
Es passiert, wenn man am wenigsten damit rechnet…
Wie jedes Jahr trat Sandro seinen Job bei der Konferenz an. Mittlerweile war er festes Mitglied des Teams, aber dieses Jahr gestaltete sich alles etwas geheimnisvoller. Dem Grund dafür sollte er noch früh genug erfahren.
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Eine angenehme Überraschung
Endlich war es so weit. Ich saß im Flieger von Berlin nach Amsterdam. Leider nicht, um Urlaub zu machen, sondern um auf einer Managementkonferenz zu arbeiten. Für mich bedeutete es nun eine Woche voller Stress, aber trotzdem mochte ich genau diese Zeiten immer besonders. Von der Stadt würde ich nur wenig zu sehen bekommen. Auch mein Hotelzimmer sah ich, wenn ich Glück hatte, nur zum Schlafen. Wenn ich meinen Freunden davon erzählte, verstanden sie nie, wieso ich mir dies freiwillig antat. Gerade weil ich definitiv unterbezahlt wurde für das, wofür ich dort alles zuständig war. Dennoch freute ich mich immer riesig, die Leute wiederzusehen, welche mit mir dieses Event auf die Beine stellten. Trotz des Stresses waren wir über die Jahre Freunde geworden. Halt eine kleine Eventfamilie, weshalb wir immer mächtig Spaß hatten.
Seit mittlerweile neun Jahren begleite ich diese Konferenz. Verantwortlich für die komplette visuelle Darstellung. Zwei Jahre davon war ich in einer Agentur tätig, aber hatte mich danach für die Selbstständigkeit entschieden. Somit lohnt sich der Aufwand richtig, da der Gewinn nur noch in meine Tasche floss. Ich musste nicht mehr mit dem mickrigen Gehalt auskommen, welches mir mein geiziger alter Chef zahlte. Ein weiterer Pluspunkt bei diesen Einsätzen waren die Messebauer. Unter ihnen waren mindestens einer, wenn nicht sogar zwei, die mich schmachten ließen. Auch wenn sie nicht wie ich schwul waren, hatte man immer etwas fürs Auge. Falls sie doch etwas Spaß suchten, war ich jedoch nicht abgeneigt. Leider kam dies aber bisher nur zweimal vor. Ab und an war sogar mal jemand Nettes vom Hotelpersonal dabei. Damit blieben diese Jobs immer spannend. Außerdem war ich gerade erst wieder frischer Single, was es umso spannender machte, welche Möglichkeit sich dieses Mal ergab.
Doch diese Konferenz war besonders. Nach all meinen ganzen Jahren bekam die Abteilung einen neuen CEO, welcher sich dort zum ersten Mal vorstellen und zeigen würde. Es wurde ein richtiges Geheimnis daraus gemacht, wer er war. Bis auf eine Handvoll auserwählter Personen hatte ihn noch nie jemand zu Gesicht bekommen. Er brachte aber endlich mal frischen Wind in das Unternehmen und der Job war bisher einfach grandios. Ich durfte mich bei dem Design so austoben, dass es die anderen Jahre in den Schatten stellte. Sicher sollte es elegant werden, aber mit vielen modernen, farbenfrohen Akzenten. Ich sollte den Unternehmenszweig neu erfinden, weshalb ich sehr stolz darauf war, was ich kreiert hatte. Leider war ich bei den Meetings, wo meine Entwürfe vorgestellt wurden, nie anwesend. So kam mir nur von meiner Auftraggeberin zu Ohren, dass der neue Chef wohl sehr begeistert von meinen Entwürfen war. Sie war auch eine von den wenigen, die ihn mal persönlich getroffen hatte.
»Der ist wahnsinnig hübsch. Er wird dir sicher gefallen«, schwärmte sie schon nach dem ersten Meeting mit ihm, aber mehr durfte sie mir natürlich nicht erzählen. Ein Bild für sein PowerPoint-Coverslide durfte sie mir auch nicht schicken.
Noch ein Grund mehr, wieso ich aufgeregt war. Die restlichen Teilnehmer waren nie so mein Fall gewesen. Sie hätten mein Vater sein können. Die Frauen interessierten mich sowieso weniger. Dementsprechend verließ ich nach der Landung voller Vorfreude den Flieger. Nachdem ich meinen Koffer abgeholt hatte, erwartete mich bereits einer der Hotel-Chauffeure im Ankunftsbereich. Er war schätzungsweise in den Dreißigern und sah in seiner Uniform echt heiß aus. Auf der Fahrt zum Hotel versuchte ich, mit ihm unterschwellig zu flirten, nur ging er leider kein einziges Mal darauf ein. Dennoch wurde es ein angenehmes Gespräch, bis wir an dem Luxustempel ankamen. Noch ein Pluspunkt für diese Art von Aufträgen. Der Konzern buchte immer die exklusivsten Hotels in der Kategorie »Fünf Sterne plus«. Privat bräuchte ich dies absolut nicht, aber es war schon eine grandiose Erfahrung, als kleines Sternchen in solchen Luxusbuden unterwegs zu sein.
Am Empfangscounter beim Hotel traute ich meinen Ohren nicht, als mir der Concierge mitteilte, dass ich eine der Suiten im obersten Stockwerk bekam. Ich hatte mich mehrfach rückversichert, dass er dabei auch sicher keinen Fehler machte. Immerhin war ich nur der Grafiker, aber anscheinend stand es genauso auf seiner Liste. So ganz konnte ich es nicht glauben und war mir sicher, dass ein Fehler unterlaufen sein musste. Direkt im Anschluss wurde ich von seinem Kollegen aufs Zimmer begleitet, da es ein Unding gewesen wäre, meinen Koffer selbst zu tragen. Das war mir schon immer unangenehm, wenn andere mir Dinge vor den Arsch trugen. Daran würde ich mich nie gewöhnen. Gerade wenn mein Koffer nur so vor Konferenzmaterialien platzte und verdammt schwer war.
Der ältere Herr buckelte sich mit meinem Koffer ab. Meine Nachfrage, ihn nicht lieber selbst zu tragen, kam schon fast einer Beleidigung gleich. Als er die Tür zu meinem Zimmer öffnete, war ich perplex. Das Zimmer war der pure Luxus. Ich drückte dem Pagen als Anerkennung einen Zwanziger in die Hand, worauf er noch beleidigter schaute. Anscheinend war dies zu wenig, aber dennoch verzog er sich endlich aus dem Zimmer. Nun konnte ich mich richtig umsehen. Die Suite besaß einen Wohnbereich mit einer riesigen Sofalandschaft. Angrenzend das Schlafzimmer mit einem gewaltigen Boxspringbett. Die eine Front war mit bodentiefen Fenstern verglast und bot einen atemberaubenden Blick über Amsterdam. Das Badezimmer war eine Hausnummer für sich. Neben einer geräumigen Regenwalddusche gab es noch eine Badewanne, in die sicher zwei von mir reingepasst hätten. Ich traute mich nicht, meine Sachen auszupacken, falls es wirklich nur eine Verwechslung war. Also zog ich mir nur ein frisches T-Shirt an, bevor ich, mit meinem Laptop im Schlepptau, mich auf den Weg machte, um die Leute aus meinem Team zu suchen.
Es war von Vorteil, dass ich bereits den Hotelplan nachzeichnen musste. So konnte ich mich direkt orientieren, wo ich die anderen finden würde. Das firmeninterne Orgaoffice war abgeschlossen, aber einen Raum weiter fand ich die Mädels, welche für die Hotelangelegenheiten zuständig waren. Unser Team war komplett international aufgestellt und die drei zum Beispiel kamen aus Frankreich. Jeder von uns wurde nach seinen Stärken eingekauft, aber wir funktionierten wie ein Uhrwerk. Weshalb wir uns alle auch auf Englisch unterhielten.
»Hey ihr«, sagte ich, nachdem ich anklopfte und den Raum betrat.
»Sandro«, kam wie aus der Pistole geschossen aus ihren Mündern, ehe sie aufstanden, damit wir uns zur Begrüßung umarmen konnten.
»Wie geht’s dir? Hattest du eine angenehme Anreise?«, fragte mich Simone, ihre Chefin.
»Danke, mir geht’s blendend und euch? Du, sag mal Simone, kann es sein, dass ihr euch bei der Zimmerbelegung vertan habt? Die haben mich in eine Suite gesteckt«, fragte ich sie verwundert, doch sie grinste.
»Nein, du bist im richtigen Zimmer. War eine Anweisung von oben und hatte mich selbst gewundert. Den genauen Grund wollten sie mir nicht verraten«, erklärte sie mir.
»Ah, ok, die Suite ist der Wahnsinn, auch wenn ich wahrscheinlich nicht viel davon haben werde. Sonst bisher alles im Lot?«
Sofort wurde ich von ihnen eingespannt, um die Menükarten für die bevorstehenden Dinner upzudaten.
Nachdem das erledigt war, wollte ich Regine, meine Auftraggeberin, suchen. Laut den Mädels sollte sie sich irgendwo im Konferenzraum aufhalten. Als ich diesen betrat, waren die Messebauer schon kräftig am Werk. Viele bekannte Gesichter waren darunter. Sie hatten sogar ein paar hübsche neue dabei. Während wir uns begrüßten, fand ich auch Regine hinten in der Regie sitzen. Sie war wild mit den Animationsleuten am Diskutieren. Sie starrten alle so vertieft auf den Monitor, welcher das Eingangsintro zeigte, dass sie mich nicht einmal bemerkten.
»Krass, das sieht ja mal geil aus«, meinte ich, worauf alle erschrocken zusammenzuckten.
»Sandro, da bist du ja endlich«, wurde ich von Regine mit einer Umarmung begrüßt.
»Die Jungs hier haben reife Arbeit geleistet, oder? Dieses Jahr haben wir uns selbst übertroffen«, lobte sie die Animateure und somit auch mich.
»Oh ja, es ist bisher das coolste Projekt von allen geworden.«
Wir unterhielten uns etwas, ehe wir dem Team noch ein paar Anmerkungen zur Animation gaben, bis mein größter Schwarm die Regie betrat. Es war Domenik, der leider des firmeninternen Orgateams. Er war ein Bild von einem Mann, doch leider bereits mit einer Frau zusammen. Wenn ich meinen Traummann zu der Zeit beschreiben musste, kam er ihm sehr nahe. Markante Gesichtszüge, wunderschöne braune freundliche Augen unter einer modischen dunkelbraunen Frisur. Dazu einem trainierten Körper zum Niederknien. Sobald er mich zur Begrüßung umarmte, fing mein ganzer Körper an zu kribbeln.
»Hey Sandro, Wahnsinn, was du dieses Jahr abgeliefert hast. Du hast dich selbst übertroffen«, lobte er mich, was mich aus seinem Mund sehr verlegen machte.
»Danke«, brachte ich nur heraus.
»Hast du die Konferenzmaterialien auch dabei?«
»Sicher, sind alle oben im Koffer.«
»Klasse, magst du sie holen und wir treffen uns gleich im Orgaoffice? Ich bin echt gespannt, wie sie geworden sind.«
»Klar, gib mir fünfzehn Minuten«, meinte ich, bevor ich regelrecht aus der Regie rannte.
Mehr als mein halber Koffer bestand nur aus Konferenzmaterialien, welche ich erst gestern noch von der Druckerei abholen musste. Am Flughafen wurde das Übergepäck wahnsinnig teuer, aber sonst hätten wir es nicht geschafft, sie pünktlich bis zum Event vor Ort zu haben. Ich Trottel hätte mir vom Hotel einen Wagen organisieren sollen, aber dafür blieb nun auch keine Zeit mehr. Sorgfältig geschlichtet, schleppte ich das Zeug auf meinen Armen in den Aufzug. Der Weg zum Office war zum Glück nicht so weit. Der Aufzug hielt in der Lobby. Dank meiner Aufregung startete ich sofort los, bemerkte jedoch nicht, dass jemand gleichzeitig in den Fahrstuhl einsteigen wollte. Auch er musste abgelenkt gewesen sein, denn ich rannte ordentlich in ihn hinein. Bei unserem Zusammenstoß fiel der oberste Karton herunter und verteilte ein paar der Menükartenumschläge auf dem Boden.
»Shit, sorry, ich habe sie nicht gesehen«, versuchte ich mich zu entschuldigen, wobei ich mehr Sorgen hatte, dass mit den Umschlägen etwas passiert wäre.
Schnell stellte ich die Kartons ab und begann, alles aufzusammeln. Als ich nach einem Umschlag griff, legte sich im selben Moment eine Hand auf meine.
»Es tut mir leid. Ich habe auch nicht aufgepasst«, meinte der Fremde.
Erst jetzt trafen sich unsere Blicke und ich glaubte zu träumen. Mir blickte eine jüngere Version von Domenik entgegen. Die gleichen warmen freundlichen Augen. Die gleichen markanten Gesichtszüge, aber mit einem kürzeren Bart versehen.
»Gehörst du auch zum Eventteam?«, fragte er mich, nachdem ich alles wieder im Karton verstaut hatte.
»Ja, ich bin der Grafiker«, sagte ich nur, noch immer von seinem Blick gefangen.
»Du hast das komplette Design entwickelt?«, wollte er erstaunt von mir wissen.
»Ja genau, aber sorry, ich habe es leider sehr eilig.«
Ich ließ ihn einfach stehen. Packte mir nur die Kartons und verschwand Richtung Orgaoffice.
Etwas an ihm machte mich nervös. War es der Blick oder die Berührung? Von seinem Outfit zu urteilen, musste er zu den Messebauern gehören. Ein Teilnehmer konnte es nicht sein, denn diese würden erst in zwei Tagen anreisen.
Noch immer etwas in Gedanken wurde ich bereits von Domenik vor dem Office erwartet, welcher mir sofort einen Teil der Kartons abnahm. Nun waren auch die anderen von seinem Team im Raum. Als wir uns begrüßten, war Domenik schon dabei, die Kartons zu öffnen.
»Noch besser als in deinen Entwürfen. Die Folienheißprägung war tatsächlich sein Geld wert. Zum Glück hast du uns davon überzeugt«, schwärmte er.
»Mittlerweile solltest du wissen, dass du mir in solchen Dingen ruhig vertrauen kannst.«
»Du, an mir lag die Entscheidung nicht, aber für Till ist das alles noch neu. Er musste davon überzeugt werden«, sagte er.
»Wer ist denn Till?«, fragte ich etwas verwirrt.
»Unser neuer CEO. Der musste diesmal alles absegnen. Apropos, wie weit bist du mit seiner Präsentation? Kannst du mir schon was zeigen?«
»So gut wie fertig. Mir fehlen nur noch zwei Folien, dann kannst du sie ihm schicken.«
An seinem provisorischen Arbeitsplatz gingen wir die Präsentation einmal durch. Sie konnte sich wirklich sehen lassen. Es fehlten nur noch die Animationen, dann wäre sie perfekt.
»Wirklich verdammt gute Arbeit, Sandro. Meinst du, du schaffst es bis neunzehn Uhr, die letzten zwei Folien fertigzubekommen?«, fragte mich Domenik.
»Sicher, mehr als eine halbe Stunde sollte ich nicht brauchen. Ich schicke dir einen Link, sobald ich fertig bin.«
»Nein, brauchst du nicht. Till kommt um sieben zu dir in die Suite, dafür haben wir dich dort extra eingebucht. So könnt ihr abends in aller Ruhe und geschützt vor neugierigen Blicken alles direkt miteinander durchgehen. Keine Sorge, er ist nett. Ihr werdet sicher gut miteinander klarkommen.«
»Öhm, ok, das erklärt dann auch das Zimmerupgrade. Dieses Mal ist wirklich vieles anders«, sagte ich perplex.
»Gern geschehen, aber bitte schau, dass sonst niemand mit im Zimmer ist«, bekam ich noch die Anweisung.
Normalerweise lief die Kommunikation mit ihrem Chef immer über das Orgateam. Bei dem Griesgram war ich jedoch froh, dass es so lief. Doch diesmal fühlte ich mich einen Tick besonders, so eng mit dem neuen Chef zusammenarbeiten zu dürfen. Gerade auch, weil sonst niemand in seine Nähe durfte.
Auf Bitten von Domenik verzog ich mich auch auf mein Zimmer, damit niemand seine Präsentation zu Gesicht bekam, während ich daran arbeitete. Nun, umso aufgeregter vor dem Meeting zog ich gleich die komplette Präsentation noch einmal glatt. Ich hoffte, nichts übersehen zu haben, damit ich einen guten Eindruck vor dem neuen CEO machen konnte.
»Treffen uns in zehn Minuten im Restaurant zum Essen. Bis gleich“, schrieb mir Regine um kurz vor sechs.
Mir knurrte tatsächlich schon der Magen. In einer Stunde sollte es sich ausgehen, etwas zu essen, weshalb ich mich auf den Weg ins Restaurant machte, wo uns Regine bereits einen Tisch reserviert hatte.
»Wo hast du denn die letzten zwei Stunden gesteckt?«, wollte sie wissen.
»Hab die Präsentation finalisiert und wusstest du, dass ich direkt mit ihm alles durchgehen soll?«, fragte ich noch immer verwundert über die neu gewonnene Ehre.
»Na, das haben wir doch jedes Jahr so gemacht, oder soll ich sie Domenik zeigen?«
»Nicht mit Domenik, mit dem neuen CEO«, flüsterte ich leise, damit es niemand mitbekam.
»Was? Ne, davon wusste ich bislang auch nichts. Wo triffst du dich denn mit ihm?«
»In meiner Suite«, meinte ich und sie bekam große Augen.
»Wie in deiner Suite? Erzähl mir keinen Blödsinn. Wenn es so wäre, wüsste ich darüber Bescheid«, sagte sie lachend.
»Nein, ernsthaft jetzt, oder glaubst du, ich denke mir das aus?«
»Krass, dann sollte ich wohl besser auch dabei sein«, sprach sie aus und mir entwich nur ein lauteres »Nein!«, was alle Blicke auf uns zog.
»Sorry, aber geht nicht. Domenik bittet um komplette Diskretion. Er will, dass niemand sonst mit im Zimmer ist«, erklärte ich ihr leise, was sie nur wieder zum Lachen brachte.
»Also verarschst du mich doch. Na, dann triff dich mal gleich mit deinem CEO«, spottete sie direkt.
Da war es mir dann zu blöd. Sollte sie doch denken, was sie wollte. Wahrscheinlich kratzte es an ihrem Ego, dass sie nicht involviert war.
Das Abendessen war wie immer in solchen Buden köstlich, aber die Portionen waren viel zu klein, sodass man davon niemals satt wurde. Ich würde mir einfach später irgendwo in der Nähe noch etwas zu essen holen, wenn ich mit Till durch war. Der Service hatte länger gebraucht als erwartet, aber zwei Minuten vor sieben stand ich vor meinem Zimmer. Gerade hielt ich die Schlüsselkarte an den Öffner, als hinter mir die Tür aufging.
»Super, da bist du ja. Ich hatte es eben schon einmal probiert, aber ohne Erfolg«, meinte jemand hinter mir und ich drehte mich um.
»Du? Ähm, Sie«, entfuhr es mir, nachdem ich realisierte, wer dort vor mir stand.
Ich wollte im Erdboden versinken, denn ich war tatsächlich mit dem neuen CEO zusammengekracht. Dazu ließ ich ihn danach einfach stehen. Wie schon vorhin durchbohrte er mich mit seinem Blick, aber lächelte mir freundlich entgegen.
»Das Du passt schon. Ich bin Till. Dann musst du Sandro sein, richtig?«, sagte er, während er mir seine Hand entgegenstreckte.
Wie automatisch griff ich sie und bekam nur ein Nicken zustande.
»Wollen wir zu mir oder zu dir?«, fragte er mich mit einem Lächeln auf den Lippen.
Sofort verfluchte ich mein Kopfkino bei dieser Frage.
»Ähm, bei mir. Laptop im Zimmer«, brachte ich hoch unprofessionell heraus, was ihn noch mehr grinsen ließ.
»Tief durchatmen, Sandro. Er ist heiß, aber der oberste Boss. Professionell bleiben«, sagte ich zu mir selbst in Gedanken, ehe ich die Zimmertür aufschloss.
Im Zimmer steuerte ich direkt die Sitzgruppe an. Dort öffnete ich meinen Laptop, drehte ihn in Tills Richtung, wartend darauf, dass er neben mir Platz nahm.
»Na, jetzt bin ich mal gespannt«, meinte er locker.
Gemeinsam starrten wir auf den Bildschirm. Ich erklärte ihm zu jedem Slide, was ich mir bei dem Design dachte. Zwischendrin kam ich manchmal ins Stottern, wenn ich ihn direkt ansah, aber er wirkte deswegen zum Glück nicht genervt.
»Wenn die Animationen nur halb so gut werden, dann steht einer erfolgreichen Eröffnungspräsentation nichts mehr im Weg. Ein paar kleine Änderungen hätte ich noch gern, aber rein inhaltlicher Natur. Wollen wir sie direkt durchgehen?«, kam sein Resümee über meine Präsentation, was mich natürlich sehr freute.
Es waren nicht viele Korrekturwünsche, weshalb der Termin mit ihm recht kurz ausfiel. Bereits nach einer Stunde war alles erledigt.
»Top. Gibst du mir kurz einen Moment?«, fragte er mich, während er eine Nummer an seinem Handy wählte.
Wie selbstverständlich ging er zum Telefonieren in meinen Schlafbereich, aber trotzdem konnte ich alles hören. Zu meiner Überraschung sprach er sogar Deutsch.
»Nein, Domenik, mit der Präsentation ist alles in Ordnung. Die ist wahnsinnig gut geworden. Braucht ihr ihn heute noch? Ich würde ihn sonst gerne zum Essen ausführen?«
Stille, doch jetzt wusste ich wenigstens, mit wem er gerade sprach.
»Sag mal, Bruderherz, weißt du zufällig, ob er Single ist? Und wie alt ist er?«
…
»Schade. Du hättest mich wenigstens mal vorwarnen können, wie hübsch er ist.«
…
»Alles klar, danke, dann frage ich ihn einfach. Bis später«, verabschiedete er sich.
Damit war mir klar, wieso er Domenik so ähnlichsah. Wobei mich mehr der Fakt freute, dass er auf Männer stand. Till setzte sich wieder neben mich. Leicht nervös starrte er auf den Bildschirm. Traute sich anscheinend nicht, mich direkt anzusehen, wobei er dann mein fettes Grinsen gesehen hätte.
»Würdest du mit mir etwas essen gehen? Also nur, wenn du Lust hast«, kam es schüchtern in Englisch aus seinem Mund.
»Gern, aber bitte keine Nobelbude. Ich brauch was Richtiges im Magen. Nicht diese Häppchen«, sagte ich auf Deutsch.
Bereits beim ersten Wort ging ein Ruck durch seinen Körper.
»D…du sprichst Deutsch? Dann hast du alles verstanden, was ich gerade am Telefon gesagt habe?«, stellte er schockiert fest.
»Jap, ich komme aus Berlin, bin Single und achtundzwanzig. Das wolltest du doch gerne wissen. Wie sieht es bei dir aus?«
»Single bin ich auch, aber schon vierunddreißig. Würdest du trotzdem mit mir etwas essen gehen?«, meinte er etwas betrübt.
»Was heißt hier trotzdem? Ist es dann nur ein Essen oder ein Date? Immerhin findest du mich hübsch«, fragte ich vielleicht etwas zu selbstsicher.
»Gerne als Date, aber ich will dir keine Hoffnungen machen. Ich habe erst eine langjährige Beziehung hinter mir und suche aktuell nichts Festes. Gerade auch, weil mein Fokus für die nächste Zeit auf meiner neuen Position liegt«, erklärte er mir.
Das war auch für mich genau das, was ich gerade brauchte.
»Also willst du mich erst zum Essen einladen und mich danach flachlegen?«, fasste ich seine Aussage auf den Punkt zusammen, während ich mir vorstellte, wie er wohl nackt aussehen würde.
»Shit, sorry, ja, aber wenn du es so formulierst, klingt es falsch. Vergiss es bitte schnell wieder«, meinte er, bevor er ruckartig aufstand.
»Nein«, platzte es aus mir heraus, während ich einen Satz nach vorn machte.
Seinen Arm ergreifend zog ich ihn zurück, wodurch wir das Gleichgewicht verloren, ehe er auf mir landete. Ich konnte spüren, wie erregt er war, wobei es mir nicht anders ging.
»Ich komme zwar aus keiner Langzeitbeziehung, aber habe nichts gegen ein wenig Spaß einzuwenden. Du bist noch heißer als dein Bruder und den schmachte ich schon seit Jahren an. Aber verrate es ihm bitte nicht. Von mir aus braucht es auch kein Essen«, sagte ich ihn lüstern angrinsend.
An seinem Blick war zu erkennen, wie hin- und hergerissen er war, aber seine Lust gewann. Till verringerte den Abstand zwischen uns, bis seine Lippen auf meinen lagen. Der Kuss begann scheu, aber wurde immer intensiver, erst recht, als unsere Zungen ins Spiel kamen.
»Ich will dich aber nicht ausnutzen«, sprach er zögerlich, als er unseren Kuss löste.
»Mensch Till, ich will es doch auch, also sei ruhig und hilf mir lieber beim Ausziehen«, knurrte ich erregt.
Als wäre der Knoten geplatzt, flogen unsere Klamotten nur so auf den Boden, bis er nackt vor mir stand. Verdammt, war dieser Kerl heiß. Sein Körper war leicht behaart und wahnsinnig gut in Form. Klar definierte Muskeln spannten unter seiner Haut. Darunter stand ein ordentliches Rohr mit dicken Eiern. Wie eine Motte vom Licht zog mich sein harter Kolben an. Ich fing an, ihn zu berühren. Erkundete seinen Oberkörper mit meinen Händen, ehe ich ihn näher an mich zog. Auf dem Sofa sitzend fing ich an, seine Eichel mit meiner Zunge zu umkreisen. Bereits da konnte ich nach dem ersten Tropfen nicht genug von seinem Vorsaft bekommen. Weiter seinen wundervollen Körper erkunden fing ich an zu saugen, bis sein Kolben komplett in meinem Mund verschwand. Beim Blasen krallte ich mich in seinen knackigen Hintern. Sein heißes, tiefes Stöhnen trieb mich unaufhörlich an, während sein Blick mich fesselte, als ich von unten in seine Augen sah. Er vergrub dabei seine Hände in meinen blonden Haaren. Wir hielten Blickkontakt, selbst als er in meinen Rachen stieß, ehe seine Beine anfingen zu zittern.
»Fuck, Sandro, ich komme gleich«, warnte er mich vor, doch ich schob mich auf ihn, bis er mir laut stöhnend seine Ladung in den Rachen feuerte.
Bei der Menge musste er schon lang nicht mehr abgespritzt haben, denn es wollte gar nicht aufhören. Ein Teil quoll aus meinen Mundwinkeln heraus, aber als er sich endlich beruhigte, saugte ich noch den letzten Rest aus ihm.
Nachdem er seinen Schwanz nass glänzend aus mir zog, wurde ich von ihm unter den Achseln gepackt auf die Beine gezogen. Noch immer drückte er sich hart gegen meinen Bauch, während er mich um den Verstand küsste. Seine Finger spielten dabei an meinem Loch, was mich in seinen Mund stöhnen ließ, erst recht, als er mit ihnen in mich eindrang. Mir war klar, was er wollte. Weswegen ich ihn, ohne unseren Kuss zu lösen, in den Schlafbereich drängte. Dort kniete ich mich aufs Bett, um ihm einladend meinen Hintern entgegenzustrecken. Ich war noch nicht richtig in Position, da spürte ich schon seine Zunge an meinem Eingang spielen. Abwechselnd leckte er mein Loch, meine Eier oder meinen Schwanz. Noch leise stöhnte ich meine Lust heraus. Als er jedoch mit seinen Fingern in mich eindrang, genau wissend, wo er mich stimulieren musste, presste ich mein Gesicht in eins der Kissen, um meine Lustlaute zu dämpfen.
»Bitte nimm mich«, bettelte ich ihn regelrecht an.
Doch bevor er mich nahm, drehte er mich mit einem gekonnten Griff auf den Rücken. Sein heißer Blick trotzte nur so vor Verlangen.
»Hast du Kondome da?«, fragte er mich, obwohl seine Eichel schon heiß an meinem Loch rieb.
»Ich bin auf PrEP, nimm mich einfach und füll mich ab«, sagte ich schnell, worauf er seine Eichel in mich presste.
Um nun mein Stöhnen zu dämpfen, küsste er mich, während er sich immer tiefer in mich schob, bis ich seine Eier an meinem Hintern spürte.
Wie hatte ich das Gefühl vermisst, von jemandem so ausgefüllt zu werden. Deswegen ging meine letzte Beziehung in die Brüche, da nur ich den aktiven Part übernahm. Nun steckte dieser wahnsinnig hübsche Kerl bis zum Anschlag in mir. Mit Armen und Beinen klammerte ich mich an Till. So konnte ich ihn mit meinen Fersen noch tiefer in mich pressen.
Es war unfassbar geil, wie er sich in mich trieb und dabei, wie beim Blowjob, den Blickkontakt hielt, wenn wir uns nicht gerade leidenschaftlich küssten. Seine tiefen, harten Stöße reichten aus, dass ich meine Ladung laut stöhnend zwischen uns abfeuerte. Till hingegen machte einfach weiter. Entweder hatte er eine gewaltige Ausdauer oder zögerte es absichtlich lange hinaus. Mir war es egal, denn ich konnte nicht genug von ihm bekommen. Fest in seinen Armen genoss ich jeden Kuss oder Stoß, den er mir gab.
»Ich kann es nicht mehr lange zurückhalten«, stöhnte mir Till plötzlich gegen die Lippen.
Sogar ich konnte schon fühlen, dass ich von meinem zweiten Höhepunkt nicht weit entfernt war.
»Dann komm, gibs mir«, spornte ich ihn an und gab wortwörtlich den Schuss frei.
Till schrie beinahe, als ihm sein Höhepunkt überkam, während er sich zuckend in mir entlud. Das Gefühl war so heftig, dass er mich augenblicklich mitriss, bevor er schwer atmend auf mir zusammenbrach.
»Shit, wir hätten ein Handtuch unterlegen sollen«, kam es mir in Gedanken, wobei ich es wohl laut aussprach.
