Bett saß, damit er sich um meinen Ständer kümmern konnte. Da sein Saft an mir herab über seine Hand und meine Eier gelaufen war, schmatzte es regelrecht, als er mich bearbeitete. Im Gegensatz zu ihm nahm ich mich nicht zurück. Stöhnend genoss ich sein Handeln. Ich krallte mich sogar ins Bettlaken, während ich mir meine Sahne quer über meinen Oberkörper spritzte.
Zum Glück machte Konstantin kein großes Drama aus dem neu Erlebten. Nachdem ich mich mit dem Shirt sauber gemacht hatte, zogen wir uns wieder an. Als ich ihn zur Tür brachte, bekam ich wie jedes Mal eine kurze Umarmung, ehe er sich auf den Heimweg machte.
Anscheinend hatte es ihm aber sehr gut gefallen. Seine zwei wöchentlichen Besuche blieben bestehen. Wir verstanden uns weiterhin super, nur dass es seit dem Tag öfter dazu kam, dass wir gemeinsam Druck abbauten. Er konnte nicht genug davon bekommen, an mir herumzuspielen, wobei ich es in vollen Zügen genoss. Mir war bewusst, dass er nicht hundertprozentig hetero sein konnte, aber ich traute mich auch keinen Schritt weiterzugehen. Bis auf einmal, als wir wieder nackt auf der Couch saßen. Ich wusste, dass er keine Berührungsängste bei mir hatte, weshalb mir eine Idee kam.
»Willst du noch etwas ausprobieren?«, fragte ich ihn, als er mir an den Eiern spielte.
»Was denn?«, wollte er neugierig wissen.
»Mach die Augen zu«, forderte ich ihn auf.
Er tat wie verlangt, weshalb ich aufstand und mich auf seine Oberschenkel setzte.
»Was wird das?«, fragte er erstaunt und da wir so auf einer Höhe waren, blickte er mir tief in die Augen.
»Das hier«, meinte ich verschwörerisch, ehe ich unsere beiden Harten gemeinsam in die Hand nahm, um sie gemeinsam zu wichsen.
Sofort verdrehte er bei einem Stöhnen seine wunderschönen Augen. Ich hingegen presste meinen Unterleib fest gegen ihn. Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass er seine Arme um mich schlang, während er heiß gegen meinen Hals stöhnte. Er fing sogar an, zwischen seinem Stöhnen meinen Hals zu küssen. Das trieb mich so an, dass ich nur noch schneller unsere Teile massierte. Wir stöhnten um die Wette, bis wir fast gleichzeitig kamen. Noch überwältigt von seinem Orgasmus lehnte er außer Atem seine Stirn gegen meine. Da passierte es wie automatisch, dass sich unsere Lippen fanden. Dieser Kuss war schon viel zu lange überfällig und raubte uns beiden den Atem. Zumindest so lange, bis Konstantins Verstand wieder anfing zu arbeiten.
»Sorry, ich kann das nicht. Zumindest nicht so«, meinte er plötzlich, während ihm Tränen über die Wange liefen.
Ich konnte gar nicht so schnell schauen, wie er mich von sich stieß, sich anzog und ohne ein weiteres Wort aus meiner Wohnung verschwand.
Danach war Funkstille. Auf meine Nachrichten antwortete er nicht, wobei er sie nicht einmal las. Zumindest bis ich ihn eine Woche später in der Stadt beim Einkaufen traf. Er saß auf einer Bank, vertieft in sein Handy.
»Hey«, begrüßte ich ihn kurz, ehe er erschrocken zu mir aufsah.
»Fabi, hi. Ich wollte dir gerade schreiben. Es tut mir leid, was passiert ist…«, fing er an.
»Was ist denn passiert?«, wollte plötzlich eine blonde Schönheit wissen, die neben uns auftauchte.
»Hey Schatz, nichts, nur dass ich unser Treffen wegen einem Notfall absagen musste«, redete er sich schnell raus.
»Ach, dann bist du der ominöse Fabian, von dem Konsti immer erzählt. Freut mich. Ich bin Michelle«, sagte sie fröhlich und reichte mir die Hand.
Wenn ich eines beherrschte, war es, mich vor Menschen zu verstellen. Daher setzte ich mein bestes Lächeln auf, als ich ihr die Hand gab.
»Klasse, lasst uns einen Kaffee trinken gehen, dann lerne ich dich endlich auch mal kennen.«
Eine andere Option ließ sie mir gar nicht, sondern zog zumindest Konstantin direkt zum nächstgelegenen Kaffee.
Bereits nach der halben Tasse hatte ich zwei Probleme. Das erste war, dass ich mich wohl in ihren Freund verschossen hatte und das zweite, dass ich sie viel zu sympathisch fand, weshalb ich mich schlecht fühlte, hinter ihrem Rücken mit ihrem Freund rumgemacht zu haben.
Sie fragte mich über alles aus. Wo ich arbeitete, ob ich auch selbst schwul war, wenn ich in solch einem Club arbeiten würde, wie wir uns kennengelernt hatten, wobei ich den Teil zu Halloween ausließ und direkt beim Krankenhausteil anfing. Nur trat ich dabei gleich in ein riesiges Fettnäpfchen.
»Mir war Konstantin als Arzt viel sympathischer als dieser andere alte Grobian. Das war vielleicht ein Sadist«, meinte ich, als Konstantin große Augen machte und Michelle anfing zu lachen.
»Ja, mein Vater besitzt leider wenig Feingefühl«, sagte sie trocken.
»Sorry, aber seine Behandlung grenzte an Körperverletzung«, setzte ich noch einen drauf.
»Na, du hast es ja überlebt, dank der Hilfe von Konstantin. Aber ich gebe dir recht. Er sollte lieber die Leute rumkommandieren, als selbst auf die Patienten loszugehen. Wozu hat er sonst seine Angestellten, wenn er die Arbeit lieber selbst macht.«
Nach dem dritten Kaffee kannte ich dann auch ihre Liebesgeschichte und konnte mir den Konflikt, in dem Konstantin steckte, ausmalen. An der Uni verliebt und dank ihrem Vater gleich den passenden Job gefunden. Daddy wäre sicherlich nicht begeistert, wenn der Ex seiner Tochter mit einem Kerl durchbrannte.
»Bist du eigentlich Single?«, wollte Michelle auf einmal von mir wissen.
»Ja… ähm ja schon. Wieso?«, sagte ich schnell, wobei ich mich fast am Wasser verschluckt hätte.
»Du musst unbedingt am Sonntag zu meiner Geburtstagsparty kommen. Ich glaube, ich kenne jemanden, der super zu dir passen könnte. Wird nichts Großes, nur ein wenig zusammensitzen.«
»Schatz, er kennt da dort niemanden. Außerdem willst du ihn echt mit Björn verkuppeln?«, mischte sich Konstantin ein.
»Warum nicht? Fabi ist süß und Single. Wenn es nicht passt, kennt er immerhin dich. Du findest meine Freundinnen doch sowieso nervig, dann hast du wenigstens auch jemanden, mit dem du dich verstehst. Also?«
Ich zuckte nur mit den Schultern, doch Konstantin wirkte niedergeschlagen.
»Abgemacht, dann sehen wir uns Sonntag um achtzehn Uhr bei uns. Konsti, schreib ihm noch unsere Adresse.«
Den Rest der Woche versuchte mir Konstantin auszureden, zu besagter Party zu kommen. Meinetwegen hätten wir es einfach hinter uns bringen können. Ich würde seiner Freundin schon nicht stecken, was zwischen uns gelaufen war. Vielleicht war besagter Björn auch jemand, mit dem ich über Konstantin hinwegkommen könnte. Jetzt, wo ich seine Freundin kannte, würde zwischen uns sowieso nichts mehr laufen. Unsere Diskussion ging bis einen Tag vor der Party, bis ich mich geschlagen gab.
»Dann lass dir halt eine Ausrede für mich einfallen«, schrieb ich ihm.
Ein paar Minuten später klingelte direkt mein Handy. Konstantin.
»Hey Fabi, Michelle hier. Besuch deine Eltern ein anderes Wochenende. Björn freut sich schon auf dich. Schwing morgen deinen süßen Arsch hierher, sonst bin ich sauer«, flötete seine Freundin ins Telefon.
Tja, daran war Konstantin nun selbst schuld. Als wäre ihm keine bessere Ausrede eingefallen. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als zu besagter Geburtstagsparty zu gehen. Wenigstens hatte ich noch genügend Zeit, ihr wenigstens bei Rituals ein Geschenkset zu kaufen.
Mit gemischten Gefühlen machte ich mich auf zur besagten Adresse. Die Begrüßung von Michelle und ihren Freundinnen war noch zu ertragen, aber dann wurde mir Björn vorgestellt. Am liebsten wäre ich sofort wieder gegangen. Ich kannte ihn aus dem Club. Ein Adonis, wie er im Buche stand, aber genauso dämlich, wie er schön war. Er kannte genau zwei Themen. Sport und Sex. Mit dem ersten Thema quälte er mich geschlagene zwei Stunden. Ich hingegen sah die ganze Zeit an ihm vorbei, um heimlich Konstantin zu beobachten. Es verletzte mich, Michelle in seinen Armen zu sehen, aber immerhin hatten sie sich kein einziges Mal geküsst. Dafür trafen sich öfter unsere Blicke. Es war ein Segen, als Björn anbot, uns etwas zu trinken zu holen. Die Chance nutzte Michelle hingegen, um mich auszufragen.
»Und wie gefällt dir Björn? Er ist sexy, oder?«
»Äußerlich vielleicht. Innerlich eine Vollkatastrophe. Außerdem vögelt sich der Typ durch den halben Club«, sagte ich und verdrehte dabei die Augen.
»Das erklärt, woher er dich kennt, aber er war total begeistert, als ich ihm erzählte, dass ich dich eingeladen habe.«
»Glaub ich dir sofort, denn er versucht, mich jedes Mal aufs Neue in den Darkroom zu locken. Mein Korb kratzt immer wieder an seinem viel zu großen Ego. Sorry, dass ich deine Blase platzen lassen muss, aber der Kerl ist absolut nichts für mich«, erklärte ich ihr.
Leider kam Mister Hohlbrot mit zwei Bechern wieder zu uns herüber. Michelle verzog sich wieder zu Konstantin und ließ mich mit ihm allein.
Auf Nachfrage hieß es, dass in dem Becher nur Cola wäre. Vom Geschmack passte es auch, aber den Alkohol konnte ich herausschmecken. Doch ein Glas half mir vielleicht, den Abend zu überstehen. Damit ich Björn so wenig wie möglich antworten konnte, trank ich lieber das Gemisch, bis er meinte, sich an mich ranzumachen. Dass er immer ein Stück näher kam, merkte ich, weshalb ich meist einen Schritt nach hinten machte. Nur blöd, dass ich plötzlich eine Wand am Rücken spürte.
»Wollen wir nicht lieber verschwinden und zu mir fahren, Süßer?«, flüsterte er mir ins Ohr.
Mit dem dämlichen Anmachspruch hätte ich noch leben können, aber dass er mir dazu an den Hintern packte, fand ich überhaupt nicht witzig. Genau wie bei dem Kerl hinterm Club bekam er aus Reflex mein Knie zu spüren.
»Pack mich noch einmal ungefragt an und du kannst für längere Zeit niemanden mehr vögeln«, schrie ich ihn an, wodurch alle Blicke auf uns gerichtet waren.
Sogar Konstantin war augenblicklich an meiner Seite und zog mich sofort nach draußen in den Garten, wo er mich fest in den Arm nahm. Ich hatte vielleicht einen kleinen Nervenzusammenbruch, weil die Geschichte mit dem scheiß Clown wieder hochkam. Möglicherweise hatte ich bei Björn auch etwas überreagiert, aber was packte er mir auch einfach ungefragt an den Arsch?
Konstantin war der Einzige hier, der die Geschichte kannte. Auch, dass ich noch immer Panik vor einem erneuten Übergriff hatte. Sogar als Michelle neben uns stand, ließ mich ihr Freund nicht los. Es war auch unmöglich, so fest, wie ich mich an ihn klammerte.
»Was ist mit Fabi?«, fragte sie Konstantin, da sie sehen konnte, wie ich zitterte.
Er erklärte ihr, was mir passiert war, bevor ich ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Statt eine Szene zu machen, dass ich an ihrem Freund hing, setzte sie Björn vor die Tür, ehe sie uns zwei Drinks nach draußen brachte.
»Hier trinkt etwas und wenn es geht, kommt einfach wieder rein.«
Damit gab sie ihrem Freund einen Kuss auf die Wange und mich umarmte sie kurz. Ich hatte mich auch so weit wieder im Griff, dass ich den Becher halten konnte, ohne zu zittern.
»Danke und sorry, dass ich euch die Party versaut habe. Du musst auch nicht hier draußen warten. Ich komme allein zurecht und komme dann gleich nach«, sagte ich zu den beiden.
Ich musste Konstantin zehnmal versichern, dass es mir wieder gut ging, bevor er endlich mit Michelle nach drinnen ging. Obwohl ich den Alkohol bereits spürte, trank ich dennoch die Mischung von Michelle. Sie war zum Glück nicht so stark wie die von Björn, aber es reichte aus, dass ich einen sitzen hatte.
Ich trank nicht umsonst sehr wenig, bis gar nichts, denn es führte dazu, dass eine Party für mich sehr schnell vorbei war. Durch Alkohol wurde ich nur ruhig und saß den ganzen Abend halb schlafend in einer Ecke rum. Diesmal war es keine Ecke, sondern das Sofa. Benebelt starrte ich an die Decke, bis Konstantin in meinem Blickfeld erschien.
»Geht es dir gut?«, fragte er mich besorgt.
Ich für meinen Teil grinste ihn nur blöd an.
»Heeeyyyy«, säuselte ich.
»Komm, Fabi, aufstehen. Zeit für den Heimweg«, meinte er, ehe er mir vom Sofa aufhalf.