»Sei vorsichtig, wenn du dich zurückziehst, nicht dass wir hier alles einsauen.«
Daheim wäre es mir egal gewesen, aber vor Lust habe ich gar nicht mehr an das Hotel gedacht.
»Kein Problem«, meinte Till lässig.
Als würde ich nichts wiegen, hob er mich vom Bett, um mich ins Badezimmer zu tragen. Dabei blieb er die ganze Zeit über in mir stecken. Seine Stärke war echt beeindruckend.
Schon da hätte ich bereits merken müssen, dass es mehr war als Sex. Liebevoll seifte er mich am ganzen Körper ein, wobei ein Kuss dem nächsten folgte. Ob nun auf den Mund, meinen Hals oder auf die Schulter. Auch sein Blick wirkte so warm und liebevoll, doch hatte er bereits klargemacht, dass er nicht mehr als Spaß suchte.
»Der Tisch beim Italiener würde noch frei sein, wenn du möchtest«, bot er mir an, als wir uns wieder anzogen.
»Ich könnte tatsächlich eine ordentliche Mahlzeit vertragen.«
»Abgemacht. Dann geh du vor. Warte an der nächsten Kreuzung auf mich und schau, dass dich keiner sieht«, gab er mir die Anweisung.
Wenn ich eins über die Jahre perfektioniert hatte, war es, dass mich nie ein Teilnehmer im Hotel zu Gesicht bekam. Daher war es auch einfach, mich aus dem Hotel zu schleichen, ohne dass ich von jemandem entdeckt wurde. Sicher verstand ich, dass der Chef nicht mit dem Grafiker erwischt werden durfte, oder vielleicht wollte er es nicht. Der zweite Gedanke versetzte mir dennoch einen kleinen Stich, als ich mich an einen Baum lehnte, um auf ihn zu warten.
Ich war in meinen Gedanken versunken, weshalb ich erschrak, als mir ein Typ mit Cap einen flüchtigen Kuss gab. Allein schon dieses Lächeln brachte mich um den Verstand. Dazu griff er noch nach meiner Hand, ehe Till mich mit sich zog. Er machte auch keine Anstalten, unsere Verbindung zu lösen. Nicht mal, nachdem wir auf der Rückbank eines Taxis Platz nahmen. Still fuhren wir durch Amsterdam, bis der Fahrer vor einem schicken Italiener hielt. Zwar sahen wir nicht aus wie Penner, aber in Jeans und T-Shirt kam ich mir für diesen Laden doch etwas underdressed vor.
»Meinst du wirklich die lassen uns so dort hinein?«, fragte ich verunsichert an mir heruntersehend.
»Mach dir deswegen keinen Kopf«, sagte Till und zog mich an der Hand ins Lokal.
Er nannte dem Keller seinen Namen, woraufhin dieser uns, an den restlichen Gästen vorbei, in ein kleines Separee auf der Terrasse, mit Blick über den Fluss, führte. Als wir uns setzten, brachte der Kellner die Speisekarten, bevor uns Till eine Flasche Wein bestellte.
»Verdammt, ich hoffe, du magst Rotwein. Ich habe dich ganz vergessen zu fragen.«
»Passt schon«, meinte ich und schlug die Speisekarte auf.
Beim Blick auf die Preise wurde mir schlecht, wobei mir auch ein leises »Fuck« entwich. Dies hatte Till bemerkt, weshalb er mir sofort die Karte aus der Hand nahm.
»Magst du irgendwas gar nicht, oder bist du auf etwas allergisch?«, fragte er mich, was ich verneinte.
»Okay, dann überlass mir die Auswahl. Du bist selbstverständlich eingeladen«, fügte er noch hinzu.
»Nein, bitte nicht, da komme ich mir seltsam vor, aber die Preise hier sind echt happig. Ich zahle schon selbst für mein Essen«, stellte ich klar.
»Ich lade dich nicht dafür ein, dass du mit mir geschlafen hast, sondern für deine grandiose Arbeit bisher. Ist das ok für dich?«
Ich bestätigte es ihm mit einem leisen »Ok«, aber dennoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass mehr dahintersteckte. Erst recht nicht, als er seine Hand wieder auf meine legte und mich so verträumt ansah.
»Verrätst du mir, wieso alle so ein Geheimnis um dich machen?«, versuchte ich das Thema zu wechseln, um auf andere Gedanken zu kommen. Auch weil es mich wirklich interessierte.
»Nun ja, du weißt ja bereits, wer mein Bruder ist. Es wird einigen schwer aufstoßen, wenn ich den Platz an der Spitze einnehme, ohne mich im Unternehmen hochgearbeitet zu haben. Dazu komme ich noch von der Konkurrenz, was zusätzlich Öl ins Feuer gießt. Deswegen die ganze Heimlichtuerei. Ich bringe neue Expertise mit und möchte vieles umstrukturieren. Damit werden auch einige nicht einverstanden sein, aber es ist notwendig, damit ich den Unternehmenszweig vorantreiben kann. Weg von den alten verfahrenen Vorgehensweisen. Dafür ist diese Konferenz da, sogar du«, erklärte er mir.
»Was habe ich damit zu tun?«, fragte ich skeptisch.
»Na, dein Entwurf zeigt doch schon das sich grundlegend etwas ändern wird. Ich habe gesehen, was du die letzten Jahre gemacht hast. Es sah zwar gut aus, aber zeigte keinen Wandel oder dass man sich traut etwas zu Verändern.«
»Dann kennst du nicht die ersten Entwürfe. Die waren tausendmal besser als das endgültige Resultat«, sagte ich, worauf sein Lächeln noch umwerfender wurde.
»Perfekt, dann musst du sie mir mal zeigen. Vielleicht haben wir dann gleich etwas für die nächsten Jahre oder können darauf aufbauen.«
Damit hatte er mich angefixt. Über mein Handy hatte ich Zugriff auf all meine Daten. So rückten wir näher zusammen, tranken Wein und während wir auf unser bestelltes Essen warteten, zeigte ich ihm, was ich über die Jahre vorgeschlagen hatte. Es freute mich riesig, wie begeistert er von den alten Entwürfen war. Wie ich damals, verstand auch er nicht, wieso es am Ende so langweilig ausschaute.
»Domenik hatte wirklich recht mit dir«, sagte er geheimnisvoll.
Mit dem Glas Wein in der Hand lehnte er sich entspannt im Stuhl zurück, während mich sein Blick musterte.
»Ach ja? Womit denn?«
»Dass du sehr talentiert bist und wir uns sicher gut verstehen werden. Ich hoffe, das ist für dich in Ordnung, wenn wir die Tage am Abend intensiver zusammenarbeiten werden«, meinte er schmunzelnd.
»In Bezug auf deine Präsentationen oder das, was wir vorhin im Anschluss getrieben haben?«
»Vielleicht beides?«, sagte er, wobei sein Blick versauter wurde.
»Dann wird es eine sehr intensive Woche werden«, erwiderte ich, nur ließ mich allein der Gedanke daran bereits wieder hart werden.
Endlich kam auch der Keller mit unserem Essen. Diesmal waren es wenigstens anständige Portionen. Till hatte von jedem eine kleine Auswahl Köstlichkeiten bestellt, welche wir uns teilten.
Wir ließen ab da an auch die Arbeit für einen Moment ruhen. Unsere Unterhaltung schweifte ins Private ab. Was wir halt gerne in der Freizeit unternehmen, Musikgeschmack und Ähnliches. Auch dabei waren wir bei vielen Dingen einer Meinung. Niemals könnte man denken, dass uns so viele Jahre trennten. Ich empfand seine Gesellschaft mehr als angenehm. Nach dem Essen machten wir uns satt wieder auf den Rückweg. Wie bei unserem Aufbruch ging ich zuerst zurück ins Hotel. Er bat mich noch kurz, auf ihn vor dem Zimmer zu warten, aber zwanzig Minuten später tauchte er noch immer nicht auf. Er wurde wahrscheinlich aufgehalten. Da es bereits kurz vor elf war, beschloss ich ins Zimmer zu gehen. Ich zog mich bis auf die Boxershorts aus und legte mich aufs Bett. Meine Gedanken schweiften zu unserer heißen Nummer, was mich augenblicklich hart werden ließ. Ich streichelte mich etwas, wollte aber lieber auf morgen Abend warten, bis ich meine Ladung verschoss. Als ich mir gerade wünschte, dass Till hier wäre, klopfte es an meiner Zimmertür. Durch den Spion sah ich, dass er gerade dabei war, sich umzudrehen, um in seine Suite zu gehen.
»Hey«, sagte ich leise, als ich die Tür einen Spalt öffnete, denn immerhin hatte ich nur meine Boxershorts an.
»Du bist ja doch noch wach. Domenik hat mich aufgehalten. Er wollte noch etwas an der Bar trinken gehen«, erklärte er mir.
Ich öffnete die Tür weiter, als ich sicher sein konnte, dass niemand Weiteres auf dem Flur war. Sofort veränderte sich Tills Blick, als er mich fast nackt vor sich sah.
»Ich … ich wollte dir nur eine gute Nacht wünschen«, brabbelte er, doch kam näher, bis er kurz vor mir zum Stehen kam.
»Und nun nicht mehr«, neckte ich ihn und sah dabei verschmitzt grinsend in seine Augen.
»Warum bist du nur so wahnsinnig attraktiv«, sagte ich leise, bevor ich wieder küssend in seinen Armen lag.
Er drängte mich etwas nach hinten, bis die Tür ins Schloss fiel. So viel zu nur eine gute Nacht wünschen.
Noch im Flur zogen wir uns aus, bis er mich auf seinen Hüften zum Bett trug. Nur legte er sich diesmal auf den Rücken, ehe er seine Beine fest an sich zog, um mir seinen prachtvollen, knackigen Hintern zu präsentieren.
»Jetzt zeig mir, was du draufhast«, feuerte er meine Lust an.
Es war nicht weniger geil, mich in ihm zu versenken, oder dabei zuzuhören, wie er seine Lust unter meinen Stößen hinausschrie. Auch er war erst zufrieden, als er meine Ladung tief in sich spüren durfte, nachdem er zwischen uns kam. Nur diesmal musste ich mich vorsichtig aus ihm zurückziehen, denn ihn konnte ich nicht ins Badezimmer tragen. Ohne eine Sauerei anzurichten, schafften wir es unter die Dusche. Wie beim letzten Mal war es auch nach dem Sex sehr verbunden zwischen uns beiden. Nach dem Abtrocknen gingen wir zurück ins Schlafzimmer. Unsicher standen wir uns dicht gegenüber. Wie automatisch schlang ich meine Arme um seinen schönen Körper, bis wir erneut in einen langen, leidenschaftlichen Kuss verfielen. Sein Blick ging zum Bett, als wir uns voneinander trennten.
»Soll ich gehen?«, fragte er ruhig.
»Du kannst auch bleiben, wenn du das möchtest.«
Selbst wenn es ein gewaltiger Fehler war, wollte ich nicht, dass er ging.
»Sehr gerne«, bekam ich als Antwort, ehe wir es uns kuschelnd gemütlich machten.
Nach dieser Nacht hatte er etwas in mir ausgelöst. Es war schön, in seinen Armen einzuschlafen. Genauso wieder darin aufzuwachen. Die Abmachung zwischen uns war klar, also versuchte ich meine Gefühle beiseitezuschieben. Ich wollte die Zeit mit ihm einfach nur genießen. Ab nun bestand mein Tagesablauf darin, dass ich bis zum Abend für alles andere zuständig war, fehlende Grafiken anfertigte oder Bestehendes finalisierte. Abends wurde ich für Till geblockt, damit wir seine Präsentationen für die weiteren Tage finalisieren konnten. Nach getaner Arbeit wurden unsere Nächte ebenso heiß wie die erste. Auch schlief er danach jedes Mal bei mir. Sein Bett hatte er die ganze Woche über nicht ein einziges Mal benutzt. Niemand wusste etwas von unserer kleinen Abmachung außer vielleicht Domenik, aber auch der ließ sich nichts anmerken. Tills Einstieg ins Unternehmen lief bombastisch. Daumen drückend fieberte ich bei jeder seiner Präsentationen aus der Regie mit.
»Das lief wirklich großartig«, sagte er, als wir in unserer letzten Nacht ausgepowert im Bett lagen.
»Du warst großartig«, bestätigte ich und gab ihm einen Kuss auf die Brust.
»Du hast einen gewaltigen Teil dazu beigetragen. Hättest du mich nicht aus meinem tiefen Loch herausgeholt, wären meine Auftritte nicht einmal halb so gut gewesen.«
Ich versuchte, mich zusammenzureißen, denn ich hatte mich über beide Ohren in diesen wahnsinnig großartigen Kerl verknallt. Ich wartete trotzdem auf eine Reaktion seinerseits, ob es ihm auch so erging wie mir. So wie wir dort lagen, musste doch auch ihm bewusst sein, dass es mehr als nur Sex zwischen uns war. So wie er mich immer ansah, lag mehr in seinem Blick, aber niemand von uns traute sich, das Thema anzusprechen. Wie die Tage zuvor schlief ich wieder in seinen Armen ein. Am nächsten Tag hätten wir sogar ausschlafen können, weswegen wir uns keinen Wecker stellten, aber als ich aufwachte, war Till nicht neben mir.
»Wahrscheinlich ein Meeting«, dachte ich mir, machte mich fertig, packte meinen Koffer, bevor ich zum Frühstück ging. Ich hielt auch dort nach ihm Ausschau, aber konnte ihn nirgends sehen.
Nach dem Frühstück fingen die ersten an, sich zu verabschieden. Mein Transfer war erst in zwei Stunden geplant, weshalb ich hoffte, Till bis dahin noch einmal zu sehen. Ich wollte mich wenigstens von ihm verabschieden. Als ich meinen Koffer aus der Suite holte, stand auch seine Tür offen, aber dort war nur die Putzfrau zugange. Bis zehn Minuten vor Abfahrt fehlte von Till noch immer jede Spur. Als letzter Ausweg blieb mir nur Domenik, welchen ich im Orgaoffice antraf.
»Hey Sandro, du hast reife Arbeit geleistet. Warte ich habe noch etwas für dich«, sagte er, wobei ich mich schon freute, dass es etwas von Till wäre, wurde aber enttäuscht.
Stattdessen überreichte er mir nur wieder einen Gutschein, wie jedes Jahr.
»Ah, cool, danke. Sag mal, weißt du, wo Till steckt? Ich wollte mich auch noch von ihm verabschieden«, fragte ich ihn und er schaute mich verwundert an.
»Der ist doch schon ganz früh abgereist. Hat er dir nichts davon gesagt?«
Wow, das traf mich wie ein Schlag. Darauf war ich nach dieser intensiven Woche mit ihm nicht vorbereitet. Aber was hatte ich bitte erwartet?
»Nein, leider nicht, aber danke nochmal. Wir sehen uns bestimmt im Herbst wieder zur großen Konferenz?«, meinte ich und versuchte, mein Gesicht zu wahren.
»Sicher werden wir das. Ich wünsch dir eine gute Heimreise. Wir hören sicher schon bald voneinander«, gab er mir samt einer Umarmung noch mit auf den Weg. Das war für mich das Zeichen, zu verschwinden. Wenigstens stand mein Transfer schon bereit. Sobald ich im Auto saß, flossen mir stumm die Tränen. Der Fahrer war davon verwirrt, aber ich versicherte ihm nur, dass es mir gut ginge. Normal verließ ich die Konferenzen immer mit einem wahnsinnig guten Gefühl, wenn alles nach Plan verlief. Diesmal war es grandios, doch ich fühlte mich, als würde ich innerlich zerbrechen. Es wurde auch Wochen später nicht besser. Das Zusammentreffen mit Till hatte mich verändert, weil ich mich ihm sehr verbunden fühlte. Auch meinen Freunden fiel es auf, dass ich mich nach diesem Job verändert hatte. Ich hatte keinen Spaß mehr daran, mit jemandem zu flirten, denn sobald jemand an mir Interesse zeigte, hatte ich Tills Gesicht vor mir. Mit ihm abschließen konnte ich auch nicht, denn wir würden uns bei der nächsten Konferenz über den Weg laufen. Dort wollte ich ihn zur Rede stellen, was sein Verhalten sollte. Wenigstens verabschieden hätte er sich können, auch wenn uns nicht mehr verband als guter Sex, aber dann hätte ich wenigstens gewusst, woran ich bei ihm war.
Man sieht sich immer zweimal im Leben
Die Zeit bis zur Konferenz zog sich wie Kaugummi. Bereits bei den Vorbereitungen trat ich der immer näherkommenden Konferenz mit gemischten Gefühlen entgegen. Mit Domenik an Tills Präsentation zu arbeiten, machte es dabei nicht besser. Am liebsten hätte ich ihn gefragt, was mit seinem Bruder los war, oder wie es ihm ging. Auch wunderte es mich, wieso er die Kommunikation über Domenik laufen ließ. Das gab mir noch mehr das Gefühl, dass ich ihm rein gar nichts bedeutete. So hielt sich auch meine Vorfreude in Grenzen, als ich auf dem Weg zur Konferenz im ICE nach München saß. Sobald ich aber das Hotel betrat, hatte ich keine Zeit mehr, mir über Till Gedanken zu machen. Dank ein paar Planänderungen schaffte ich es nicht einmal bis in mein Zimmer, sondern durfte direkt mit der Arbeit beginnen. Es waren nur Kleinigkeiten, aber die Menge hielt mich wahnsinnig auf. Erst gegen halb acht betrat ich zum ersten Mal mein Zimmer. Gerade als ich dabei war auszupacken, klingelte mein Handy. Zu meiner Überraschung war es Domenik.
»Hey, na, was gibt’s?«, meldete ich mich.
»Hi Sandro, bist du gut in München angekommen?«
»Jo, aber hier war die Hölle los. Ich bin gerade vor ein paar Minuten endlich mal ins Zimmer gekommen. Doch keine Sorge, ich habe Zeit für Korrekturen, wenn du noch etwas brauchst.«
»Korrekturen habe ich keine, sondern wollte fragen, ob du Lust hast, etwas mit uns zu essen?«, fragte er mich.
Das kam mir gelegen, denn bis auf ein belegtes Brötchen hatte ich noch nichts im Magen.
»Gern, wo seid ihr denn?«
»Nicht weit weg vom Hotel. Ich schicke dir einen Standort. Mach dich frisch und wir sehen uns in einer dreiviertel Stunde dort.«
»Alles klar, dann bis nachher«, verabschiedete ich mich, ehe ich mich noch schnell duschen ging, bevor ich mich auf den Weg machte.
Ich hatte mich sogar so beeilt, dass ich eine Viertelstunde eher vor dem Restaurant stand. Noch konnte ich niemanden von ihnen im Inneren sehen, also wartete ich davor. So hatte ich noch Zeit, auf ein paar Mails zu antworten. Auch gab ich Regine Bescheid, dass ich für heute Out of Office wäre.
»Hey, du bist tatsächlich gekommen«, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen.
Ich brauchte nicht aufzusehen, zu wem diese Stimme gehörte, denn sie verfolgte mich jede Nacht in meinen Träumen.
»Was machst du hier? Ich dachte, dein Orgateam will sich hier mit mir treffen?«, platzte es aus mir heraus.
»Ich wollte dich sehen und nicht, dass wir uns erst im Hotel über den Weg laufen. Domenik hat es für mich arrangiert. Warum hast du dich nach Amsterdam nie gemeldet? War es für dich echt nur Spaß?«, sprach er direkt das an, was auch auf meiner Seele brannte.
»Wie um alles in der Welt hätte ich mich bei dir melden sollen? Etwa auch über deinen Bruder? Du bist doch einfach verschwunden, ohne dich zu verabschieden. Ich Idiot habe dich den ganzen Morgen versucht zu finden«, blaffte ich ihn an.
»Hast du meine Nachricht nicht bekommen?«, fragte er mich nur ruhig, ohne die Fassung zu verlieren.
»Nein. Was denn für eine Nachricht?«
»Domenik hat dir doch einen Umschlag gegeben. Jedenfalls hat er mir versichert, dass du ihn angenommen hast.«
»Außer diesen blöden Gutschein wie jedes Jahr, hat er mir nichts gegeben«, sagte ich verbittert.
»Was für ein Gutschein? Du musst von Domenik einen goldenen Umschlag bekommen haben. Darin waren ein Flugticket und ein Brief von mir«, erklärte er, worauf mir ein leises »Nicht dein Ernst« entwich.
»Hast du ihn überhaupt geöffnet?«
»Nein. Ich war viel zu verletzt, dass du dich nicht einmal von mir verabschieden konntest. Mir kam es vor, dass uns mehr als nur der grandiose Sex verband. Da war mir dann auch der dämliche Gutschein egal«, gestand ich
Direkt im nächsten Moment fand ich mich in Tills Armen wieder.
»Es tut mir leid, Sandro, aber wieso hast du es mir nicht einfach gesagt?«
»Du hast doch damit angefangen, dass du nichts Festes suchst, weil du dich auf deinen Job konzentrieren wolltest. Glaub mir ich habe versucht, keine Gefühle zuzulassen, aber das zwischen uns war nicht nur bloßer Sex. Schon gar nicht, wie du mich in deinen Armen gehalten, oder angesehen hast«, erklärte ich ihm.
»Es steckt etwas mehr dahinter und auch ich habe damit nicht gerechnet. Komm, lass uns etwas essen gehen, dann erkläre ich dir alles in Ruhe. Doch du bedeutest mir tatsächlich mehr, als du glaubst«, sagte er und gab mir einen Kuss, der mein Herz zum Hüpfen brachte.
Wie schon in Amsterdam bekamen wir in dem Restaurant einen kleinen Bereich nur für uns. Wieder bestellte er eine Flasche Wein und eine Auswahl an Essen für uns. Ich wäre wahrscheinlich bei den Preisen sowieso wieder in Ohnmacht gefallen. Till setzte sich aber nicht mir gegenüber, sondern nahm neben mir Platz, damit er meine Hand ergreifen konnte.
»Damit du alles verstehst, muss ich etwas ausholen. Ich habe vor fast einem Jahr meinen Freund durch einen Motorradunfall verloren. Er war meine Jugendliebe und ich bin danach in ein sehr tiefes Loch gefallen. Danach habe ich mich in meiner Arbeit verloren. Es war das Einzige, was ich noch im Griff hatte. Doch wir waren Kollegen, weshalb ich jeden Tag aufs Neue dort an ihn erinnert wurde. Dann kam Domenik mit der Idee, um die Ecke zu seiner Firma zu wechseln. Er hatte mir bereits im Vorfeld schon von dir erzählt, wenn wir über deinen Entwürfen saßen. Auch, dass du immer ganz unruhig in seiner Nähe wirst, weshalb er auf die Idee kam, uns einander vorzustellen. Ich habe mich dagegen gewehrt, weil ich noch niemanden Neues in mein Leben lassen wollte. Daraus, dass du schwul bist, hast du wohl nie ein Geheimnis gemacht, weshalb er diesen Plan mit den Suiten ausheckte. Schon bei unserem Zusammenstoß fand ich dich wahnsinnig hübsch und dann stellte sich auch noch heraus, dass du der Grafiker warst. Ich war so nervös vor unserem ersten Treffen am Abend. Mir ist es noch immer unangenehm, wenn ich an meine plumpe Anmache zurückdenke. Doch als du die Nacht in meinen Armen lagst, verdrängte es seit langem diesen Schmerz in mir, wodurch ich tatsächlich die ganze Nacht beruhigt durchschlafen konnte.«
Wir wurden kurz vom Kellner unterbrochen, welcher Till einen Schluck Wein zum Probieren einschenkte, ehe er auf sein Zeichen unsere Gläser füllte. Bevor er weiter erzählte, stießen wir kurz an. Till atmete noch einmal tief durch, drückte meine Hand und fuhr fort.
»Jetzt zum wohl für dich interessanten Teil. Du hast vollkommen recht, dass es zwischen uns nicht nur Sex war. Auch wenn dieser mit dir großartig war, wuchsen meine Gefühle zu dir von Tag zu Tag, je mehr ich von dir kennenlernen durfte. Mit anzusehen, wie du trotz unserer Anziehung versucht hast, dich erst auf die Arbeit zu konzentrieren, obwohl ich dabei nur Augen für dich hatte. Wie gern hätte ich dich gebeten, direkt nach der Konferenz mit mir zu kommen. Insgeheim habe ich nur auf ein Zeichen deinerseits gewartet, doch es kam leider nichts. Ich hätte mich am letzten Tag nicht von dir verabschieden können, weil ich dich dann angefleht hätte, mit mir zu kommen. Eine persönliche Abfuhr hätte ich nicht verkraftet, weshalb ich dir einen Brief schrieb, in dem ich dir das alles erklärte. Dazu noch meine private Nummer mit einem Flugticket zwei Wochen später von Berlin nach München. Ich hatte gehofft, dass es dir vielleicht genauso ginge wie mir, aber dann hast du dich gar nicht gemeldet, was ich noch schlimmer fand«, beendete er seinen Monolog.
Ich hätte platzen können vor Freude. Mir war in dem Moment so egal, was der Kellner dachte, als er unser Essen brachte. Vor seinen Augen warf ich Till meine Arme um den Hals, nur um ihn leidenschaftlich zu küssen. Zum Glück schenkte uns unser Kellner nur ein Lächeln, statt uns angewidert anzusehen. Er wünschte uns einen guten Appetit, bevor er uns knutschend zurückließ.
»Es tut mir leid, was du erlebt hast, aber hätte ich gewusst, was in diesem Umschlag war, wäre ich auf jeden Fall in den Flieger gestiegen, um bei dir zu sein.«
»Du bist jetzt hier und noch einmal lasse ich dich bestimmt nicht gehen«, meinte er und gab mir doch einen Kuss.
Bereits die ganze Zeit über vibrierte mein Handy in einer Tour. Sicher war es Regine mit irgendeinem wichtigen Notfall, der nicht bis morgen warten konnte. Bei einem kurzen Blick aufs Handy bestätigte es meine Theorie.
»Wer ruft dich denn die ganze Zeit an?«, wollte Till wissen, weil es mich langsam nervte.
Ich hatte keine Lust, jetzt mit ihr zu diskutieren, wieso ich keine Zeit für sie hatte, sondern wollte nur unser Abendessen genießen.
»Ach, das ist meine Auftraggeberin. Wahrscheinlich haben sie wieder eine mittelschwere Katastrophe im Hotel, die nicht bis morgen warten kann. Wir haben noch drei Tage bis zur Konferenz. Sie macht gerne aus einer Mücke einen Elefanten. In Amsterdam hatte sie mich auch ausgelacht, als ich ihr steckte, dass ich direkt mit dir deine Präsentationen durchgehe. Sie glaubt halt, dass ich immer sofort springe, wenn sie etwas braucht«, kotzte ich mich bei ihm aus.
»Magst du mir mal dein Handy geben?«, fragte er mich verschwörerisch und skeptisch überreichte ich es ihm.
Er tippte darauf herum, bis plötzlich Regine uns daraus entgegenbrüllte.
»Sandro, wo steckst du? Ich versuche …«
»Hallo Regine, hier ist Till. Ich gehe mit Sandro gerade meine Präsentation durch. Gibt es etwas so Dringendes, was nicht bis morgen warten kann?«, fiel er ihr grinsend ins Wort.
»Ähm, nein, entschuldige. Das sollte sich auch morgen noch ausgehen«, meinte sie ganz kleinlaut.
»Perfekt. Ich werde ihn noch bis morgen früh brauchen, denn die Nacht über gehört mein Freund nur mir«, sagte er, bevor Till direkt danach auflegte.
Geschockt und mit offenem Mund sah ich ihn an. Das hatte er jetzt nicht ernsthaft gesagt?
»Bist du wahnsinnig?«, rutschte es mir heraus.
»Wieso? Willst du etwa doch nicht mein Freund sein?«
»Doch auf jeden Fall, aber sie kann doch niemals ihre Klappe halten. Wahrscheinlich wird der nächste Anruf von ihr sofort zu deinem Bruder gehen, oder sie erzählt es überall herum«, meinte ich etwas verzweifelt.
Ich konnte mich nicht mal darüber freuen, dass er mich als seinen Freund bezeichnet hatte. Nur weil ich mir sofort Gedanken um seinen Ruf in der Firma machte.
»Umso besser, dann erklärt er ihr gleich, dass sie mit der Information vertraulich umzugehen hat. Wenn nicht, sollen ruhig alle wissen, dass du ab sofort zu mir gehörst«, sagte er, als wäre es das Normalste der Welt.
Wir schafften es sogar fast in Ruhe aufzuessen, bevor sein Handy anfing zu vibrieren, wobei er grinsen musste.
»Na dann wollen wir doch mal hören, ob du recht behältst«, sagte er, bevor er ranging.
»Hey Domenik, was gibt’s?«
»Bist du noch zu retten, dieser Klatschtante zu stecken, dass ihr zusammen seid?«, sagte er so laut, dass ich ihn klar und deutlich ohne Lautsprecher verstehen konnte.
»Komm runter. Irgendwann würde es so oder so rauskommen. Ich habe nicht vor, mich mit ihm zu verstecken. Um die liebe Regine kümmere ich mich morgen früh selbst.«
Dies beruhigte Domenik zwar nicht, aber kurz darauf verabschiedeten sie sich. Schon bekam ich wieder seine komplette Aufmerksamkeit.
»Magst du Regine?«, wollte er nun von mir wissen.
»Schon. Sie kann ganz in Ordnung sein. Ohne sie wäre ich nicht hier oder selbstständig tätig. Manchmal ist sie eine Dramaqueen, aber die meiste Zeit über kommen wir gut miteinander klar«, erklärte ich ihm.
»Dann ist ja gut. So lass uns aufessen. Danach zeige ich dir, wo ich wohne«, meinte er noch, ehe wir die letzten Bissen vertilgten, bevor wir Hand in Hand das Lokal verließen.
Es wunderte mich nicht, dass ein erfolgreicher Geschäftsführer mit einem sportlichen Nobelschlitten unterwegs war. So eine Karre könnte ich mir im Leben nicht leisten. Schon gar nicht bei den extremen Mieten in Berlin. Ich kam gut über die Runden, aber große Sprünge machen konnte ich dennoch nicht. Ich muss aber zugeben, dass es schon cool war, darin durch München zu fahren. Wir fuhren raus aus der Innenstadt, bis wir in eine etwas gehobenere Gegend kamen. Hier gab es weniger Plattenbauten, sondern mehr einzelne kleine Häuschen oder Villen. Ich hoffte inständig, dass wir nicht vor irgendeinem riesigen Anwesen Halt machten, denn das wäre mir eine Spur zu viel gewesen. Doch ich war beruhigt, als wir eine kleine Auffahrt herauffuhren und vor einer Doppelgarage Halt machten, von der links und rechts jeweils ein kleiner moderner Bungalow stand.
»Warte noch kurz auf mich. Ich bin gleich wieder da«, sagte Till.
Während er zu der Tür des linken Bungalows ging, sah mich etwas um. Ich fand es wirklich schön hier. Für eine Großstadt war es recht ruhig, überhaupt nicht mit Berlin zu vergleichen.
»Gab es noch etwas Wichtiges in meiner Abwesenheit?«, fragte Till.
»Ne, alles ruhig, aber wir bräuchten deinen Schatzi morgen einmal. Wir müssen noch ein paar Kleinigkeiten an deiner Präsentation anpassen. Hast du deinen kleinen Grafiker etwa schweren Herzens wieder am Hotel abgesetzt?«, kam von Domenik, denn seine Stimme kannte ich nur zu gut.
»Hey, so klein bin ich nun auch wieder nicht. Ich kann nichts dafür, dass ihr solche Riesen seid«, meldete ich mich zu Wort.
»Oh, sorry, ich habe dich im Dunkeln gar nicht gesehen, aber ich hoffe, du weißt, dass es nicht böse gemeint war. Wieso hast du meinen Bruder so lange zappeln lassen?«, wollte nun auch Domenik wissen, während er mich zur Begrüßung umarmte.
»Weil ich dachte, du hast mir wie jedes Jahr einen Gutschein in die Hand gedrückt. Du hättest mir ruhig sagen können, dass dort mehr drin war.«
»Ich wollte dir halt nicht die Überraschung versauen, aber sei froh, nun habt ihr euch ja wieder.«
»Genau. Deswegen gehen wir jetzt auch rüber. Gute Nacht.«
Direkt vor seinem Bruder gab er mir einen Kuss, ehe ich ihm auch eine gute Nacht wünschen konnte. Danach machten wir uns auf in sein Reich.
Als wir zur Tür reinkamen, schaltete Till das Licht an und mir fielen beinahe die Augen raus. Von außen wirkte das Haus recht unscheinbar, aber hier drinnen strotzte es von Eleganz. Nicht kitschig, sondern modern, hell und edel.
»Gefällt es dir?«, fragte mich Till von der Seite angrinsend.
»Es ist … also … Hammer«, stammelte ich denn mir fehlten die Worte.
»Unsere Eltern sind beide Architekten. Sie haben das für uns entworfen und bauen lassen. Komm mit, dann zeig ich dir alles.«
Ungläubig trottete ich hinter ihm her. Ich bekam eine komplette Führung durch sein Haus und war einfach nur begeistert. Zum Schluss standen wir auf seiner Terrasse mit Blick auf den durch Licht in Szene gesetzten Garten.
»Ich werde dich nie nach Berlin einladen. Dagegen sind meine dreißig Quadratmeter ein regelrechter Schuppen.«
»Hey, ohne meine Eltern würde ich sicher auch anders wohnen, trotz meines mittlerweile guten Gehalts. Du brauchst dich deswegen absolut nicht zu schämen. Ich würde mich sogar freuen, wenn du mich zu dir einlädst«, meinte Till, der mich von hinten umarmte.
»Wollen wir vor dem Schlafengehen noch in den Whirlpool?«, säuselte er in mein Ohr.
»Ich könnte gerade eher einen Drink gebrauchen«, sagte ich spaßeshalber.
»Der ist im Paket inbegriffen«, sagte er und führte mich in einen Wintergarten.
Das hier musste das Paradies sein. Zumindest sah es danach aus. Von Palmen umrundet war ein Whirlpool in den Boden eingelassen. Auf der gegenüberliegenden Seite hatte er sich eine Bar aufgebaut. Urlaubsfeeling pur.
»Ich glaub, hier will ich nie wieder weg«, rutschte es mir heraus, was Till zum Lachen brachte, während er die Rollos herunterließ.
»Nicht herumstehen. Raus aus den Klamotten und rein mit deinem süßen Hintern in den Pool. Ich hoffe, du magst Gin Tonic?«, kam es von Till, der bereits dabei war, sich auszuziehen.
»Ja klar und wie.«
Während ich mich auszog, schaltete er den Pool samt Beleuchtung ein. Danach stieg ich zum ersten Mal in einen Whirlpool. Es war so entspannend, wie das warme Wasser gegen meine Haut drückte. Seufzend legte ich meinen Kopf in eine der Nackenstützen ab und ließ mich von den Düsen massieren. Dabei habe ich mich so platziert, dass ich einen perfekten Blick auf meinen Freund hatte, der uns gerade nackt die Drinks mischte. Für einen Moment glaubte ich zu träumen, wie er mit den zwei Gläsern in der Hand auf mich zusteuerte.
»Was schaust du mich so an?«, fragte mich Till mit einem Grinsen auf dem Gesicht, als er vor dem Pool stand.
»Ich bin gerade tiefenentspannt und glücklich. Außerdem siehst du einfach umwerfend aus. Besser geht es doch nicht, oder?«, meinte ich, weshalb sein Grinsen noch breiter wurde.
Endlich kam auch er in den Pool, stellte die Gläser hinter uns, setzte sich zwischen meine Beine, ehe er sich mit seinem Rücken an mich schmiegte. Worauf ich meine Arme um ihn legte, nur um ihn fester an mich zu pressen.
»Jetzt ist es perfekt«, sagte Till, als er seinen Kopf an meiner Schulter anlehnte und mich von der Seite ansah.
»Wie sehr habe ich es vermisst, in deine schönen grünen Augen zu schauen und dabei deine Nähe zu genießen«, flüsterte er fast, sich einen Kuss von mir stehlend.
»Wenigstens scheint dir der Whirlpool zu gefallen. Hier wirkst du nicht mehr so angespannt«, murmelte er zusätzlich.
»Ich habe mich bisher immer gefragt, wieso sich Leute so ein Teil anschaffen, aber jetzt versteh ich es. So schnell bekommst du mich hier nicht mehr raus. Mit dem ganzen Rest hast du mich etwas überrumpelt. Ich kenne so viel Luxus nicht und bitte verstehe mich nicht falsch. Dein Haus ist wunderschön. Auch dass du mich wieder zum Essen eingeladen hast, was bestimmt auch wieder sündhaft teuer gewesen sein wird, fand ich sehr lieb. Doch so etwas kann ich dir leider nicht bieten. Ich bin schon mit den Luxushotels überfordert. Mir ist es unangenehm, dass man mir kleinen Licht, den Hintern nachträgt. Von mir könntest du ein schönes romantisches Picknick erwarten, aber du setzt die Latte verdammt hoch«, erklärte ich ihm.
Till drehte sich in meinen Armen, damit er mich richtig ansehen konnte.
»Süßer, ich brauche den Luxus nicht. Ich finde es selbst übertrieben, wieso sie für eine Konferenz so viel Geld zum Fenster rausschmeißen. Das hier kommt alles nicht von mir. Es war ein Geschenk. Genau wie du. Ich habe mich in dich verliebt, gerade weil du so bodenständig bist und genau so hart wie ich für dein Geld arbeitest. Du gibst mir einfach so viel mehr, als man für Geld kaufen könnte. Deshalb darfst du dich keineswegs schlecht fühlen. Außerdem liebe ich ein gutes Picknick. Doch bei deinem Stundenlohn muss doch sicher auch etwas hängenbleiben.«
»Naja, es reicht für ein anständiges Leben. Bedenke, dass Steuern und Sozialabgaben noch abgehen. Sechzig Euro sind manchmal schon etwas hart. Ich würde den Stundensatz gern erhöhen, aber dann meint sie, wären wir für den Konzern nicht mehr tragbar«, meinte ich, doch Till schaute mich seltsam an.
»Wieso sechzig? Du wurdest bei der letzten Konferenz mit hundertfünfzig die Stunde abgerechnet.«
»Da verwechselst du bestimmt gerade etwas. Siebzig müssten es sein. Regine schlägt zehn Euro bei mir drauf, das weiß ich und ist auch mit ihr so vereinbart.«
»Nein, ich bin mir ziemlich sicher. Warte ich zeig es dir«, sagte er, sprang aus dem Pool und holte uns zwei Bademäntel aus dem Schrank.
Ich war felsenfest davon überzeugt, dass es sich nur um einen Fehler handeln konnte, denn solch einen Unterschied konnte ich mir nicht vorstellen. So ging ich hinter ihm her in sein Arbeitszimmer. Während er seinen Laptop hochfuhr, suchte ich in der Zeit die Rechnung an meinem Handy heraus.
»Da schau. Hundertfünfzig Euro die Stunde. Grafikleistungen von 253 Stunden abgerechnet.«
»Hier ist meine Rechnung. Gleiche Stundenanzahl, aber mein Standardstundensatz. Das kann doch nicht ihr Ernst sein. Sie berechnet sogar für ihre Arbeit fast das Gleiche. Mir erzählte sie immer, dass sie die zehn Euro draufschlägt, weil sie sonst kaum was daran verdienen würde. Wieso zieht sie mich so über den Tisch?«
»Domenik, komm bitte schnell mal herüber. Bring deinen Laptop mit«, sprach er aufgeregt in sein Handy hinein, bevor er auflegte.
In dem Moment fühlte ich mich sehr von ihr hintergangen, zweifelnd daran, ob wir wirklich Freunde waren. Ich setze mich in einen Sessel an der Wand. Regine war für mich über die Jahre eine sehr gute Freundin geworden und kannte mich besser als jeder andere. Auch wenn sie manchmal nervte, konnte ich trotzdem mit ihr über alles reden. Umso mehr schmerzte es. Till war sofort an meiner Seite und nahm mich tröstend in den Arm.
»Was ist passiert? Gibt es einen Notfall?«, kam es aufgeregt von Domenik, der wohl gleich durch den Garten hereinkam.
»Schau dir bitte einmal die Rechnung an meinem Laptop an und verrate mir, ob sie immer den gleichen Satz für Grafikleistungen bei dir so abgerechnet hat«, gab Till seinem Bruder die Anweisung.
»Ja, wie immer die hundertfünfzig. Wo ist das Problem?«, fragte er verwundert, bis Till ihm meine Originalrechnung zeigte.
»Das ist ein Scherz, oder?«, fragte Domenik verwundert.
»Nein, eben nicht. Ihm hat sie erzählt, dass sie nur zehn Euro draufschlägt. Auch dürfte er seinen Stundensatz nicht erhöhen, weil er sonst für uns zu teuer werden würde«, erklärte er seinem Bruder.
»Du hast doch sicher auch die anderen Konferenzen für die anderen Unternehmenszweige mit ihr gemacht, oder?«, wollte Domenik wissen.
»Ja, alle, ich arbeite eigentlich fast ausschließlich das ganze Jahr nur für euren Konzern. Die anderen kleinen Jobs nebenbei sind dagegen lachhaft.«
»Du hast nicht zufällig deinen Laptop hier und kannst sie mir ausdrucken?«
»Nein, aber ich kann online drauf zugreifen, wenn das hilft.«
Wir saßen zu dritt die halbe Nacht am Rechner. Ich suchte alle Rechnungen der letzten sieben Jahre seit meiner Selbstständigkeit heraus. Domenik alle, die ihm vorlagen. Angefangen hatte ich damals sogar mit einem Stundensatz von fünfzig Euro. Bereits da hatte sie das Dreifache verrechnet. Domenik ging irgendwann gegen drei Uhr wieder zu sich rüber, aber ich war am Boden zerstört.
»Hey Schatz, nimm es nicht so schwer. Es muss schlimm sein, aber wenigstens sind wir dahintergekommen. Ab jetzt kann es nur besser werden«, versuchte mich Till aufzubauen.
»Weißt du, dass sie mich abgezockt hat, schön und gut. Das Geld geht mir am Arsch vorbei. Aber weißt du, wie oft ich bei ihr hinter meinem Geld hergerannt bin? Sogar Mahnungen kassiert habe? Nur weil euer Konzern angeblich eine dreimonatige Zahlungsfrist hat, was vielleicht auch stimmen mag, aber sie musste über die Jahre ja reichlich auf dem Konto haben. Manchmal habe ich sogar ein halbes Jahr warten müssen, bis sie mich bezahlte. Ich Idiot hatte sogar Mitleid mit ihr, weil sie angeblich selbst nicht wusste, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollte. Nicht nur einmal hatte ich deswegen Existenzängste.«
Ich war traurig darüber, von einer so wichtigen Person in meinem Leben, so hintergangen worden zu sein. Till hingegen sagte dazu kein Wort. Still spendete er mir Trost, bis wir uns in den Bademänteln auf seinem Bett zusammenkuschelten. Es beruhigte mich ein wenig, seine Nähe zu spüren, während er mich fest im Arm hielt.
»Was passiert jetzt?«, wollte ich von ihm wissen.
»Wir werden uns wohl von ihr verabschieden müssen. Den Rest werden unsere Anwälte mit ihr klären.«
»Aber dann bin ich doch auch raus«, sagte ich resigniert.
»Nein, mein Schatz, dafür finden wir eine andere Lösung. Das verspreche ich dir. Versuch, etwas zu schlafen, denn es wird ein anstrengender Tag werden«, versicherte mir Till.
Leichter gesagt als getan. Meine Gedanken kreisten in meinem Kopf, aber irgendwann gewann die Erschöpfung die Oberhand. Sie ließ mich wenigstens ein paar Stunden Ruhe finden.
Bereits um sieben klingelte uns Domenik unsanft aus dem Schlaf. So wie er aussah, hatte er die Nacht kein Auge bekommen. Außerdem schien er kurz vor dem Explodieren.
»Ich habe gestern noch die Originalrechnungen von den Animatoren und den Regieleuten bekommen. Bei ihnen hat sie zwar nicht so viel wie bei dir aufgeschlagen, doch auch sie wurden über den Tisch gezogen. Auch die restlichen Orgabüros wissen Bescheid. Wir müssen sofort los zum Hotel«, sagte er aufgebracht.
Auf dem Weg ins Hotel tobte in mir ein Sturm aus Wut, Enttäuschung und Angst. Ich mochte meine Arbeit sehr für den Konzern. Deshalb wollte ich nicht, dass sie durch so einen Eklat in den Dreck gezogen wurde.
»Soll ich an deiner Seite bleiben?«, fragte mich Till, als wir vor dem Hotel standen.
»Nein, ich schaffe das schon. Sie hat mich nun lange genug herumgeschubst«, meinte ich, bevor wir hineingingen.
Durch meine Mails wusste ich, dass die Hotelmädels mich für weitere Änderungen brauchten, also holte ich schnell meinen Laptop, ehe ich mich auf den Weg in ihr Büro machte. Domenik und Till trafen sich in der Zeit mit den anderen zuständigen Orgas des Konzerns, um abzuklären, wie sie vorgingen.
Wenigstens waren die Mädels Frühaufsteher und bereits tüchtig an ihren Laptops beschäftigt.
»Hey, sorry, dass ich gestern nicht mehr konnte, aber jetzt steh ich euch wieder voll zur Verfügung«, entschuldigte ich mich bei ihnen, als ich ihr Büro betrat.
»Guten Morgen Sandro, du siehst aber fertig aus. Alles halb so wild, die paar Änderungen bekommen wir doch sicher schnell hin«, meinte Simone, doch alle drei grinsten mich verschwörerisch an.
Sie ignorierend aktualisierte ich alles nach ihren Wünschen, was nicht einmal eine halbe Stunde dauerte. Nachdem alles ausgegeben war, schickte ich es ihnen gleich per Mail. Keine Ahnung, wieso Regine immer so einen Stress machen musste.
»So fertig«, bestätigte ich, bevor mich drei neugierige Gesichter anschauten.
»Hattest du mit Till eine wilde Nacht?«, platzte es Julia heraus.
»Lass mich raten. Regine hat es euch erzählt?«, fragte ich niedergeschlagen.
»Sie stand hier bei uns im Büro, als sie mit ihm telefonierte. Die ist richtig sauer auf dich«, erklärte Simone.
»Na dann sind wir ja schon einmal zwei. Nein, wir hatten leider andere Sorgen als eine wilde Nacht.«
Sie quetschten mich noch ein wenig über unsere Beziehung aus. Es zu leugnen brachte sowieso nichts mehr, aber ich bat sie, es nicht an die große Glocke zu hängen. Wie schon gestern Abend klingelte mein Handy in einer Tour. Wieder war es Regine. Auf Bitte von Domenik sollte ich ihre Anrufe ignorieren, aber es ging mir gewaltig auf den Wecker.
»Was?«, fragte ich gereizt, als ich doch ranging.
»Wo zur Hölle bist du?«, schrie sie ins Telefon.
»Bei Simone und den Mädels. Es ist alles erledigt«, meinte ich und legte auf.
Die drei schauten mich schockiert an, als ich das Handy auf den Tisch knallte.
»Ist bei euch alles ok?«, fragte mich Simone vorsichtig.
»Nein, gar nichts ist hier ok…«
Weiter kam ich nicht, denn in dem Moment sprang die Tür auf. Gleich darauf schlug Regine die Tür so heftig zu, dass das Scheppern wahrscheinlich in der ganzen Etage zu hören war.
»Was fällt dir eigentlich ein, einfach zu verschwinden? Du hast gefälligst hier zu sein, wenn ich dich brauche. Dafür bist du hier vor Ort. Nicht, um dich mit jemandem zu vergnügen. Wie stehe ich jetzt wegen dir bitte vor dem Kunden da?«, brüllte sie mich an, bis mir der Kragen platzte.
»Ich bin nicht dein fucking Leibeigener. Du hast Zugriff auf alle Daten. Das hättest du selbst hinbekommen, aber nein, du kommandierst lieber rum oder machst einen auf wichtig, statt für dein Geld zu arbeiten. Du warst doch sicher eh wieder in der Bar, wo du angegeben hast, wie geil und großartig du doch bist. Realitätscheck – bist du nicht!«
Uff, war ich froh, dass gerade ein großer Tisch zwischen uns stand, denn sonst wäre sie mir an den Hals gesprungen.
»Du kleiner Wichser. Ohne mich wärst du nichts und würdest noch immer in der abgeranzten Agentur arbeiten. Such dir lieber schnell einen neuen Job, denn das war es hier für dich. Pack… «, schrie sie noch lauter, aber wurde davon unterbrochen, dass die Tür zum Nachbar-Office aufging.
»Es reicht!«, brüllte Till sie mit hasserfülltem Blick an, bevor er sich schützend vor mich stellte.
Gleich darauf erschien Domenik, welcher nicht weniger erzürnt aussah.
»Regine, sofort hier ins Büro«, sagte er nur knapp.
Wenn Blicke töten könnten, wäre ich auf der Stelle umgefallen.
»Alles gut bei dir, Schatz?«, erkundigte sich Till bei mir.
»Geht schon, aber es tut mir leid. Ich konnte mich nicht beherrschen.«
»Verständlich, aber komm, wir brauchen dich auch«, meinte er.
Gemeinsam betraten wir das Orgaoffice. Mir rutschte das Herz in die Hose, als wir uns in die freie Ecke stellten. Alle Personen aus den verschiedensten Orga-Abteilungen waren hier versammelt. Wir kannten uns alle. Ich mochte jeden davon sehr gerne. Auch die Leute aus dem Animationsteam und der Regie saßen an der Seite. Alle schauten Regine enttäuscht, verbissen oder wütend entgegen. Doch am schlimmsten war der oberste Chef, ganz vorn am Tischende. Er schien kurz vorm Explodieren zu sein. Bisher kannte ich ihn nur gut gelaunt, oder begeistert von unserer Arbeit.
»Erklären Sie mir das!«, sagte er hart zu Regine.
Dabei zeigte er auf die riesige Tischplatte vor ihm. Sein Zorn war in den paar Worten förmlich zu spüren.
Sie ging an den Tisch heran. Ließ ihren Blick schweifen, als würde alles in Ordnung sein.
»Das sind meine Rechnungen, aber warum liegen die hier?«, fragte sie vollkommen gelassen.
»Und die haben sie nach ihrer Meinung korrekt nach ihrem Vertrag an uns ausgestellt?«, hakte er nach.
»Ja, habe ich. Was soll das hier?«, gab sie ihm nervös die Antwort.
»Ralf, Frank und Sandro, kommt einmal bitte an den Tisch«, bekamen wir von Domenik die Anweisung
Gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen ging ich zu ihm herüber.
»Das sind eure Originalrechnungen von unserer letzten gemeinsamen Konferenz. Sind diese korrekt?«, fragte Domenik, die drei Rechnungen nebeneinander ausbreitend.
»Ja«, bekam er von uns dreien als Antwort, nachdem wir sie uns angesehen hatten.
»Dies sind die Rechnungen, welche uns als Belege eingereicht wurden«, meinte er, wobei er die fast identischen Rechnungen darüberlegte.
Ich wusste bereits, dass sie die Abrechnungen manipuliert hatte, doch die anderen beiden staunten nicht schlecht.
»Das ist ein Scherz« und »Nicht dein Ernst«, kam es erschüttert von Ralf und Frank.
»Oh doch, denn hier ist die gesamte Endabrechnung plus das ordentliche Honorar für eure Auftraggeberin«, erklärte Domenik, uns ihre Endabrechnung präsentierend.
»Das zieht sich durch alle Veranstaltungen der letzten neun Jahre«, meinte Domenik abschließend.
Da wurde Regine klar, dass sie mit keiner Ausrede mehr herauskam.
»Du mieses Stück Scheiße. Das ist doch alles auf deinen Mist gewachsen«, ging sie auf mich los.
Diesmal war es Domenik, welcher für mich Partei ergriff.
»Hat er die Rechnungen gefälscht? Sandro hatte dich sogar noch in Schutz genommen. Er konnte nicht glauben, dass du alle über den Tisch ziehst.«
»Trotzdem, würde er nicht mit deinem Bruder vögeln, wäre das niemals rausgekommen«, sagte sie gehässig.
Boooom. Würde ich behaupten. Damit war die Bombe geplatzt. Gleich wussten alle im Konzern über uns Bescheid. Am liebsten wäre ich unter ihren erstaunten Blicken im Erdboden versunken.
»Genug jetzt! Packen Sie sofort Ihre Koffer und verschwinden Sie augenblicklich aus diesem Hotel. Der Auftrag hat sich an dieser Stelle für sie erledigt. Beachten Sie auch die weiteren Aufträge als storniert. Sie werden in den nächsten Tagen Post von unseren Anwälten bekommen. Jetzt raus hier«, donnerte der oberste Chef.
In gewisser Weise tat sie mir schon leid, aber den Mist hatte sie sich selbst eingebrockt. Domenik begleitete sie nach draußen. Wir wollten ihr schon folgen, wurden aber vom Chef zurückgehalten.
»Ralf, Frank, Sandro, bleibt bitte noch kurz. Der Rest kann gehen«, wies der Chef an, weshalb alle bis auf sein eigenes Orga-Team den Raum verließen.
»Wie machen wir jetzt weiter? Könnt ihr die Konferenz ohne Sie stemmen? Brauchen wir kurzfristigen Ersatz? Was ist mit den Daten?«, wollte er von uns wissen.
Witzigerweise waren alle Augen auf mich gerichtet, da ich wohl ihr engster Vertrauter war.
»Ich habe alles als Backup. Alle Daten und Pläne sind da. Änderungen können wir auch ohne sie einpflegen. Von meiner Seite aus, brauchen wir keinen Ersatz. Wie ich euch kenne, bräuchtet ihr auch keinen, oder?«, fragte ich meine zwei Kollegen.
Auch sie bestätigten mir, dass wir alles Nötige hätten, damit der besprochene Ablauf eingehalten werden konnte.
»Dann geht euch bitte besprechen. In einer Stunde möchte ich wissen, wer ab sofort die Koordination übernehmen wird«, waren seine abschließenden Worte, bis auch wir das provisorische Büro verlassen durften.
Vor der Tür fingen plötzlich alle an, mich mit Fragen zu dem Vorfall zu bombardieren. Till hatte auf mich gewartet. Er stand wie ein Fels in der Brandung ruhig ruhig neben mir.
»Stop! Ich erkläre euch gleich alles in Ruhe. Holt euch einen Kaffee oder etwas anderes zu trinken. Wir treffen uns in zehn Minuten in der Regie«, holte ich die runter, aber sie machten keine Anstalten, sich zu bewegen.
»Los, kommt schon. Ich werde es euch nicht hier auf dem Flur erklären«, fügte ich hinzu.
Endlich setzten sie sich in Bewegung. Damit war wieder Ruhe und seit einer gefühlten Ewigkeit konnte ich einmal richtig durchatmen.
»Ich muss gleich noch einmal rein, aber wollte noch sichergehen, dass es dir gut geht«, sagte Till.
»Jap, aber das wird jetzt ein interessantes Meeting. Du hast sie da drin gesehen. Die sind nicht weniger geschockt als ich gestern. Sie haben sicher viele Fragen, aber das werde ich schon hinbekommen.«
»Das wirst du«, baute er mich auf, gab mir einen Kuss, bevor er zurück ins Office ging.
Ich konnte sie schon von weitem wild miteinander diskutieren hören. Sobald ich durch den Vorhang trat, wurde es noch lauter. Widersprachen alle gleichzeitig auf mich ein.
»Bitte, einer nach dem anderen«, bat ich sie.
»Du bist wirklich mit dem heißen CEO zusammen?«, fragte mich Sandra aus dem Animationsteam, worauf ich nur nickte.
»Viel wichtiger ist: Wusstest du, dass sie uns so über den Tisch gezogen hat? Du wirktest nicht sehr verwundert, als Domenik die Tatsachen auf den Tisch legte«, fragte mich Ralf.
»Ich weiß es seit gestern Nacht. Till hatte mich auf meinen Stundensatz angesprochen, was alles ans Licht brachte. Domenik hat sofort alles in die Wege geleitet. Glaubt mir ich war genauso enttäuscht und wütend wie ihr gerade. Aber viel wichtiger ist jetzt die Frage, ob wir die Konferenz auch ohne Sie über die Bühne bringen. Wie seht ihr das?«
»Von unserer Seite kein Problem. Wir sind seit gestern dabei, alles zu finalisieren und auszuspielen. In zwei Stunden sind wir bereit, alles zur Freigabe vorzuzeigen. Der Rest wird sich nicht von den letzten Jahren unterscheiden«, erklärte mir Ralf, womit das Animationsteam an Bord war.
»Das Gleiche auch bei mir. Solange du die aktuellen Regiepläne hast, kommen wir damit klar«, bestätigte mir Frank.
Damit stand auch die Regie.
»Spitze und wer von euch will die Koordination übernehmen?«
»Übernimmst das nicht du? Bisher hast du Regine immer vertreten, wenn sie im Urlaub war. Die Leute sind mir viel zu anstrengend. Ich koordiniere meine Leute, aber das brauch ich nicht«, meinte Ralf.
Fast die gleiche Antwort bekam ich auch von Frank.
»Wow, ok, ganz so schlimm, wie sie es dargestellt hat, ist die Kommunikation mit ihnen auch nicht. Ich versuche es gerne, aber muss auf euch zählen können. Ich verspreche, mein Bestes zu geben.«
»Top, aber ist das hier nun unser letzter Auftrag? Weißt du vielleicht schon mehr?«, sprach Frank das Thema an, welches auch mich stark belastete.
»Nein, leider noch nicht, aber sobald ich etwas Genaueres weiß, gebe ich euch sofort Bescheid. Versprochen!«
Sie brachten mich noch auf den neusten Stand, was ich gestern Abend verpasste. Danach fragten mich vor allem die Mädels über Till aus. Die Stunde war schneller rum als gedacht. Also ging es für mich in die Höhle des Löwen. Nachdem ich an sein Office anklopfte, trat ich vorsichtig hinein. Doch die Stimmung war überraschend ausgelassen.
»Hey Schatz, konntet ihr alles regeln?«, fragte er Till, der einen Stuhl neben sich nach hinten zog, um mir zu signalisieren, dass ich mich zu ihm setzen sollte.
»Ja, wie es aussieht, bin ich nun die Regine für unseren letzten Einsatz bei euch.«
»Es ist nicht euer letzter Einsatz, aber genaueres erzähle ich dir heute Abend. Leider muss ich jetzt zu einem Meeting. Ich hole dich um acht ab«, sagte er noch, bevor er sich mit einem Kuss bei mir verabschiedete.
»Bis später, Roman und danke«, verabschiedete er sich noch bei seinem Chef.
Das folgende Gespräch mit Roman verlief super. Ich brachte ihn auf den neusten Stand, damit auch er beruhigt war, dass alles nach Plan verlief. Durch meine neu gewonnene Aufgabe rannte der Tag. Sie war bei weitem nicht so stressig, wie Regine immer tat, weshalb ich alle Änderungswünsche mit Leichtigkeit geregelt bekam. Romans Durchlaufprobe im Konferenzraum lief großartig. Er hatte nichts mehr anzumerken und er war damit auf den ersten Konferenztag bestens vorbereitet. Auch die anderen Speaker waren mit ihren Präsentationen zufrieden, womit alles für morgen stand. Der Schlafmangel gepaart mit dem Stress zollten ihren Tribut. Fertig, aber auch glücklich betrat ich um kurz vor acht mein Zimmer. Ich hatte Till kurz vorher geschrieben, dass ich noch schnell duschen möchte, bevor er mich abholte. Gerade auf dem Weg zum Badezimmer klopfte es an meiner Zimmertür. Natürlich war es Till und weil ich schon nackt war, öffnete ich die Tür nur einen Spalt, dass mich keiner vom Flur sehen konnte.
»Komm schnell rein«, sagte ich, trat einen Schritt zurück, damit er reinkommen konnte.
»Du wolltest doch nicht etwa ohne mich duschen gehen?«, fragte er und begann, sich schnell auszuziehen, bis er sich fest an mich presste.