»Michelle, ich bringe Fabi schnell nach Hause. In dem Zustand will ich ihn nicht in ein Taxi setzen. Ich wusste zwar, dass er kaum was trinkt, aber dass ihn zwei Mischungen so umhauen, hätte ich nicht erwartet. Ist das okay?«
»Verständlich. Soll ich mitkommen?«
»Nein, nicht nötig, du musst morgen früh raus. Ich habe erst zum Nachmittag Dienst. Leg dich hin. Ich kümmere mich morgen auch um den Saustall hier.«
Da Konstantin auch etwas getrunken hatte nahmen wir die U-Bahn. Mir war nicht schlecht, nur fühlte sich mein Kopf schwer an, weswegen ich den ganzen Weg neben ihm saß und mich an seinem starken Körper anlehnte. Die Fahrt zu meiner Wohnung dauerte dank der Uhrzeit eine gefühlte Ewigkeit. Wir mussten zweimal umsteigen, wobei er mich in seinen Armen hielt, als wir auf den nächsten Zug warteten. Mein Kopf wurde zwar bereits wieder klarer, aber er hielt mich einfach nur fest. Ich wollte ihn fragen, was dies zu bedeuten hatte, doch wollte nicht, dass er mich losließ. Daher hielt ich die Klappe und genoss einfach seine Nähe. Endlich bei mir angekommen, hätte er sich an der Haustür verabschieden können, doch begleitete er mich noch bis in meine Wohnung. Sogar bis ins Schlafzimmer brachte er mich.
»Brauchst du noch etwas?«, fragte er mich, noch immer in seinen Armen haltend.
Tatsächlich brauchte ich etwas ganz dringend. Ihn! Aus einer Kurzschlussreaktion stellte ich mich vor ihn und gab ihm einen Kuss. Er legte seine Hände an meine Hüfte, doch statt mich von sich zu drücken, fing er an, den Kuss zu erwidern. Michelle schien bei uns beiden in den Hintergrund zu rücken, denn der Kuss wurde immer intensiver. Gegenseitig streiften wir uns die Jacken ab, ehe sie achtlos zu Boden fielen. Gefolgt von unseren Shirts. Es war keine Hektik dahinter. Wir ließen uns Zeit, wie beim ersten Mal, als er hier in meinem Schlafzimmer stand. Nur diesmal waren wir uns so viel näher. Er öffnete als Erster meine Jeans und streifte sie mir von meinen Beinen. Dabei zog er den Jock gleich mit herunter. Ich tat es ihm gleich und kurz darauf lag ich küssend unter ihm in meinem Bett. Mit meinen Beinen klammerte ich mich um seine Hüfte. Seufzte in unseren Kuss, wenn seine Eichel über mein Loch rieb. Alle guten Vorsätze waren wie weggeblasen. Ich wollte nur noch ihn.
»Bitte Konstantin, nimm mich«, flehte ich.
»Hattest du seit dem Krankenhaus Sex mit einem anderen?«
»Nein, ich wollte immer nur dich.«
Das reichte ihm, damit er, ohne weiter zu zögern, das Gleitgel vom Nachtisch nahm. Etwas davon verteilte er an meinem Loch, den Rest an seinem brettharten Schwanz. Heiß presste sich seine Eichel gegen meinen Eingang. Ich schob mich ihm entgegen und er drang in mich ein. Nach einem kurzen Schmerz machte sich direkt dieses geile angenehme Gefühl in mir breit, je weiter er vordrang. Erst als er komplett in mich eingedrungen war, verschloss er wieder unsere Lippen. Gar zärtlich fing er an, mich zu nehmen. Wenn wir uns nicht küssten, lag seine Stirn auf meiner und er sah mich mit seinen wunderschönen Augen an. Er kostete es aus, mich immer weiter in einen gewaltigen Orgasmus zu treiben. Ohne mich anzufassen, konnte ich es nicht mehr halten. Ich krallte mich in seinen Rücken, als ich stöhnend meine Ladung zwischen uns schoss. Erst da erhöhte er sein Tempo. Kurz bevor er kam, zog er sich aus mir zurück, ehe er zusätzlich meinen Oberkörper einsaute. Nur um direkt danach noch einmal tief in mich einzudringen. Wieder küsste er mich, bis er mich fest in seine Arme nahm, wo ich dann irgendwann eingeschlafen sein musste.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war Konstantin nicht mehr da. Anfangs dachte ich, dass es nur ein schöner Traum gewesen wäre, aber mein Hintern und die eingetrockneten Reste auf meiner Haut sagten etwas anderes. So schön die Erinnerung an die letzte Nacht auch war, holte mich mein schlechtes Gewissen gegenüber Michelle direkt ein. So weit wollte ich es eigentlich nicht kommen lassen, aber was sollte ich machen? Ich hatte mich Hals über Kopf in diesen liebevollen Kerl verliebt. Doch, wenn ich schon ein schlechtes Gewissen bekam, wollte ich mir gar nicht ausmalen, wie es Konstantin nach unserer Nacht erging. Erst wollte ich ihm schreiben, aber wusste nicht was. Dass es mir leidtat, dass wir miteinander geschlafen hatten, oder ich es bereute, wäre eine komplette Lüge gewesen. Mit der Nacht hatten wir die Grenze ein für alle Mal überschritten. Mein Gewissenskonflikt zerriss mich innerlich. Den ganzen Tag grübelte ich, wie es weitergehen sollte. Er hatte sich bisher nicht gemeldet, was auch kein gutes Zeichen war. Erst kurz bevor ich zur Arbeit ging, bekam ich eine Nachricht von ihm.
»Wir müssen reden. Ich komme um halb vier nach der Schicht zu dir. Bitte bleib so lange wach.«
Mehr nicht. Er hielt es sehr neutral, aber ich wollte ihn auch nicht mit Nachrichten bombardieren, um den wahren Grund zu erfahren.
Normal konnte ich hinter der Bar abschalten. Mich auf andere Dinge konzentrieren als auf mein Privatleben, doch es gelang mir einfach nicht. Die Uhr fest im Blick war ich nervös, was bei unserem Gespräch herauskommen würde. Um eins war endlich Feierabend, aber die Zeit allein zu Hause kroch noch langsamer. Das Warten auf ihn war der reinste Horror. Szenarien spielten sich in meinem Kopf ab. Sowohl positiv als auch negativ. Manche davon trieben mir sogar die Tränen in die Augen, aber mir blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten. Ich war sogar so in Gedanken versunken, dass ich fast das Klingeln überhört hatte. Nachdem ich zur Tür gerannt war, betätigte ich den Türöffner. Konstantin hatte in Rekordzeit die vier Etagen überwunden und stand außer Atem vor mir. Er sah komplett fertig aus, als hätte er die Nacht kein Auge mehr zugemacht. Dazu wirkte er noch verdammt niedergeschlagen.
»Hey«, sagte ich und bat ihn mit einer kleinen Geste herein.
Ohne ein Wort ging er an mir vorbei. Ich schloss die Tür, aber als ich mich umdrehte, rannte ich genau in ihn hinein. Er zog mich sofort in seine Arme, ehe er mir einen Kuss gab. Leider war er nur sehr kurz, bevor er sich wieder von mir löste.
»Bitte Fabi, lass uns das, was die Nacht passiert ist, vergessen. Du bedeutest mir mehr, als du dir vorstellen kannst. Ich bereue die Nacht mit dir nicht. Sie war für mich der absolute Wahnsinn, aber das hinter Michelles Rücken weiterzuführen, will ich ihr nicht antun. Ich stecke mitten in der Ausbildung und kann das Risiko nicht eingehen, dass mich ihr Vater aus Rache aus dem Programm wirft, wenn es rauskommen würde. Ich werde das zwischen uns nie vergessen können, aber genauso wenig möchte ich dich als Freund verlieren. Würdest du damit klarkommen?«
Fuck, es war sauschwer in dem Moment, nicht in Tränen auszubrechen, aber ich riss mich so gut es ging zusammen.
»Setz dich erstmal, ich hole dir ein Glas Wasser«, bat ich ihn, um Zeit zu gewinnen.
Da war nun die Zwickmühle, vor der ich mich gefürchtet hatte. Sicher liebte ich diesen Kerl, auch wenn ich vor ihm immer den coolen Typen spielte. In Wirklichkeit sehnte ich mich jeden verdammten Tag nach ihm. Doch musste ich ihm dabei recht geben, dass auch er mir sehr viel bedeutete. Auch ich wollte ihn nicht verlieren, selbst wenn es nur eine Freundschaft für uns bedeuten würde.
»Einverstanden«, meinte ich, als ich das Glas vor ihm abstellte, bevor ich mich setzte.
»Aber dann sollten wir uns, zumindest vorerst, nicht allein treffen. Ich finde deine Freundin klasse und habe deswegen selbst ein schlechtes Gewissen. Vielleicht sollten wir uns alle drei treffen. Ich bin nicht eifersüchtig oder werde ihr jemals verraten, was zwischen uns gelaufen ist. Nur so können wir sicher sein, dass nichts zwischen uns passieren wird.«
»Ich mag die Idee zwar nicht, aber es würde passen, denn sie fragte auch, ob wir nicht öfter zusammen was unternehmen wollen. Doch falls es für dich zu viel sein sollte, sei bitte ehrlich zu mir. Ich möchte nicht, dass du dich quälst oder zu etwas gedrängt fühlst.«
Ich versprach es ihm. Was hätte ich auch sonst für eine Option gehabt? Klar, hätte ich ihm die Wahl zwischen ihr und mir stellen können, aber der Ausgang war vorhersehbar.
Die ersten zwei Treffen mit den beiden liefen noch etwas seltsam. Man hätte meinen können, dass ich eher Michelles Freund gewesen wäre, da wir uns in einer Tour unterhielten, während Konstantin still neben uns saß. Er brachte sich nur ins Gespräch ein, wenn er direkt angesprochen wurde. Dazwischen sah er mich mit einem so sehnsüchtigen Blick an, dass ich selbst aufpassen musste, nicht schwach zu werden. Immerhin hielten sie bei unseren Treffen Abstand zueinander oder küssten sich nicht vor mir. Sein Verhalten besserte sich, je öfter wir uns trafen. Wir versuchten sogar, uns einmal allein zu treffen. Es war wieder so wie vor unserem krassen Ausrutscher. Wir konnten quatschen, zocken und über jeden Scheiß lachen, aber bei der Verabschiedung waren wir kurz davor gewesen, uns zu küssen. Deshalb blieb Michelle unser Puffer. Dafür unterhielten wir uns privat über WhatsApp, bis der Handyakku glühte.
Diese Maskerade hielten wir über zwei Monate aufrecht. Insgeheim hoffte ich, im Club jemanden kennenzulernen, aber jeden Typen verglich ich mit Konstantin. Keiner von ihnen konnte ihm nur annähernd das Wasser reichen. Selbst Björn versuchte es tatsächlich noch einmal, bei mir zu landen. Er würde mir für den Vorfall auf der Party verzeihen, wenn ich mich die ganze Nacht von ihm vögeln lassen würde. Der Kerl dachte definitiv nur mit seinem Schwanz. Mehr war nicht dahinter.
»Selbst wenn du der letzte Kerl auf diesem Planeten wärst, würde ich es mir lieber mit einem Dildo besorgen, als dich an mich ranzulassen«, machte ich ihm ein für alle Mal klar.
Das zeigte Wirkung, denn seitdem hatte ich meine Ruhe vor ihm. Dafür versuchte er es nun bei Mirko, aber auch da biss er auf Granit.
In meinem Kopf gab es halt nur einen Mann für mich, aber der wollte mich nicht.
»Gewinner«
Konstantin hatte Geburtstag und natürlich wurde ich zur Party eingeladen unter der Prämisse, keinen Alkohol zu trinken, aber davon hätte ich nach der letzten Aktion sowieso meine Finger gelassen. Sein Geschenk hatte ich schon lange besorgt. Sogar noch, bevor wir zusammen im Bett gelandet sind. Ich hatte mir lang den Kopf darüber zerbrochen, was man einem angehenden Arzt schenken konnte und bin bei meiner Recherche auf ein graviertes Stethoskop gestoßen. Auch wenn es etwas teurer war, wollte ich mich damit für die Behandlung im Krankenhaus bedanken, aber ihm gleichzeitig auch ein Geschenk machen, das ihn an mich erinnert. Außerdem sah das, was er damals im Krankenhaus trug, alt und abgegriffen aus.
Seine Party war besser als die von Michelle. Es lag vielleicht auch daran, dass ich diesmal schon ein paar Leute kannte, oder mich Michelles Freundinnen unter ihre Fittiche nahmen. Ich hatte Spaß, aber mein Blick hing wieder mehr an Konstantin, als die Gespräche der anderen zu verfolgen. Nachdem alle Gäste gegessen hatten, läutete Michelle ein, dass es Zeit wäre, die Geschenke auszupacken. Das meiste davon waren Gutscheine, Wein oder diverse andere Alkoholpräsente. Meins hatte er sich fast zum Schluss aufgehoben. Er bekam große Augen, als er die Schachtel öffnete und schien sich gewaltig darüber zu freuen, denn er hängte es sich freudestrahlend um den Hals und fuhr mit dem Finger die Gravur nach. Erst danach sah er auf die Karte.
»Ein erstklassiger Arzt braucht auch das richtige Equipment. Fabi«, hatte ich darauf geschrieben.
Er sah durch den Raum, bis er mich schließlich am anderen Ende gegen eine Wand gelehnt erblickte. Im Bruchteil einer Sekunde setzte er sich in Bewegung, bis ich mich in einer so festen Umarmung wiederfand, dass sich das Bruststück des Stethoskops schmerzhaft in meine Brust bohrte.
»Na, dann scheint es dir ja zu gefallen«, brachte ich keuchend hervor.
»Es ist perfekt«, flüsterte er nur leise.
Vielleicht dauerte unsere Umarmung ein wenig zu lange, aber ich kostete jeden Moment davon aus. So lang waren wir uns nicht mehr so nahe gewesen. Erst als sich Michelle räusperte, ließ er mich wieder los, damit er auch noch die anderen Geschenke auspacken konnte.
Danach ging die Party weiter. Ich war gerade dabei, mich mit einer Kerstin zu unterhalten, die mir alles über ihr Modelabel erzählte und ein paar Bilder zeigte, als Michelle zu uns kam.
»Darf ich dir Fabi kurz entführen?«, fragte sie ihre Freundin.
Michelle legte freundschaftlich einen Arm um meine Hüfte und führte mich Richtung Garten.
»Wir müssen uns kurz einmal unter vier Augen unterhalten«, flüsterte sie verschwörerisch in mein Ohr.
Sie führte mich in die hinterste Ecke vom Garten zu einer Bank. Weit weg von der feiernden Partymeute. Wir setzten uns, aber ich hatte ein dumpfes Gefühl dabei in der Magengegend. Auch ihr Blick schien, als würde sie etwas beschäftigen.
»Liebst du ihn?«, fragte sie plötzlich ruhig und sah mich dabei neugierig an.
Mir wären beinahe meine Gesichtszüge entglitten, aber ich schaffte es gerade noch so, mich zusammenzureißen. In meinem Kopf ratterte es, was ich am besten sagen sollte, um aus der Situation rauszukommen, aber ohne eine Antwort von mir redete sie weiter.
»Eigentlich ist es auch egal, denn er scheint dich zu lieben.«
»Was? Wie kommst du darauf? Nur weil er sich über das Geschenk so gefreut hat?«, fragte ich perplex, denn die Aussage hatte mich kalt erwischt.
Ich befürchtete, dass Michelle vielleicht anfing zu weinen, doch sie blieb ganz entspannt.
»Zum Teil auch, aber eigentlich wundert es mich gar nicht. Ich meine, wir haben uns in der Uni auf Anhieb sehr gut verstanden. Er war nie der große Casanova, was ich sehr an ihm schätzte, doch je länger wir zusammen waren, desto verschlossener und frustrierter wurde er. Ich schob es auf den Stress oder den Druck, der jeden Tag auf uns lastet. Nur schaffte ich es nie, ihn aufzubauen. Seitdem er dich kennt, hat sich sein Verhalten schlagartig geändert. Er wirkte viel ausgelassener. Nun scheint ihn wieder etwas zu belasten. Weißt du, er redet manchmal im Schlaf. Meist ist es nur ein Brabbeln, aber zwischendrin kann man ihn auch gut verstehen. Vor zwei Wochen hatte er klar und deutlich »Fabi, geh nicht, ich liebe dich doch« gesagt. Da wurde mir erst richtig bewusst, dass zwischen euch vielleicht mehr sein könnte. Also, sei ehrlich. Liebst du ihn auch?«
Sonst fiel es mir nicht schwer, mich zu verstellen, aber in dem Moment prasselte so vieles auf mich ein, dass mir stumm eine Träne die Wange herunterlief. Einerseits freute ich mich, dass er anscheinend das Gleiche für mich empfand, andererseits fühlte ich mich schuldig, ihre Beziehung zu zerstören. Ich habe wieder so lange gezögert, dass sie ungeduldig wurde.
»Meine Güte, fällt es euch Kerlen so schwer, zu sagen, was euch auf dem Herzen liegt?«
»Nein, aber es tut mir leid, dass es dich trifft. Du bist so nett und ich mag dich echt gern. Ich habe wirklich versucht, meine Gefühle runterzuschlucken.«
Sie hätte mich anschreien oder hassen können, aber stattdessen nahm sie mich nur fest in den Arm.
»Ihr seid beide solche Idioten. Warte bitte kurz hier. Ich bin gleich wieder da«, meinte sie, ehe sie zurück zum Haus ging.
Konstantin war genauso überrascht wie ich, als sie ihn zur Bank herüberschleifte und neben mich schubste.
»So und jetzt küsst euch endlich. Happy Birthday, Konsti«, meinte Michell mit verschränkten Armen und einem Lächeln im Gesicht.
»Michelle, was soll das?«, platzte es aus Konstantin heraus, nachdem er den ersten Schock überwunden hatte.
»Mensch Konsti, ich bin weder blind noch blöd, das solltest du eigentlich wissen. Ich mag dich wirklich, aber wenn du mal genau nachdenkst, wirst du selbst feststellen, dass wir es nie über eine Freundschaft hinausgeschafft haben. Unser Sexualleben ist die reinste Katastrophe. Du hast dich nie wohl dabei gefühlt und es nur mechanisch durchgezogen. Ich habe oft genug gesehen, wie du Fabi ansiehst. Er konnte es gut verstecken, aber dich konnte man lesen wie ein offenes Buch. So hast du mich noch nie angesehen. Als gute Freundin stehe ich deinem Glück sicher nicht im Weg. Er liebt dich und du hast im Schlaf auch gesagt, dass du ihn liebst. Also macht das Beste draus, denn ihr wärt ein süßes Paar. Ich gehe mir jetzt was zu trinken holen und ihr klärt das gefälligst«, sagte sie noch, bevor sie uns ein Lächeln schenkte und verschwand.
»Die Frau ist der absolute Wahnsinn«, kam es erstaunt über meine Lippen, als ich ihr hinterherblickte.
»Du liebst mich?«, kam es überrascht und leise von Konstantin neben mir.
»Wundert dich das etwa?«
»Schon. Du hast aus allem immer einen Spaß gemacht. Als wäre es das Normalste der Welt. Selbst bei den Treffen mit Michelle hast du dir nichts anmerken lassen. Oh Gott, das muss schrecklich für dich gewesen sein. Fuck, ich bin so ein Idiot. Fabi, das tut mir furchtbar leid. Ich wusste echt nicht, dass du so für mich empfindest.«
»Tja, was sollte ich machen, nachdem ich erfahren habe, dass du vergeben warst? Sieh es als Selbstschutz. Es hätte dich nur weggestoßen, wenn ich dir meine Gefühle preisgegeben hätte. Viel wichtiger ist doch, wie es bei dir aussieht. Stimmt es, was sie sagt? Liebst du mich?«
Als ich mich traute, ihn anzusehen, liefen ihm Tränen über die Wange, aber er strahlte mich an. Statt einer Antwort zog er mich an sich, damit er mir wortwörtlich den Verstand wegküsste.
»Das war also Michelles Geburtstagsgeschenk, welches mich umhauen wird. Sei mir nicht böse, aber das toppt sogar deines«, sagte er lachend, als wir uns voneinander lösten.
»Damit kann ich leben. Immerhin bin ich auch ein Teil davon.«
Ich hätte den ganzen Abend auf dieser Bank mit ihm sitzen können, aber Michelle war da anderer Meinung.
»Jungs, kommt rein. Es gibt Torte und das Geburtstagskind muss noch seine Kerzen ausblasen«, rief sie durch den Garten.
»Wir sollten uns vielleicht heute nichts anmerken lassen. Michelle zuliebe. Die Bombe eurer Trennung muss nicht gleich vor allen hier platzen«, schlug ich vor, doch er lachte.
»Damit fangen wir erst gar nicht an. Außerdem, so wie ich sie kenne, wissen da drinnen schon alle Bescheid. Also komm, jetzt gibt’s was Süßes.«
Nach einem Kuss legte er seinen Arm um meine Hüfte und zog mich an seiner Seite durch den Garten ins Haus.
Nein, Michelle hatte die Gäste noch nicht über die Neuigkeiten in Kenntnis gesetzt. Wenn die überraschten Blicke nicht ausreichten, als wir zur Tür reinkamen, setzte Konstantin noch einen drauf, als er mir vor gesammelter Mannschaft einen Kuss gab. Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken, obwohl ich in dem Moment einfach nur glücklich war.
»Ein Hoch auf das Geburtstagskind und auf eine neue, hoffentlich lange Liebe!«, durchstieß Michelle die Stille.
Auch wenn wir nur in entsetzte Gesichter starrten, strahlten wir drei wie Honigkuchenpferde, nachdem Konstantin die Kerzen von der Torte ausblies, welche Michelle in den Händen hielt.
»So Leute, wer will Torte?«, flötete sie, als sie die Torte auf dem Esszimmertisch abstellte und anfing, diese aufzuschneiden.
»Sag mal, bist du noch ganz dicht oder hat es dir irgendeine Sicherung rausgehauen? Dein Freund kommt hier rein, küsst einen Kerl und du machst einen auf Partyqueen?«, fragte sie eine ihrer Freundinnen.
»Exfreund und ja, warum darf ich mich deswegen nicht für die beiden freuen? Immerhin habe ich sie zusammengebracht. Jetzt habe ich sogar zwei schwule beste Freunde«, meinte sie fröhlich.
Die Frau war echt eine Wucht. Gut zusammengebracht hatte sie uns nicht, aber dafür hatte ihr Arschtritt definitiv gesessen.
Die Party hingegen hatte einen Knacks weg und die Stimmung wurde seltsam angespannt. Es dauerte nicht lang, bis nur noch Kerstin, Michelle und wir beide übrigblieben, wobei es in dieser Konstellation viel angenehmer war. Wir machten es uns zusammen auf der Couch gemütlich, ehe Michelle zur Feier des Tages eine Flasche Sekt öffnete. Gemeinsam stießen wir nicht nur auf Konstantin, sondern auch auf uns an.
»Jetzt, wo ihr beiden euch gefunden habt, sollte ich dir vielleicht auch etwas beichten«, meinte Michelle zu Konstantin.
Wir schauten beide nicht schlecht, als sie ihre Hand auf die von Kerstin legte und ihre Finger sich miteinander verschränkten.
»Ich habe vielleicht auch hinter deinem Rücken ein wenig rumexperimentiert. Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass ihr beiden euch gefunden habt. Ich habe seit meinem Geburtstag solch ein schlechtes Gewissen dir gegenüber.«
»Wieso seit deinem Geburtstag? Habt ihr etwa…«, sagte Konstantin verblüfft.
»Ja, sorry, du warst weg und auch der Rest ist schnell verschwunden. Wir hatten was getrunken. Da ist es einfach passiert. Ich mein…«
Weiter kam sie nicht, denn da konnte ich mir das Lachen einfach nicht mehr verkneifen, wobei auch Konstantin seine Mundwinkel verzog.
»In gewisser Weise habt ihr doch ganz gut zusammengepasst«, platzte es aus mir heraus.
»Nicht dein Ernst. Konsti, ihr auch? Wieso hast du nie etwas gesagt?«, wollte Michelle wissen.
»Weil ich dich nicht verletzen wollte. Wir sind so lange schon zusammen«, meinte er.
»Und weil er Schiss vor deinem Vater hat, dass er ihn rausschmeißt«, fügte ich hinzu, weshalb ich einen Stoß von ihm in die Seite kassierte.
»Gut, das ist ein triftiger Grund, aber keine Sorge. Ich werde es ihm erklären und zur Not die Schuld auf mich nehmen. Er kann sehr nachtragend sein. Aber unsere Sexualität sollten wir ihm nicht auf die Nase binden.«
Damit war das Thema auch vom Tisch. Im Nachhinein war unsere gesamte Quälerei umsonst gewesen. Ich hatte meinen Konstantin und Kerstin ihre Michelle. Der Abend hätte für uns vier nicht besser laufen können. Gegen Mitternacht packte Michelle sich ein paar Klamotten ein. Ich dachte, es wäre ihre gemeinsame Wohnung gewesen, aber es stellte sich heraus, dass sie Konstantin gehörte. Michelle wollte mit zu Kerstin gehen und ihre restlichen Sachen nach und nach abholen. Das Chaos hier überließ sie gerne uns beiden.
»Pass mir ja gut auf ihn auf. Du hast mit ihm einen guten Fang gemacht«, gab mir Michelle noch mit auf den Weg, als wir uns zum Abschied umarmten.
Nun waren wir endlich allein und Konstantin strahlte mich über beide Ohren an, was ansteckend war. Er sah einfach umwerfend aus, wie er dort an der Kücheninsel lehnte. Ich ging zu ihm herüber, bis er seine Arme um mich schlang. Fest presste er mich an seinen Körper, gab mir einen Kuss und mit Leichtigkeit hob er mich auf die Arbeitsplatte. So waren wir auf Augenhöhe, damit ich in seine wunderschönen, strahlenden Augen sehen konnte.
»Bist du glücklich?«, fragte ich ihn, während meine Hände in seinem Nacken lagen und ihn dort kraulten.
»Oh ja und wie. Sollte ich es nicht sein?«
»Doch, ich bin es definitiv, aber der Abend hatte es dennoch in sich. Erst hat Michelle mit dir indirekt Schluss gemacht und im Anschluss hast du ein Coming-out hingelegt, als wäre es nichts. Deine Freunde sahen jetzt nicht alle sehr begeistert darüber aus.«
»Mit Michelle habe ich eben im Schlafzimmer noch kurz gesprochen, als sie gepackt hat. Sie hatte vollkommen recht, dass wir nie mehr als Freunde waren. Sie hat unsere Beziehung genauso sehr belastet wie mich. Wir hätten schon viel früher miteinander sprechen sollen, aber waren zu verfahren in unserem Alltag. Sie hofft, dass wir trotzdem gute Freunde und Arbeitskollegen bleiben, womit ich mehr als einverstanden war. Ich mag sie trotzdem gern, auch wenn sie nicht mehr meine Partnerin ist. Sie findet sogar, dass ich einen sehr guten Geschmack habe, was Männer angeht. Die Leute sind mir egal. Sollen sie doch denken, was sie wollen. Viele von ihnen konnte ich noch nie so wirklich leiden. Doch das Wichtigste hast du in deiner Aufzählung vergessen. Ich habe heut das beste Geburtstagsgeschenk bekommen, was man mir schenken konnte.«
»Du meinst sicher das Stethoskop«, sagte ich grinsend.