Binnen Sekunden war ich hart. Dank der ganzen Misere sind wir gestern nicht mehr dazu gekommen, übereinander herzufallen. Mich an ihn klammernd trug er mich mal wieder küssend ins Badezimmer unter die Dusche. Er musste genauso ausgehungert wie ich gewesen sein. Seit unserem letzten Mal hatte ich mit niemandem mehr geschlafen. Er ließ mich gar nicht herunter, sondern stellte nur das Wasser an, während er sich hemmungslos an mir rieb.
»Ich will dich so sehr«, wisperte er gegen meine Lippen, ehe er ohne Vorbereitung bereits mit seiner Eichel ein Stück in mich eindrang.
»Fuck, warte«, versuchte ich ihn zu stoppen, aber er ließ mich auf seinen Schwanz herab, was mich direkt zum Stöhnen brachte.
Er hatte es nicht mitbekommen, da er direkt meinen Mund mit seinem verschloss, um mich leidenschaftlich zu küssen. Es war bereits zu spät, also gaben wir unserer Lust nach. Er vögelte heftig meine Ladung der letzten drei Tage aus mir heraus. Als ich kam, presste er mich gegen die Fliesen, während ich mich an seinen heißen, feuchten Körper klammerte. Sein Schwanz pulsierte regelrecht in mir, sodass ich jeden seiner Schübe in mir spürte, als er mich abfüllte.
»Sorry, Schatz, für den Überfall, aber ich konnte es nicht mehr aushalten«, erklärte Till, ehe er wieder dabei war, mich von oben bis unten einzuseifen.
»Schon gut, aber beim nächsten Mal sollten wir ein Kondom verwenden«, erwiderte ich, wodurch er seine Bewegungen stoppte.
»Ich dachte, du nimmst PrEP?«, fragte er verwundert.
»Beim letzten Mal schon, aber danach habe ich es abgesetzt, weil ich es nicht mehr brauchte. Ich habe auch keins dabei. Konnte keiner ahnen, dass wir so schnell zueinander finden. Doch solange du gesund bist, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Bei mir ist alles gut«, erklärte ich.
»Gut, dann können wir auch darauf verzichten. Bei mir brauchst du dir keine Sorgen machen.«
Damit waren wir beide beruhigt und konnten die Dusche genießen.
»Ich übernachte dieses Mal nicht im Hotel, aber du begleitest mich doch hoffentlich nach Hause? Willst du dann nicht gleich deine Sachen mit zu mir nehmen?«, fragte er mich etwas schüchtern.
»Dir ist schon bewusst, dass ich, sobald die Konferenz beginnt, zwei Stunden vor dir hier sein muss?«
»Ich werde dich jeden Tag persönlich herbringen«, bekam ich als Antwort.
»Ich nehme dich beim Wort. Du erklärst sonst deinem Chef, wieso ich zu spät war«, meinte ich, während ich meinen Koffer packte.
Mit meinem gepackten Koffer im Schlepptau stand ich am Hotelcounter, wo ich gerade dabei war, mein Zimmer auszuchecken, als uns Simone entgegenkam.
»Du reist auch ab? Ich dachte, ihr macht die Konferenz noch zu Ende?«, fragte sie mich schockiert.
»Mache ich auch. Ich ziehe nur um, aber bin morgen früh pünktlich wieder hier. Wenn ihr noch etwas braucht, ruft mich einfach an. Sonst sehen wir uns morgen«, beruhigte ich sie.
So verließ ich, mit Tills Arm um mich gelegt, das Hotel.
»Ich habe uns den Whirlpool eingeheizt. Heute werden wir hoffentlich nicht mehr gestört. Außerdem muss ich dir noch von den großen Neuigkeiten berichten«, sagte er verführerisch auf der Fahrt zu seinem Haus.
Nach diesem Tag tat es noch besser, darin zu entspannen. Eigentlich wollte ich nur noch den Drink genießen und in seinen Armen, den Scheiß von dem Tag vergessen. Nur hielt es Till irgendwann nicht mehr aus.
»Ich habe mit Roman heute eure Zukunft besprochen. Wir würden dir gerne ein Angebot machen. Was hältst du davon, auf Dauer den Job von Regine zu übernehmen? Du müsstest zwar neben deiner eigentlichen Arbeit, die Dienstleister koordinieren, aber du kannst sie dann über dich abrechnen. Bei dir mache ich mir keine Sorgen, dass du jemanden über den Tisch ziehen wirst. Dadurch würdet ihr weiterhin für all unsere Konferenzen oder kleinen Projekte zuständig sein«, schlug er mir vor.
»Das geht doch nicht so einfach. Ich habe nur ein Einzelunternehmen. Um mit euch abzurechnen, benötige ich doch irgendeine bestimmte Geschäftsform. Dazu noch ein riesiges Kapital im Hintergrund.«
»Wie kommst du darauf? Du kannst genauso deine Rechnung an uns stellen, wie alle anderen auch. Doch ich kann mir schon vorstellen, wer dir diese Information gab. Du hättest nur mehr Verantwortung, welche du ebenso in Rechnung stellen kannst.«
»Das klingt super, aber ich kann Regines Expertise nicht ersetzen. Ich kenne aber einen freien Eventmanager, der diese Lücke füllen könnte.«
»Dann hole ihn gerne dazu. Du kennst euer Budget und wenn er dort hineinpasst, haben wir nichts dagegen«, erklärte mir Till.
»Naja, du kennst unsere wahren Kosten. Ich glaube nicht, dass wir auch nur annähernd an die Grenze kommen werden.«
»Auch das habe ich mit Roman besprochen. Alle Dienstleister, auch du, dürft euren Stundensatz verdoppeln. Es ist dann zwar nicht so viel, wie sie abgerechnet hat, aber ich denke, damit sollten alle zufrieden sein. Wenn du damit einverstanden bist, lassen wir den Vertrag aufsetzen«, sagte er und ich glaubte zu träumen.
»Du verarschst mich?«
»Nein. Ihr macht alle sehr gute Arbeit und sollt endlich ordentlich dafür entlohnt werden. Also?«
Ich sprang ihn an, schlang meine Arme um ihn, sodass wir das Gleichgewicht verloren. Wir wären beinahe untergegangen, als ich ihn küsste.
»Ja, verdammt, ja! Du bist großartig. Wenn ich das den anderen erzähle, werden sie durchdrehen«, sagte ich unendlich glücklich.
Alle durften ihre Aufträge behalten. Dazu hatte ich noch diesen großartigen Mann an meiner Seite.
»Danke, mein Schatz, aber warte noch, bevor du es ihnen erzählst. Ich reserviere euch auf Konzernkosten einen Tisch bei dem Italiener, wo wir essen waren. Dort lädst du sie alle nach der Gala ein. Feiert gemeinsam, nachdem du ihnen davon erzählt hast. Aber jetzt Schluss mit dem Geschäftlichen«, meinte er abschließend, bevor wir uns in einem umwerfenden Kuss verloren.
Dieser machte mich unendlich heiß, erst recht, da wir uns hart gegeneinander rieben. Die schnelle Nummer unter der Dusche war nur ein Vorgeschmack auf das, was folgte. Als würde ich nichts wiegen, hob mich Till auf den Rand des eingelassenen Whirlpools. Direkt verschlang er augenblicklich meinen harten Schwanz. Er konnte so verdammt gut blasen, dass ich meine Lust herausstöhnend auf den Fliesen lag. Einige Male brachte er mich bis kurz vor den Höhepunkt, aber ließ mich zappeln. Als Nächstes machte er sich über mein Loch her. Meine Beine nach oben drückend, ließ er seine Zunge darüber tanzen. Sein Bart rieb rau an meinem Loch, während er mit der Zunge in mich eindrang. Schon das brachte mich um den Verstand.
»Nimm mich«, bettelte ich, willig vor ihm liegend.
Nach seinem heißen Blick zu urteilen, wollte er selbst nichts mehr als das. Weshalb er sich aufrichtete, nur um mir das zu geben, wonach ich verlangte. Langsam drang er diesmal in mich ein. Gebannt dabei zusehend, wie sein Schwanz in mir verschwand. Tropfend lehnte er sich über mich, nachdem er sich bis zum Anschlag in mir versenkt hatte. In seinem Blick gefangen, fing er an, mich langsam zu nehmen. Auch dabei hörte er sofort auf, wenn er spürte, dass ich kurz vor meinem Höhepunkt war. Sogar meine Hände hielt er über meinem Kopf fest im Griff, damit ich mich nicht selbst berühren konnte.
»Wenn es dir zu viel wird, sag es mir, aber ich will dich so lange wie nur möglich spüren«, sagte er, umschlang mich mit seinen Armen und drang noch tiefer in mich ein.
Ich umklammerte ihn, als er mich hochhob, ehe wir langsam zurück in den Whirlpool eintauchten. Nun saß ich auf seinem Schoß. Unsere Münder in einem leidenschaftlichen Kuss vereint, doch er dabei tief in mir. Seine kleinen Bewegungen ließen Blitze durch meinen Körper jagen. Mich jedes Mal vor Lust aufseufzen.
»Na, seid ihr endlich fertig?«, wurden wir von Domenik aus unserem Liebesspiel gerissen.
Wir hatten gar nicht mitbekommen, dass er in den Wintergarten kam, aber er stand in Schwimmshorts mit Handtuch über der Schulter neben uns.
»Was machst du hier?«, knurrte Till genervt.
»Hey, ich wollte nur schauen, wie es euch nach diesem Tag geht. Da euer Stöhnen nicht mehr zu hören war, wollte ich mal vorbeischauen. Außerdem kann ich auch ein wenig Entspannung vertragen, doch heute ist wohl Nacktbaden angesagt«, meinte er, zog seine Schwimmshorts aus, bevor er sich einfach zu uns in den Whirlpool setzte.
Ich konnte nicht leugnen, dass sein Anblick davor schon heiß war, aber nackt machte auch Domenik eine verdammt heiße Figur. Sogar sein halbsteifer Schwanz sah imposant aus.
»Zumindest deinem Kleinen scheint meine Anwesenheit zu gefallen«, sagte Domenik mit einem dreckigen Grinsen auf den Lippen.
Unfähig zu sprechen, lief ich knallrot an. Die Situation war surreal. Till hielt mich fest, während er mich weiterhin mit unauffälligen Stößen nahm. Ich dagegen musste mich konzentrieren, mein Stöhnen zu unterdrücken. Zumindest schaffte ich es, bis er einmal tiefer zustieß und mir durch den Reiz ein lauterer Seufzer entkam. Es kam mir vor, als hätte er es genau darauf angelegt.
»Sag mal, vögelt ihr immer noch?«, wollte Domenik interessiert wissen.
»Verdammt ja, also würdest du bitte verschwinden?«, blaffte ihn Till an.
»Mein Gott, entspann dich, bis vor ein paar Jahren warst du nicht so verklemmt«, sagte Domenik lachend, woraufhin ich beide schockiert ansah.
»Was? Ihr habt…«, fing ich an, meinen Gedanken laut auszusprechen.
»Nichts Schlimmes. Wir haben öfter mal zusammen gewichst. Kein Inzest, wie du jetzt vielleicht denkst. Außerdem bin ich nicht an Sex mit Kerlen interessiert. Ihr könnt ruhig weitermachen, man sieht ja eh nichts«, erklärte Domenik total abgebrüht.
Vielleicht sah man nicht, wie Till mich nahm, aber trotz der Blasen konnte man genau erkennen, dass Domenik sich ungeniert seinen Schwanz massierte. Ich hingegen verstand gerade nur Bahnhof. Obwohl es mich heiß machte, war ich mit der Situation doch etwas überfordert.
»Und jetzt willst du dir einen runterholen lassen?«, fragte ich verwirrt, doch Till rollte nur mit den Augen.
»Nein, er will sehen, wie wir miteinander vögeln«, sagte mein Freund niedergeschlagen.
Sogar sein Schwanz verlor an Härte, doch ich fing an zu lachen.
»Und du bist dir sicher, dass dein Bruder hetero ist? Ich bin es mir nicht«, meinte ich und gab Till einen Kuss, um ihn wieder aufzubauen.
»Ey, ja, bin ich. Meine Freundin ist mit ihrer Mutter im Urlaub. Ich wollte wirklich schauen, wie es euch geht und das hier ist halt heiß, auch wenn ihr zwei Kerle seid. Ich bin halt spitz«, jammerte er.
»Welche Stellung hättest du denn gern?«, fragte ich ihn frei heraus, womit wohl beide nicht gerechnet hatten.
»Schaut nicht so. Solange ich danach meinen Schatz wieder für mich habe, sollst du halt zusehen, wenn es dir Spaß macht, aber behalt ja deine Griffel bei dir.«
»Meinst du das ernst?«, fragte mich mein Freund vorsichtig, doch ich konnte spüren, dass er absolut nicht abgeneigt war.
»Vögel mich, dass er neidisch wird«, flüsterte ich in sein Ohr, wobei sein Schwanz noch einmal ordentlich in mir an Größe gewann.
Im nächsten Moment lag ich wieder mit dem Rücken auf dem Fliesenboden. Diese Nummer war anders wild, denn er nahm mich, als gäbe es kein Morgen. Auch unser Stöhnen hielten wir nicht mehr zurück. Er hämmerte seinen Schwanz nur so in mich, dass seine Eier gegen meinen Hintern klatschten. Mit dem puren Verlangen in seinen Augen trieb er mich in meinen bis dato gewaltigsten Orgasmus. Mein ganzer Körper krampfte, als ich eine gewaltige Ladung auf meinem Körper, bis auf die Fliesen hinter mir verteilte. Auch Till schrie auf, als er seine Sahne tief in meinen Darm spritzte. Wir küssten uns, als er sich aus mir zurückzog. Er hatte mich so abgefüllt, dass ich spüren konnte, wie einiges aus mir herauslief.
»Fuuuuuck«, hörten wir plötzlich Domenik.
Er saß am Beckenrand. Schub um Schub spritzte er auf seinen trainierten, glatten Oberkörper. Sogar im Gesicht hatte er etwas kleben.
Wir brauchten einen Moment, bis wir uns beruhigten.
»So zufrieden? Du könntest uns als Dank einen Drink besorgen«, meinte ich zu Domenik, der uns noch immer befriedigt ansah.
»Gin Tonic?«, fragte er nur, was wir nickend zusagten.
Seine Sahne lief seinem Körper herunter, während er die Drinks einschenkte.
»Nackt sieht er wirklich gut aus, aber ich habe den heißeren Bruder abbekommen«, flüsterte ich Till zu, was ihn zum Schmunzeln brachte.
Eines der Handtücher neben uns nutzten wir, um die Sauerei zu beseitigen, bevor wir uns zurück in den Whirlpool setzten, wo mich Till in den Arm nahm.
»Ich hatte schon befürchtet, dass du mich auf der Stelle verlassen würdest, wegen seiner Aktion.«
»Quatsch, aber er wollte ja keine Ruhe geben und machte nicht den Anschein, gehen zu wollen. So musste er halt zusehen. Er wird es schon allein wegen dir nicht herumerzählen, also was solls. Er hat uns ja nichts getan, aber spätestens in seiner Midlifecrisis steckt er hundertprozentig bis zum Anschlag in irgendeinem Männerarsch«, sagte ich, weshalb wir beide lachen mussten.
»Was ist so lustig?«, fragte Domenik, als er mit unseren Getränken herüberkam.
»Weil du aussiehst, als hätten drei Kerle dich angespritzt. Dir klebt noch immer deine Sahne am Kinn«, sagte ich, doch er zuckte nur mit den Schultern, sammelte es mit dem Finger auf und leckte ihn ab.
»Definitiv nicht hetero«, dachte ich mir.
Auch er säuberte nun seinen Body, bevor er zurück in den Pool stieg.
»Lässt du dich auch von Sandro ficken?«, fragte Domenik neugierig.
»Sicher«, erwiderte Till, wodurch Domenik schon wieder große Augen bekam.
»Nein, denk nicht mal dran. Du hast genug gesehen. Themenwechsel, jetzt!«, mischte ich mich schnell ein, ehe er noch auf dumme Gedanken kam.
Dadurch redeten wir über die Vorkommnisse des Tages. Auch wie es weitergehen wird.
Ich war echt froh, als sich Domenik endlich verzog, nachdem sein Glas leer war. Nachdem die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war, zog mich mein Schatz fest in seine Arme. Diesmal lehnte ich an ihm, weshalb er mir genüsslich meinen Bauch kraulte. Es war schön, gedankenverloren seine Nähe zu genießen. Mir ist schon in Amsterdam aufgefallen, dass ich in seiner Nähe vollkommen entspannen konnte. Er gab mir ein Gefühl der Sicherheit. Wieso auch immer.
»Du machst mich wahnsinnig glücklich«, wisperte er gegen meine Stirn.
Ich nahm seine Hand und verschränkte unsere Finger miteinander.
»Du mich auch. Daran wird auch dein notgeiler Bruder nichts ändern können«, sagte ich, wodurch wir wieder kichern mussten.Ich wollte ihn eigentlich unter der Dusche nehmen, aber wir waren fertig vom Tag. Also legten wir uns lieber kuschelnd ins Bett, bevor wir einschliefen.
Neuer Job, neue Liebe, neuer notgeiler Schwager?
Die restlichen Konferenztage wurden anstrengend, aber wir schafften es ohne Regine, unseren Auftrag zu aller Zufriedenheit umzusetzen. Den versprochenen Vertrag hatte ich am Morgen bereits unterzeichnet. Damit war ich berechtigt, über den Konzern abzurechnen, weshalb alle ihre kommenden Aufträge behielten. Jeden Tag seit dem Vorfall lagen sie mir in den Ohren, ob ich endlich etwas Neues wüsste. Ich habe sie alle auf den letzten Abend vertröstet. Nachdem auch die letzte Rede auf der Gala beendet war, gingen die Teilnehmer zur Party über, weshalb wir hinter den Kulissen anfingen, unsere Sachen zusammenzupacken.
»Großartige Arbeit! Wir sehen uns dann in einer halben Stunde drüben beim Italiener«, sagte ich zu meinen beiden Teams, bevor ich mich noch kurz mit Till in der Tiefgarage traf, um meinen Laptop in seinem Auto zu verstauen.
»Ich soll mich im Namen von Roman bei dir für eure grandiose Arbeit bedanken. Er ist verdammt happy, wie alles gelaufen ist und davon überzeugt, dass es in Zukunft genauso weitergehen wird«, sagte mein Schatz, als er mich am Auto in Empfang nahm.
»Danke, ich werde das Lob gleich an die anderen weitergeben. Ich bin sowas von aufgeregt, was sie gleich zu den Neuigkeiten sagen werden.«
»Sie werden sicher begeistert sein. Hier hast du die Firmenkreditkarte. Es geht alles auf uns. Ich war so frei und habe euch schon etwas zum Anstoßen bestellt. Wenn ihr fertig seid, kommst du einfach zurück auf die Gala. Ich warte hier so lange auf dich.«
Zur Karte gab er mir noch den Pin. Mit einem langen Kuss verabschiedeten wir uns, ehe sich unsere Wege trennten.
Am Restaurant warteten schon ein paar meiner Leute.
»Hey Sandro, komm, jetzt sag endlich, wie es weitergeht«, versuchte mich Ralf zu löchern.
Er war die Tage am nervigsten von allen, aber ich verstand es. Er hatte ein ganzes Team unter sich. Ohne die Aufträge, entstand ein gewaltiges Loch.
»Gedulde dich noch, bis wir komplett sind. Dann erkläre ich euch alles in Ruhe«, bat ich ihn, aber er wirkte alles andere als entspannt.
Zumindest waren alle pünktlich. Weshalb wir geschlossen das Restaurant betraten, ehe wir an unseren reservierten Tisch geleitet wurden.
»Wollen Sie jetzt mit dem Aperitif starten?«, fragte mich einer der Kellner.
»Ja, Sie können ihn gerne verteilen, während ich kurz ein paar Worte sage. Vielen Dank«, bekam er meine Antwort und ich blieb direkt an der Stirnseite des Tisches stehen.
Es war ein seltsames Gefühl, dass alle neugierigen Augen auf mich gerichtet waren.
»Also, als allererstes soll ich mich im Namen des obersten Chefs bei euch für eure grandiose Arbeit bedanken. Er ist vollkommen mit uns zufrieden. Die Konferenz verlief in seinen Augen perfekt. Nun zum wohl interessanteren Teil. Regine wird definitiv nicht mehr für den Konzern tätig sein. All ihre Verträge wurden mit sofortiger Wirkung gekündigt. Damit auch die nachfolgenden Aufträge für alle kommenden Konferenzen.«
»Ich wusste es! So eine verfickte Scheiße. Dann kann ich dichtmachen«, fiel mir Ralf ins Wort.
»Mensch Ralf, bleib locker. Die Aufträge wurden heut‘ Morgen alle mir übergeben. Es ändert sich nur, dass ich ab sofort die Kommunikation übernehme. Statt Regine wird uns bereits nächste Woche ein anderer Eventmanager unterstützen. Kann ich weiterhin auf euch zählen?«, fragte ich in die Runde, was die Stimmung schlagartig anhob.
Frank und Ralf gaben mir sofort ihr Einverständnis, wodurch ich mehr als beruhigt war. Ralf stand sogar gleich auf zum Anstoßen, aber ich hielt ihn zurück.
»Es gibt noch eine Neuigkeit. Ihr wisst, was Regine für uns alle pro Stunde abgerechnet hatte. Ich bekam heute Morgen die Zusage, dass wir unseren Originalstundenlohn alle anpassen dürfen. Zwar nicht so extrem, wie sie es getan hat, aber ich denke, mit der Summe seid ihr alle einverstanden. Unsere Arbeit wird wertgeschätzt. Ich versichere euch, dass so ein Mist wie bei ihr nicht noch einmal vorkommt. So, meinetwegen können wir gerne anstoßen.«
Danach war der Jubel gewaltig. Alle waren glücklich, dass es weiterging, wie geplant. Erst recht, als ich ihnen die neuen Stundenlöhne weitergab.
»Jetzt mal was anderes. Warum hast du nie was von dir und Till erzählt? Ist das zwischen euch was Ernstes?«, fragte mich Anna, eine Angestellte von Ralf.
»Weil es ein Missverständnis gab. Vor dieser Konferenz hätte ich nicht damit gerechnet, aber ja, es ist wirklich ernst zwischen uns«, erklärte ich ihr.
»Cool und wie sieht dein Plan jetzt aus? Fährst du morgen wieder nach Berlin oder bleibst du hier bei deinem heißen Freund?«
»Puh, du, keine Ahnung. Darüber habe ich mir noch keinen Kopf gemacht. Die Tage waren so stressig. Am Abend haben wir noch nicht darüber gesprochen«, meinte ich, aber durch die Frage kam ich selbst ins Grübeln.
»Ah, ich verstehe schon«, grinste sie lüstern und wackelte mit den Augenbrauen.
»Mensch, du wieder. Nein, wir haben viel über den Vertrag besprochen. Er musste mir die Klauseln erklären, welche ich nicht kapierte, aber ja, sicher haben wir auch miteinander geschlafen, wenn du das unbedingt wissen willst.«
Sie versuchte, mir zwar weitere Details zu entlocken, aber die blockte ich ab, denn das ging niemanden etwas an.
Der Abend mit ihnen verlief super. Gegen halb zwölf ging ich bezahlen, verabschiedete mich von allen, bevor ich zurück ins Hotel, zur Galaparty ging.
Wie sonst auch bewegte ich mich eher im Hintergrund, um keine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Sonst tranken wir bei der Party auch den ein oder anderen Drink mit, aber weit entfernt von den ganzen Teilnehmern. So stellte ich mich auch diesmal an den Rand, Ausschau haltend nach meinem Freund. Ich fand ihn auf der Tanzfläche. Er schien Spaß zu haben, aber den hatte er sich redlich verdient. Sein Vortrag am Morgen war brillant. Dazu hatte er es in seiner kurzen Zeit geschafft, seine Abteilung sehr gut voranzutreiben. Die Zahlen sprachen für sich. Sogar die Manager unter ihm schätzten ihn sehr.
»Du hast einen verdammt guten Einfluss auf ihn. Es ist schön, meinen Bruder wieder so ausgelassen zu sehen. Vermassle es nicht«, sagte Domenik von der Seite.
»Witzig. Das sagt derjenige, welcher sich nackt zu uns in den Whirlpool setzt und zusehen will, wie wir es miteinander treiben. Sei lieber froh, dass ich ihn liebe, sonst hätte deine Aktion gewaltig nach hinten losgehen können«, meinte ich leise.
»Touché. Komm, lass uns etwas trinken gehen«, schlug Domenik vor mit einem freundschaftlichen Armrempler.
»Auf deinen neuen Job und meinen Schwager in spe«, verkündete er, als wir anstießen.
»Und meinem notgeilen Schwager in spe«, murmelte ich dazu, was ihn grinsen ließ.
Wir setzten uns zu den anderen vom Orga-Team. Sogar Simone und ihre Mädels saßen mit am Tisch. Natürlich wurde wieder das Thema um Regine breitgetreten, sowie meine Beziehung zu Till, aber ich fühlte mich einfach großartig. Till jagte mir einen riesigen Schrecken ein, als er mich von hinten umarmte.
»Da bist du ja endlich. Komm lass uns tanzen«, meinte er fröhlich, bevor er mich an der Hand hinter sich her mitten auf die Tanzfläche zog.
Sogar hier legte er seine Arme um mich und fing an, sich zur Musik zu bewegen. Es war seltsam. Ich konnte die Blicke förmlich spüren, welche auf uns gerichtet waren. Eigentlich tanzte ich gerne, aber dort bewegte ich mich eher wie ein Stock.
»Was hast du? Tanzt du nicht gerne?«, fragte er mich glücklich strahlend.
»Doch schon, aber die starren uns alle an«, erwiderte ich leise.
»Schau einfach mich an. Blende sie aus«, riet er mir.
Dabei legte er meine Arme um seinen Nacken, was tatsächlich half, da mein Blick so auf ihn fokussiert wurde. Allein sein umwerfendes Lächeln schaffte es, alles um mich herum vergessen zu lassen.
Den restlichen Abend über wich mir Till nicht mehr von der Seite. Ich hatte auch keine andere Wahl, denn selbst wenn er sich mit jemandem unterhielt, hatte er einen Arm um meine Hüfte gelegt. Er stellte mich sogar einigen seiner Top-Manager als seinen Freund vor. Für sie war ich jedoch kein unbekanntes Gesicht. Alle kannten mich bereits von den Konferenzen. Zwar nicht als seinen Freund, aber den Grafiker, der mit ihnen schon viele Male ihre eigene Präsentation persönlich überarbeitete. Gerade die Frauen mochten mich, weil ich mich dabei immer gern mit ihnen auch privat unterhielt oder Späße machte.
»Wenn ich gewusst hätte, dass er auf Männer steht, hätte ich auch mal mein Glück bei ihm versucht«, meinte sogar einer von ihnen.
Es gab keinen einzigen blöden Kommentar über unsere Beziehung. Mochte aber auch daran liegen, dass Till ihr Chef war. Dadurch wusste ich nun, wie ernst es ihm wirklich mit uns war.
Wir feierten die ganze Nacht durch. Weil Till nüchtern war, fuhren wir mit seinem Auto nach Hause. Domenik saß stramm wie ein Brett auf dem Rücksitz, denn er hatte sich im Gegensatz zu seinem Bruder nicht zurückgehalten, was den Alkohol betraf. Er hat schon die Fahrt über gepennt, weshalb wir kurz überlegten ihn im Auto sitzen zu lassen, als wir in der Einfahrt standen, aber das wäre auch mies gewesen.
»Schatz, hilfst du mir ihn ins Haus zu tragen?«
Domenik war definitiv der anhängliche Typ, wenn er betrunken war. Sobald ich ihn an seiner Haustür kurz allein halten musste, klammerte er sich an mich.
»Wo ist dein Schlüssel?«, fragte Till.
»Hosentasche«, murmelte er an meinem Hals.
Wie automatisch griff ich danach. Ok, ich fand den Schlüssel, aber auch seine harte Eichel, welche sich von der Innenseite gegen den Stoff drückte. Allein die kurze Berührung ließ Domenik seufzen.
Ich drückte Till den Schlüssel in die Hand, der schnell die Tür öffnete, als sein Bruder anfing, sich an mir wie ein Hund zu reiben.
»Lass ihn uns einfach aufs Sofa legen«, sagte mein Freund, aber Domenik protestierte direkt.
»Nein, ins Bett«, beschwerte er sich.
»Na, von mir aus, aber dann beweg dich und hör auf, dich so an meinen Freund zu reiben«, meinte Till, der ihn genervt von mir herunterzerrte.
»Aber er ist so heiß«, säuselte Domenik, als wir ihn durch den Flur bugsierten.
»Ich weiß, aber er gehört zu mir«, machte er seinem Bruder klar.
»Spielverderber«, brummte Domenik.
Mir kam der Weg bis zu seinem Schlafzimmer ewig vor. Nicht nur einmal hatte ich dabei Domeniks Hand an meinem Arsch. Dennoch schafften wir es, ihn dorthin zu schleppen.
Vor seinem Bett zog er sich umständlich sein Shirt aus, sodass wir schon Angst hatten, er würde jeden Moment umkippen. Danach fummelte er ohne Erfolg an seinem Gürtel herum, wobei mir ein leises Lachen entwich.
»Könntet ihr mir helfen?«, jammerte Domenik und drehte sich zu uns um.
»Das ist deine Aufgabe«, sagte ich zu Till, auch wenn es einen gewissen Reiz hatte.
»Du bist anstrengend, wenn du gesoffen hast.«
Geschlagen öffnete Till Domeniks Gürtel. Gnädigerweise sogar den Knopf seiner Jeans.
»So, den Rest solltest du allein schaffen.«
Schaffte er, doch zog sich Domenik direkt Jeans und Boxershorts zusammen herunter.
Sein harter Schwanz sprang hervor und klatschte gegen seinen Bauch.
»Das machst du doch mit Absicht«, knurrte ich, als er uns noch seine Beine entgegenstreckte, damit wir ihm die Hose auszogen.