»Das natürlich auch. Aber du bist mir noch wichtiger, oder möchtest du vielleicht gar nicht mein Freund sein? Dann frage ich Michelle, ob ich noch Umtauschrecht habe.«
»Da muss ich dich leider enttäuschen, denn ich bin vom Umtausch ausgeschlossen. Außerdem würde ich mir das überlegen, sonst will sie dir noch Björn andrehen, also falls er dir lieber ist…«
Weiter kam ich nicht, denn er raubte mir mit einem leidenschaftlichen Kuss all meine Sinne. Ohne diese negativen Gedanken im Hinterkopf waren seine Küsse noch um so vieles besser. Zwischen uns hätte kein Blatt Papier gepasst, so fest pressten wir uns aneinander. Mit meinen Beinen klammerte ich mich zusätzlich an ihm fest. Unser Kuss wurde intensiver, wilder, hemmungsloser. Mittlerweile beinahe schmerzlich presste sich mein Schritt gegen seinen Bauch. Sogar ein Stöhnen entwich mir, als er anfing, meinen Hals zu küssen.
»Darf ich mein Geschenk jetzt endlich auspacken?«, flüsterte er mir neckisch ins Ohr.
»Fuck, ja«, brachte ich erregt hervor, wobei ich sein Shirt bereits so weit hochgezogen hatte, dass meine Hände seine nackte Rückenmuskulatur massierten. Bevor aber mein Shirt den Weg auf den Fußboden fand, zog ich ihm seines über den Kopf.
Konstantin fing an, meinen Oberkörper überall zu küssen, während seine Hände zusätzlich jeden Zentimeter erkundeten. Er spielte mit der Zunge an meinen Nippeln, ehe er seine Erkundung weiter fortsetzte. Mit geschickten Fingern öffnete er die Knöpfe meiner Jeans. Mit seiner Hand auf meiner Brust drückte er mich nach hinten, bis ich mich auf meinen Ellenbogen abstützte und ihm dabei zusah, wie er meinen Bauch küsste. Seine Hand verschwand dabei in meinem Schritt. Meine Eichel schaute bereits aus dem Bund meines Jocks heraus, doch er massierte mir nur meine Eier, bis er mit der Zungenspitze über meine bereits nassglänzende Eichel leckte. Als seine Lippen sich um sie schlossen, streichelten seine Hände parallel meinen Hintern. Ich hob leicht mein Becken an, damit er mir die Jeans samt des Jocks ausziehen konnte. Sogar meine Socken zog er im gleichen Zug mit aus, ehe er meine Beine auf seinen Schultern positionierte.
Es war sein erstes Mal, dass er einen anderen Kerl so verwöhnte, aber dafür machte er es fantastisch. Der Blowjob war heiß, allein schon deshalb, wie er mir dabei in die Augen sah. Seine Hände spielten an meinen Eiern, sogar mein Loch massierte er dabei mit seinem Daumen. Er brachte mich so weit, dass ich mich vor Lust nicht mal mehr abstützen konnte, sondern stöhnend mit dem Rücken auf der Arbeitsplatte lag. Als er dann noch meine Beine weiter anhob und anfing, mich zu lecken, war es sowieso um mich geschehen. Abwechselnd blies oder leckte er mich, brachte so meine Eier zum Kochen.
»Fuck, Konstantin, lange kann ich es nicht mehr halten, wenn du so weitermachst«, warnte ich ihn vor, doch er grinste mir nur entgegen.
Mich weiter blasend führte er mir zwei seiner Finger ein. Als Arzt wusste er genau, was er tat. Präzise fand er meine Prostata und massierte sie. Ich hatte ihn gewarnt, aber damit brachte er mich über die Klippe. Laut stöhnend und zuckend kam ich in seinem Mund. Er hörte dabei nicht auf, mich weiter zu stimulieren. Das war mein bislang heftigster Orgasmus gewesen. Noch schwer atmend sah ich ihm dabei zu, wie er noch die letzten Tropfen aus mir heraussaugte.
»Mmmh, du schmeckst genauso geil, wie du aussiehst«, meinte er, als er mich am Arm wieder in eine aufrechte Position zog.
»Alter, so wie du mich gerade verwöhnt hast, bin ich mir nicht sicher, dass ich dein erster Kerl bin. Das war verdammt geil.«
»Tja, ich kenne halt den menschlichen Körper. Außerdem gibt es das Internet, dort kann man sich auch, was das angeht, weiterbilden«, sagte er, bevor er mich wieder küsste.
Ich hatte gar nicht mitbekommen, wann er sich selbst ausgezogen hatte, aber seine heiße, bereits feuchte Eichel stieß während unseres Kusses gegen meine Eier.
»Dann zeig ich dir jetzt auch mal was. Los, schwing deinen sexy Arsch auf die Platte.«
Wir tauschten die Positionen, damit ich mich über seinen heißen Körper hermachen konnte. Ihn damals nur anzufassen, war schon grandios, aber ihn nun überall mit meinen Lippen zu erkunden, umso besser. Wie er die Augen verdrehte, als ich seinen kompletten Kolben in meinem Rachen verschwinden ließ, machte mich selbst tierisch an. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, auch an seinem Loch ein wenig zu spielen. Jederzeit hätte er sagen können, dass ich damit aufhören sollte, doch sein Stöhnen wurde dadurch nur noch lauter. Selbst meine Zunge an seinem Loch ließ ihn nach mehr betteln. Damit bekam er die gleiche Behandlung wie ich von ihm. Mit zwei meiner Finger in ihm saugte ich ihm seine Sahne aus den Eiern, wobei er seinen Orgasmus laut herausschrie. Ich wusste bereits, dass er viel spritzte, aber die Menge war unmöglich zu schlucken. Ein Teil davon lief mir aus den Mundwinkeln, sodass ich ihn danach gründlich sauberlecken musste.
Sein Teil wollte gar nicht an Härte verlieren, weshalb ich ihn einfach weiter blies. Aber er richtete sich auf und sprang von der Arbeitsplatte herunter. Nur damit ich Sekunden später wieder auf seiner Hüfte hing, in einem wilden Kuss vereint.
»Hattest du seit unserem letzten Mal was mit einem anderen?«, fragte er mich wie schon Monate zuvor.
»Nein, aber wieso fragst du mich das immer? Du weißt, dass ich nur dich wollte.«
»Weil ich dann sicher sein kann, dass wir keine Kondome brauchen und wir gesund sind.«
Gut, das ergab Sinn. Ich wollte ihn sogar gerade anbetteln, mich zu nehmen, aber da spürte ich bereits seine Eichel an meinem Loch. Sie war noch feucht genug, damit sie meinen Widerstand überwand und ich seinen Schwanz ohne weiteres in mir aufnahm. Die Position war noch besser als damals im Bett. Ich brauchte mich nur küssend an ihm festhalten. Bei jedem Stoß traf er meine Prostata, was mich in seinen Mund stöhnen ließ. Seine Kraft und Ausdauer waren beeindruckend, wie er mich eine ganze Zeit lang im Stehen nahm, bis er mich schließlich doch auf dem Sofa ablegte. Er wichste mich, während er unaufhörlich in mich stieß. Ohne Vorwarnung krallte ich mich in seine Rückenmuskulatur, als ich meine zweite Ladung zwischen uns verteilte. Ich riss ihn mit, aber diesmal zog er sich nicht aus mir zurück, sondern entlud sich tief in meinem Darm.
Mein Hübscher war danach ganz schön außer Atem, aber sein bestes Stück schien noch immer nicht abschwellen zu wollen.
»Ist es ok, wenn ich weiter mache?«, fragte er mich erregt und stieß sanft weiterhin in mich.
»Von mir aus gern. Füll mich ruhig ab, bis ich vor Glück platze«, grinste ich ihm entgegen.
»Fuck, Fabi, du machst mich echt wahnsinnig«, knurrte er und stieß einmal richtig tief zu, was mich aufstöhnen ließ.
Das letzte Mal trieben wir es genauso wie damals. Lange und gefühlvoll nahm er mich eng umschlungen, bis wir ein weiteres Mal kamen. Er steckte sogar noch in mir, als er mich ins Badezimmer unter die Dusche trug. Erst dort rutschte er aus mir heraus und hinterließ ein Gefühl der Leere in mir.
»Weißt du eigentlich, wie oft ich mir das hier mit dir gewünscht habe?«, fragte ich ihn, als ich dicht an seine Brust gekuschelt, in seinen Armen, mit ihm im Bett lag.
»Nein, aber ich hätte mich am liebsten damals im Krankenhaus schon zu dir ins Bett gekuschelt.«
»Na, dann weißt du es ja doch.«
Er schaute mich dabei so verliebt an, dass ich ihm einfach einen Kuss geben musste, der ihn augenblicklich hart werden ließ.
»Echt, schon wieder? Also im Punkt Sexualleben kann ich Michelle nicht recht geben«, kicherte ich, wobei meine Hand über seinen Ständer strich.
»Sorry, ja Michelle mag hübsch sein, aber der Sex mit ihr reizte mich nie. Jetzt weiß ich auch wieso, denn von dir kann ich einfach nicht genug bekommen.«
»Du weißt schon, dass du das jetzt jeden Tag und so oft du willst haben kannst? Ich habe nichts dagegen, alles Verpasste mit dir nachzuholen«, meinte ich schief grinsend.
»Boah Fabi, bitte hör auf, davon zu reden. Damit machst du mich nur noch mehr an.«
Für eine weitere Nummer war ich zu kaputt, aber meine Energie reichte aus, um ihm erneut einen Blowjob zu verpassen. Wie er sich dabei in meinen Haaren festkrallte und sich willig auf meine Finger in seinem Hintern presste, war aber sehr heiß. Eins war nach dieser Nacht klar. Mein Freund musste schwul sein. Nachdem er erneut heftig abgespritzt hatte, konnte auch er sich entspannen und wir schliefen aneinander gekuschelt ein.
Als ich am nächsten Morgen wach wurde, lag ich leider allein im Bett. Eigentlich hätte ich mit meinem neuen Freund gerne dort weitergemacht, wo wir in der Nacht aufgehört hatten, da meine Morgenlatte mehr als bereit dafür war. Meine Klamotten lagen womöglich noch immer vor der Kücheninsel, weshalb ich splitternackt aus dem Schlafzimmer ging. Konstantin stand bereits in einem heißen Sportoutfit am Herd. Sein Shirt spannte um seinen heißen Körper und in dieser kurzen Hose präsentierte er mir seinen knackigen Hintern. Leise schlich ich mich an ihn heran, ehe ich meine Arme um ihn legte. Schlagartig traf mich der Geruch von frischem Schweiß, gepaart mit seinem eigenen umwerfenden Duft. Dies zusammen mit seiner Nähe turnte mich umso mehr an.
»Guten Morgen, mein Süßer. Gut geschlafen?«
»Bestens, aber du hast mir nach dem Aufwachen gefehlt«, schnurrte ich und verteilte Küsse in seinem Nacken.
»Ich war schnell eine Runde joggen und habe uns auf dem Rückweg ein paar Brötchen geholt. Ich hoffe, du magst R…r….Rührei?«
Er kam kurz ins Stottern, da meine Hand den Weg in seine Shorts gefunden hatte und sie seinen bereits harten Ständer fest umschloss. Er machte keine Anstalten, sich umzudrehen, weshalb ich härtere Geschütze auffuhr. Ich ging in die Hocke und zog ihm seine Sportshorts nach unten. Seinen Schwanz weiterhin fest umschlossen vergrub ich mein Gesicht zwischen seinen prallen Arschbacken. Es war neu für mich, dass ich jemanden gern leckte, aber Konstantin machte es so sehr an, weshalb er mich mit seinem Stöhnen richtig anfeuerte. Als ich auch noch seinen Vorsaft von seiner Eichel leckte, zitterte er am ganzen Körper.
»Schaaaatz, Fuuuuuck, was…?«, stöhnte er abgehackt, während meine Zunge sich in ihn bohrte.
»Was wohl? Noch hast du die Chance, mich zu nehmen, sonst nehme ich dich«, sagte ich, in der Hoffnung, er würde mich an Ort und Stelle wieder über die Arbeitsplatte legen.
Nach der Aussage war zumindest das Rührei hinfällig. Augenblicklich stellte er die Pfanne vom Herd, zog mich unter den Achseln auf die Beine, um mich wild zu küssen. Doch anstatt mich auf die Arbeitsplatte zu heben, um mich zu vögeln, legte er eines seiner Beine darauf und beugte sich selbst darüber.
»Du willst ernsthaft, dass ich dich?«, fragte ich verblüfft.
»Ja, bitte. Deine Finger fühlen sich schon so heiß an.«
Von mir aus sollte er gerne bekommen, wonach er bettelte. Doch für sein erstes Mal ließ ich mir mehr Zeit, ihn vorzubereiten. Schon während ich ihm einen Finger nach dem nächsten einführte, tropfte aus seinem Schwanz Unmengen an Vorsaft. Auf dem Boden hatte sich bereits eine kleine Pfütze davon gesammelt. Ich traute mich gar nicht, seinen Kolben anzufassen, denn dann wäre er sicher augenblicklich gekommen. Mit viel Spucke schmierte ich meinen Schwanz ein, ehe ich meine Eichel ansetzte. Ich war nicht so groß gebaut wie er, weshalb ich ohne Probleme in ihn gleiten konnte. Dennoch war er so eng, dass er mich gewaltig stimulierte, als ich anfing, ihn zu nehmen. Ich war nie ein großer Freund, diesen Part auszuführen, doch zu erleben, wie hemmungslos er seine Lust herausstöhnte, brachte mich das erste Mal so weit, dass ich meine Eier tief in jemandem entleerte.
Ich zog mich aus ihm zurück, was zur Folge hatte, dass direkt ein Schwung meiner Sahne hinterherkam. Ich griff nach der Küchenrolle, um eine größere Sauerei zu vermeiden, doch da bemerkte ich erst, dass Konstantin die komplette Küchenfront vollgespritzt hatte.
»Ich habe gar nicht gemerkt, dass du gekommen bist«, sagte ich verwundert.