Eine Antwort bekam ich nicht, aber bei seinem Blick war ich mir nicht sicher, ob er noch immer so betrunken war oder uns mit Absicht so quälte. Jeder von uns zog an einem Bein, bis Domenik nackt vor uns saß.
Der Kerl war fast neun Jahre ein Teil meiner nächtlichen Fantasien. Innerhalb von einer Woche saß er mittlerweile das zweite Mal nackt und geil vor mir. Diesmal kroch er sogar übers Bett, uns seinen prallen Hintern mit Blick auf seinen jungfräulichen Eingang präsentierend, bevor er sich auf den Rücken fallen ließ. Breitbeinig lag er nun schmatzend vor uns, seinen fetten Schwanz kraulend.
»Können wir jetzt gehen«, fragte ich meinen Schatz.
Dabei schmiegte ich mich extra von hinten an ihn heran, damit er spürte, wie heiß ich gerade war.
Auch bei einem Griff in seinen Schritt merkte ich, dass auch er hart war. Domenik mochte zwar sein Bruder sein, aber er war verdammt sexy. Statt mir zu antworten, drehte sich Till zu mir herum, küsste mich und drängte mich Richtung Tür.
»Bleibt doch hier«, kam es lüstern von Domenik.
»Vergiss es. Gute Nacht. Schlaf deinen Rausch aus«, sagte Till, ehe er die Schlafzimmertür schloss.
»Scheiß drauf, der pennt jetzt eh«, sagte Till und hob mich auf Domeniks Küchenarbeitsplatte, als wir daran vorbeigingen.
Durch die Aktion waren wir beide so geil, dass ich einen Augenblick später nackt darauf saß, während Till sich über meinen Kolben hermachte. Danach habe ich ihn so heftig gegen die Arbeitsplatte gevögelt, bis er seine Ladung über die gesamte Länge verteilte. Ich vögelte ihn so lange weiter, bis ich auch meine darüber verteilte. Wir mussten grinsen, als wir die Sauerei betrachteten, welche wir da angerichtet hatten.
»Wo hat er denn Küchenrolle, damit wir das beseitigen können?«, fragte ich Till, da ich nicht in den Schränken herumsuchen wollte. Doch der sammelte nur unsere Sachen zusammen.
»Lass gut sein. Das kann Domenik später putzen als Wiedergutmachung für seine Aktion eben. Komm wir gehen gleich durch den Garten«, meinte er lachend.
Nackt wie wir waren, gingen wir befriedigt zu ihm herüber.
»Würdest du mit ihm schlafen, wenn er dich danach fragen würde?«, fragte mich Till leise, als wir, nach einer Dusche, aneinander gekuschelt im Bett lagen.
»Bevor ich dich kennenlernte, hätte ich die Chance mit Sicherheit ergriffen, aber ich liebe dich und du kannst mir vertrauen, dass ich darauf nie eingehen werde. Auch bei niemand anderem. Ja, ich finde ihn sehr heiß, aber das ist kein Grund, dir fremdzugehen. Nur ist er niemals hetero, auch wenn er sich das einreden mag.«
»Ich liebe dich auch. So sehr. Es tut mir leid, dass Domenik manchmal keine Grenzen kennt. Er war noch nie prüde. Ich finde ihn selbst heiß, obwohl er mein Bruder ist«, gestand er mir.
»Das habe ich eben gemerkt. Ich muss mich daran erst gewöhnen, wie ihr zueinandersteht. Es war auch heiß, wie er uns beim Sex beobachtet hatte. Du bist dabei ganz schön abgegangen«, neckte ich meinen Freund.
»Weil du mich um den Verstand bringst und so unglaublich sexy bist. Seitdem liegt mir auch Domenik ständig in den Ohren, ob er noch einmal spannen darf. Du hast tatsächlich recht mit deiner Theorie. Laut seinen Worten, war unsere Aktion besser als jeder Porno.«
»Nicht dein erst!«, platzte es mir heraus.
»Aber sorry, wenn ich dir mit der Frage zu nahetrete, aber wie war es denn bei deinem Ex? Hat er euch da auch bespannt?«
Mir war es zwar unangenehm, ihn darauf anzusprechen, aber ich wollte gerne wissen, worauf ich mich hier einließ, oder was noch kommen würde.
»Keine Sorge. Ich habe schon befürchtet, dass du mich das früher oder später fragst. Er hat es versucht, ja, aber Sven war anders als du. Er war um einiges älter und hatte, was seinen Körper betraf, einige Komplexe. Als uns Domenik einmal überraschte, ist er fast durchgedreht. War sogar kurz davor, mich zu verlassen. Danach machte ich Domenik klar, dass er es bitte unterlassen sollte. Damals war unser Verhältnis noch enger gewesen und wir haben uns wirklich oft gegenseitig einen heruntergeholt. Es machte einfach mehr Spaß als allein. Ich war damals sogar so drauf, dass ich mir einen Dreier mit Sven und Domenik vorstellen konnte«, bekam ich verlegen, aber ehrlich als Antwort.
»Ahhhhhhja«, kam nur aus meinem Mund, doch in meinem Kopf spielte sich ein heißes Kopfkino ab.
»Du hältst mich gerade für total widerlich, oder?«, fragte er niedergeschlagen.
»Kommt drauf an, in welcher Konstellation du dir den Dreier vorgestellt hast. Ich hoffe doch mit deinem Freund in der Mitte?«
»Oh Gott, ja sowieso. Ich würde mich niemals von Domenik nehmen lassen, geschweige denn ihn blasen. Anfassen ok, aber mehr nicht«, platzte es schnell aus ihm heraus.
»Ob Domenik sich wohl vögeln lassen würde?«, sprach ich meinen Gedanken laut aus. Nun sah mich Till an, als hätte ich den Verstand verloren.
»Was denn? Der Gedanke ist schon heiß, aber er ist selbst vergeben. Damit hat sich das Thema doch sowieso erledigt«, meinte ich, woraufhin er lachen musste.
»Schatz, du bist unfassbar. Bring mich nicht auf dumme Ideen und lass ihn das niemals hören.«
»Wieso hast du Angst, dass er mich wirklich vögeln würde, während ich dich dabei nehme, oder am besten noch andersherum?«, fragte ich lüstern.
Als ich das aussprach, fiel Till über mich her. Ihn musste das Ganze auch so heiß machen wie mich. Doch nie würde ich ihm dieses Angebot machen. Erst recht nicht, wenn er in einer Beziehung ist. Damit blieb es nur ein verdammt heißer Gedanke.
Nach der Nummer konnten wir direkt noch einmal kurz duschen gehen.
»Würdest du das echt durchziehen?«, fragte mich Till, als wir wieder im Bett lagen.
»Unter anderen Umständen, aber jetzt genug davon. Ich will die letzten paar Stunden nur mit dir genießen, bis ich wieder in den Zug nach Berlin steigen muss.«
Gerade als ich mich an ihn kuscheln wollte, sprang er einfach aus dem Bett, ehe er das Schlafzimmer verließ.
Im Schneidersitz lehnte ich mich an das Kopfteil des Bettes. Keine Ahnung, was gerade passierte oder warum er so schnell die Flucht ergriff. Zumindest dauerte es nicht lang, bis er wieder zurückkam. Aus dem Bett springend hielt er mir eine kleine Schachtel entgegen.
»Mach es auf. Ich wollte es dir eigentlich beim Frühstück damit überraschen, doch das werden wir nun sicher verschlafen.«
Als ich die Schachtel öffnete, lag darin ein Schlüssel mit einem Anhänger, auf dem »Ich liebe dich« stand.
»Was? Wofür ist der?«, fragte ich verwirrt.
»Bleib bei mir. Ich möchte nicht hunderte Kilometer von dir getrennt sein. Jeden Tag darauf wartend, dich endlich wiederzusehen«, sagte Till ruhig mit hoffnungsvollem Blick.
Was passierte hier gerade? Noch vor einer Woche ging es mir wegen ihm dreckig, doch nun standen wir bereits auf der Überholspur. Dies wäre ein gewaltiger Schritt nach vorn. Wenn ich ehrlich war, wollte ich auch gar nicht mehr zurück nach Berlin, weshalb mich sein Angebot überglücklich machte. Meine Gedanken rasten trotzdem, kamen aber immer zum gleichen Entschluss. Ich wollte hier bei ihm bleiben. Geduldig saß Till vor mir, bis es endlich bei mir klick machte. Ohne Vorwarnung sprang ich ihm entgegen, riss ihn um, ehe wir küssend auf dem Bett lagen.
»Ich hoffe mal, das bedeutet ja, oder?«, fragte er mich bis über beide Ohren grinsend.
»Auf jeden Fall bleibe ich bei dir. Doch ich muss trotzdem heim, denn ich brauche unbedingt ein paar Sachen. Ich will nicht die ganze Zeit in Businessklamotten rumlaufen.«
»Die können wir dir entspannt am Wochenende holen. Bis dahin passen dir sicher auch ein paar bequeme Sachen von mir. Jetzt lass uns ein wenig schlafen, dann machen wir uns später einen schönen Tag zusammen.«
Schlafen. Sicher. Wie sollte das nach diesem Angebot so einfach gehen? Ich war wahnsinnig glücklich. In meinem Kopf stellte ich bereits eine Liste zusammen, was ich unbedingt einpacken musste, während sich Till an meinen Rücken schmiegte. Es dauerte nicht lang, bis er einschlief. Ich brauchte dafür etwas länger.
Als ich wach wurde, war Till bereits aufgestanden. Mein Handy verriet mir bei einem Blick aufs Display, dass es bereits nach fünfzehn Uhr war. Meinen Zug hatte ich definitiv verpasst. Am Fußende lag für mich eine kurze Jogginghose bereit. Nur mit dieser bekleidet ging ich aus dem Schlafzimmer. Es duftete bereits köstlich. Nach den Geräuschen zu urteilen, hantierte mein Schatz gerade in der Küche. Er stand mit dem Rücken zu mir am Herd, weshalb ich mich leise an ihn heranschleichen konnte. Meine Arme um seinen Oberkörper legend, gab ich ihm einen Kuss zwischen die Schultern.
»Guten Morgen, mein Süßer. Gut geschlafen? Ich hoffe, du hast Hunger, denn unser verspätetes Frühstück ist gleich fertig«, sagte Till, während er weiter Rührei zubereitete.
»Ich habe Domenik auch eingeladen. Der ist mächtig sauer, weil er unsere Hinterlassenschaften beseitigen musste. Nur damit du vorgewarnt bist«, fügte er noch hinzu, was mich zum Schmunzeln brachte.
»Selbst schuld, wenn er uns in seinem Suff solch eine Show bietet. Wahrscheinlich ist er nur angefressen, weil er die Aktion nicht live mitbekam. Kann ich dir noch bei irgendetwas helfen?«
»Du kannst uns Kaffee kochen, wenn du magst, oder dich an den Tisch setzen, denn du raubst mir gerade meine Konzentration.«
»Kaffee bekomme ich hin. Nicht, dass noch etwas anbrennt.«
Damit ließ ich ihn schweren Herzens los. Damit stand kurzerhand alles auf dem Tisch bereit. Nur Domenik fehlte noch. Wenn man an den Teufel dachte, kam er zur Tür herein. Doch er wirkte tatsächlich ziemlich angepisst.
»Wenn ihr schon in meiner Küche vögelt, dann macht danach gefälligst sauber. Ich habe bis eben eure eingetrocknete Soße abschrubben dürfen.«
»Sorry, wir haben es einfach nicht mehr rübergeschafft. Außerdem solltest du doch auch etwas davon haben, wenn du uns heiß machst«, neckte ich, weshalb er mir einen finsteren Blick zuwarf.
»Komm, hör auf zu nörgeln, setz dich hin und genieß das Frühstück«, meinte Till grinsend.
Bereits kurze Zeit später lachte er bereits über unsere Sauerei.
»Ich habe auf alle Fälle einen gut bei euch«, meinte er versaut grinsend, als Till gerade dabei war, uns noch einen Kaffee zu machen.
»Lass mich raten. Du willst nochmal eine Runde spannen?«, sprach ich seine Gedanken aus, was sein Grinsen umso breiter werden ließ.
»Fände ich nur fair. Ihr könnt mir ja vorführen, was ihr gestern Nacht getrieben habt.«
»Musst du nicht Verena heute vom Flughafen abholen?«, fragte ihn Till beiläufig.
»Fuck, stimmt. Die hätte ich fast vergessen«, kam nur von ihm, was mich zum Lachen brachte.
»Ist es schon so weit, dass du selbst deine Freundin bei dem Gedanken daran vergisst, uns beim Vögeln zu beobachten? Dabei wollten wir dich doch mitmachen lassen«, sagte ich spaßhalber und seine Augen wurden groß.
»Bring ihn nicht auf dumme Gedanken, Schatz«, meinte Till lachend hinter mir.
Domenik hingegen fehlten die Worte. Es schien, als finge er gleich an zu sabbern.
»Schau nicht so dämlich. Beweg lieber deinen Arsch, damit du die Schreckschraube pünktlich abholst. Nicht dass ihr euch wieder den ganzen Abend zofft, weil du zu spät warst. Außerdem kannst du dich dann an ihr austoben«, fügte Till noch hinzu.
Widerwillig verabschiedete sich Domenik von uns, bevor er nach nebenan verschwand.
»Wow, du scheinst die Freundin deines Bruders ja nicht sonderlich zu mögen. Ist sie so schlimm?«, wollte ich amüsiert von Till wissen.
»Naja, sie ist manchmal echt anstrengend. Keine Ahnung, was Domenik an ihr findet. Ich habe wirklich versucht, sie zu mögen, aber langsam glaube ich, dass sie ihn nur ausnutzt. Nur mische ich mich da nicht ein«, erklärte er mir.
Weshalb ich sehr gespannt war, sie einmal kennenzulernen.
Den Rest des Nachmittags verbrachten wir noch entspannt auf Tills Terrasse. Schmusend lagen wir auf einer der Sonnenliegen, bis er aufsprang und meinte, dass wir uns für das Abendessen umziehen sollten.
Da war ich froh, noch ein paar saubere schickere Klamotten zu haben, denn Till lud mich in ein verdammt schickes Sushi-Restaurant ein.
»Mensch Till, müssen es immer solche Nobelschuppen sein?«, fragte ich ihn belustigt, als wir von dem Kellner zu unserem Tisch gebracht wurden.
»Nein, keine Sorge, aber wir müssen doch deinen Einzug bei mir feiern. Außerdem ist das Essen hier so gut. Ich bin so glücklich dich gefunden zu haben. Noch mehr das du hier bei mir bleibst«, sagte er, wobei mein Schatz auf der Bank dicht an mich heran rutschte.
»Das würde ich doch auch ohne den ganzen Prunk. Das weißt du genau. Außerdem muss ich jetzt erst einmal sehen, wie ich den Umzug über die Bühne bekomme.«
»Ja, aber lass dich doch mal verwöhnen. Mach dir wegen des Umzugs keinen Kopf. Wir fahren übermorgen nach Berlin und holen alles Wichtige, was ins Auto passt. Für den Rest kenne ich eine gute Firma, welche deine restlichen Sachen sicher herbringt. Auch jemanden, der die Wohnung für dich übergibt, habe ich an der Hand. Du musst also nicht hin- und herpendeln«, erklärte er mir.
»Wow, du hast dir darüber echt schon viele Gedanken gemacht, oder?«
»Ja, schon«, sagte er schüchtern.
»Das ist verdammt süß. So viel Zeug habe ich aber nicht. Vieles kann ich aussortieren. Bis auf zwei Regale gehört alles zur Wohnung. Bisher habe ich nie auf großem Fuß gelebt. Das Teuerste, was ich besitze, ist mein Laptop.«
»Bald kannst du dir auch mal etwas gönnen. Dann fällt deine wahrscheinlich horrende Miete weg. Dazu noch der angepasste Stundenlohn bei uns.«
»Ich brauche aber nichts. Ich habe jetzt dich und du machst mich wahnsinnig glücklich. Kostenlos will ich auch nicht bei dir leben. Da musst du mir sagen, was du von mir monatlich für die Nebenkosten bekommst.«
Till war davon so gerührt, dass er mich gar nicht mehr loslassen wollte. Aber es war die Wahrheit. Mehr als ihn brauchte ich nicht. Sicher war sein Haus ein Traum. Essen mussten wir natürlich auch. Doch mich hatte der Konsum nie interessiert. Ich brauchte keine teuren Dinge, um irgendjemanden etwas zu beweisen. Man hat am Beispiel von Regine gesehen, was sowas aus Menschen machte.
»Jetzt kümmern wir uns erst einmal um deinen Umzug. Danach sehen wir weiter«, meinte er, ehe wir uns einen wunderschönen Abend machten.
Geschlaucht von unserer kurzen Nacht kuschelten wir uns nur noch ins Bett.
Frühs wurde ich sanft von meinem Schatz wachgeküsst. Es blieb uns noch Zeit für ein gemeinsames Frühstück, bevor er in den Konzern musste. Vor dem Wochenende standen wohl noch ein paar Besprechungen an. Dies passte sogar recht gut, denn ich hatte auch noch ein paar Dinge aufzuarbeiten oder neu zu organisieren. Mein Mailpostfach platzte aus allen Nähten. Allein drei Stunden verbrachte ich damit, alle Mails zu beantworten. Am Nachmittag war sogar noch ein Feedbackgespräch zur vergangenen Konferenz mit allen Beteiligten angesetzt. Das Nervigste war, dass mein Handy meine Konzentration störte. Bereits Regines Namen auf dem Display zu lesen, vermieste mir meine Laune. Die letzten Male hatte ich sie sogar einfach weggedrückt.
»Bitte Sandro, ruf mich zurück. Lass uns darüber reden«, war ihre Nachricht vor einer Stunde gewesen.
Ich habe nur die Vorschau gelesen, jedoch nicht darauf reagiert. Weshalb sie erneut versuchte, mich anzurufen.
»Was willst du?«, ging ich genervt ans Telefon, da sie sonst keine Ruhe gab.
»Hey Sandro, bist du wieder gut in Berlin angekommen? Können wir uns treffen? In Ruhe reden?«, fragte sie mich kleinlaut, nicht in ihrem üblichen Befehlston.
»Ich bin noch immer in München«, sagte ich knapp.
»Oh, warum? Gab es Probleme?«, wurde sie bereits neugierig.
»Nein, verlief alles nach Plan. Ich verlasse Berlin und ziehe zu Till.«
»Was? Du gibst alles für diesen Kerl auf? Reicht es nicht, dass er uns gegeneinander aufgehetzt hat?«
»Hör auf mit dem Scheiß und lass das mal meine Sorge sein. Was willst du wirklich?«
»Ralf sagte mir, dass du jetzt das Ruder übernommen hast. Ich wollte wissen, ob ich dir schon meine Rechnung stellen kann. Außerdem waren wir doch immer ein gutes Team. Meinst du nicht ich könnte euch trotzdem weiterhin im Hintergrund unterstützen wie sonst auch. Du brauchst doch sicher jemanden.«
Die Frau hatte echt den Bezug zur Realität verloren.
»Welche Rechnung? Du solltest mal deine Mails checken. Ich habe vorhin die E-Mail im CC bekommen, dass du kein Anrecht mehr darauf hast, noch irgendetwas in Rechnung zu stellen. Du hast nicht nur uns, sondern auch den Konzern über den Tisch gezogen. Du hast wohl größere Sorgen, als dir darum einen Kopf zu machen. Ach ja, einen Ersatz habe ich bereits für dich. Du hast es genau richtig gesagt. Wir WAREN ein gutes Team.«
»Los Sandro, du wirst die Kosten doch sicher irgendwie unterbekommen. Überleg dir doch mal, was du mir alles zu verdanken hast. Da wäre das doch das Mindeste, was du machen könntest«, bettelte sie, weshalb ich komplett ausrastete.
»Bist du komplett bescheuert? Soll ich das den Anwälten gleich weiterleiten, dass du mich hier gerade dazu überreden willst, die Zahlen zu frisieren? Ich bin dir einen Scheiß schuldig. Du hast mich behandelt wie deinen Leibeigenen. Mich jahrelang beschissen. Das Geld, was du mir unterschlagen hast, sollte wohl reichen. Wird damit von mir aus glücklich. Melde dich nie wieder bei mir. Wir sind miteinander fertig«, schrie ich ins Telefon, legte auf, bevor ich sofort ihre Nummer blockierte.
Was bitte hatte ich ihr zu verdanken? Einen Scheißdreck. Sicher hatte sie mich mit ins Boot geholt, aber wie oft habe ich ihr den Arsch gerettet, weil sie dem Kunden irgendwelche utopischen Dinge versprach? Sie hat nie ihren Arsch bewegt, sondern nur mich durch die Gegend gescheucht. Es war eher eine Wohltat, diese Last loszuwerden. Ich informierte im Anschluss gleich Ralf und Frank, doch bei den beiden hatte sie es bereits erfolglos versucht, ihre angefallenen Kosten unterzubekommen. Ich vertraute darauf, dass sie mir auch die Wahrheit sagten.
Nach dem Telefonat war ich so sauer, dass ich nicht mehr still auf dem Stuhl sitzen konnte. Deshalb schnappte ich mir meinen neuen Schlüssel, um die Wohnsiedlung etwas zu erkunden. Das brachte mich auf den Gedanken, meinen Freund mit einem selbstgekochten Abendessen zu überraschen. Zeit genug bis zum Call hatte ich noch. Der Weg zum Supermarkt sah auf der Karte aber etwas kürzer als erwartet aus. Teilweise musste ich auf dem Rückweg fast rennen, damit ich nicht zu spät kam. Es war eine regelrechte Punktlandung, dass ich wieder am Rechner saß. Nur um festzustellen, dass sich die Orgas wieder ein paar Minuten verspäteten. Wie erwartet lief auch die Besprechung großartig. Sie hatten absolut nichts zu beanstanden, empfanden die Kommunikation sogar angenehmer als in den letzten Jahren. Gleich zwei neue Projekte wurden bei uns in Auftrag gegeben. Damit blieb mir nur eine Woche, um mich hier richtig einzugewöhnen, bis der Alltag zuschlagen würde. Aber ich freute mich riesig darauf, zum ersten Mal alles allein zu managen.
Hoffentlich mochte Till Spaghetti Bolognese. Ich für meinen Teil liebte es, besonders das Rezept von meiner Mum. Seine Küche war auch super sortiert, aber sah nicht danach aus, als würde hier sehr viel gekocht werden. Bis auf das Frühstück gestern hatten wir nur im Hotel, oder auswärts gegessen. Ich musste mich zwar durch jede Schublade kämpfen, doch fand alles, was ich brauchte. Der Call hatte leider etwas länger gedauert, weshalb ich nicht pünktlich fertig wurde. Immerhin hatte ich bereits den Tisch mit Kerzen und Blumen eingedeckt. Die Soße köchelte vor sich hin und gerade, indem ich die Spaghetti aufsetzte, kam mein Schatz zur Tür hinein.
»Wow, hier riecht es aber gut«, sagte Till, als er zu mir in die Küche kam.
»Hey, mein Schatz«, begrüßte er mich, begleitet von einem Kuss.
»Ich hoffe, du hast Hunger mitgebracht.«
»Riesigen, aber ich würde mich schnell umziehen gehen.«
»Passt perfekt. Bis dahin sind die Nudeln fertig«, meinte ich, ehe er sich noch ein paar Küsse stahl.
In der Zeit konnte ich die Kerzen anzünden und den Parmesan reiben.
»Dass du kochen kannst, hast du mir noch gar nicht erzählt«, sagte Till.
Dabei legte er sich an mich schmiegend sein Kinn auf meine Schulter.
»Du hast auch nicht gefragt. Die Basics hat mir meine Mum beigebracht. Sie war eine verdammt gute Köchin. Ich hoffe du magst Spaghetti Bolognese.«
»Eins meiner absoluten Lieblingsgerichte. Aber habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Doch wieso war? Kann sie jetzt nicht mehr kochen?«, fragte er leise.
»Sie ist vor drei Jahren an Brustkrebs gestorben«, erwiderte ich kurz.
»Oh Schatz, das tut mir leid«, sagte er, wobei er mich fester drückte.
»Schon ok. Es war schlimm, aber wenn ich etwas koche, fühlt es sich immer an, als wäre sie noch genau neben mir«, erklärte ich ihm.
»Sie wäre sicher sehr stolz auf dich. Was ist mit deinem Vater?«
»Der hat sich aus dem Staub gemacht, als ich klein war. Keine Ahnung, was mit ihm ist. So, aber jetzt lass mich los, setz dich an den Tisch und lass mich anrichten«, wies ich ihn an.
»Lass es dir schmecken«, sagte ich, als ich den Teller vor ihm abstellte.
»Danke, dir auch einen guten Appetit«, wünschte er mir.
So schnell, wie Till seine Portion verdrückt hatte, musste es ihm schmecken.
»Magst du noch einen Nachschlag?«
»Oh ja, sehr gerne, wenn noch mehr da ist. Das schmeckt köstlich«, sagte er mich anstrahlend.
»Es ist noch mehr als genug da. Wenn du magst, kannst du auch Domenik und Verena fragen, ob sie was abhaben möchten.«
Nach seinem Telefonat zu urteilen, würde uns nur Domenik Gesellschaft leisten, weshalb ich nur einen weiteren Teller richtete.
»Er kommt sofort rüber. Wollte sich gerade was zu essen bestellen. Verena ist wohl noch unterwegs.«
Ich hatte den Teller noch nicht abgestellt, da kam er schon durch den Garten.
»Wow, also gut riechen tut es schon mal«, meinte Domenik, als er zu uns in die Küche kam.
»Krass. Das hast du gekocht? Das ist köstlich«, wollte er wissen, nachdem er schon die halbe Portion verdrückt hatte.
»Ja! Ist es so schwer vorstellbar? Außerdem ist das Gericht doch simpel.«
»Nein, aber überraschend. Es schmeckt noch besser als bei unserer Mum«, sagte Domenik, genüsslich weiterschaufelnd.
»Unsere Mum ist halbe Italienerin, musst du wissen. Unser Großvater kommt aus Italien. Sie ist selbst eine begabte Köchin, aber ich muss Domenik recht geben. Bei dir schmeckt es noch besser und das sage ich nicht nur, weil du mein Freund bist«, klärte mich Till auf.
»Wow, danke. Meine Mum hat auch eine Zeit lang in Italien gelebt. Von dort brachte sie die Rezepte alle mit. Ich hätte dir auch gerne ein Tiramisu gemacht, aber das muss lange durchziehen. Dafür hätte die Zeit nicht gereicht. Das magst du doch so gern, jedenfalls hast du es uns bei beiden Italienern bestellt.«
»Ich glaube, ich habe mich gerade noch ein Stück mehr in dich verliebt. Wollen wir nächstes Wochenende vielleicht ein Familienessen veranstalten, dann kannst du meine Eltern kennenlernen. Unsere Mum von dir begeistert sein wird«, schlug Till vor.
»Klar, sehr gerne, aber dann musst du mit mir zum italienischen Großmarkt fahren. Da brauche ich dann ein paar speziellere Zutaten.«
»Das bekommen wir hin«, meinte mein Schatz, womit wir dies besiegelt hatten.
Domenik holte sich auch noch einen Nachschlag. Wahnsinn, sie hatten es wirklich geschafft alles aufzuessen, aber immerhin habe ich die beiden satt bekommen.
Nachdem alles im Geschirrspüler verstaut war, machten wir es uns auf der Terrasse bei einem Gin Tonic gemütlich. Ich lag entspannt in Tills Armen auf der breiten Loungeliege. Domenik saß uns gegenüber im Sessel. Er ließ uns keinen Augenblick aus den Augen. Till
war dabei, mir ein wenig von ihren Eltern zu erzählen. Dabei kraulte er meinen Bauch unter meinem Shirt.
»Wollen wir später noch in den Pool?«, fragte mich Till verschwörerisch, denn ich wusste, welche Absichten er hegte.
Sein Ständer war die ganze Zeit über bereits deutlich an meinem Rücken zu, weshalb sich auch meiner klar und deutlich in der Jogginghose abzeichnete.
»Was für eine Frage. Du weißt, wie sehr ich das Teil mag«, bekam er meine Antwort, gefolgt von einem Kuss.
»Darf ich mit?«, kam direkt aus Domenik geschossen.
»Ne, sorry, du bist doch jetzt wieder gut versorgt oder etwa nicht?«, meinte ich lachend.
»Passt schon«, bekam ich nur als Antwort, worauf wir das Thema wechselten.
Endlich hatte Domenik seinen Drink leer. Es durfte also nicht mehr lange dauern, bis er nach drüben gehen würde. Nur kam plötzlich ein neuer Gast in den Garten. Diese bildhübsche Frau, welche neben Domenik Halt machte, kannte ich nur zu gut.
»Ach, hier bist du«, flötete sie, als sie um die Ecke bog.
Doch als sie mich sah, verfinsterte sich ihre Miene.
»Hi Schatz, ja wir haben noch etwas getrunken und ein wenig erzählt. Das ist Sandro, Tills neuer Freund«, stellte er uns freudestrahlend vor.
Zögerlich gaben wir uns die Hand. Es war eine sehr kühle Begrüßung. An den verdutzten Gesichtern der Brüder konnte man sehen, dass sie nicht verstanden, was hier gerade passierte.
»Ja, hi, kommst du mit rüber, Schatz? Der Tag war anstrengend. Ich habe heute keine Lust auf andere Gesellschaft«, sagte sie kühl, bereits dabei, den Garten wieder zu verlassen.
»Sorry Jungs, aber ich muss leider los. Habt noch einen schönen Abend und viel Spaß in Berlin«, verabschiedete sich auch Domenik, ehe er ihr hinterherlief.
»Was war das denn gerade?«, fragte mich Till verwundert.
Ich war hin- und hergerissen, ob ich es ihm erzählen sollte. Meine Lust war auf jeden Fall verpufft.
»Wie lange sind die beiden denn schon zusammen?«, wollte ich stattdessen von Till wissen.
»Puh, das müssen jetzt auch schon fast fünf Jahre sein. Warum?«
»Weil ich sie von anderen Konferenzen kenne und darüber ist sie, glaube ich weniger erfreut«, meinte ich, doch Till schaute mich noch immer verdutzt an.
»Schon, aber wo ist jetzt das Problem?«, fragte er, aber ich haderte mit mir es ihm zu erzählen.