»Zweimal. Das erste Mal, nachdem du angefangen hast, mich zu vögeln und das zweite Mal kurz, bevor du wie ein Wilder in mich gespritzt hast. Von wegen, du magst es nicht, jemanden zu nehmen. Das hat sich gerade ganz anders angefühlt«, meinte er mit einem befriedigten Grinsen im Gesicht.
»Ist auch so. Vielleicht hat nur der Richtige gefehlt.«
»Komm her, mein Schatz, lass uns duschen gehen«, meinte er, bevor ich auf seine Hüften gehoben wurde und einen Kuss bekam.
»Ist es eigentlich okay, wenn ich dich so nenne, oder zu früh?«, schoss er seine Frage unsicher hinterher.
»Wenn ich dich auch so ansprechen darf, bin ich mehr als einverstanden, Schatz«, sagte ich darauf grinsend, worauf er mich wieder anstrahlte.
»Yellow«
Nach der Dusche gab es das versprochene Frühstück, wobei es eher ein verspätetes Mittagessen war. Es war bereits nach ein Uhr nachmittags, weshalb wir uns ganz schön beeilen mussten, das Chaos und unsere Sauerei zu beseitigen. Konstantin musste bereits um vier im Krankenhaus sein. Nachdem die Wohnung wieder glänzte, fuhr er mich noch heim mit dem Versprechen, nach seiner Schicht zu mir zu kommen. Erst schlug er vor, mich vom Club abzuholen, aber in der Woche schlossen wir bereits um eins. So lange wollte ich dann doch nicht dort auf ihn warten. Alle im Club waren verwundert, dass ich zwar mit einem sehr engen Shirt, aber einer langen Jeans hinter der Bar stand. Selbst mein Verhalten hatte sich wieder stark verändert. In den letzten Monaten hatte ich bereits wieder angefangen, stark mit unserer Kundschaft zu flirten. Es war alles wie immer, doch diesmal fühlte es sich falsch an. Ich war bis über beide Ohren in Konstantin verliebt und mega glücklich, dass er nun sogar mein Freund war. Sicher war ich noch freundlich zu den Gästen, aber mehr als ein charmantes Lächeln bekamen sie nicht.
»Hat dich schon wieder jemand belästigt?«, erkundigte sich Mirko deshalb bei mir.
»Nein, alles gut«, wiegelte ich ihn ab.
»Komm schon, Fabi, irgendwas muss sein. Das Outfit ist selbst für dich viel zu spießig und der Kerl eben hatte so heftig mit dir geflirtet, aber bekam nur ein schiefes Grinsen. Raus mit der Sprache. Was ist los?«, mischte sich auch Erik ein.
»Ich habe einen neuen Freund. Das ist los«, sagte ich frei heraus.
»Wow, es muss dich ja ganz schön erwischt haben. Sonst hatte dich das auch nie interessiert, wenn du einen Kerl hattest. Wer ist es? Kenne ich ihn?«, fragte Mirko neugierig.
»Es ist Konstantin.«
Allein bei seinem Namen musste ich grenzdebil grinsen.
»Nicht dein Ernst? Ich dachte, der hat eine Freundin?«, platzte es Erik heraus.
»Er hatte. Seit gestern nicht mehr. Ihr ist es sogar zu verdanken, dass wir überhaupt zusammen sind.«
»Schaaaaatz, du wirst es nicht glauben, aber Fabi ist mit dem heißen Arzt zusammen. Ich hatte also doch recht, dass er total auf ihn steht«, setzte Erik direkt seinen Freund darüber in Kenntnis, der etwas abseits von der Bar stand.
Toni hingegen sah von dieser Neuigkeit wenig begeistert aus, wobei Erik sich etwas zu sehr darüber gefreut hat.
»Hat er was gegen Konstantin, oder warum zieht er so eine Miene?«, wollte ich von Erik wissen.
»Naja, wir hatten eine kleine Wette laufen. Ich war mir sicher, dass ihr zusammenkommen würdet. Seit ich mich durch deine Unterwäsche wühlen musste, habe ich mir auch ein paar dieser Teile gekauft. Toni hingegen weigerte sich, einen für mich anzuziehen. Deswegen haben wir darauf gewettet. Ich kann’s kaum erwarten, ihn in einem Jock zu sehen«, flüsterte er mir kichernd zu.
»Dann haben wir anscheinend beide Glück, wobei unser Griesgram bestimmt heiß in so einem Teil aussehen wird.«
Sofort schoss mir auch ein imaginäres Bild in den Kopf, wie Konstantin wohl darin aussehen würde. Allein der Gedanke daran ließ es in meiner Jeans eng werden.
Nur Mirko teilte nicht unsere Begeisterung. Ich wusste zwar, dass er sich für mich freute, aber es zog ihn herunter, da er sich insgeheim auch jemanden an seiner Seite wünschte.
Zum Feierabend passte es, dass mich Toni mit nach Hause nahm. Sobald wir im Auto saßen, war Erik kaum zu bremsen.
»Du weißt schon, dass du sofort daheim einen von meinen Jocks anprobieren wirst?«
»Schatz, bitte. Wirklich? Ich mag die Teile nicht, außer an dir«, jammerte Toni.
»Hey, das war Teil unserer Wette. Ich helfe dir dann auch beim Ausziehen«, meinte Erik verführerisch.
»Cool, schickst du mir vorher ein Foto?«, sagte ich spaßeshalber, um Toni zu ärgern.
»Wehe!«, grollte dieser nur.
»Spielverderber«, kam gespielt schmollend von mir.
»Trägt dein Freund auch sowas?«, fragte mich Toni.
»Noch nicht, aber ich weiß, was ich ihm heute anprobieren lasse. Danke, dass ihr mich auf die Idee gebracht habt.«
Ich wünschte den beiden noch eine heiße Nacht, als sie mich bei mir absetzten, bevor ich unter die Dusche sprang.
Gemütlich daddelte ich auf dem Sofa, um mir die Zeit zu vertreiben, bis Konstantin kam. Pünktlich um drei bekam ich die Nachricht, dass er sich auf den Weg machte und sich sehr auf mich freute. Himmel, war ich die letzten paar Minuten aufgeregt. Ich stand sogar am Fenster, um die Straße zu beobachten, bis ich endlich sein Auto sah. Sein Blick, als ich ihm die Tür mit nichts außer einem Jock an meinem Körper öffnete, war sagenhaft. Seine Mündigkeit war wie weggewischt. Umso schneller fand ich mich küssend in seinen Armen wieder.
»Du bist so fies«, sagte er grinsend zwischen unseren Küssen.
»Wieso das?«
»Du weißt genau, wie sehr es mich anmacht, wenn du diese Teile trägst. Erst recht, wenn du sonst nichts weiter anhast.«
»Ich versteh das Problem nicht. Wir sind allein. Das, was sich gegen meinen Bauch presst, scheint mehr als bereit zu sein und ich bin es auch«, säuselte ich in sein Ohr, ehe ich seinen Hals anfing zu küssen.
Zum Ausziehen blieb keine Zeit. Mit seiner Jogginghose samt Boxershorts in seinen Kniekehlen hing ich bereits auf ihm. Konstantin, bis zum Anschlag in mir, nahm mich direkt im Flur gegen meine Wohnungstür gelehnt. Bei seinem Tempo dauerte es auch nicht lang, bis er tief in mir kam und meine Ladung zwischen uns klebte. Die zweite Ladung legte er direkt unter der Dusche nach.
»Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber du machst mich wahnsinnig. Eigentlich wollte ich dir vorschlagen, dass du ein paar deiner Klamotten packst und wir zu mir fahren, aber die Fahrt hätte ich nicht überstanden.«
»Na, jetzt sollte es doch gehen. Klamotten kann ich mir auch holen, wenn du zur Arbeit fährst.«
»Schon, aber der Club ist von mir wesentlich näher. Du könntest einen Schlüssel haben. Dann wäre ich nachts auch früher zu Hause.«
»Soll ich nicht gleich meine Sachen packen und zu dir ziehen?«, bekam er als blöde Aussage von mir zurück.
»Echt? Willst du?«, kam es freudestrahlend wie aus der Pistole geschossen.
»Du bist verrückt. Ja, ich liebe dich sehr, aber da lassen wir uns noch ein bisschen Zeit. Immerhin sind wir gerade mal einen Tag ein Paar. Vorschlag zur Güte. Ich packe mir schnell ein paar Klamotten zusammen, dann fahren wir zu dir und ich kann gern die ganze Zeit über bei dir bleiben. Dann schauen wir, wie es passt und jetzt komm kurz mit.«
Nackt wie wir waren, zog ich ihn ins Schlafzimmer zu meiner Unterwäscheschublade. Dort holte ich einen Jock heraus, der mir etwas zu groß war und hielt ihm ihn vor die Nase.
»Ziehst du den mal für mich an?«
Im Gegensatz zu Toni hatte er keine Probleme damit, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Er sah sagenhaft heiß in dem Teil aus. Vor allem, wie er vor dem Spiegel damit posierte und sich selbst aus allen Perspektiven begutachtete.
»Was sagst du? Steht er mir? Er macht zumindest einen schönen Arsch.«
Ihm stehen? Ich musste aufpassen, dass ich nicht anfing zu sabbern.
»Sagen wir es so. Ich kann verstehen, warum du vorhin so über mich hergefallen bist. Du siehst verdammt scharf aus.«
Das Kompliment ließ ihn noch mehr strahlen. Es ging so weit, dass er tatsächlich aufs Bett sprang, sich auf alle Viere begab und seinen Hintern nach oben streckte. Ich verstand mich selbst nicht mehr, dass ich plötzlich das Verlangen verspürte, ihn vögeln zu wollen. Mein Schwanz wäre dazu bereit gewesen. Wie hypnotisiert starrte ich auf seinen prallen Hintern mit freiem Blick auf sein Loch.
»Oder ist es so besser?«, meinte er, ehe er sich auf den Rücken schmiss und seine Beine an seinen Körper zog.
»Fuck, Schatz, willst du, dass wir noch zu dir kommen oder nicht?«
»Dann hättest du mich dieses Teil nicht anprobieren lassen dürfen. Jetzt musst du wohl erst in mir kommen«, sagte er dreckig grinsend.
Was soll ich sagen? Auch diesmal bekam er, was er wollte, nur waren wir danach viel zu geschafft und sind nach der zweiten Dusche kaputt ins Bett gefallen. Es war süß, wie er sich an meinem Rücken schmiegte und mich dabei fest umklammerte.
»Ich liebe dich so sehr«, säuselte er noch, bevor er einschlief.
»Darf ich den behalten?«, fragte er mich, als er sich statt seiner Boxershorts den Jock anzog.
»Gerne. Mir passt er sowieso nicht richtig, aber komm nicht schon wieder auf dumme Ideen«, meinte ich, weil ich gerade dabei war meine große Reisetasche mit Klamotten zu füllen.
»Ich? Niemals?«
Er musste sich sogar das Lachen dabei verkneifen, während er mir provokant seinen Hintern entgegenstreckte, als er sich seine Hose anzog.
»Du bist verdorben«, brachte ich neben einem Lachen hervor.
»Ich habe halt vom Meister gelernt.«
»Mach so weiter und ich verpasse dir meinen Werwolfschwanz.«
Mit der Ansage konnte er nicht viel anfangen, aber ich hatte Zeit, schnell die letzten Sachen zu verpacken, während er versuchte zu kapieren, was ich damit meinen könnte.
»So, fertig. Meinetwegen können wir.«
»Willst du mir nicht erklären, was es damit auf sich hat?«
»Nö, das erfährst du an Halloween noch früh genug. Dieses Jahr kommt doch mein sexy Pirat hoffentlich wieder zur Party?«
»Muss ich in den Dienstplan schauen, aber ich kann versuchen, freizubekommen. Es ist zum Glück noch etwas hin.«
Die restliche Woche verging wie im Flug. Es hatte wirklich Vorteile, bei Konstantin zu wohnen. Toni musste nach der Arbeit keinen Umweg mehr fahren, um mich sicher nach Hause zu bringen. Ich selbst hatte es nicht mehr weit und auch mein Schatz sparte sich so eine halbe Stunde. Unsere tägliche Begrüßung blieb trotzdem jeden Tag stürmisch. Am Samstag wollte er mich dann vom Club abholen, wobei ich ihn zwischendrin vorgewarnt hatte. Boris war wie jeden Samstag mit von der Partie. Entweder funktionierte sein Kurzzeitgedächtnis nicht, oder er war zu dämlich, meine Körbe zu kapieren. Den Samstag war er besonders lästig, da ich ihm vom ersten Moment an verklickert hatte, dass ich vergeben war. Nach seiner Meinung hatte ich dies nur erfunden, um mich bei ihm interessanter zu machen. Er war zwar nicht übergriffig, doch wollte von der Bar einfach nicht weggehen, weshalb ich in einer kurzen Pause Konstantin eine Nachricht schrieb.
»Achtung: Boris ist hier und will nicht von der Bar verschwinden. Wenn du nicht willst, dass die Klatschtante überall rumerzählt, dass wir zusammen sind, bringt mich sicher Toni nach Hause.«
Er hatte die Nachricht zwar gelesen, aber nicht darauf geantwortet. Insgeheim hoffte ich ja, dass Boris irgendwann das Interesse verlor und ein neues Opfer fand. Immer wenn ich gehofft hatte, dass er verschwunden war, saß er ein paar Minuten später wieder am selben Platz.
»Sag mal, wird es dir langsam nicht zu blöd, mich immer wieder dumm von der Seite anzugraben?«
»Absolut nicht. Irgendwann wirst auch du kapieren, dass man mit mir viel Spaß haben kann. Außerdem warten meine Eier noch immer auf eine Wiedergutmachung von dir.«
»Da können deine Eier lange drauf warten. Wann geht es in deinen dämlichen Sportlerschädel rein, dass ich erstens kein Interesse an dir habe und zweitens mit jemandem zusammen bin.«
»Ach, komm schon, Süßer. Beweg doch deinen süßen Arsch mal hier rüber zu mir, dann zeig ich dir, was du verpasst.«
Er stellte sich sogar dabei auf den Hocker, damit er mir seine Latte in der Hose präsentieren konnte.
»Hey Fabi, belästigt dich der Kerl schon wieder?«, hörte ich plötzlich Konstantins Stimme.
Dieser trat hinter Boris hervor und stellte sich neben ihn an die Bar.
»Konstantin? Was interessiert dich das? Bist du jetzt sein persönlicher Bodyguard?«, fragte Boris überrascht.
»Nicht ganz. Ich bin sein Freund. Hey mein Schatz«, meinte er, während er sich über die Theke beugte, damit er mir einen Kuss geben konnte.
Boris‘ Gesichtsausdruck sah aus, als würden im nächsten Moment die letzten seiner Gehirnzellen freiwillig Selbstmord begehen.
»Alter, du betrügst Michelle mit dem Barkeeper? Das muss ich ihr sofort stecken.«
»Du kannst es ihr auch gleich persönlich sagen. Sie und Kerstin kommen auch noch einen Sprung vorbei«, konterte mein Schatz, was dem Hohlbrot wieder die Sprache verschlug.
Meine Laune ging dafür schlagartig durch die Decke.
»Was machst du denn schon hier? Ich habe dich frühestens in zwei Stunden erwartet.«
»Es war heute nicht viel los. Dazu noch deine Nachricht, weshalb Michelle den Vorschlag machte, früher zu verschwinden. Sie holt gerade noch Kerstin. Aber mal was anderes. Wie siehst du aus? Wo ist mein sexy Barkeeper geblieben?«
»Der ist wegen dir im Ruhestand«, gab Erik grinsend seinen Senf dazu.
Ich sagte dazu kein Wort, sondern stellte meinem Freund nur ein Glas Wasser vor die Nase. Boris versuchte verzweifelt, Michelle zu erreichen, während Erik auch noch ausplauderte, dass ich mit niemandem mehr flirten würde, seit wir zusammen sind.
»Schatz, stimmt das?«, wandte sich mein Freund an mich.
»Können wir darüber bitte später in Ruhe reden?«, bat ich ihn, weil ich dafür keine Zeit hatte, es an Ort und Stelle mit ihm zu diskutieren.
Mein Schatz behielt mich im Blick, weshalb ich sehr froh war, als Michelles Lockenkopf neben ihm aufgetaucht war. Boris diskutierte wild mit ihr, wurde aber von den beiden weiter an die Seite gedrängt, damit sie auch Platz an der Bar fanden.
»Hey ihr zwei Hübschen, was darf es für euch sein? Die erste Runde geht auf mich.«
»Hey Fabi«, flötete Michelle, die sich darauf so weit über die Bar lehnte, um mich zu begrüßen, dass sie fast vorn übergekippt wäre.
»Kannst du kurz Pause machen? Dann gehen wir erst zusammen eine Runde tanzen«, fragte sie, wobei Erik neben mir alles mitbekommen hatte.
»Geh ruhig«, meinte dieser lässig.
Bevor wir aber auf die Tanzfläche gingen, landete ich in den Armen meines Schatzes, der mir einen langen Kuss verpasste. Danach begrüßte ich noch Kerstin mit einer Umarmung, ehe wir Boris einfach stehen ließen.
Das war auch neu für mich, in meiner Pause auf der Tanzfläche zu stehen. Wobei »tanzen« der falsche Ausdruck dafür war. Die meiste Zeit über hing ich küssend an meinem Freund und wir bewegten uns gemeinsam zur Musik. Boris hingegen schien es endlich kapiert zu haben. Er war verschwunden und tauchte den ganzen Abend nicht mehr auf. Für die beiden Mädels machte ich einen Pina Colada, wobei die beiden mehr auf der Tanzfläche unterwegs waren. Konstantin blieb an der Bar, bewachte ihre Getränke und hatte genug Zeit, mich zu beobachten. Nur waren mir seine Blicke an diesem Abend unangenehm. Ich bemühte mich umso mehr, so viel Distanz zwischen mir und den Gästen zu wahren wie nur möglich. Bestellung aufnehmen, fertig machen, kassieren, ohne viele Worte. Kein Smalltalk, kein Flirten, sondern nur ein freundliches Lächeln. Zumindest versuchte ich es. Ab und zu fiel ich noch in alte Verhaltensmuster zurück, wobei ich mich sofort schlecht fühlte, als ich in Konstantins Gesicht blickte. Anscheinend hatte er doch damit zu kämpfen, da ich diesen Blick kannte, wenn ich meine Ex-Freunde mit in den Club nahm. Er hielt es immerhin bis zum Ende aus.
Die Mädels hatten sich bereits eine halbe Stunde zuvor verabschiedet. Wir hatten uns später aber zum Brunchen verabredet. Zumindest hatte mir dies Michelle gesagt, als wir uns verabschiedeten. Erik und Mirko schickten mich sogar eher in den Feierabend, aber ich hatte mal wieder ein blödes Gefühl in der Magengegend. Während der kurzen Fahrt nach Hause war Konstantin in Gedanken versunken. Die angespannte Stimmung war greifbar, wodurch sich mein Magen weiter zusammenzog. Erst als wir zur Wohnungstür reingegangen waren, brach er sein Schweigen, wirkte dabei aber sehr ernst.
»Warum machst du das?«
Die Situation erinnerte mich sofort daran, wie immer mit mir Schluss gemacht wurde, weshalb es mir die Tränen in die Augen trieb.
»Es ist halt mein Job. Es war klar, dass es wieder so ausgeht. Jetzt machst du auch mit mir Schluss. Ich habe doch so sehr versucht, mich zusammenzureißen.«
Ich war schon bitterlich am Heulen, als er mich nur fest in den Arm nahm.
»Oh Gott, Schatz, bist du wahnsinnig? Nie im Leben mache ich mit dir Schluss. Ich meine damit dein Verhalten hinter der Bar. Das warst nicht du.«
»Weil es immer der Trennungsgrund war. Du machst mich so glücklich und ich will dich nicht deswegen verlieren. So wie du mich den Abend über angesehen hast, haben mich auch keine Ex-Freunde angesehen, bevor sie mich in den Wind schossen.«
»Sorry, aber das hast du falsch verstanden. Für mich war es schlimm, dich so zu sehen. Du hattest keine Freude mehr, sondern wirktest mechanisch. Du hast mich an mich selbst erinnert. Ich habe mich auch jahrelang verstellt, wodurch ich von Tag zu Tag frustrierter wurde. Das Gleiche passiert dir gerade wegen mir. Schatz, ich habe mich in diesen sexy, witzigen, verdammt charmanten Barkeeper verliebt, der mir am ersten Abend den Kopf verdreht hat. Ich habe kein Problem mit deinen knappen Outfits oder damit, dass du mit den Gästen flirtest, solange du treu bist und danach in meinen Armen liegst. Du hast mich sogar ganz schön vor Michelle blamiert, da ich ihr erzählt hatte, wie sexy du immer hinter der Bar aussiehst und dann stehst du in so einem langweiligen Outfit da.«
Damit brachte er mich zum Schmunzeln, während er mit den Daumen die Tränen von meinen Wangen wischte.
»Entweder ist das gerade ein ganz gemeiner Traum, oder du bist der beste Freund, den ich mir wünschen konnte.«
Daraufhin kniff er mir fest in den Hintern, sodass ich quiekte.
»Hmm, du scheinst wach zu sein. Kein Traum. Fabi, ich meine es ernst. Ich liebe dich sehr, so wie du bist. Bitte bleib genauso, wie du warst.«
Es war die erste Nacht, in der wir nicht übereinander herfielen, obwohl wir eng aneinandergeschmiegt im Bett lagen. Konstantin hielt mich die ganze Nacht, streichelnd, fest an seinen Körper gepresst. So ließ er den Knoten in meinem Magen sich ein für alle Mal auflösen.
Ich hatte so fest geschlafen, dass ich nicht mitbekam, wann mein Schatz aufgestanden war, doch konnte ihn in der Küche hantieren hören. So stand ich auf und ging nachsehen. Mich wunderte zwar, wie überrascht er mich ansah, als ich zu ihm herüberging, bekam aber dennoch meinen langen Guten-Morgen-Kuss. Doch das Kichern im Hintergrund war neu.
»Süßer Hintern«, bekam ich als Kommentar, worauf mir die Röte ins Gesicht stieg.
»Spring auf, ich trag dich zurück ins Schlafzimmer«, flüsterte mir Konstantin schmunzelnd ins Ohr.
»So schnell hast du bei mir keinen Ständer bekommen«, bekam auch Konstantin sein Fett weg, als er mich zurücktrug, wobei er meinen Hintern mit seinen Händen bedeckte.
Mein Ständer drückte dabei fest an seinen Bauch.
»Seit wann sind die beiden denn schon da?«
»Vielleicht eine halbe Stunde. Du hast echt einen verdammt tiefen Schlaf«, meinte mein Schatz lachend, als er sich noch schnell eine Boxershorts drunterzog.
»Na, das war aber eine schnelle Nummer«, grinste uns Michelle entgegen, als wir angezogen wieder aus dem Schlafzimmer kamen.
»Hör auf. Das eben war peinlich genug. Es ist eh schon klasse, dass du kein Problem damit hast, dass wir uns vor dir küssen, aber das hätte ich dir gern erspart.«
»Ganz ehrlich. Ich sehe den Tag über so viele nackte Kerle, da ist es auch mal nett, ein gutaussehendes Exemplar darunter zu sehen. Außerdem hat Konsti auch kein Problem damit, wenn ich Kerstin küsse. Apropos, brauchst du Hilfe in der Küche?«
»Passt schon, bin gleich fertig«, meldete sich mein Schatz.
Nach dem kleinen Fauxpas wurde es mit den beiden ein richtig schöner Nachmittag. Natürlich kam auch mein langweiliges Outfit vom Vortag zum Gespräch, wobei wir wieder auf das Thema Halloweenparty kamen. Davon waren sie so begeistert, dass auch sie mitkommen wollten. Für Kerstin war dies ein gefundenes Fressen als Modedesignerin. Sie hatte schon Ideen im Kopf, was für sexy Kostüme sie für sich und ihre Freundin schneidern könnte.
»Dann musst du mir aber auch helfen, mein Kostüm aufzumotzen. Nicht, dass ihr mir alle die Show stehlt.«
»Oh, ich hoffe, du hast noch die goldene Totenkopfmaske. Ich hätte da nämlich eine grandiose Idee.«
Somit hatte ich bis Halloween einiges zu tun.
»Monster Mash«
An meinem Kostüm gab es weniger zu tun. Das Einzige, was ich mir dieses Jahr dazu bestellte, waren Effekt-Kontaktlinsen und passende künstliche Fingernägel. Dafür war mein Wagenkorb reichlich für Konstantin gefüllt. Aus ihm machte ich einen sexy, modernen Hexendoktor. Sein Outfit bestand komplett aus schwarzem Leder und goldenen Highlights, passend zur Maske. Die Hose saß bereits wie eine zweite Haut an seinen trainierten Beinen. Sie machte einen sexy Arsch und durch den Jock sah sein Paket vorn gewaltig aus. Auch die Weste passte ich durch die vielen Schnallen an seinen sexy Oberkörper an. Dazu gab es noch den passenden Gürtel mit Totenkopfschnalle. Für seine Hände besorgte ich noch fingerlose Handschuhe und einen Haufen goldener Totenkopfringe. Seine blonden Haare gelte ich streng nach hinten, schminkte ihm um die Augen schwarz, wodurch seine Augen noch intensiver durch die Halbmaske strahlten. Während er noch die Stiefel anzog, machte ich mich schnell fertig. Nachdem die Kontaktlinsen, die spitzen Zähne und die Fingernägel saßen, fehlte eigentlich nur noch der Schwanz.
»Oh, erfahre ich jetzt endlich das Geheimnis?«, fragte er, als ich das Plüschteil aus der Tasche holte.
Er konnte sich also noch daran erinnern. Ich hielt ihm den wuscheligen Schwanz vor die Nase. Er begutachtete ihn von allen Seiten, aber in seinem Gesicht tauchten nur noch mehr Fragezeichen auf.
»Was ist daran jetzt so besonders?«
Ich öffnete langsam meine Hand, wodurch der silberne Analplug sichtbar wurde und Konstantin große Augen bekam.
»Nicht dein Ernst… Den ganzen Abend… In dir?«, fragte er abgehackt.
»Sicher. Würdest du? Mit den spitzen Fingernägeln könnte es sonst schmerzhaft werden.«
Zur besseren Verdeutlichung kniete ich mich aufs Bett.
»Dir ist klar, dass ich jetzt den ganzen Abend an nichts anderes mehr denken kann?«, meinte er, als er mir das Teil langsam einführte.
»Gut, umso mehr freust du dich später drauf, es mir wieder rauszuziehen. Pass nur auf, dass dir die Hose nicht platzt«, brachte ich lachend hervor.
Als wir aus dem Schlafzimmer kamen, klappten Michelle und Kerstin der Kiefer runter.
»Leck mich am Arsch, aus welchem Porno seid ihr denn entsprungen«, sagte Michelle, wobei von Kerstin nur ein »Geil« kam.
Die beiden sahen dafür aus wie zwei Vampirinnen, die dem Moulin Rouge entsprungen sind.
»Komm, ihr seht genauso scharf aus. Macht dich der Anblick von ihnen scharf?«, flüsterte ich den letzten Teil zu meinem Schatz.
»Nein, aber meine Gedanken sind eh gerade ganz woanders«, bekam ich zurück, weshalb ich schmunzeln musste.
Die Mädels kamen zu uns herüber und begutachteten uns. Kerstin fummelte gerade an meinem mit Fell besetzten Harness herum und meinte, dass wir den für nächstes Jahr sicher optimieren konnten, als Konstantin plötzlich panisch »Nicht…« sagte.
Da spürte ich es schon, wie mir ruckartig der Plug rausgezogen wurde.