»Komm, Schatz, du kannst es mir ruhig sagen«, hakte er direkter nach.
»Versprich mir, nicht auszurasten oder deinem Bruder etwas davon zu erzählen.«
»So schlimm? Aber ja, ich verspreche es.«
»Ok, also, du weißt, ich arbeite für jeden Zweig eures Konzerns. Bei einer Konferenz ist auch sie als Unterstützung jedes Mal mit anwesend«, begann ich
»Ja gut möglich. Sie arbeitet für ihren Vater in der Finanzabteilung. Wo ist da das Problem?«
»Sie hat mich mehr als nur einmal angegraben. Erst als ich ihr klarmachte, dass ich schwul bin, ließ sie mich in Ruhe. Nur hat sie sich nicht nur an mich, sondern auch an Teilnehmer rangeschmissen. Letztes Jahr habe ich sie sogar in flagranti erwischt, als ich eingespannt war, Teilnehmerpräsente auf den Zimmern zu verteilen. Normal hätten zu der Zeit alle beim Essen sein sollen. Sie hat auch beim Orgaoffice einen gewissen Ruf, daher wundert es mich, dass nicht schon längst etwas zu Domenik durchgedrungen ist«, erklärte ich Till, der nicht einmal sonderlich erschrocken wirkte.
»Ich wusste immer das an dieser falschen Schlange etwas nicht stimmt. Das wird Domenik bestimmt auch brennend interessieren. Vielleicht wacht er dann endlich einmal auf.«
»Bitte Schatz, behalt es für dich. Ich möchte nicht, dass er am Ende sauer auf mich wird, weil ich seine Freundin beschuldige. Sie wird ihm bestimmt bereits eintrichtern, dass man mir nicht glauben kann.«
»Ok, gut, aber ich glaube dir. Jetzt lass uns nicht mehr über dieses Miststück reden. Ich werde mich nächste Woche einmal selbst über sie erkundigen«, meinte mein Schatz.
Nur jetzt komm her und das hat auch noch Zeit, bis wir wieder da sind«, meinte mein Schatz, bevor er wieder anfing meinen Bauch zu kraulen.
Den ganzen Tag über hatte ich mich so nach seiner Nähe gesehnt, weshalb ich mich in seinen Armen drehte, nur um mich richtig an ihn zu schmiegen.
»Das ist viel besser als Sex«, säuselte ich gegen seinen Hals, nachdem auch er seine Arme fest um mich schloss.
»Willst du etwa keinen mehr mit mir?«, fragte er schmunzelnd und stach mich in die Seite.
»Ach Schatz, du weißt ganz genau, dass ich dich immer will, doch du gibst mir so viel mehr als nur die rohe Befriedigung. Jetzt hör auf, so einen Blödsinn zu reden und küss mich lieber«, erklärte ich ihm, bevor ich bekam, wonach ich verlangte.
»Ich habe schon befürchtet, du wolltest mir einen Antrag machen, so romantisch, wie du den Tisch hergerichtet hast«, sagte Till, als sich unsere Lippen voneinander lösten.
»Du sagst es so, als wäre es etwas Schlimmes, aber nein, ich wollte mich damit bei dir für alles bedanken und dir zeigen, wie viel du mir bedeutest.«
»Du bist süß und ich bin froh, dich an meiner Seite zu haben. Es ist absolut nichts Schlimmes, aber das ginge auch für meine Verhältnisse viel zu schnell. Ich könnte es mir vorstellen, aber noch nicht sofort«, meinte er.
»Dann sind wir ja einer Meinung und jetzt halt mich einfach fest.«Als es kühler wurde, kuschelten wir uns in eine Decke. Selbstverständlich wurde ich wieder heiß, weshalb wir uns gegenseitig die Jogginghosen von den Hüften streiften. Doch anstatt es wild miteinander zu treiben, war es sanft. Till ließ mich in sich eindringen, was unbeschreiblich erregend war, da wir unseren Höhepunkt so lange wie möglich hinauszögerten. Als er uns überfiel, war er umso intensiver.
Vom Umzug in ein schreckliches Familiendinner
Unsere Nacht war reichlich kurz, denn mein Schatz wollte sich so früh wie möglich auf den Weg nach Berlin machen. Wenigstens hatte er viel geschlafen, denn wieder ging ich im Kopf durch, was ich alles einpacken musste. Hoffentlich vergaß ich nichts Wichtiges. Dementsprechend mürrisch war ich, als er mich gegen zwei Uhr nachts aus dem Bett schmiss. Ich hatte am Anfang unserer Fahrt damit zu kämpfen, wach zu bleiben. Obwohl er mir mehr als einmal anbot, dass ich ruhig schlafen könnte. Doch wollte ich ihn ein wenig unterhalten, wenn er schon so lieb war, diesen Weg für mich auf sich zu nehmen. Der zweite Kaffee und die aufgehende Sonne halfen mir schließlich, diesen einen Punkt zu überwinden. Ab da an wurde unsere Fahrt richtig lustig. Wir alberten herum, oder sangen laut, schief und mit Begeisterung bei den Songs von seiner Playlist mit.
Es hatte sich gelohnt, so früh zu fahren, denn wir kamen bis auf einen kleinen Stau vor Berlin gut durch. Bereits sechs Stunden später hielten wir vor meinem Wohnblock. Mir war es unangenehm, als Till meine kleine, nicht wirklich schicke, unscheinbare Wohnung betrat. Es war nur ein großer Raum mit Bett und kleiner Küchenzeile. Angrenzend noch ein kleines Badezimmer mit Dusche. Das war es auch schon.
»Und für das hier musst du so viel hinblättern?«, fragte er erschüttert.
»Komm, München ist was die Mietpreise angeht, auch nicht besser. Für mich allein hat es gereicht, aber glaub mir es geht noch viel kleiner und wesentlich schlimmer.«
Noch während er geschockt in der Tür stand, begann ich bereits, die ersten Sachen zum Mitnehmen aufs Bett zu legen.
»Mach es dir bequem, solange ich alles raussuche«, sagte ich zu ihm, aufs Bett deutend.
Ein bisschen sah er aus wie ein Pascha, wie er mit seinen Armen hinter dem Kopf mir dabei zusah, wie ich meine Klamotten zusammenräumte.
Den einen expliziten Karton mit der Aufschrift »Spielzeug« hatte ich bereits ganz vergessen. Irgendwann würde ihn Till sowieso sehen. Wobei es auch keinen Grund gab, mich dafür zu schämen. So stellte ich ihn einfach zu den anderen Sachen aufs, was Till neugierig machte.
»Was ist denn da drin?«, wollte er sofort wissen.
»Das, was draufsteht. Du kannst ruhig reinschauen. Vielleicht findest du etwas, was dir gefällt«, meinte ich nur lässig, während ich weiter den Kleiderschrank aussortierte.
Seine Neugier gewann. Ich hörte ihn erstaunte Laute von sich geben, als er darin kramte. Meine Spielzeugsammlung schreckte ihn zum Glück nicht ab, sondern fasziniert verteilte er sie auf dem Bett. Nachdem ich meine, ich sag mal spezielle, Unterwäsche dazu aufs Bett legte, wurde sein Blick noch versauter. Sofort griff er nach einem meiner Jocks und hielt ihn hoch.
»Geil, so einen hatte ich auch mal, ziehst du einen für mich an?«, fragte er mich versaut grinsend.
»Klar, welchen hättest du denn gern?«
Er schaute sie alle durch, bis er mir den mit dem durchsichtigsten Stoff entgegenwarf. Gebannt sah er mir dabei zu, wie ich mir die Hose aus und den Jock anzog. Sein Blick machte mich dermaßen an, dass es schon schwierig war, meinen Schwanz darin zu verstauen. Am liebsten wäre ich zu ihm aufs Bett gesprungen, aber vorher wollte ich das erledigen, wofür wir hergefahren waren. So drehte ich ihm meinen Hintern entgegen, um schnell weiterzumachen.
»Einiges aus dem Karton sieht echt interessant aus«, kommentierte er sein Tun.
Meine Konzentration ließ echt zu wünschen übrig, da meine Gedanken immer zu Till abschweiften.
Kurz drauf hörte ich hinter mir nur ein lang gezogenes »Mmmmmh«, weshalb ich mich umdrehte. Ich dachte, ich träume. Auf meinem Bett lag Till in einem meiner Jocks, massierte sich sein Paket, während genau in diesem Moment einer meiner Plugs in seinem Loch verschwand.
»Den behalte ich«, sagte er mich dreckig angrinsend.
»Den Plug oder den Jock?«, wollte ich, wobei meine Hand automatisch an meinen eigenen Schwanz wanderte, bei diesem geilen Anblick.
»Wenn du so fragst, beides. Willst du nur da herumstehen, oder mitmachen?«, forderte er mich auf.
Ich sprang regelrecht auf ihn, ehe wir uns wild küssten, bevor ich mich auf seinen Schritt setzte. Je fester ich mich an ihm rieb, desto mehr stimulierte ihn der Plug in seinem Hintern.
Nachdem auch unsere Shirts aus waren, fielen mir meine Handschellen in den Blick. Ich griff danach, doch er schaute mich erschrocken an, als er sah, was ich in den Händen hielt.
»Du willst mir jetzt aber nicht die Eier abbinden? Darauf steh ich so gar nicht«, sagte er verunsichert.
»Quatsch, nein. Entspann dich einfach und vertrau mir«, meinte ich, denn es waren keine üblichen Handschellen aus Metall, sondern aus Stoff mit Klettverschlüssen.
Till ließ sie mich ohne Gegenwehr bei ihm anlegen, als er wusste, was ich vorhatte. Das Metallbett war dafür verdammt praktisch. Nun war mein heißer Freund mir komplett ausgeliefert. Ich konnte es in vollen Zügen auskosten, seinen geilen Körper ausgiebig mit meinen Händen und meiner Zunge zu verwöhnen. Angefangen bei seinem Hals kümmerte ich mich um jeden Zentimeter seiner Haut, bis hinab zu seinen Nippeln. Till stöhnte, während ich an ihnen mit meiner Zunge spielte. Er zitterte regelrecht, als ich sanft hineinbiss. Der Jock konnte seine pralle Latte nicht mehr halten, weshalb seine Eichel bereits über dem Bund herausschaute. Feucht zog sie Spuren an meinem unteren Bauch. Willenlos sah er mir dabei zu, wie ich seine Bauchmuskeln mit Küssen übersäte, bis ich endlich an seiner Eichel ankam. Ein Schaudern zog sich durch seinen Körper, ehe ich anfing, sie mit der Zunge zu liebkosen.
»Gefällt es dir?«, fragte ich meinen Schatz, als ich ihn frech angrinsend erneut über seine Eichel leckte.
»Fuck, ja, mach bitte weiter. Nicht aufhören«, bettelte er.
Ich drehte mich um hundertachtzig Grad, womit ich mein Loch direkt vor seinem Gesicht platzierte. Sofort ließ er mich dort seine Zunge spüren. Im Gegenzug befreite ich seinen Schwanz, um ihm einen ordentlichen Blowjob zu verpassen. Aber nicht, ohne dabei den Plug in ihn hineinzupressen, was ihn herrlich laut aufstöhnen ließ. Es war für ihn die reinste süße Qual, was ich mit ihm trieb. Sobald ich spürte, dass ich zu weit ging, hörte ich schlagartig auf. Sein Stöhnen gegen mein Loch heizte dafür auch mir gewaltig ein. Stöhnend bettelnd, dass ich ihn endlich kommen ließ, wand Till sich unter mir. Ich drehte mich erneut, nur setzte ich mich diesmal direkt auf seinen prallen Schwanz, bis er mich komplett ausfüllte. Er wollte schon anfangen, wild in mich zu stoßen, aber ich lehnte mich zurück, wobei ich seine Oberschenkel mit meinen Händen aufs Bett presste. Seine gierigen Augen fixierten entweder mich oder seinen Schwanz, der immer wieder in mir verschwand, während ich ihn ritt.
»Und jetzt komm für mich. Spritz mich ordentlich voll«, meinte ich und begann, ihn schneller zu reiten.
Das Klatschen unserer verschwitzten, nackten Körper erfüllte mit unserem Stöhnen den Raum. Ich zog mein Loch zusammen, was ihn umso mehr reizte. Sein Höhepunkt war nicht zu überhören, denn er schrie ihn regelrecht hinaus. Ich hingegen presste mich umso fester auf ihn und empfing seine gewaltige Ladung. Dabei wichste ich auch mich. Während er aufhörte, in mir zu zucken, schoss ich acht fette Schübe über seinen heißen, behaarten Oberkörper bis in sein Gesicht. Als ich mich nach vorn lehnte, um ihm meine Sahne aus seinem Bart zu lecken, ploppte sein Schwanz aus mir heraus. Da er mein ganzes Spielzeug verteilt hatte, konnte ich mich selbst schnell mit einem Plug verschließen, damit ich keine noch größere Sauerei anrichtete.
»So kann ich jetzt weitermachen? Sonst werden wir hier nie fertig«, fragte ich meinen Schatz, nachdem ich meine Sahne von ihm aufgeleckt hatte und ihm einen langen Kuss mit ihm teilte.
»Ungerne, aber ich kann dir auch helfen.«
»Bleib du mal genauso liegen, dann kommst du wenigstens nicht auf dumme Ideen.«
Ich fand es sehr heiß, wie er dort auf dem Bett lag, aber ich erlöste ihn kurze Zeit später wieder von seinen Fesseln.
Es dauerte zwar ein paar Stunden, aber am Nachmittag hatten wir all meine wenigen Sachen nach „Kann weg“ oder „Mitnehmen“ sortiert.
»Das bekommen wir ja locker alles mit«, meinte Till, als er den Stapel mit meinen Habseligkeiten ansah, welchen ich behalten wollte.
»Ich sagte doch, dass ich nicht viel besitze. Den Keller habe ich nie gebraucht.«
»Klasse. Für den Rest besorge ich einfach ein Entrümpelungsunternehmen.«
»Mir ist eingefallen, dass ich sowieso nochmal nach Berlin muss, damit ich mich hier abmelden kann. Doch das klären wir nächste Woche in Ruhe«, erklärte ich ihm, worauf ich sofort wieder in seinen Armen gefangen war.
»Das heißt, ich kann dich jetzt wieder ablenken?«, wollte Till wissen und hatte bereits seine Hände an meinem Hintern.
»Das bedeutet, wir können jetzt etwas essen gehen. Dann packen wir das Auto und danach kannst du mit mir machen, was du willst«, bekam er meine Antwort, womit er einverstanden war.
Auf dem Weg nach unten verstauten wir bereits die ersten Kartons im Auto. Ich konnte Till überreden, in eine kleine Pizzeria, um die Ecke, zu gehen, denn ich hatte immer noch den Plug in mir. Damit wollte ich nicht stundenlang in einem Restaurant sitzen. Nach dieser Begründung war er definitiv mit meiner Wahl einverstanden. Um die Uhrzeit war dort noch nicht viel los. In dem kleinen, gemütlichen Gastgarten saß bis auf eine ältere Frau niemand. Dennoch suchten wir uns einen von Blicken gut geschützten Tisch.
»Du hast einen richtig schlechten Einfluss auf mich«, sagte Till plötzlich, nachdem wir unsere Bestellung aufgaben.
»Was? Warum das denn? Weil du in einer Pizzeria und nicht in einem Nobelrestaurant sitzt?«, fragte ich ihn verwundert.
»Nein, weil ich nicht meine Finger von dir lassen kann. Am liebsten würde ich den ganzen Tag nur in deiner Nähe verbringen. Mit deiner Kiste und der Unterwäsche hast du mich auch aus dem Konzept gebracht. Das hätte ich nie für möglich gehalten, selbst mal mit so etwas Gewagtem drunter, oder mit einem Toy in mir in der Öffentlichkeit zu sitzen. Aber das ist extrem heiß«, erklärte er mir
Er legte sogar meine Hand in seinen Schritt, damit ich fühlen konnte, was mit ihm los war.
»Echt jetzt? Ich dachte, du hattest selbst einen Jock?«, meinte ich skeptisch.
Drückte aber einmal fest seinen Schwanz, was ihn leise keuchen ließ.
»Ey, nicht hier«, quittierte er mein Handeln, was mich zum Lächeln brachte.
»Aber nein, das ist das erste Mal für mich. Meinen hatte ich, wenn dann daheim angezogen«, gestand er.
»Na dann bin ich ja froh, dass ich dich damit nicht abgeschreckt habe. Nur wieso hast du das Teil noch in dir? Nicht, dass es mich nicht anturnen würde«, wollte ich wissen.
»Du hast es doch auch noch drin«, erwiderte er.
»Ja, da mir sonst deine Sahne rauslaufen würde, ich Hunger hatte und nicht noch duschen wollte, da wir nach dem Essen sowieso wieder übereinander herfallen«, flüsterte ich, was ihm ein tiefes Grollen entlockte.
»Ich sag es doch: schlechter Einfluss!«, meinte er spaßhalber.
Aber ich sollte recht behalten. Sobald wir mit dem Essen fertig waren, verschwand seine Hand bereits auf dem Weg zu meiner Wohnung hinten in meiner Hose.
Nur war er es diesmal, welcher den Plug brauchte, um nicht auszulaufen. Sogar unter der Dusche trieben wir es ein weiteres Mal, ehe wir vollkommen erschöpft aufs Bett fielen. Die Nacht war kurz gewesen. Dazu noch das ganze Herumräumen. Ich war fix und fertig.
»Wollen wir wieder so früh fahren wie heut‘ Morgen?«, fragte mich Till leise, als ich eine gemütliche Position in seinen Armen einnahm.
»Ich würde morgen früh gerne noch etwas erledigen. Können wir bitte etwas später fahren?«
»Was denn?«, hackte er nach, aber ich tat so, als würde ich schon schlafen.
Ich wollte es ihm nicht erzählen. Er würde es schon sehen, wenn wir hinfahren, aber bevor ich Berlin verließ, musste ich diesen Weg noch einmal gehen. Mein Schatz zog mich fest in seine Arme, bevor wir beide tatsächlich einschliefen.
Kurz nach acht wurde ich durch ein sanftes Rückenkraulen geweckt. Mein Schatz strahlte mich noch verschlafen an, bevor wir wie jeden Morgen in einen langen Kuss verfielen.
»Guten Morgen, mein Süßer. Gut geschlafen?«
»In deinen Armen immer.«
Normalerweise würden wir spätestens da uns gegenseitig einen blasen, doch meine Gedanken waren ganz woanders. Dies entging auch Till nicht.
»Doch Bedenken, von hier wegzuziehen?«, fragte er mich deswegen.
»Nein, absolut nicht. Können wir schnell die letzten Sachen einpacken und uns auf den Weg machen?«
»Einverstanden«, gab er von sich, ehe ich die letzten Kleinigkeiten in einem Karton verstaute.
Irgendwie fühlte es sich befreiend an, aus diesem Loch herauszukommen, wenn ich mir überlegte, welches Leben auf mich wartete.
»Wo möchtest du denn noch hin?«, fragte mich Till, als wir im Auto saßen.
»Fahr einfach los. Ich kenne den Weg auch ohne Navi.«
Je näher wir kamen, desto flauer wurde mir zu Mute. Spätestens als die großen Mauern in Sichtweite kamen, wusste auch Till, wohin uns unser Weg hinführte. Er sagte zwar kein Wort, aber ihm war anzusehen, wie unwohl er sich fühlte.
»Du kannst gerne hierbleiben und warten. Ich brauche nicht lange«, sagte ich, als er auf dem großen Besucherparkplatz hielt.
Ich wartete nicht auf seine Antwort, sondern stieg schnell aus, weil mir bereits dort ein gewaltiger Kloß im Hals saß. In der angrenzenden Gärtnerei besorgte ich einen Blumenstrauß, bevor ich das Eingangstor des örtlichen Friedhofs durchquerte. Ich kannte den Weg bereits auswendig. Vorbei an den Gräbern bis nach hinten zu den Säulen mit den Urnen. Wie oft war ich hier, um meiner Mum mein Herz auszuschütten, wenn es mir schlecht ging. Doch heute ging es mir nicht schlecht, sondern ich war verdammt glücklich, was noch schwerer war. Mit Tränen in den Augen kam ich vor der Säule zum Stehen, in der die Urne meiner Mutter stand.
»Hey Mum«, sagte ich mit gebrochener Stimme, als ich die Blumen in die Vase stellte.
»Sorry, dass ich so lange nicht hier war, aber ich habe dir ja von diesem großartigen Kerl erzählt, welchen ich Anfang des Jahres kennengelernt hatte. Wie sich herausstellte, mag er mich doch und ich habe mich gewaltig in ihn verliebt. Till ist ein sehr anständiger, liebenswürdiger Kerl. Er würde dir sicher sehr gefallen. Dazu sieht er noch verdammt gut aus. Jeden Tag gibt er mir das Gefühl, jemand Besonderes zu sein. Wie gern hätte ich ihn dir vorgestellt. Ich bin einfach der glücklichste Mensch, wenn er nur in meiner Nähe ist und werde mit ihm nach München gehen. Das bedeutet aber auch, dass ich dich nicht mehr so oft besuchen kommen kann. Bitte sei mir deswegen nicht böse. Mum, ich liebe dich und immer, wenn ich in Berlin zu tun habe, werde ich vorbeikommen. Versprochen! Du glaubst nicht, wie sehr ich dich vermisse«, sagte ich, wobei mir die letzten Worte verdammt schwerfielen.
Ich weinte still vor mich hin, als sich plötzlich Arme von hinten um meinen Körper schlossen, um mich in eine feste Umarmung zu ziehen.
»Sie wäre sicher sehr stolz auf dich, mein Schatz. Sie muss eine liebe Frau gewesen sein. Ich hätte sie sehr gerne kennengelernt«, meinte Till leise mit belegter Stimme.
Als ich mich umdrehte, sah ich auch, dass selbst er Tränen in den Augen hatte. Eng an ihn geschmiegt standen wir einen Moment still da. Ich weinte an seiner Schulter, während er mir Trost spendete.
»Ich dachte, du wartest im Auto«, sagte ich irgendwann leise zwischen meinen Schluchzern.
»Wollte ich auch, aber es fühlte sich falsch an. Das, was du sagtest, war wunderschön. Auch du machst mich so wahnsinnig glücklich. Ich liebe dich sehr. Es bedeutet mir jetzt umso mehr, dass du mit mir nach München kommst. Wir können deine Mum zwar nicht mit uns nehmen, aber wenn du magst, können wir ein Bild von ihr bei uns aufstellen.«
»Das wäre großartig. Danke, aber lass uns jetzt bitte nach Hause fahren«, bat ich ihn.
Er gab mir noch einen Kuss, wischte mir sanft die Tränen von der Wange, ehe wir zurück zum Auto gingen.
Am Anfang unserer Fahrt war ich noch sehr aufgewühlt, aber nach dem Frühstück an einer schönen Raststätte ging es mir schon wieder etwas besser. Till war sogar so süß und hielt die ganze Zeit über meine Hand. So zeigte er mir stumm, dass er bei mir war. Ab der Hälfte der Fahrt sang er extra schief bei den Radiohits mit, nur um mich zum Lachen zu bringen. Das gelang ihm so gut, dass ich mit einstimmte. Bereits gegen späten Nachmittag erreichten wir meine neue Heimat.
Vor der Haustür hob mich Till sogar auf seine Arme, nur um mich zur Tür hineinzutragen.
»Willkommen zu Hause, Schatz«, sagte er dabei, weshalb er von mir einen gespielten Schlag gegen den Oberarm bekam, gefolgt von einem »Spinner«.
Als Erstes verstauten wir meine Habseligkeiten teilweise im Schlafzimmer, oder im Hauswirtschaftsraum, bis ich sie die nächsten Tage ausräumen würde. Danach machte uns Till einen Gin-Tonic, während ich uns diesmal etwas zu essen bestellte. Wir saßen noch nicht lang auf der Terrasse, bis Domenik mitbekam, dass wir wieder zurück waren.
»Da seid ihr ja wieder. Alles in Berlin erledigt?«, meldete sich Domenik, der bereits auf uns zusteuerte.
»Schatz, komm, Till und Sandro sind wieder da«, fügte er noch hinzu.
Mir war klar, wen er damit meinte, noch bevor sie um die Ecke bog und ich wieder einen eiskalten Blick kassierte.
»Komm jetzt, dafür haben wir keine Zeit. Unser Tisch ist reserviert«, sagte sie genervt.
»Sorry Jungs, wir quatschen nach dem Essen«, entschuldigte sich Domenik.
»Ich muss dringend mit ihm reden«, meinte Till noch kopfschüttelnd, bevor mein Handy anfing zu klingeln, was unser Essen ankündigte.
Till jedoch stocherte nachdenklich in seinem Essen herum. Zwischendrin sah er mich immer wieder unsicher an.
»Ist alles ok? Schmeckt es dir nicht? Dann bestelle ich dir schnell noch etwas anderes«, durchbrach ich die Stille.
»Doch schon, aber ich bin die ganze Zeit am überlegen, wie ich Domenik auf das, was du mir über Verena erzählt hast, ansprechen soll. Er ist mein Bruder und er hat es einfach nicht verdient, dass sie ihn so verarscht. Außerdem gefällt es mir nicht wie abwertend sie manchmal mit ihm umspringt. Ich habe es dir versprochen nichts zu sagen, aber er muss ja nicht erfahren, dass es von dir kommt.«, teilte er seine Gedanken mit mir.
»Hmm, gute Frage. Ist ein sehr prekäres Thema. Vielleicht weiß Domenik ja davon und sie haben eine Abmachung. Keine Ahnung, ob es jetzt schon schlau ist ihn darauf anzusprechen. Ich kann ihr aus dem Weg gehen. Damit, dass sie mich nicht sonderlich mag, kann ich gut umgehen. Es stört mich nicht. Aber wenn es dich so sehr belastet, rede bitte mit ihm. Doch fall nicht gleich mit der Tür ins Haus.«, erklärte ich meinem Schatz, was ihn ein wenig beruhigte.
Wir schafften es immerhin, unser Essen halbwegs zu genießen. Sobald wir wieder kuschelnd auf der Gartenliege lagen, war das Thema Verena so gut wie vergessen. Nur haben wir dabei nicht mit Domenik gerechnet, dessen Neugier über unseren Ausflug wohl größer war als erwartet. Gleich nachdem die beiden wieder daheim waren, kam er sofort rüber zu uns. Selbstverständlich hatte er auch Verena im Schlepptau.
Während Domenik sich und ihr etwas zu trinken holte, saß sie nur mit bitterbösem Blick und verschränkten Armen in einem der Loungesessel. Man konnte ihr regelrecht ansehen, dass sie keinen Bock auf unsere Gesellschaft hatte. Selbst als Domenik mit den Drinks kam, wurde es nicht besser. Bereits als er in Sichtweite kam, fing sie an, sich über das angeblich schlechte Essen in dem Restaurant zu beschweren, welches wohlgemerkt sie ausgesucht hatte. Nur gab sie allein Domenik die Schuld daran. Dieser liebe Idiot versuchte auch noch, sie zu beschwichtigen. Auf Tills Fragen reagierte sie erst gar nicht. Ich hielt daher einfach meine Klappe.
»Los jetzt, erzählt mal, wie war Berlin?«, wollte Domenik plötzlich interessiert wissen, was seiner Herzdame gar nicht passte.
»Wen interessiert, was dein Bruder und sein Boytoy getrieben haben. Lass uns verschwinden«, platzte sie heraus, weshalb mir die Kinnlade herunterfiel.
Damit hatte sie es geschafft, meinen Freund mit einem Wort auf hundertachtzig zu bringen. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, um ihn zurückzuhalten.
»Was fällt dir ein, meinen Freund als Boytoy zu bezeichnen? Geht’s noch?«, knurrte Till, nachdem er wutentbrannt aufsprang.
»Beruhig dich, das meinte sie sicher nicht so«, meinte Domenik.
Dieser stand ebenfalls auf, nur für den Fall, dass er dazwischengehen musste. Till sah nämlich aus, als ginge er ihr jeden Moment an die Gurgel.
Verena hingegen grinste nur verschwörerisch mit Blick in meine Richtung.
»Na, so heftig, wie er immer auf den Veranstaltungen mit den Messebauern flirtet, lässt er doch jetzt sicher auch nichts anbrennen. Er treibt es doch gern auf irgendwelchen Hoteltoiletten.«, ließ sie triumphierend grinsend die Bombe platzen.
Damit hatte sie es geschafft, dass die Blicke nun auf mir lagen. Eigentlich wollte ich meinen Mund halten, aber sie ließ mir einfach keine andere Wahl.
»Ja stimmt, ich hatte meinen Spaß, und? Dafür war ich Single und habe weder jemanden damit verletzt noch hintergangen. Du hingegen vergnügst dich mit den Teilnehmern, obwohl du einen Freund hast, welcher zu Hause auf dich wartet«, sagte ich nur ruhig, aber es störte sie überhaupt nicht.
»Stimmt das?«, wollte Domenik von ihr wissen.
Ihm war anzusehen, wie die Wut in ihm aufstieg.
»Bullshit, Schatz, wem glaubst du mehr?«, sagte sie, mit ihren Augen klimpernd.
Domenik war seine Verwirrung anzusehen. Er blickte zwischen uns hin und her.
»Ihr solltet jetzt besser gehen«, machte Till den beiden klar, noch bevor Domenik etwas sagen konnte.
»Endlich« kam es von Verena
Sofort stand sie auf und verließ mit Domenik an ihrer Hand Tills Seite des Gartens.
»Messebauer also. Muss ich mir jetzt Sorgen machen, wenn du zu einer Veranstaltung fährst?«, fragte mich Till, aber an seinem Gesichtsausdruck konnte ich sehen, dass er nicht sauer war.
»Nein, das brauchst du nicht. Wie gesagt, war ich immer Single, wenn es mal passierte. Mir würde es im Traum nicht einfallen, dich zu betrügen. Doch das lief gerade echt beschissen«, meinte ich betrübt.