»… so fest an dem Schwanz ziehen«, beendete mein Schatz erschrocken seinen Satz.
»Was zur Hölle?«, kam es von Michelle, die kurz vorm Platzen den Plüschschwanz in ihren Händen hielt.
»Fuck, warum will mir immer jeder am Schwanz ziehen? Schatz, würdest du ihn bitte wieder reinstecken?«
Michelle und Kerstin brachen vor Lachen beinahe zusammen, als mir Konstantin das Teil wieder einführte, ehe er sich schützend hinter mich stellte.
»Sorry Fabi, das nächste Mal warnt ihr mich bitte vor«, meinte Michelle.
»Genau, es reicht ja nicht, dass du mich schon nackt gesehen hast, da werde ich dir auf die Nase binden, wenn ich ein Sextoy in mir stecken habe. Langsam reicht es an peinlichen Begegnungen.«
»Ist doch nicht schlimm. Egal, kommt. Lasst uns noch ein paar Fotos machen«, kam es von Michelle, die bereits ihr Handy zückte.
Dabei sind ein paar wirklich coole Aufnahmen entstanden, aber dann wurde es Zeit, aufzubrechen.
Ich war froh darüber, dass die Mädels mit waren. So brauchte mein Schatz nicht die ganze Zeit über an der Bar allein zu sitzen, sondern konnte auch mit ihnen tanzen gehen. Ich hatte meinen Spaß hinter der Bar und war wieder ganz der Alte. Nur dass ich in meinen Pausen mich nicht nach hinten verzog, sondern vor der Bar auf dem Schoß von Konstantin saß.
»Schatz, kannst du bitte aufhören, an dem Plug zu spielen? Du machst mich damit noch wahnsinnig«, flüsterte ich in sein Ohr, als er wieder dabei war ihn tiefer zu drücken.
»Du kannst dich wenigstens mit Arbeit ablenken, aber ich habe dich die ganze Zeit vor Augen. Langsam bildet sich wegen dir ein Sumpf an meinen Eiern.«
»Scheiß drauf. Komm mit«, sagte ich und sprang von seinem Schoß.
An der Hand zog ich ihn in den Darkroom. Bisher kannte ich ihn nur im Hellen. Selbst war ich noch nie mit jemandem hier drin gewesen. Um uns herum waren überall Kerle miteinander beschäftigt und stöhnten um die Wette. Es gab ein paar kleinere Kabinen, auf die ich zusteuerte. Die erste freie davon beschlagnahmte ich für uns. Ich wollte gar nicht wissen, wer sich bereits alles hier drin verewigt hatte, aber es war eine Wohltat, meinen Schwanz zu befreien, während Konstantin sich bereits in mich bohrte. Es dauerte nicht lang, bis meine Sahne gegen die Wand klatschte und er mich mit einer gewaltigen Menge abfüllte. Damit hatte der Plug nun nicht mehr einen rein stylischen Grund.
»Und besser?«, fragte ich meinen Schatz, als ich vorsichtig meine Kronjuwelen wieder verpackte.
»Etwas, aber den Rest hebe ich mir für zu Hause auf. Ich hätte nie damit gerechnet, mal in einem Darkroom zu landen.«
»Glaub mir, ich auch nicht, obwohl ich neben einem arbeite.«
Als ich von meiner Pause zurückkam, erntete ich von meinen Kollegen nur wissende Blicke. Zum Glück hatten die Mädels unser kurzes Verschwinden nicht bemerkt. Sonst lief der Abend ruhig ab, wobei Konstantin schon oft von anderen Kerlen angeflirtet wurde, was mich bei seinem Outfit jedoch nicht wunderte. Doch genauso wie er mir vertraute, vertraute ich auch ihm. Sie hatten alle keine Chance, nur ich durfte mir ab und zu einen Kuss von ihm stehlen. Ich konnte ihm sogar einen meiner Chefs vorstellen. Zumindest den einen, welchen ich mochte. Noah saß lange bei ihm an der Bar und unterhielt sich mit meinem Schatz. Wahrscheinlich vögelte sein Freund gerade wieder jemanden anderes. Ich verstand nie, wie er damit zurechtkam, aber so wirklich sprechen wollte er nie darüber.
Zum Ende hin ging Marvin, unser DJ, zu den Schmusesongs über. Das war meist das Zeichen, dass es nicht mehr lang bis zum Feierabend dauern würde. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, wenigstens für zwei Songs mit meinem Freund die Tanzfläche zu erobern. Mit meinen Armen um seinen Nacken bewegten wir uns zur Musik. In seinen Augen ertrinkend gab es gefühlt nur noch uns auf der Tanzfläche. Ich hätte noch die ganze Nacht dort mit ihm stehen können. Erstrecht, als er seine Hand in meinen Nacken legte und mich küsste, vergaß ich alles um uns herum. Am liebsten hätte ich Marvin erwürgt, als er durchsagte, dass er nun den letzten Song für den Abend spielte, denn das hieß für mich wieder zurück an die Arbeit.
»Schaut mal. Ich hatte recht, dass ihr ein wirklich süßes Paar seid«, sagte Michelle, als wir zurück an die Bar kamen.
Wir hatten gar nicht bemerkt, dass sie von uns ein weiteres Bild gemacht hatte. Konstantin hatte seine Maske, bevor wir tanzen gingen, abgelegt und auf dem Bild konnte man sehen, wie sehr wir ineinander verliebt waren. Ich an Michelles Stelle wäre wahrscheinlich durchgedreht, wenn ich ihn so mit jemandem tanzen gesehen hätte, doch sie freute sich für uns. Ich mich auch, denn es wurde mein neues Profilbild.
Konstantin brachte die Mädels schnell zu Kerstin, ehe er mich vom Club abholte.
»Mein Outfit ist dir zwar richtig gut gelungen, aber ich kann es kaum erwarten, aus den Klamotten rauszukommen. Es klebt alles nur noch an mir.«
»Dafür ist mir arschkalt, trotz des dicken Mantels.«
»Oh Schatz, dir wird gleich wieder heiß werden, sobald wir zu Hause sind. Dafür sorge ich persönlich.«
»Hat dir unsere Nummer zwischendurch etwa nicht gereicht?«, fragte ich amüsiert und legte meine Hand bei ihm in den Schritt.
»Schatz, Finger weg, oder ich werde hier gleich zum Tier. Dazu würde ich uns noch gerne sicher heim bringen.«
Danach standen wir in Blitzgeschwindigkeit vor seinem Wohnhaus. Von wegen erst aus den Klamotten raus. Das Einzige, was er auszog, beziehungsweise herauszog, war der Plug aus meinem Hintern, ehe ich mal wieder wild küssend auf seiner Hüfte hing. Erst als er mich auf der Arbeitsplatte abgelegt hatte, riss er sich die Lederweste vom Oberkörper. Nur kurz zog er sich aus mir zurück, um mir meine Hose samt Jock vom Hintern zu reißen. Als mein Harness an der Reihe war steckte er bereits wieder tief in mir. Im Kuss vereint krallte ich mich vor Lust stöhnend wie immer in seinen Rücken. Die Nummer war wild und mehr als heiß, so wie er sich regelrecht in mir austobte. Es herrschte dieselbe Energie wie zuvor im Darkroom, nur dass er nicht aufhörte, als er in mir kam, sondern im normalen Tempo weitermachte. Ich hingegen brauchte einfach nur genießen.
Nachdem er mit mir fertig war, lag ich vollgesaut, erledigt und total befriedigt vor ihm auf der Platte. Er hingegen zog sich noch komplett aus, ehe er kurz aus meinem Sichtfeld verschwand.
»Und was denkst du? Gehen wir nächstes Jahr im Partnerlook?«, fragte er mich.
Als ich mich aufrichtete, musste ich lachen. Stand mein Schatz doch tatsächlich neben mir und wackelte mit seinem Hintern, sodass der Plüschschwanz wedelte.
»Steht dir, aber ich würde es dir nicht empfehlen. Hinter der Bar kommt keiner an mich heran. Dir werden sie das Teil öfter rausziehen.«
Erst dann fiel mein Blick auf seinen Rücken.
»Oh Fuck, Schatz, es tut mir leid«, keuchte ich erschrocken.
»Was tut dir leid?«
»Brennt dir nicht dein Rücken. Ich habe die dämlichen Fingernägel vergessen. Du siehst aus, als hätte dich eine Katze angefallen.«
»Muss man wohl mit leben, wenn man einen Werwolf vögelt. Alles gut. Ich spüre nichts und das geht sicher schnell wieder weg. Ich habe eine gute Salbe dafür. Damit kannst du mich nach dem Duschen einschmieren. Jetzt komm her, Tiger, ab unter die Dusche mit uns«, meinte er lässig und hob mich von der Platte herunter.
Es war schon witzig, mit anzusehen, wie der Schwanz an seinem nackten Hintern mitschwang, als er vor mir ins Badezimmer ging. Während ich noch dabei war mir die Fingernägel abzufummeln, kuschelte er sich von hinten an mich.
»Ich weiß jetzt endlich, was ich dir zum Geburtstag schenken werde«, meinte er und grinste mir durch den Spiegel entgegen.
»Was denn? Vernünftigen Entferner für diese dämlichen Nägel? Das war das erste und letzte Jahr, in dem ich mir so einen Dreck geholt habe. Die Dinger sind mega unpraktisch.«
»Nein, was viel Besseres.«
Natürlich wollte er es mir nicht verraten. Dafür war er aber ganz heiß drauf, dass ich den Plug durch meinen Schwanz ersetzen durfte.
»Aus uns«
Mein Geburtstag war dreizehn Tage später. Das Jahr zuvor hatte mir Konstantin einen Muffin mit Kerze nachts ans Bett gebracht. Aber dieses Jahr begann er schon mies. Es war ein Donnerstag und mein Schatz hatte Frühdienst, was bedeutete, dass ich bis zum späten Nachmittag warten musste, bis er nach Hause kam. Immerhin hat mir Noah frei gegeben, damit wir wenigstens den Abend miteinander verbringen konnten. So zumindest war der Plan.
»Bei mir wird es leider etwas später. Hier kommt ein Notfall nach dem nächsten rein. Ist wie verhext. Liebe dich«, schrieb mir Konstantin gegen sechzehn Uhr eine Nachricht. Eine Stunde später bekam ich dann noch einen Anruf von Noah.
»Hey Fabi, erstmal Happy Birthday. Ich weiß, dass du mich hassen wirst, aber kannst du heut Abend vielleicht kommen? Erik ist mit Toni unterwegs und Mirko kommt nicht von der Schüssel runter«, jammerte er ins Telefon.
»Echt jetzt? Ja, von mir aus, aber dafür habe ich was gut bei dir.«
»Danke, auf dich ist einfach Verlass. Dann bis um sieben.«
Bruch aufgelegt. Innerlich hätte ich heulen können, aber hey, ein Geburtstag kam schließlich jedes Jahr.
»Sorry Schatz, muss leider doch arbeiten. Erik vögelt sich wahrscheinlich irgendwo mit Toni das Hirn raus und Mirko hat die Scheißerei. Sehen uns spätestens um eins, oder vielleicht noch vor Mitternacht, wenn mich Noah eher gehen lässt. Liebe dich auch«, schrieb ich Konstantin mit einem heulenden Smiley dahinter.
Um kurz vor sieben ging ich durch die Hintergasse, weil es kürzer war. Irgendwer hatte vergessen, den Keil aus der Hintertür zu nehmen, was für mich praktisch war. So musste ich nicht einmal um das Gebäude rennen und konnte direkt meine Jacke in der Umkleide ablegen. Im Club selbst war alles dunkel, weshalb ich gegen jemanden gestoßen bin. Man konnte kaum die eigene Hand vor Augen sehen.
»Hey, pass doch auf«, schnauzte mich Marvin leise an, den ich an seiner Stimme erkannte.
»Wovor verstecken wir uns? Ist was passiert?«, flüsterte ich so leise wie möglich.
»Sei einfach still und warte. Geht gleich los.«
Das war seltsam, aber okay, dann lehnte ich mich halt an die Wand und wartete ab, was passierte.
»Sollte Fabi nicht langsam da sein?«, hörte ich Mirko bestimmt zehn Minuten später flüstern.
»Sagt der, der sich angeblich die Seele aus dem Leib scheißt?«, knurrte ich, da er anscheinend doch zur Arbeit erschienen ist.
»Fabi? Du bist hier, aber wie…?«, fragte Noah plötzlich.
»Die Hintertür war offen. Kann mir einer erklären, was hier los ist?«
Mit einem Schlag ging das Licht an, alle schrien »Überraschung« und »Happy Birthday« erklang aus den Boxen.
Boah, ich musste mich erst einmal an die Helligkeit gewöhnen, da mir einer der Scheinwerfer direkt ins Auge leuchten musste. Warum ich nicht selbst draufkam, dass sie so etwas für mich veranstalteten, war ganz einfach. Es war in den ganzen Jahren noch nie der Fall gewesen.
Es war dennoch eine großartige Überraschung. Erst recht, als mein Schatz mit einem Strauß Blumen auf mich zukam.
»Was machst du denn hier? Ich dachte, es gibt so viele Notfälle?«, fragte ich Konstantin, nachdem er mich geküsst hatte.
»Die gab es auch. Erst meine Mum, dann musste ich deine Torte abholen und danach alles für deine Überraschungsparty hier vorbereiten.«, erklärte er mir, während mich der Rest nach und nach umarmte.
Sogar Michelle und Kerstin waren mit da.
»Das heißt, es war alles geplant? Was hättest du gemacht, wenn ich nein gesagt hätte?«, fragte ich Noah.
»Die Sorge hatte ich nicht. Auf dich ist immer Verlass. Aber dann hätten wir ein Problem gehabt. Doch hey, hat ja alles beinahe gut geklappt, wenn nicht jemand vergessen hätte, die Hintertür zu schließen. Wie lange warst du bitte schon hier?«
»Bestimmt schon zehn bis fünfzehn Minuten. Marvin meinte, ich soll still sein und warten. Hätte Mirko nichts gesagt, stünden wir sicher noch immer im Dunkeln.«
Meine schlechte Laune war wie weggeblasen. Es war mit Abstand der beste Geburtstag, den ich seit Jahren hatte.