»Abwarten. Ich werde mit Domenik die Tage noch einmal in Ruhe reden, aber es war richtig, dass er es gehört hat. Jetzt mach dir nicht so einen Kopf, wegen der Schnepfe.«
So verbrachten wir trotzdem noch einen wunderschönen Abend, bevor eine anstrengende Woche vor uns lag. Den Montag verbrachte ich größtenteils am Telefon. Nicht nur geschäftlich, sondern auch meine Wohnung betreffend. Mit der Hausverwaltung konnte ich mich darauf einigen, die Wohnung schon Ende des Monats zu übergeben, da die Wartelisten anscheinend so voll waren. Auch die Entrümpelungsfirma, welche Till mir empfahl, konnte ich für diesen Stichtag buchen. Anscheinend war es mein Glückstag, denn selbst das Bürgeramt hatte noch einen Termin für mich frei. Zumindest das lief alles nach Plan. Den Rest der Woche verbrachte ich mit dem neuen Event. Till versuchte vergeblich, die Woche über mit seinem Bruder zu reden. Er ging uns nach dem Vorfall gekonnt aus dem Weg. Am Samstag fuhr Till wie versprochen mit mir zum italienischen Großmarkt, wo ich alles für das Familienessen einkaufte. Wo wir schon einmal da waren, nahm ich auch gleich noch Dinge für uns mit, damit ich für die nächsten Tage etwas zu Hause hatte. Ich dachte mir ein richtig leckeres Drei-Gänge-Menü für seine Familie aus. In der Hoffnung, damit wenigstens das Herz meiner neuen Schwiegermutter in spe gewinnen zu können.
Bis Tills Eltern am nächsten Tag kamen, hatte ich schon alles vorbereitet. Das Tiramisu stand bereits seit gestern Abend im Kühlschrank, welches ich bewachen musste, damit Till nicht schon vorher davon naschte. Die Bruschetta gesellte sich am Morgen dazu und die Bolognesesauce stand schon fertig auf dem Herd. Die Nudeln wollte ich erst kurz vorm Servieren kochen. Gerade als ich mich fertig angezogen hatte, klingelte es an der Tür. Aufgeregt und etwas schüchtern wartete ich im Wohnzimmer auf die drei.
»Mum, Dad, das ist Sandro«, stellte mich mein Freund seinen Eltern vor.
Noch bevor er dies sagte, befand ich mich schon in den Armen seiner Mum, die mir gleich noch ein Küsschen auf die Wange drückte.
»Schön, dich endlich einmal kennenzulernen. Till kann gar nicht aufhören, von dir zu schwärmen und wie gut es hier duftet«, begrüßte mich seine Mum.
»Mum, bitte«, sagte Till verlegen.
Sein Vater hatte einen ordentlichen Händedruck, aber schenkte mir auch ein freundliches Lächeln. Wenn mein Schatz in seinem Alter auch noch so umwerfend aussieht, dann holla die Waldfee.
Gemeinsam führten wir sie auf die Terrasse, wo ich liebevoll den Tisch eingedeckt hatte. Seine Eltern hatten gerade Platz genommen, als auch Domenik mit seiner Kratzbürste um die Ecke kam. Seinen Eltern gegenüber war sie wie ausgewechselt. Scheißenfreundlich fiel sie ihnen zur Begrüßung um den Hals. Ich hätte kotzen können. Während Till sich um die Getränke kümmerte, richtete ich die Vorspeise an, ehe ich sie nach draußen brachte.
»Gibt’s noch eine Alternative?«, fragte mich Verena, als ich ihr den Teller vor die Nase stellte.
»Öhm, nein. Stimmt irgendetwas damit nicht?«
»Ich esse keine Kohlenhydrate«, flötete sie.
»Seit wann denn das?«, mischte sich Till ein.
»Ich habe die Woche damit angefangen, das hätte euch Domenik sagen sollen«, kam es zickig von ihr zurück.
»Dann iss halt nur den Buratta und die Tomaten«, versuchte Domenik zu schlichten.
Tatsächlich nahm sie einen Bissen, verzog das Gesicht und schob den Teller von sich weg. Es herrschte eine seltsame Stille, aber alle anderen aßen ihre Teller leer. Für meinen Geschmack schmeckte es sogar noch besser als sonst. Ich schluckte meinen Ärger herunter, bereit, den Hauptgang vorzubereiten. Zum Glück hatte ich mehr eingekauft, weshalb es mir möglich war, der Dame extra eine schnelle Version eines Ratatouille zu kochen.
»Was machst du denn da?«, fragte mich Till, als ich gerade dabei war, die Paprika zu schneiden.
»Einen kohlenhydratfreien Hauptgang«, erwiderte ich mit zusammengebissenen Zähnen.
»Das musst du…«, begann er, aber ich hielt ihm das Messer entgegen.
»Bitte halt deine Eltern bei Laune, bis ich fertig bin. Es dauert nur noch ein paar Minuten«, sagte ich, ehe er zurück nach draußen ging.
Ich servierte zuerst die Spaghetti. Bereits dabei konnte ich ihren Kommentar über die erneuten Kohlenhydrate bis nach drinnen hören. Diesmal hatte sie aber nicht damit gerechnet, dass ich eine Alternative für sie hatte. Triumphierend stellte ich den Teller mit der Ratatouille vor sie, bevor ich mich neben Till setzte.
»Ihhh, das ist ja mit Zucchini. Das esse ich nicht!«
Bei der Aussage fiel mir klirrend die Gabel aus der Hand
»Spinnst du jetzt komplett? Gestern erst hast du dir überbackene Zucchini bestellt«, fuhr sie Domenik an.
»Entschuldigt mich bitte«, sagte ich in die Runde
Ganz ruhig ging nach drinnen ins Schlafzimmer, wo ich mit voller Wucht in eines der Kissen schlug.
Am liebsten hätte ich geheult und geschrien gleichzeitig. Ich war so unsagbar wütend auf dieses Weib, das ich ihr am liebsten an die Gurgel gehen würde. Nur das brachte auch nichts. Ich musste da nun durch. Somit ging ich wieder in die Küche, um einen neuen Teller ohne Zucchini fertigzumachen. Ohne einen weiteren Kommentar tauschte ich den Teller vor ihr, setzte mich hin und aß mit gesenktem Blick meine Spaghetti.
Alle waren von ihrem Verhalten peinlich berührt. Niemand traute sich, etwas zu sagen, weshalb die Stimmung im Keller war.
Es war schon ein Segen, dass wir endlich beim Nachtisch ankamen. Damit war das Essen hoffentlich bald vorüber. Das, was ich vom Tiramisu probierte, schmeckte fantastisch, aber half auch nicht, meine Laune zu bessern. Selbst Till schaffte es nicht, mich aufzubauen, als er mir beim Servieren half. Ich machte mir erst gar nicht mehr die Mühe, damit die Olle etwas zum Dessert bekam, also ließen wir sie gleich aus.
»Wie? Ich bekomme nichts?«, meckerte sie.
»Nein!«, platzte Till heraus.
Gerade als sie anfangen wollte, sich zu beschweren, kam mir eine fiese Idee.
»Warte, ich habe doch etwas für dich«, meinte ich und verschwand kurz nach drinnen.
»Bitte sehr. Kohlenhydrat- und zuckerfrei.«
Ich stellte dabei eine Schüssel mit drei Eiswürfeln vor ihr ab, was zumindest Tills Eltern schmunzeln ließ.
Damit hatte auch sie nicht gerechnet. Aber nachdem sie die Überraschung überwunden hatte, zeigte sie wieder ihr wahres Gesicht.
»Was soll das jetzt? Willst du, kleiner Stricher, witzig sein? Hat dir deine Mutter keinen Anstand beigebracht, aber wahrscheinlich hat selbst die dich aufgegeben. Das nächste Mal sollten wir lieber wieder in ein Restaurant gehen. Der Fraß ist eine Zumutung«, spie sie aus, worauf mir meine Gesichtszüge entglitten.
Ohne ein Wort zu sagen, rannte ich nach drinnen ins Schlafzimmer. Das hatte gesessen. Diesmal kamen mir die Tränen vor Wut, doch noch schlimmer verletzte mich ihre Aussage über meine Mum. Außerdem, was sollten bitte nun seine Eltern von mir denken?
Die Tränen wollten nicht aufhören. Schluchzend saß ich auf dem Bett, als es an der Tür klopfte.
»Bitte Till, nicht jetzt. Ich brauch kurz einen Moment und komme gleich wieder«, sagte ich, aber trotzdem öffnete sich die Tür.
Statt Till betrat aber seine Mum den Raum und setzte sich zu mir aufs Bett.
»Es sollte doch eigentlich ein schönes Familienessen werden. Till erzählte, wie gerne ihr Italienisch esst und mir hat davon niemand etwas gesagt«, entschuldigte ich mich.
Doch sie legte nur sanft eine Hand auf meinen Rücken.
»Deswegen brauchst du nicht traurig sein. Das Essen war köstlich. Ich bin sogar ein wenig neidisch auf dich. Bist du gelernter Koch?«, fragte sie mich ruhig.
»Nein, ich bin Grafikdesigner. Das Kochen hat mir alles meine Mum beigebracht. Es sind ihre Rezepte«, erklärte ich ihr.
»Dann musst du sie unbedingt mal hierher einladen. Sie kann mir sicher auch noch etwas beibringen.«
»Das würde ich sehr gerne. Ihr beide hättet euch sicher sehr gut verstanden, aber leider ist sie bereits verstorben. Ihre Kochbücher sind das Einzige, was ich noch von ihr habe, aber wenn du magst, dann kann ich sie dir gerne einmal ausleihen«, meinte ich, wobei der Gedanke an sie mich nur mehr heulen ließ.
»Warum ausleihen? Ich finde, wir sollten mal zusammen kochen«, versuchte sie mich aufzubauen, als sie mich umarmte.
Auf einmal betrat Till das Zimmer. Er nahm mich direkt von der anderen Seite in den Arm, aber versprühte eine seltsam gute Laune.
»Ihr könnt dann rauskommen. Sie ist weg. Domenik hat die alte endlich in den Wind geschossen«, verkündete er gut gelaunt.
»Geht ihr schon mal vor. Gebt mir bitte kurz einen Moment, dann komme ich nach«, meinte ich, denn so verheult wollte ich nicht vor die anderen treten.
Seine Mum gab mir noch einen Kuss auf die Wange, bevor sie aus dem Schlafzimmer ging.
»Du hast gerade echt was verpasst. So wütend habe ich meinen Bruder noch nie erlebt. Sie hat aus Frust sogar ihre Seitensprünge zugegeben, nachdem er sie in den Wind schoss. Selbst mein Dad hat dich in Schutz genommen«, meinte er, während er dabei war, mir mal wieder die Tränen von der Wange zu wischen.
Fuck, Sando, es tut mir so leid wegen deiner Mum und was Verena dir an den Kopf geschmissen hat«, entschuldigte sich Domenik.
Er hatte mich beinahe umgeworfen, als er mich dazu noch umarmen wollte, sobald er mich rauskommen sah.
»Mir tut es leid, dass sie dich so verarscht hat. War wohl ihre Rache dafür, dass ich dir ihr Geheimnis offenlegte.«
»Na, jetzt kann sie von mir aus vögeln, wen sie will. Ich bin sie los.«
Witzigerweise wirkte Domenik überhaupt nicht betroffen von der Trennung. Er sprühte regelrecht vor guter Laune, weshalb wir noch einen wundervollen Tag verbrachten.
Nun, da Verena weg war, wollten seine Eltern alles von uns wissen. Vom Kennenlernen, alles über meine Wenigkeit und natürlich auch über meine Eltern. Im Gegenzug erfuhr ich witzige Geschichten über ihre beiden Söhne. Am Ende wurde es doch noch ein gelungenes Familienessen bis in den späten Abend hinein.
»Samstag müsst ihr uns besuchen kommen. Dann kochen wir zusammen«, sagte seine Mum zu mir, als wir uns verabschiedeten.
Ohne Till zu fragen, sagte ich ihr gleich zu, weil mich ihre Liebenswürdigkeit einfach ansteckte.
»Sie sind richtig begeistert von dir. Als du auf der Toilette warst, schwärmte meine Mum regelrecht von dir«, meinte mein Schatz, nachdem sie gegangen waren.
»Ich find sie auch klasse. Apropos, wir sind am Samstag bei Ihnen eingeladen. Ich hoffe, es war okay, dass ich bereits zusagte? Nur jetzt lass mich hier schnell Ordnung machen. Danach gehöre ich ganz dir«, machte ich ihm klar, denn ich konnte spüren, was er im Sinn hatte, was mich alles andere als kalt ließ.
Statt es sich gemütlich zu machen, half er mir schnell dabei, die Küche auf Vordermann zu bringen. Sobald dies erledigt war, riss er mir bereits in der Küche die Klamotten vom Leib. Dabei haben wir nicht mehr daran gedacht, dass Domenik noch auf der Terrasse saß.
Neugier, Wünsche und eine Reise ins Glück
Die Trennung von Domenik und Verena sprach sich sehr schnell im Konzern herum. Damit war wieder einer der begehrtesten Junggesellen auf dem Markt. Dadurch war er selbst beschäftigt, weshalb er uns nicht mehr in den Ohren lag, wann er mal wieder spannen darf. Weil wir Mitleid mit ihm hatten, erlaubten wir es ihm zweimal, uns zuzusehen. Beziehungsweise kam er selbst gleich nackt zu uns herüber, wenn wir in den Whirlpool wollten. Domenik wollte sich aber nicht gleich in die nächste Beziehung stürzen, weshalb er auch Weihnachten ohne jemanden an seiner Seite am Tisch saß. Es war ihm anzusehen, dass ihm an Heiligabend etwas fehlte, als wir bei seinen Eltern gemeinsam zu Abend aßen. Für mich war es seit Jahren das schönste Weihnachten, was ich erleben durfte. Nicht nur wegen Till, den ich über alles liebte, sondern auch wegen seiner großartigen Familie. Es fühlte sich schon jetzt danach an, als wäre ich ein Teil von ihr. Darüber, dass sie sich gegenseitig nichts zu Weihnachten schenkten, war ich umso mehr dankbar. Nur für seine Mum habe ich als Dankeschön für die Einladung eines der Kochbücher meiner Mum digitalisiert und für sie binden lassen. Das freute sie riesig, vor allem, weil die ganzen Bilder darin Fotos von den Gerichten waren, welche wir bis dahin gemeinsam gekocht hatten.
Am ersten Weihnachtsfeiertag gab es eine große Weihnachtsparty des Konzerns. Nachdem die Arbeit hinter den Kulissen für mich erledigt war, durfte ich den Abend an der Seite meines Schatzes das erste Mal auch von der anderen Perspektive miterleben. Wie schon bei der Gala hielten wir uns, was den Alkohol betraf, sehr zurück, doch Domenik übertrieb es wieder maßlos. Weshalb es wieder in einem gewaltigen Kraftakt endete, ihn in diesem Zustand nach Hause zu befördern. Ich wusste nicht, ob er sich an dem Tag mit Absicht so dusselig anstellte, aber wir mussten ihm wieder beim Ausziehen behilflich sein. Nur hielten sich meine Berührungsängste in Grenzen. Zu oft hatte ich ihn mittlerweile nackt gesehen, oder wie er sich anspritzte. Daher zog ich ihm ohne weiteres sein Shirt über den Kopf. Nur schwankte er so sehr, dass ich ihn danach stützen musste. Till hatte gerade seine Jeans heruntergezogen, als ich das Gleichgewicht verlor. Samt Domenik, der sich an mich klammerte, fiel ich rückwärts auf sein Bett. Gut, so nah war ich ihm dann doch noch nie. Dazu presste sich seine ordentliche Latte in meinen Unterbauch.
»Drecksack«, dachte ich mir, weil mich das extrem heiß machte.
So betrunken konnte er gar nicht sein, denn er fing an, sich auch noch an mir zu reiben.
»Würdest du mir mal bitte helfen?«, fragte ich meinen Freund, als ich versuchte, mich chancenlos unter seinem Bruder herauszuwinden.
Doch Till stand nur mit der Hand an seinem Schritt neben dem Bett. Gierig sah er dabei zu, wie auch mein Schwanz sich hart gegen den Stoff meiner Jeans presste.
Fuck, das turnte mich nur noch mehr an. Mir entwich ein leises Stöhnen, als Domenik anfing, sich stärker an mir zu reiben.
»Alter du wirst schwer«, protestierte ich unter ihm, ehe er mich versaut grinsend ansah.
Mit einer schnellen Bewegung drehte er uns im Bett. Nun lag ich auf ihm, war aber dafür fest in seinem Griff gefangen.
»Diesmal lasse ich euch sicher nicht meine Arbeitsplatte einsauen, oder verpasse die Aktion. Loss Till, nimm ihn«, feuerte er seinen Bruder an es mir zu besorgen.
Mich verwunderte es nicht, dass ich direkt seine Hände an meiner Jeans hantierend spürte. Samt Boxershorts wurde sie mir regelrecht vom Körper gerissen. Ich selbst fand die Situation so unglaublich geil, dass ich mich nicht einmal wehrte, sondern bereits vorfreudig meinen stahlharten Schwanz an Domenik rieb.
»Meine Shorts auch«, wies er seinen Bruder an.
Auch diesem Gefallen kam mein Schatz ihm nach, nur um im Anschluss seine Zunge in meinem Loch zu versenken. Das war der absolute Wahnsinn. Stöhnend lag ich in Domeniks Armen, der sogar noch anfing, meinen Hals zu küssen, was mich nur wilder machte. Dadurch war ich es, der sich nun heftig an ihm rieb. Sein Schwanz musste bereits gut mit meinem Vorsaft bedeckt sein.
Endlich legte Till seine Eichel an mein Loch, welche ich durch meine Bewegungen selbst in mich presste. Ich war erst zufrieden, als er mich mit seiner kompletten Länge ausfüllte. Wie jedes Mal, wenn Domenik bei uns spannte, war Till kaum zu bremsen. Nachdem er einmal bis zum Ansatz in mich steckte, legte er sofort los, mich hart und tief zu nehmen. Erst da lockerte Domenik seinen Griff, woraufhin mich Till nach oben zog. Mit einem kräftigen Ruck riss er mein Hemd auf, sodass die Knöpfe durch die Gegend flogen, bevor es auch neben dem Bett landete. Während Till mich wie ein Stier vögelte, nahm, sein Bruder unsere Schwänze zusammen in die Hand. Ich konnte mich nur mit den Armen auf Domeniks trainierter Brust abstützen, laut meine Lust herausstöhnend.
»Ja, besorg es ihm richtig … genauso … tiefer«, spornte er Till nur noch mehr an, dessen Eier unaufhörlich gegen meinen Arsch klatschten.
Dabei war er der Erste, der mit einem lauten, langgezogenen »Fuuuuck« seine Ladung quer über seinen heißen Oberkörper verteilte. Heftig zuckend lag er unter mir, hörte aber nicht auf, mir den Schwanz zu massieren. Till hingegen legte einen Arm um meine Brust, damit er mich nach oben an sich heranziehen konnte. Unser Kuss, der veränderte Winkel, in dem er in mich stieß, mit der Tatsache, dass mich sein heißer Bruder wie ein Irrer wichste, ließen mich explodieren. Ich stöhnte in Tills Mund, mein gesamter Körper krampfte, als ich meine Ladung verschoss. Auf Domeniks Body, sein Gesicht und sogar bis ans Kopfteil hatte ich gespritzt. Mein Schatz konnte auch nicht mehr weit entfernt sein. Statt aber in mich zu spritzen, zog er sich plötzlich aus mir zurück, ehe er seine Ladung mit einem gewaltigen Druck gegen Domeniks Eier feuerte.
Wir küssten uns noch, bis er sich beruhigt hatte. Als wir uns die Sauerei betrachteten, lag Domenik vollgesaut und bereits leise schnarchend vor uns. Wie konnte man bitte so schnell einschlafen? Ich hingegen war hellwach noch immer Spitz bis zum geht nicht mehr.
»Lass uns gehen«, meinte Till knapp.
Er stieg schnell vom Bett herunter, schnappte sich seine Klamotten, ehe er fluchtartig das Schlafzimmer verließ. Diese Reaktion fand ich seltsam, weshalb ich es ihm gleichtat, um ihm zu folgen. Mein Schatz wartete im Wohnzimmer auf mich. Ich bekam nur ein kurzes Kopfnicken Richtung Garten, womit er mir wohl zu verstehen geben wollte, dass wir die Abkürzung nehmen würden. Doch warum schaute er so finster und wirkte extrem angespannt? Ich dachte, er wollte gerne mal einen Dreier mit seinem Bruder, wobei es ja kein wirklicher Dreier war. Zeit, ihn danach zu fragen, hatte ich auch nicht, da er sofort seine Gartenhälfte ansteuerte, während ich in der Kälte damit kämpfte, Domeniks Terassentür zu schließen. Drüben angekommen sah ich noch, wie er im Badezimmer verschwand.
»Ist alles in Ordnung?«, wollte ich von ihm wissen, als ich mich zu ihm unter die Dusche stellte.
Jetzt im Licht konnte ich an seinem verbissenen Gesichtsausdruck definitiv erkennen, dass etwas nicht in Ordnung war. Zu meiner Überraschung zog er mich aber sehr fest in seine Arme. Auch seine Augen sahen glasig aus. Weinte er etwa?
»Sorry, das wollte ich wirklich nicht«, sagte er, was mich nur umso mehr verwunderte.
»Ähm, erklärst du mir auch, wofür du dich gerade entschuldigen willst?«, worauf sein Griff noch fester wurde.
Sein ganzer Körper bebte, also musste er wirklich weinen.
»Ich habe dich nicht einmal gefragt, ob du das überhaupt wolltest, sondern habe einfach losgelegt. Keine Ahnung, was mit mir los war, aber die Situation hat mich einfach mitgerissen«, schluchzte er.
»Hey Schatz, deswegen brauchst du doch nicht weinen. Glaubst du ernsthaft, dass ich mich nicht gewehrt hätte, wenn ich damit nicht einverstanden gewesen wäre?«
»Du bist nicht sauer auf mich?«, fragte Till mich unsicher.
»Nein, wieso sollte ich? War doch verdammt geil. Ich bin deswegen noch immer hart. Es wundert mich, dass nicht mehr gelaufen ist, so wie er es darauf abgesehen hatte. Mir kam auch nur der Gedanke, ihn zu nehmen, aber du bist so in Fahrt gewesen, dass es eine sehr kurze Nummer gewesen wäre.«
Die Aussage entlockte auch meinen Liebsten ein kurzes, abgehacktes Lachen.
»Ich glaube nicht, dass Domenik das zugelassen hätte. Er mag uns zwar gern zuschauen, oder anscheinend auch anfassen, aber nie im Leben würde er sich vögeln lassen.«
»Ok, aber kein Grund, deswegen Trübsal zu blasen. Ich habe die Nummer eben mehr als genossen«, heiterte ich ihn wieder auf.
»Na dann zeig mir doch, was du mit ihm machen würdest.«
Sicher nahm ich die Einladung liebend gerne an und besorgte es meinem Schatz ordentlich unter der Dusche, aber das Thema mit seinem Bruder war damit noch nicht vom Tisch.
Wie nach der letzten Party verschliefen wir den gesamten Vormittag. Till war schon wieder dabei, uns ein leckeres spätes Frühstück zu zaubern, als ich aus dem Bett kroch. Sogar Domeniks Stimme konnte ich bis ins Schlafzimmer wahrnehmen, wobei mir unweigerlich die Bilder von letzter Nacht in den Kopf schossen. Irgendwie wollte ich schon herausfinden, ob nicht die Chance bestand, diesen heißen Kerl rumzukriegen. Ich hätte zwar nackt herausgehen können, aber das wäre doch zu offensichtlich gewesen. So schnappte ich mir einen meiner Jocks, ein enges Shirt, ehe ich mich zu den beiden in die Küche gesellte. Schon als Till mich sah, musste er sich stark zurückhalten, denn ich wusste, welche Wirkungen dieses Outfit auf ihn hatte.
»Guten Morgen, mein Schatz«, begrüßte ich ihn mit einem sehr langen, intensiven Kuss, bei dem ich mich an seinen Körper schmiegte.
Damit war schon der erste Bruder angeheizt und die Blicke vom zweiten konnte ich förmlich auf mir spüren.
»Soll ich mich um die Eier kümmern, falls ihr rummachen wollt?«, fragte Domenik vom Tisch aus, weil Till seine Hand schon an meinem Hintern hatte.
»Um Tills oder meine?«, bekam er meine Gegenfrage.
Sein geschockter Blick war herrlich, auch das er leicht verlegen wurde.
»Passt schon. Ich mache mal Kaffee«, schoss ich hinterher, damit sich Till in Ruhe um das Rührei kümmern konnte.
»Bekommen wir heute gar keinen Anschiss von dir wegen unserer Sauerei gestern?«, fragte ich Domenik, während ich ihm seinen Kaffee vor die Nase stellte.
Mit meiner Hüfte berührte ich dabei absichtlich seine Schulter.
»Nein. Ich habe es selbst provoziert, aber könntest du dir vielleicht eine Hose anziehen?«
»Warum? Gefällt dir der Jock nicht? Dein Bruder findet ihn klasse«, meinte ich frech, denn ich bekam genau mit, wie ihn mein Auftreten verunsicherte.
Gott, war das herrlich, diesen sonst so selbstsicheren Mann aus dem Konzept zu bringen. Dabei hatte er nach seiner Aktion gestern Nacht selbst schuld, dass ich Blut geleckt hatte.
»Ne, schon ok. Gibt es bald etwas zu essen?«, stammelte er, wobei er sich mit dem Griff in seinen Schritt selbst verriet, wo das eigentliche Problem war.
Ich holte nun auch die anderen zwei Tassen, um Domenik kurz sich selbst zu überlassen. Aus dem Augenwinkel konnte ich aber sehen, dass er mir auf den Arsch starrte. Er wich sogar meinem Blick aus, als ich mit den Tassen zum Tisch kam. Mehr gab es für mich nicht vorzubereiten, also setzte ich mich ihm direkt gegenüber. Kurz drauf folgte auch Till mit dem Rührei. Es war ungewöhnlich still, während wir unser verspätetes Frühstück genossen. Dafür lag eine gewisse Spannung im Raum. Ich muss auch gestehen, dass ich meinen Fuß in Tills Schritt gelegt hatte, sobald er sich neben seinen Bruder setzte. Wir grinsten uns gegenseitig wissend an, wobei Till ein paar Seufzer aus seinem Mund entkamen.
»Sagt mal, was treibt ihr die ganze Zeit? Kann man nicht mal mehr gemeinsam mit euch frühstücken?«, beschwerte sich Domenik, wobei sich Till aus Schreck fast verschluckte.
»Nichts Schlimmes. Nur das hier«, meinte ich nur lässig, bevor auch Domenik meinen Fuß in seinem Schritt zu spüren bekam.
Da saß ich nun. Breitbeinig und jeder Bruder hatte einen meiner Füße im Schritt. Domenik zuckte zwar kurz erschrocken zusammen, ließ mich aber gewähren. Es dauerte nicht lange, bis auch sein Schwanz anschwoll, wie der seines Bruders. Da er aus unserem Spiel nicht mehr ausgeschlossen wurde, genoss er es richtig. Er rieb sich sogar von allein an mir.
»Scheiße, Till, ich glaube, dein Kleiner will mir an die Eier«, meinte Domenik frei heraus.
Ganz so unrecht hatte er damit nicht, nur habe ich nicht an seine Eier gedacht.
»Fast. Ich will deinen Arsch«, klärte ich ihn schief grinsend auf.
Domeniks Blick war unbezahlbar. Vor allem, wie schockiert er eingeatmet hatte. Bei der Kombination mussten Till und ich uns ein Lachen verkneifen. Er war in meinem Plan immerhin in gewisser Hinsicht eingeweiht, seinen Bruder rumzukriegen.
»Vergiss es. Das wird sicher nicht passieren«, platzte es aus Domenik heraus.
»Schade. Danach dürftest du dich auch an mir austoben. Nur wenn du nicht willst, zwingt dich dazu niemand.«
Obwohl er sich noch immer an meinem Fuß rieb, entzog ich ihm auch diesen. Schließlich wollte er ja nicht auf mein Angebot eingehen.
»Ich bin nicht schwul«, platzte er heraus.
»Das hat auch niemand behauptet, aber vögeln würdest du mich anscheinend dennoch gerne. Wenn du nur auf Frauen stehst, hat sich das Spannen bei uns auch erledigt«, brachte ich es neutral auf den Punkt.
»Ihr habt sie doch nicht alle«, sagte er sauer, stand auf und verließ wütend Tills Haus.
Nachdem Domenik außer Sichtweite war, konnte sich Till sein Lachen nicht mehr verkneifen.
»Siehst du, Schatz, ich habe dir doch gesagt, dass er niemals so weit gehen wird, aber Respekt für deinen Einsatz. Mich hast du allein mit deinem Outfit um den Finger gewickelt.«
»Abwarten. Auf das Angebot, mich zu nehmen, wäre er sicher sofort angesprungen. Lass ihn mal darüber in Ruhe nachdenken«, meinte ich, denn irgendetwas in seinem Blick ließ mich die Flinte noch nicht ins Korn werfen.
Wir frühstückten noch gemütlich zu Ende. Auch wenn ich es nicht schaffte, Domenik zu überreden, hatten wir trotzdem zusammen unseren Spaß.
Anscheinend sollte Till recht behalten. Domenik redete seit dem Tag zwar normal mit uns, aber gab keine Anspielungen mehr über unser Sexleben von sich. Sogar eine gemeinsame Whirlpool-Session lehnte er nach kurzem Überlegen freiwillig ab. Zu behaupten das ich es Schade fand, das Domenik nun einen klaren Strich setzte, wäre übertrieben. Ich liebte die innige Zweisamkeit mit meinem Freund sehr, aber ich selbst hatte noch nie einen Dreier. Auf ein Treffen mit einer Fremden Person hatte ich genauso wenig Lust wie Till. Damit schoben wir diesen Gedanken beiseite.