»Danke, Schatz, das war das beste Geburtstagsgeschenk, was mir bisher jemand gemacht hat. Selbst wenn der Tag bescheiden anfing, war der Abend umso grandioser. Danke, danke, danke«, bekam er samt vieler Küsse von mir zu hören, als wir wieder zu Hause waren.
»Ich hätte gerne auch deine Eltern eingeladen, aber niemand aus dem Club wusste, wie ich sie erreichen konnte. Wäre doch schön gewesen, auch deine Familie dabei zu haben.«
»Puh, zum Glück, denn dann wäre die Party ein Flop geworden. Die Leute aus dem Club sind meine Familie. Mit meinen Erzeugern habe ich, seit ich sechzehn bin, keinen Kontakt mehr.«
Bisher hatte ich das Thema gerne verschwiegen, aber irgendwann musste er es erfahren.
»Wieso das denn? Weil du schwul bist?«
»Nein, das wissen sie nicht einmal. Sie sind sozialer Abfall. Zu viel Alkohol, faul bis zum Gehtnichtmehr und manchmal waren auch Drogen im Spiel. Ich bin mehr als Unfall entstanden, was ich oft genug zu hören bekam. Mit sechzehn bin ich von zu Hause abgehauen. Seitdem habe ich nie wieder etwas von ihnen gehört. Du brauchst auch nicht so traurig zu schauen. Mir geht es gut damit und ich habe es auch ohne Sie geschafft, mir ein vernünftiges Leben aufzubauen.«
»Trotzdem tut es mir für dich leid. Du bist alles, aber kein blöder Unfall. Aber ist es dann überhaupt für dich okay, wenn wir am Sonntag zu meinen Eltern fahren würden?«
»Bist du dir sicher, ihnen schon jetzt zu sagen, dass du einen Kerl liebst?«, fragte ich ihn sehr überrascht.
»Sie wissen dank Michelle schon Bescheid. Sie hatte nach der Party auch Bilder von uns in ihren Status gestellt. Nur blöd, dass sie auch meine Mum in ihren Kontakten hatte. Ich hatte ein bisschen Schiss, weshalb ich das Telefonat, solang es ging, hinausgezögert habe, bis sie gestern plötzlich im Krankenhaus stand. Da kam ich natürlich nicht mehr drum herum, mit ihr zu sprechen. Kurzum: Es war zwar überraschend für sie, aber meine Eltern haben damit kein Problem, auch wenn mein Vater nicht ganz so begeistert davon ist. Jetzt wollen sie dich natürlich kennenlernen, nachdem Michelle die ganze Fahrt über von dir geschwärmt hat, als wir die Torte für dich abgeholt haben. Am liebsten wäre sie sogar mit zu deiner Party gekommen.«
»Dann hättest du sie halt eingeladen. Ich habe kein Problem damit, deine Eltern kennenzulernen, wenn du das möchtest.«
»Naja… Ich wusste, in welchem Outfit du zur Arbeit erscheinen wirst. Nimm es mir bitte nicht übel, aber ich finde sie sexy, doch für ein erstes Kennenlernen wäre mir ein normales dann doch lieber.«
»Gut, das kann ich verstehen. Na, dann lerne ich wohl am Sonntag meine neuen Schwiegereltern in angemessener Kleidung kennen«, sagte ich fröhlich, weil ich mich insgeheim freute, dass seine Eltern die Nachricht so positiv aufgefasst hatten.
»Ich bin sicher, dass sie dich mögen. So, dann kommen wir jetzt zu deinem richtigen Geschenk.«
Für mich war die Party bereits das tollste Geschenk gewesen, aber da drückte er mir zusätzlich noch einen Umschlag in die Hand. Es war ein Gutschein, doch nicht irgendeiner. Er war für ein professionelles Paar- und ein Akt-Shooting.
»Die Schnappschüsse von Michelle haben mich auf die Idee gebracht. Dazu sahen wir vor dem Badezimmerspiegel so heiß zusammen aus. Wie findest du es?«
»Ich finde es genial. Dankeschön, aber dir ist bewusst, was Akt-Shooting bedeutet?«
»Sicher. Erst wollte ich nur das Paarshooting, aber dann zeigte sie mir auch ein paar der Aktaufnahmen. Sie sahen so heiß aus und es reizte mich, solche Bilder von uns zu haben.«
Allein der Gedanke daran machte mich so scharf, dass ich kurz drauf über ihn herfiel.
Das Treffen mit seinen Eltern lief auch großartig. Sicher war es am Anfang etwas steif, aber vor allem mit seiner Mum verstand ich mich wahnsinnig gut. Sein Dad war mir gegenüber noch recht neutral eingestellt, aber dennoch war er absolut nicht unfreundlich. Das Zusammenleben mit Konstantin war traumhaft, selbst wenn unsere Dienstpläne es manchmal nur zuließen, dass wir weniger Zeit am Tag miteinander verbringen konnten. Dennoch konnten wir über alles miteinander reden. Streit gab es zwischen uns nie. Wir waren einfach glücklich, den anderen gefunden zu haben. Bereits ein halbes Jahr später wagte ich auch den Schritt und zog fest mit bei ihm ein. Für mich war er der Traummann schlechthin und in meiner Wohnung war ich nur, um noch mehr Klamotten zu holen. Beim Umzug selbst lernte ich die Vorteile kennen, einen Arzt als Freund zu haben. Ich konnte recht tollpatschig sein, weshalb ich mich in einem Moment der Unachtsamkeit mit einem Kuttermesser in die Hand schnitt. Professionell war mein Schatz sofort zur Stelle. Alles Nötige hatte er in seinem Auto, womit er sofort meine Hand versorgte. Wir hatten uns extra beide eine Woche freigenommen, damit wir alles über die Bühne bringen konnten. Ab dem Zeitpunkt wurde seine Wohnung zu unserem gemeinsamen Zuhause.
Sobald es Sommer wurde, löste ich meinen Gutschein ein. Ich fand ein Paar-Shooting in der Natur schöner als im Studio. Wir hatten uns extra davor gegenseitig zurechtgemacht. Damit meinte ich auch, den Intimbereich gestutzt und in Form gebracht. Immerhin sollte es auf den Fotos ästhetisch aussehen. Dazu haben wir gevögelt bis zum Abwinken, nur um nicht gleich einen Ständer zu bekommen, wenn wir uns ausziehen sollten. Die Fotografin war genial. Bereits im Stadtpark machte sie von uns solch wunderschöne Aufnahmen. Ich hatte gedacht, gestellte Fotos könnten nie so schön sein, aber sobald mich mein Schatz verliebt ansah, vergaß ich alles um mich herum. Für das anschließende Akt-Shooting gingen wir zurück ins Studio. Es wurden Aufnahmen gemacht, wie wir uns gegenseitig langsam auszogen. Leider ging unser Plan nicht auf, denn noch bevor wir uns die Hosen auszogen, waren wir beide hart.
»Es braucht euch nicht unangenehm zu sein. Macht einfach genauso weiter. Vergesst mich einfach, stellt euch einfach vor, ihr wärt allein«, ermutigte uns die Fotografin.
»Konzentriere dich einfach nur auf mich«, sagte mein Schatz, wodurch es mir leichtfiel, wieder alles um mich herum auszublenden.
Das gesamte Shooting dauerte den halben Tag, aber schon die unbearbeiteten Aufnahmen waren der bloße Wahnsinn. Sie waren so gut, dass ich direkt zwei Fotobücher bei ihr in Auftrag gab. Als wir diese zwei Wochen später bei ihr abholen, fragte sie uns sogar, ob sie eines der Aktfotos bei sich ausstellen durfte. Natürlich, ohne dass die Gesichter zu sehen waren. Bis auf eine Seite meines Hinterns war es sonst auch jugendfrei. Tatsächlich war es eines meiner Lieblingsfotos aus dem Buch gewesen.
Wir waren so von dem Shooting begeistert, dass wir auch Michelle einen Gutschein zum Geburtstag schenkten. Es diente somit gleich als Kombigeschenk für sie und Kerstin. Für meinen Schatz ließ ich zwei von den Bildern auf Acryl drucken. Vor all seinen Freunden riss er das Geschenkpapier herunter und freute sich, als er unser normales Lieblingsbild von uns in groß vor sich hatte. Das zweite trieb ihm jedoch die Röte ins Gesicht. Es war das gleiche heiße Bild von uns, welches nun auch bei der Fotografin hing, nur waren hier unsere Gesichter zu sehen. Bloß eine Seite wurde darauf von uns beleuchtet. Es setzte meinen Hintern in Szene und seinen traumhaften Oberkörper. Dazu natürlich seinen überaus verliebten Blick, wie er mich ansah. Der Rest drumherum war schwarz.
»Scheiße, ist das heiß. Kerstin, schau mal, das blüht uns demnächst auch«, kam es von Michelle, die sich hinter Konstantin geschlichen hat.
»Wahnsinn. Ihr zwei seht aus wie Models. Ich sollte doch mal über eine Männerkollektion nachdenken«, meinte Kerstin.
»Du hattest doch erwähnt, es gibt Fotobücher. Zeig mal«, wurde Michelle nun neugierig.
»Ja, gibt es. Das normale kann ich dir holen, aber das andere bleibt verschlossen. Die Fotos sind eher für uns beide.«
»Dann hol nur das eine. Das andere will ich dann sehen, wenn alle weg sind«, meinte sie grinsend.
Das Album machte wie erwartet eine Runde durch die Gäste. Wir bekamen dadurch viele Komplimente. Doch Michelle wollte den Abend über absolut nicht lockerlassen, das erotische Buch zu sehen.
»Kommt schon, jetzt zeigt es mir doch. Ich will wissen, auf was wir uns einstellen müssen«, sagte sie mit einem Schmollmund, als nur noch wir vier übrig waren.
»Von mir aus zeig es ihr, wenn du willst, Schatz. Meinen Arsch kennt sie eh, da wird sie mein Ständer nicht aus den Socken hauen. Sie wird eh keine Ruhe geben«, sagte ich zu meinem Schatz, da es mich wirklich nicht störte.
»Ja, Konsti, bitte. Dich kenn ich sowieso nackt und vor Kerstin braucht ihr euch nicht zu schämen.«
»Bist du dir sicher?«, fragte mich mein Schatz vorsichtshalber noch einmal, worauf ich nur mit den Schultern zuckte.
Er wusste eben, dass auf einigen Fotos wirklich alles zu sehen war. Auf einem Foto hing sogar ein Faden Vorsaft von seiner Eichel, weil die Fotografin wollte, dass ich seinen Ständer in die Hand nahm.
»Jungs, das ist Erotik pur. Da wird selbst mir heiß, obwohl ich auf Frauen stehe«, sagte Kerstin, nachdem sie durch das Buch geblättert hatten.
»Und von dir kein dummer Spruch?«, stichelte ich Michelle an.
»Süße, trink bitte schnell aus. Wir müssen nach Hause«, sagte sie nur und schaute dabei seltsam.
»Ist dir übel? Brauchst du irgendwas?«, fragte Konstantin besorgt, doch Kerstin fing nur an zu lachen.
»Von wegen. Guckt euch ihre Nippel an. Ich weiß genau, was sie gerade braucht«, sagte Kerstin lachend.
Für mich sahen sie normal aus. Dafür bemerkte ich aber einen dunklen Fleck zwischen ihren Beinen.
»Hast du dich angepinkelt?«, fragte ich daher amüsiert.
»Sei ruhig. Bitte Süße, lass uns gehen«, bettelte Michelle ihre Freundin an.
Kerstin und Konstantin hatten ein wissendes Grinsen auf den Lippen, doch ich stand wie der letzte Idiot da. In Windeseile zogen sie sich an, bevor sie beim Verabschieden unsere Wohnung verließen. Keine Umarmung, sondern nur ein schnelles »Tschüüüüs«.
»Kannst du mir mal bitte verraten, was da gerade los war?«, fragte ich meinen Freund, der sich vor Lachen auf dem Sofa kugelte.
»Aus ärztlicher oder normal sterblicher Sicht?«
»So dass ich es kapiere, eben.«
»Michelle war gerade so geil, dass sie extrem feucht wurde. Sie hat sich nicht eingepinkelt. Das war Vaginalsekret.«
»Krass. Also im Grunde genommen wie der Vorsaft, der sich gerade in deine Jeans saugt? Hat dich das jetzt so angeturnt?«, wollte ich wissen, da sich langsam tatsächlich ein dunklerer Fleck bei ihm bildete.
»Nein. Die beiden könnten hier nackt vor uns stehen, das wäre mir egal, aber ich hatte die ganze Zeit an unser Shooting denken müssen. Zum Glück hat keiner meinen Ständer bemerkt, als ich das große Bild ausgepackt habe. Apropos, das hängen wir gleich morgen im Schlafzimmer auf und das andere hier über die Couch«, erklärte er mir, während er langsam auf mich zukam.
Bei seinem Blick war klar, was als Nächstes passierte. Wie genau vor einem Jahr stöhnte ich mir auf der Kücheninsel meine Seele aus dem Leib.
Somit hatte mein Unfall am Ende doch etwas Gutes. Wer weiß, ob wir uns sonst jemals so nahegekommen wären. Ich für meinen Teil war Michelle mehr als dankbar, dass sie ihn freigegeben hatte, damit er mich lieben konnte. Er zeigte mir jeden Tag, wie glücklich er mit mir war. Sicher war er an manchen Tagen auch sehr geschafft von der Arbeit, aber sobald ich in seinen Armen lag, legte sich ein zufriedenes Lächeln auf seine Lippen.

einfach sehr TOLLE und gut geschriebene Geschichten kann nicht genug davon lesen.
LG Achim
Hey Achim, dankesehr. Ende des Monats gibt es sogar schon Teil drei der Geschichte.
LG O.G.