An Silvester entschieden wir uns, eine Party zu geben. So konnten wir beide etwas trinken, ohne dass einer von uns anschließend den Fahrer machen musste. Sie war nicht riesig, aber trotzdem hatten fast alle ihren Spaß. Bis auf Domenik. Er saß gedankenversunken auf dem Sofa. Unterhaltungen versuchte er schnell abzublocken. Sogar sein Durst hielt sich für seine Verhältnisse in Grenzen. Etwas stimmte mit ihm nicht, nur hatte ich leider keine Zeit, dem auf den Grund zu gehen. Entweder kümmerte ich mich um weitere Snacks, war dabei, den Barmann zu spielen, oder wurde selbst in eine Unterhaltung verwickelt. Till war genauso ratlos wie ich, bemühte sich aber selbst, ein guter Gastgeber zu sein.
Die Zeit verging so rasend schnell, dass es mich überraschte, als alle anfingen, von zehn herabzuzählen. Da war es also – das neue Jahr. Unsere Gäste fielen sich gegenseitig in die Arme, um sich zu beglückwünschen. Bevor sie anschließend in den Garten strömten, wo sich alle das Feuerwerk ansahen.
»Alles Liebe zum neuen Jahr, mein Schatz«, sagte Till und gab mir einen langen Kuss.
Nachdem ich auch jedem anderen ein fröhliches Neujahr gewünscht hatte, fehlte nur noch Domenik, aber dieser war verschwunden. Womöglich fand er unsere Party langweilig, oder hat sich aus was für einem Grund auch immer zurückgezogen. Wir für unseren Teil hatten noch viel Spaß, bis um vier uns die letzten Gäste verließen.
Ich erlebte zum ersten Mal, dass Till einen sitzen hatte. Er lallte mir die Ohren voll, wie sehr er mich liebte und wie glücklich er doch mit mir ist. Es war schon verdammt süß, auch sein treudoofer Dackelblick. Ich brachte ihn ins Schlafzimmer, half ihm beim Ausziehen, aber sobald er im Bett lag, fielen ihm die Augen zu. Meine Müdigkeit war noch nicht an dem Punkt, dass ich schlafen gehen wollte, weshalb ich beschloss, noch ein wenig aufzuräumen. Weil der Geschirrspüler bereits mit der ersten Ladung lief, machte ich mich mit den ersten Alkoholflaschen auf den Weg zur Bar im Wintergarten.
»Na eure Party schon vorbei?«, erschreckte mich Domenik, dass mir die Flaschen beinahe aus der Hand gefallen wären.
»Was machst du denn hier? Ich dachte du bist nach Hause gegangen?«
»Wollte ich auch, aber Tills Auswahl an Drinks ist besser als meine.«
Seine Stimme hingegen wirkte normal. Nicht so, als hätte er sich hier die Kante gegeben.
»Erstmal ein frohes neues Jahr«, wünschte ich ihm samt einer Umarmung, bevor ich mich zu ihm setzte.
»Aber mal ehrlich, geht’s dir nicht gut? Sonst bist du die Stimmungskanone schlecht hin. Fandest du unsere Party so mies?«, ging ich seinem Verhalten auf den Grund.
»Wie man’s nimmt. Ich verstehe mich selbst nicht mehr«, gab er wirr von sich.
»Weshalb? Ist irgendetwas vorgefallen?«, hakte ich nach.
»Echt jetzt? Das weißt du doch genau. Also frag nicht so dämlich«, blaffte er mich an.
»Sorry, aber ich steh gerade voll auf der Leitung. Habe ich heute unterbewusst etwas falsch gemacht oder gesagt?«
»Mensch, es geht nicht um heute, sondern um die Sache bei unserem letzten gemeinsamen Frühstück«, klärte er mich auf.
»Gott, du meinst nicht ernsthaft meine Ansage, dass ich an deinen Hintern wollte, oder?«
»Doch, genau die.«
»Domenik, bitte. Wir wollten doch nur austesten, wie weit du mit uns gehen würdest nach der Nacht zuvor. Dass du es dir so zu Herzen nimmst, hätte ich nicht erwartet. Sorry, das wollte ich wirklich nicht«, entschuldigte ich mich aufrichtig bei ihm.
»Tja, Glückwunsch. Seitdem bekomme ich es nicht mehr aus dem Kopf. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr will ich es ausprobieren. Bin ich jetzt auch schwul?«
Bei den letzten Worten blickte er mir mit wässrigen Augen entgegen. Dadurch bekam ich ein gewaltig schlechtes Gewissen, denn ich war schließlich schuld an seiner Misere.
»Keine Sorge, du bist alles, aber nicht schwul. Siehst du eigentlich immer alles nur Schwarz oder Weiß? Du bist höchstens bisexuell, was absolut nichts Schlimmes ist. Ich hab’s mir schon beim ersten Mal gedacht, als wir drei zusammen im Whirlpool saßen. Es hat dir viel zu gut gefallen, wie ich es mit Till trieb. Vielleicht ist es dir bisher nur nicht so aufgefallen, oder lassen dich Frauen jetzt komplett kalt?«
»Nein, absolut nicht, aber dein Angebot reizt mich halt auch sehr.«
»Weil du möglicherweise auf beide Geschlechter stehst. Sicher das es für dich dann aufregend ist so ein Angebot zu bekommen. Aber schau, bei mir würde sich absolut nichts regen, wenn eine nackte Frau vor mir stehen, oder sonstige Dinge mit mir anstellen würde. Du bist definitiv nicht schwul. Also rede dir bitte keinen Blödsinn ein, nur weil ich Trottel dich zu etwas überreden wollte, während ich dir einen mit meinem Fuß geschrubbt habe«, versuchte ich ihn aufzubauen.
Mit Erfolg, denn bei meiner Aussage musste auch Domenik schief grinsen, bevor er wieder ernster wurde.
»Aber würdest du mich vielleicht wirklich einmal… Also, du weißt schon?«, deutete er an.
»Ob ich dich vögeln würde? Sicher, wenn du es ausprobieren möchtest. Wieso nicht?«
»Jetzt gleich?«, wollte er direkt wissen.
»Nope, uns gibt’s nur im Doppelpack. Das will sich Till sicher nicht entgehen lassen.«
»Ist das nicht Inzest? Das mache ich auf keinen Fall«, fragte er mich gleich geschockt.
»Keine Sorge, ich werde immer genau zwischen euch sein«, bekam er zwinkernd von mir zu hören.
»Gut, ok. Bin dabei und wann?«
»Komm einfach heute Nachmittag vorbei. Gibt wahrscheinlich wie immer ein ordentliches verspätetes Frühstück. Sollte ich aber noch schlafen, sag Till nichts davon. Soll auch für ihn eine Überraschung sein.«
»Du bist dir aber sicher, dass er damit einverstanden ist?«, wollte Domenik unsicher wissen.
»Auf jeden, oder denkst du, ich mache mich so offensichtlich an dich ran, wenn er ein Problem damit hätte? Außerdem lagen wir schon einmal zusammen nackt im Bett, falls du es vergessen hast«, nahm ich ihm seine Bedenken.
»Danke, Sandro«, presste er hervor und zog mich an seinen Körper.
Seine Vorfreude auf später war dabei eindeutig an meinem Bauch zu spüren.
»Ich geh dann mal pennen. Bis heut Nachmittag und zieh bitte wieder dein »Hauch von Nichts«, das sah verdammt geil an dir aus«, verabschiedete er sich.
»Bis später«, gab ich ihm noch mit auf den Weg, bevor auch ich schlafen ging.
Ich hätte mir einen Wecker stellen sollen, denn als ich aufwachte, war es bereits nach sechzehn Uhr. Insgeheim hoffte ich, dass ich Domeniks Besuch nicht verpennt hatte. Trotzdem zog ich mir, wie er es wollte, einen Jock an, ehe ich unser Schlafzimmer verließ. Der Duft von frisch aufgebackenen Brötchen hing in der Luft, aber als ich um die Ecke bog, sah ich, dass der Tisch nicht mehr gedeckt war. Sie mussten wohl schon ohne mich gegessen haben. Dafür standen beide in der Küche und waren in ein Gespräch vertieft.
»Guten Morgen, Schlafmütze. Wir haben schon mal ohne dich angefangen, aber ich mache dir gerne sofort etwas«, begrüßte mich mein Schatz, als er mich erblickte.
»Kein Stress. Ein Kaffee würde mir reichen«, meinte ich, bevor ich mir einen Kuss von ihm stahl.
»Den bekommst du, aber meinst du nicht, du solltest dir noch etwas anziehen? Ich habe damit absolut kein Problem, doch du weißt, was Weihnachten deswegen passierte«, gab Till seine Bedenken von sich, während er dabei war, mir einen Kaffee herunterzulassen.
Domenik hingegen grinste nur schief. Ihm war anzusehen, wie gut es ihm gefiel, mich so zu sehen.
»Hey, den habe ich nur auf Wunsch angezogen. Ich bin unschuldig«, verteidigte ich mich, sprang auf die Arbeitsplatte und lehnte mich entspannt zurück.
»Ohje, von mir etwa? War ich so betrunken?«
»Nein, du bist gleich eingepennt. Von deinem Bruderherz«, ließ ich die Bombe platzen.
»Das musst du sicher geträumt haben«, spielte es Till lachend herunter.
»Nein, hat er nicht. Ist es wirklich okay für dich? Also, wenn wir drei…?«, meldete sich Domenik zu Wort.
»Ihr verarscht mich doch? Du willst dich ernsthaft von Sandro besteigen lassen?«, kam es fassungslos von meinem Schatz.
Domenik nickte, was Till die Sprache verschlug. Ich für meinen Teil konnte es schon gar nicht mehr erwarten. Sie standen beide so nah bei mir, dass es ein Leichtes für mich war, ihnen in den Schritt zu packen. Beide hatten bereits einen ordentlichen Ständer.
»Wenn ihr euch nicht gegenseitig an die Wäsche wollt, könntet ihr euch jetzt bitte um mich kümmern?«
Wow, was danach passierte, kam unerwartet. Wie zwei Raubtiere machten sie sich über mich her. Am ganzen Körper bekam ich ihre Lippen und Hände zu spüren. Mein Jock wurde mir schneller vom Körper gerissen, als ich schauen konnte. Was war bitte mit Domenik passiert? Ohne Hemmungen leckte er an meinem Schwanz herum, während Till an meinem Loch zugange war. Sogar ihre Finger schoben sie gemeinsam in mich hinein. Kein Wunder, dass ich bei ihrer Behandlung bereits meine erste Ladung im hohen Bogen verschoss. Nur spornte sie das nur noch mehr an. Mit geschlossenen Augen lag ich auf der Arbeitsplatte. Sie sagten etwas, aber ich bekam es in meinem Zustand leider nicht mit. Umso überraschter war ich, als sich ein Schwanz versuchte, in mich zu bohren, gefolgt von einer nassen Eichel, welche über meine Lippen rieb. Ich öffnete meine Augen. Till sah mit geilem Blick auf mich herab, während Domenik meinen Widerstand überwindend in mich eindrang. Automatisch öffnete sich mein Mund, doch mein Stöhnen wurde sofort von Tills Schwanz erstickt. Domenik nahm mich so hart ran, dass es mir schwerfiel, dabei meinen Freund zu blasen.
Anstatt es weiter zu versuchen, positionierte sich Till um, damit er mich küssen konnte. Er rutschte so weit nach hinten, dass mein Schwanz bei jedem von Domeniks Stößen fest über sein Loch glitt. Ich stand kurz vor meinem zweiten Orgasmus, als mein Schwanz gepackt wurde, nur um ihn fester gegen Tills Loch zu pressen. Mein Freund stöhnte heftig in meinem Mund, während ich in ihn eindrang. Diese Nummer war wilder, als alles bisher Erlebte. Domenik vögelte mich regelrecht in meinen zweiten Orgasmus. Ich konnte nicht anders, als tief in meinen Freund zu spritzen, was nicht nur ihn, sondern auch Domenik mitriss. Während er seine Eier in mir entlud, spritzte Till zwischen uns ab.
»Fuck, war das geil«, meinte Domenik, nachdem er wieder zu Atem kam.
»Ja, aber du kannst mir doch keinen Schwanz ohne Vorbereitung reinschieben. Sei froh, dass ich mich an Sandros Teil bereits gewöhnt habe«, beschwerte sich Till.
»Was denn? Bei Sandros Menge an Vorsaft ist er doch super in dich geflutscht. Reit ihn weiter. Ich bin noch nicht fertig.«
Fuck, was für eine Maschine hatte ich da bitte entfesselt. Nun packte er seinen Bruder an den Hüften, was ihn auf mich zog, während er seinen Kolben in mich hämmerte. Ich konnte gar nicht anders, als mich in Tills Rücken zu krallen. Immer fester, je näher ich meinem zweiten Orgasmus kam. Till wichste sich dabei selbst so heftig, dass er der erste von uns war, welcher seine zweite Ladung auf mir verschoss. Als Domenik dies mitbekam, zog er meinen Schwanz aus seinem Bruder, ehe er ihn wichsend auf sich richtete.
»Los Sandro, komm, spritz mich voll.«
Darum brauchte er mich nicht zu bitten, denn im nächsten Moment flog meine Sahne bereits im hohen Bogen aus mir heraus. Dabei zog sich mein Loch so sehr zusammen, dass ich ihn gleich mit abmolk.
Selbst nach seinem zweiten Schuss wollte dieser Hengst nicht an Härte verlieren, weshalb er noch weiter machte.
»So, das reicht jetzt aber. Zieh deinen Schwanz aus meinem Freund«, meinte Till, als er von der Arbeitsplatte herunterstieg.
Feingefühl mussten wir ihm noch beibringen, denn aufs Wort zog er sich ruckartig komplett aus mir zurück.
»Sorry, ich hatte seit Monaten keinen Sex mehr, aber jetzt kapiere ich den Reiz daran. Sandro ist so verdammt eng. Geiles Gefühl.«
Ich für meinen Teil lag noch immer befriedigt auf der Platte, die letzten Eindrücke verarbeitend.
»Schatz, alles ok?«, fragte mich Till besorgt, da ich keinen Ton von mir gab.
»Oh ja, das war mega geil, aber ich wollte doch Domenik vögeln«, säuselte ich vor mich hin.
»Soll ich mich auch so hinlegen wie du?«, fragte er noch voller Energie.
»Krass, du kannst es ja kaum erwarten. Doch später. Ich brauch erstmal eine Pause.«
Wie aufs Kommando fing sogar mein Magen laut an zu knurren.
»Ich mache dir schnell was zu essen. Geh du so lange duschen. Domenik ist bestimmt so nett und beseitigt unsere restlichen Spuren«, meinte Till, nachdem er mich an der Hand wieder in eine aufrechte Position gezogen hatte.
Ich konnte nicht anders, als meinen Schatz zu küssen. Jetzt sah ich dazu auch noch Domenik, an dessen heißem Sixpack mein Saft klebte, aber ich sah wahrscheinlich nicht besser aus.
Nach der Dusche bekam auch ich mein verspätetes Frühstück. Dafür verschwand Domenik im Badezimmer.
»Was bitte ist gestern noch passiert, dass Domenik plötzlich so abgeht?«, brannte es Till wohl schon die ganze Zeit auf der Zunge.
Zwischen den Bissen erzählte ich ihm, worüber wir die Nacht gesprochen hatten. Er hätte selbst nicht gedacht, dass wir Domenik damit so aus der Fassung brachten, war jedoch von unserem Dreier sehr begeistert gewesen.
»Würdest du auch ohne mich mit ihm schlafen?«, war Tills Bedenken.
»Nein. Entweder zu dritt oder gar nicht. Ich würde ihn auch niemals küssen. Falls du aber Bedenken hast, dann belassen wir es bei dem einen Mal. Ich hätte damit absolut kein Problem«, erklärte ich ihm, da mir unsere Beziehung tausendmal wichtiger war.
»Du bist der Wahnsinn und danke. Ich weiß, dass du es mit Domenik auch für mich mit eingefädelt hast. Nur wir sollten es nicht übertreiben. Nicht, dass er jeden Abend bei uns auf der Matte steht.«
»Dann sind wir ja einer Meinung, aber sein Hintern ist heute noch fällig. Das war immerhin die eigentliche Abmachung«, meinte ich schief grinsend.
»Den wirst du heute genauso bekommen, wie ich deinen«, sagte Till, bevor er mich in seine Arme zog.
Domenik war endlich fertig im Badezimmer. Er hielt es gar nicht für nötig, sich etwas anzuziehen. Nackt machte er es sich auf der Couch gemütlich, wartend darauf, dass ich mich zu ihm gesellte.
»Ich dachte, du bist so heiß auf meinen Arsch? So wie es aussieht, bist du wieder einsatzbereit«, fragte er mich.
»Sei doch nicht so ungeduldig. Ich würde vorschlagen, wir warten auf Till, gehen dann gemeinsam in den Whirlpool und chillen ein wenig. Ich kümmere mich schon früh genug um dich. Keine Sorge«, schlug ich ihm vor, was seinen Schwanz zucken ließ.
Zugegeben, es machte auch Spaß, ihn zappeln zu lassen, doch von seiner Standkraft war ich mehr als beeindruckt.
Wie von mir vorgeschlagen gingen wir, sobald Till fertig war, zusammen in den Whirlpool. Eine Unterhaltung war zwecklos, denn Domeniks Gedanken waren nur bei einem einzigen Thema. Es war auch gemein, dass ich die ganze Zeit über in Tills Armen lag und wir uns küssten, da ihn dies zusätzlich anmachte. Wir reizten es so lange aus, bis Domenik endgültig genug hatte. Wie von der Tarantel gebissen sprang er auf, damit er sich im nächsten Moment auf die Fliesen kniete. Der Blick auf sein jungfräuliches Loch ließ mich absolut nicht kalt.
»Los, hol ihn dir«, heizte mich Till zusätzlich ein.
Das war der Startschuss für Domeniks anale Entjungferung.
Leider war es nicht so geil wie erwartet. Er mochte es, geleckt zu werden. Sogar bei der Prostata-Massage stöhnte er wie ein Wilder. Erstrecht, als ich ihm dazu noch einen blies. Ich konnte die Ladung, welche er mir dabei in den Rachen schoss, kaum schlucken. Nur mein Schwanz bereitete ihm nicht die erhoffte Freude. Er wollte es für mich durchziehen, aber ich brach vorher ab. Machte auch keinen Sinn, wenn er absolut keinen Spaß daran hatte. Dafür hielt er mich wie an Weihnachten fest, während Till sich doppelt so heftig in mir austobte.
»Sorry. Ich habe es mir echt anders vorgestellt. Das, was du da mit deinen Fingern gemacht hast, war der Hammer, doch der Rest ist nichts für mich«, entschuldigte sich Domenik, nachdem wir fertig waren.
»Ist doch nicht schlimm, aber du hast es probiert. Jetzt weißt du immerhin, wie du dir selbst einen noch geileren Orgasmus bescheren kannst. Wenn du nett fragst, wird es bestimmt auch eine Frau bei dir machen«, meinte ich entspannt.
»Das wäre geil«, platzte es aus ihm heraus, was uns zum Lachen brachte.
»Definitiv nicht schwul«, kam es von Till und mir gleichzeitig.
»Hab’s kapiert, aber wir können es gern nochmal andersherum wiederholen, wenn ihr noch Bock habt.«
»Alter, bist du schon wieder geil?«
Die Frage hätte ich mir sparen können, da seine pralle Eichel bereits aus dem Wasser schaute.
Für den Tag kam es auf ein weiteres Mal auch nicht drauf an. Danach machten wir ihm aber klar, dass es für uns kein Dauerzustand werden sollte. Damit war er einverstanden, gefolgt von einem Versprechen, uns nicht auf den Wecker zu gehen. Falls es passieren sollte, einverstanden, aber es sollte von uns ausgehen. Zu meiner Überraschung funktionierte unser gemeinsamer Deal auch entsprechend gut. Mochte auch daran liegen, dass sich Domenik wieder frisch verliebte. Dadurch schenkte er uns allgemein so gut wie keine Aufmerksamkeit mehr.
Epilog
Vier Jahre waren bereits vergangen. Es waren mit die glücklichsten meines bisherigen Lebens, was zum Großteil an Till lag. Aber auch seit es Regine nicht mehr in unserem Team gab, machte die Arbeit wesentlich mehr Spaß. Dazu noch die Reisen und Ausflüge, oder die unzähligen verschmusten Abende auf unserer Couch, machten es perfekt. Sogar seine Eltern behandelten mich schon wie ihren dritten Sohn.
Mit Domeniks neuer Freundin Natascha verstanden wir uns auf Anhieb super. Auch wenn sie nicht wusste, dass wir gemeinsam mit ihm manchmal eine Nacht verbrachten. Irgendwie hat es sich auf den Konferenzen so ergeben, nachdem wir die halbe Nacht unseren Job erledigt hatten. Sobald wir die Hotels verließen, verlor niemand von uns darüber ein Wort. Die Familienessen fanden seit dem Supergau mit Verena weiterhin bei uns daheim statt. Ich stand jedoch nicht mehr allein in der Küche, sondern wurde tatkräftig von meiner Schwiegermutter in spe unterstützt. Gemeinsam waren wir in der Küche unschlagbar. So waren wir auch an diesem Sonntag kräftig in der Küche am Werkeln. Domenik und Natascha kamen die Nacht erst aus ihrem Urlaub zurück. Dementsprechend müde sahen sie aus, als sie sich zu uns auf die Terrasse gesellten. Beim Essen erzählten sie uns alles, was sie erlebt hatten, bis es Domenik nicht mehr aushielt.
»Wir haben uns verlobt«, kam es wie aus der Pistole geschossen.
Für einen Moment hatten wir uns alle angestarrt, unfähig, so abrupt die Nachricht zu verarbeiten, bis Natascha uns ihren Ring präsentierte. Die Nachricht ließ vor allem seine Mum vor Freude fast platzen. Natürlich wollte sie sofort alle Details von den beiden wissen. Sie hatten für uns alles auf Bildern festgehalten. So einen romantischen Antrag auf einem Schiff hätte ich Domenik niemals zugetraut.
»Würdest du mich auch heiraten?«, fragte mich Till von der Seite, als wir noch versammelt um das Handy herumstanden.
»Sofort« rutschte es mir, ohne nachzudenken, heraus, woraufhin Till reflexartig nach drinnen verschwand.
»Habe ich jetzt was Falsches gesagt?«, meinte ich, weil mich alle doof anschauten.
Es dauerte einen Moment, bis Till außer Atem zurück nach draußen kam.
»Schatz, geht’s dir gut?«, wollte ich mich vergewissern.
»Ja, aber schau bitte nicht ins Schlafzimmer. Könnte etwas chaotisch aussehen. Ich musste ihn so oft verstecken, dass ich ihn nicht auf Anhieb wiedergefunden habe.«
Schon ging er mit einem kleinen Schmuckkästchen vor mir auf die Knie.
»Du hast mir die Frage eben schon indirekt beantwortet, aber jetzt noch einmal ganz offiziell: Sandro, willst du mich heiraten?«
»Du bist doch irre. Natürlich will ich«, sagte ich.
Meine Schwiegermutter riss uns beide vor Euphorie beinahe um, als Till aufstand, um mich zu küssen. Das passierte sicher nicht oft, dass gleich beide Söhne sich verlobten, beziehungsweise es bekanntmachten.
»Nachmacher«, bekam Till grinsend den Kommentar von seinem Bruder, aber er freute sich natürlich genauso für uns, wie wir für sie beide.
Damit hatten wir für den Rest des Tages ein neues Gesprächsthema: Hochzeit! Ich war damit komplett überfordert, denn bis vor kurzem hatte ich daran noch keinen einzigen Gedanken verschwendet. Auch Domenik und Natascha waren, was das betraf, selbst noch ratlos. Witzigerweise war es Till, der schon gewisse Vorstellungen hatte. Er kam sogar auf die Idee, gleich eine Doppelhochzeit zu feiern. Es war schon witzig, ihm und seiner Mum zuzuhören, wie sie sich den Tag vorstellen könnten, aber ich war dann ein wenig froh, als sie alle den Heimweg antraten. Ich für meinen Teil wollte nur noch meinem zukünftigen Mann in die Arme fallen.
Zu meinem Leidwesen verschwand er aber gleich, nachdem sie weg waren, im Schlafzimmer. Mich hingegen traf der Schlag, als ich meinen Kopf zur Tür hineinsteckte.
»Das nennst du etwas chaotisch? Hier sieht’s aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen?«, sagte ich lachend, aber konnte ihm deswegen keinesfalls böse sein.
Überall lagen unsere Klamotten verteilt. So gut wie alle Schubläden waren leer, oder standen offen.
»Ich wollte nicht, dass du ihn findest. Immer wenn ich dachte, ich hätte den Ring gut versteckt, hast du genau dort etwas gesucht. Vorhin musste es einfach schnell gehen. Ich bring das Chaos wieder in Ordnung.«
»Komm, ich helfe dir, dann geht’s schneller.«
Gemeinsam hatten wir das Schlafzimmer wieder in seinen Normalzustand gebracht. Endlich konnte ich mir meinen Schatz schnappen, um mich mit ihm aufs Bett zu werfen.
»Ich hoffe, dass ich dich mit meinem Antrag nicht zu sehr überfallen habe. Ich hatte so viele schöne Ideen, aber es fühlte sich vorhin einfach richtig an.«
»Nein, alles gut. Wobei ich schon sagen muss, dass ich so einen Antrag von Domenik nie erwartet hätte. Er war doch noch nie der große Romantiker. Umgekehrt hätte es für mich mehr Sinn ergeben«, dachte ich laut.
»Weil er ihn von mir geklaut hat. An unsere Bootsfahrt letztes Jahr auf Santorini kannst du dich sicher noch erinnern. Da wollte ich dir das erste Mal einen Antrag machen. Domenik wusste davon und anscheinend gefiel ihm meine Idee«, erklärte er mir.
»Oh Gott, wo der Kellner betrunken über Bord ging und wir ihn mit Mühe wieder aus dem Wasser zerren mussten?«
»Genau. Immer wenn ich etwas vorbereitet hatte, ging etwas schief. In Thailand haben wir uns fast eine Lebensmittelvergiftung eingefangen. In Paris war der Aufzug im Eiffelturm defekt. Auf Malta bist du kurz vorher in einen Seeigel getreten. Einfach in jedem Urlaub passierte etwas Dummes. Ich wollte dir so gern auch so einen romantischen Antrag machen, aber es war wie verhext. Heute hätte ich fast den Ring nicht gefunden. Ich bin fast durchgedreht«, jammerte er beinahe.
»Das ist furchtbar süß von dir, aber du weißt, dass du mich auch so hättest fragen können. So wie ich dich kenne, wären deine Anträge allesamt traumhaft schön geworden, aber die Antwort wäre dieselbe gewesen. Ich liebe dich. Mehr brauche ich nicht, auch keine gewaltige Hochzeit.«
»Doch bitte. Jeder soll sehen, wie glücklich du mich machst und wie sehr ich dich liebe.«
Was sollte ich dagegen noch groß sagen? Natürlich wurde es eine riesige, umwerfende Traumhochzeit im Doppelpack. Mit Veranstaltungen kannte ich mich schließlich aus. Jeder von uns bekam seinen Moment. Die kirchliche Trauung von Domenik und Natascha am Vormittag. Unsere standesamtliche am Nachmittag nach dem Essen in der Location. Der ganze Tag wurde einfach unvergesslich.Einen wundervollen Mann. Eine liebevolle neue Familie. Den geilsten Job der Welt. All das hatte ich am Ende nur, weil ich durch Zufall zur richtigen Zeit, am richtigen Ort war und dem heißen neuen CEO ein verwerfliches Angebot machte.

Mega Story! Für mich bisher die beste!
Hey Patrick,
danke das freut mich, das sie dir so gut gefällt. Ich hänge mehr an meiner Club Reihe, aber davon kommt bald mehr.
LG O.G.
Lieber O.G.
vielen Dank für die schöne Geschichte. Ich hatte wieder an zahlreichen Stellen Tränen in den Augen.
Viele Grüße
Frank
Hallo Frank,
ja auch die gehören dazu, solange man am Ende wieder Lachen kann.
Lg O.G.
Hallo eine sehr gelungene Geschichte alle Die ich von dir gelesen habe sind mit schöner gelungener Rahmenhandlung, und allem was dazugehört kann deine Geschichten an einem Stück lesen und freue mich auf neue.
Man(n) gibt dir Hoffnung nicht auf selbst so ähnliches zu erleben 😉
LG
Achim
Hallo Achim,
Danke für diese lieben Worte. Es kommen dieses Jahr noch einige, womit du dir die Zeit vertreiben kannst. Auch drücke ich dir die Daumen, das du einen Partner an deiner Seite findest, der dir genau das gibt, was du dir wünschst.
LG O.G.
Lieber O.G.
Da ist dir echt wieder ein Meisterstück gelungen. Ich habe die Geschichte heute gleich in einem Rutsch gelesen und bin, wie immer bei deinen Geschichten, total begeistert. Die gelungene Mischung aus Sex, Romantik und Rahmenhandlung ist einfach toll. Da komme ich immer ins Träumen und gebe die Hoffnung nicht auf, dass mir auch wieder mal so etwas Romantisches und Wunderschönes passieren wird.
LG Christoph
Hey Christoph,
ganz lieben Dank für diese tollen Worte. Ey freut mich riesig zu hören wie gut dir diese Geschichte wieder gefallen hat und ich drücke dir die Daumen, das dir auch bald etwas ähnliches widerfährt. Meist kommt es immer, genau dann, wenn man am wenigsten damit rechnet.
LG O.G.
Danke dir 😊
Da hast du recht. Also hoffe ich mal auf so einen unerwarteten Moment 😄
Lieber O. G.,
und wieder eine gelungene Fortsetzung. Bei der Szene am Grab der Mutter habe ich Rotz und Wasser geheult und mein Blick ist immer noch trüb. Auch ich habe meine Mutter vor der Zeit verloren (Schlaganfall) und ihr Grab ist 600 km weit weg. Bei MfM könnte ich Dir jetzt 5 Sterne zukommen lassen. Hier bleibt mir nur ein Dankeschön und alle Sterne des Universums.
LG Thor
Hey Thor,
solch ein Dankeschön ist mir lieber als 5 Sternen. Es ist schwer einen geliebten Menschen vor seiner Zeit gegen lassen zu müssen, gerade wenn es die eigene Mutter ist. Von meiner Seite aus mein herzlichstes Beileid für deinen Verlust. Selbst wenn er schon etwas her sein sollte. Halt die Ohren steif.
LG O.G.